Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Die Poetik autobiographischen Schreibens in Stefan Zweigs "Die Welt von Gestern"

Titel: Die Poetik autobiographischen Schreibens in Stefan Zweigs "Die Welt von Gestern"

Magisterarbeit , 2012 , 86 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Claudia Metzler (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Magisterarbeit wird ein Überblick über die grundlegenden Begriffe der Poetik und der Autobiographie geboten. Gerade für die Gattung der Autobiographie gestaltet sich ein Definitionsversuch schwierig. Es werden zudem die Elemente autobiographischen Schreibens anhand von Zweigs Werk herausgearbeitet. Ein Abschnitt beleuchtet die Beweggründe für Zweigs autobiographisches Schreiben näher und konzentriert sich auf das autobiographische Anliegen der Exilzeit. Es wird der Frage nachgegangen, was dem exilierten Schriftsteller Anstoß zu einem persönlichen Erinnerungsbuch gab. Im Anschluss wird ein Überblick über das Exil und die Autobiographie als Gesamtphänomen gegeben, denn "Die Welt von Gestern" steht repräsentativ für die autobiographische Gattung im Exil und ist Zweigs poetologische Antwort auf die Aporien der Moderne, die alle Exilautobiographien prägten. Die Analyse verdeutlicht die poetische Position, die sein persönliches Handeln aufgrund seines im Exil verlorenen Lebenssinns reflektiert. Der heimatlose Zweig neigte in diesen beschwerlichen Jahren zu Erinnerung und Selbstreflexion, denn im Mittelpunkt autobiographischer Schriften steht die verzweifelte Suche nach der Besonderheit der eigenen Existenz. In den Vordergrund der Untersuchung rücken daher Erinnerung und Gedächtnis, da autobiographisches Schreiben die Funktion einer zurückschaunden individuellen Identitätssicherung hat. Im Mittelpunkt der Betrachtung stehen auch Fragen des Erzählens und der Konstruktion von Geschichte und Erfahrung. Dieser Abschnitt soll zeigen, dass Zweig in dieser Schrift die einschneidenden Erlebnisse seiner Exilzeit, die für ihn eine existentielle Erfahrung bedeuteten, literarisch umgesetzt hat. Am Beispiel von "Die Welt von Gestern" werden die Formen und Funktionen autobiographischen Erzählens literaturwissenschaftlich erörtert.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Poetik und autobiographisches Schreiben – Begriffserklärungen

2.1. Poetik

2.2. Autobiographie und Elemente autobiographischen Schreibens

3. Stefan Zweig: Die Welt von Gestern. Erinnerungen eines Europäers

3.1. Beweggründe für Zweigs autobiographisches Schreiben

3.2. Die Welt von Gestern als Exilautobiographie

3.3. Die Welt von Gestern als Zeitzeugnis

3.4. Autobiographisches Erzählen: Zweigs literarische Konstruktion einer „Welt von Gestern“

3.4.1. Die Geschichte als Dichterin: Zweigs historiographisches Konzept

3.4.2. Konstruktion einer „Welt von Gestern“: „Das goldene Zeitalter der Sicherheit“

3.4.3. Zweigs konstruiertes Selbstbild: Als Jude, Schriftsteller, Pazifist und Humanist

3.5. Erzählformen in Die Welt von Gestern

3.5.1. Chronologie und Dramatik

3.5.2. Autobiographisches Subjekt

3.5.3. Stilistik

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Magisterarbeit analysiert die Poetik des autobiographischen Schreibens in Stefan Zweigs Werk Die Welt von Gestern. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, wie Zweig seine eigene Lebensgeschichte im Exil ästhetisch konstruiert und dabei persönliche Erinnerungen mit dem Anspruch verbindet, als Zeitzeuge die untergegangene Welt Europas vor dem Zweiten Weltkrieg für die Nachwelt festzuhalten.

  • Die theoretische Verortung von Poetik und Autobiographie
  • Die Analyse der Beweggründe für Zweigs autobiographisches Schreiben im Exil
  • Die Untersuchung der literarischen Konstruktion der „Welt von Gestern“ als Zeitzeugnis
  • Die Erforschung der spezifischen Erzählformen und der stilistischen Gestaltung des Werks

