Über die politische Kommunikation zwischen plebs urbana und Kaiser Augustus in der Arena


Seminararbeit, 2014
23 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Politische Kommunikation in der römischen Antike- Möglichkeiten und Grenzen
2.1 Was istpolitische Kommunikation?
2.2 Möglichkeiten derpolitischen Kommunikation in der römischen Antike

3. Die Beziehung zwischen Augustus und derplebs urbana

4. Die gesellschaftliche Bedeutung der piele
4.1 Die Entwicklung der munera von ihren Anfängen bis zu Kaiser Augustus-Ein kurzer Überblick
4.2 Die augusteischen Reformen der piele im Jahr 22. v. Chr.

5. Die Politische Kommunikation zwischen Kaiser Augustus und derplebs urbana innerhalb der Arena

6. Fazit

7. Quellen und Literaturverzeichnis

8. Plagiatserklärung

1. Einleitung

Dreimal habe ich in meinem eigenen Namen Gladiatorenspiele veranstaltet und fünfmal in dem meiner Söhne oder Enkel; bei diesen Spielen kämpften etwa zehntausend Menschen. [ … ] Tierhetzen mit afrikanischen Raubtieren habe ich in meinem Namen oder in dem meiner Söhne und Enkel im Zirkus oder auf dem Forum oder im Amphitheater für das Volk sechsundzwanzigmal durchführen lassen, wobei ungefähr dreitausendfünfhundert Tiere erlegt wurden. 1

Dies ist ein Auszug aus Augustus‘ Tatenbericht, den res gestae. Allein die Tatsache, dass Augustus es offensichtlich für wichtig und sinnvoll erachtete, dies niederzuschreiben und für die Nachwelt zu sichern, zeigt welche enorm wichtige Rolle diese Spiele und Inszenierungen für den römischen Kaiser, aber auch für die Öffentlichkeit und damit das römische Volk spielten.

Denn gerade durch die Inszenierung aufwändiger Spiele demonstrierte Augustus seinem Volk Ruhm und Macht des römischen Imperiums. Auf der Ebene der verbalen und auch der non-verbalen Kommunikation2 standen Augustus sowie auch seine Nachfolger mit ihrem Volk in einem Dialog. Denn an diesen Plätzen, den Arenen der Gladiatoren, konnte sich die plebs urbana Gehör gegenüber dem Kaiser verschaffen und mit ihm