Auszug aus dem Buch

3.4.1. Die Geschichte als Dichterin: Zweigs historiographisches Konzept

Die Gattung Autobiographie ist zwischen Historiographie und Literatur anzusiedeln. Da Zweig sein Wissen als Historiker in Die Welt von Gestern einfließen ließ, gibt die Geschichte den Rahmen seiner Erzählung vor. Die ambivalenten Eigenschaften dieser Gattung werden auch an den sehr konträren Beurteilungen und verschiedenen Positionen bestimmter Verfasser deutlich. Der kritische Philologe Claudio Magris schätzte die Bemühungen des Schriftstellers um ein authentisches Bild der untergegangenen Welt von gestern: Zweig „gab dieser Welt wohl ihr berühmtestes und populärstes Bild, die nun schon klassisch und fast obligat gewordene Dimension.“ Indes kommt die Polemik gegen Zweigs bildliche Veranschaulichung in Kritiken wie der von Hannah Arendt zum Ausdruck: „Natürlich ist die Welt, die Zweig schildert, alles andere als die Welt von gestern; natürlich lebte der Autor dieses Buches nicht eigentlich in der Welt, sondern nur an ihrem Rande.“ Und nach Ansicht von Hans Mayer versagte Zweig bei der Darstellung geschichtlicher Ereignisse und schätzte daher auch seine eigene Zeit falsch ein:

Sein Lebensbuch zeigt einen Menschen, der keine Beziehung besitzt zu Ideen, der ein ganzes Zeitalter für sich in private Beziehungen auflöst. So bleiben ihm schließlich nur Begegnungen mit wertvollen Menschen, […] ohne daß er den „objektiven Geist“ seiner Zeit jemals empfunden hätte. Eine Welt läßt sich aber nicht in Gespräche und Kontakte auflösen. […] Er verstand einzelne Menschen, aber keine Zusammenhänge. Daran ist er schließlich zerbrochen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung des Autors Stefan Zweig, des Werks Die Welt von Gestern und der Zielsetzung der Analyse.

2. Poetik und autobiographisches Schreiben – Begriffserklärungen: Theoretische Auseinandersetzung mit den Begriffen Poetik und Autobiographie sowie deren Relevanz im literaturwissenschaftlichen Kontext.

3. Stefan Zweig: Die Welt von Gestern. Erinnerungen eines Europäers: Detaillierte Analyse der Exilsituation, des Zeitzeugnis-Charakters und der literarischen Konstruktion des Selbstbildes sowie der verwendeten Erzählformen.

4. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse zur poetischen Gestaltung und dem kulturellen Wert von Zweigs Autobiographie.

Schlüsselwörter

Stefan Zweig, Die Welt von Gestern, Exilliteratur, Autobiographie, Poetik, Zeitzeugnis, Exil, Identitätsverlust, Erinnerung, Geschichtsschreibung, österreichische Literatur, Identitätskonstruktion, europäische Identität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es grundsätzlich in dieser Magisterarbeit?

Die Arbeit untersucht Stefan Zweigs Autobiographie Die Welt von Gestern unter literaturwissenschaftlichen Aspekten, insbesondere im Hinblick auf die Poetik und die Art und Weise, wie Zweig seine Vergangenheit im Exil ästhetisch verarbeitet.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Gattung der Autobiographie, die Bedingungen des Exils, das Konzept des kulturellen Gedächtnisses sowie die erzählerische Gestaltung von Geschichte und Selbstbild.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Frage zu beantworten, wie Zweig seine Lebensgeschichte ästhetisch kreiert hat und wie er die „Welt von Gestern“ als literarische Konstruktion für die Nachwelt festhielt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die textnahe Textanalysen mit gattungstheoretischen Ansätzen und Diskursen der Exilforschung verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begriffsbestimmung (Poetik/Autobiographie) und die detaillierte Analyse von Zweigs Werk, inklusive seiner Beweggründe, der Konstruktion der „Welt von Gestern“ und der spezifischen Erzählformen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Poetik, Exilautobiographie, Identitätssicherung, Zeitzeugnis, Historiographie und das „goldene Zeitalter der Sicherheit“.

Wie unterscheidet sich Zweigs Autobiographie von anderen Vertretern der Gattung?

Zweig verzichtet in Die Welt von Gestern auf eine klassische, private Lebensbeichte; stattdessen rückt er das Zeitgeschehen in den Vordergrund und versteht sich eher als „Erklärer bei einem Lichtbildervortrag“ seiner Generation.

Warum spielt das Exil eine so entscheidende Rolle für das Werk?

Das Exil ist der Katalysator für Zweigs autobiographisches Schreiben; es löste bei ihm ein Bedürfnis zur Identitätssicherung aus, um die durch die Emigration zerstörte Welt und das eigene Ich literarisch neu zu konstruieren.

Ende der Leseprobe aus 86 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Poetik autobiographischen Schreibens in Stefan Zweigs "Die Welt von Gestern"
Hochschule
Universität des Saarlandes
Note
2,0
Autor
Claudia Metzler (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
86
Katalognummer
V283583
ISBN (eBook)
9783656832898
ISBN (Buch)
9783656829898
Sprache
Deutsch
Schlagworte
poetik schreibens stefan zweigs welt gestern
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Claudia Metzler (Autor:in), 2012, Die Poetik autobiographischen Schreibens in Stefan Zweigs "Die Welt von Gestern", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/283583
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  86  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum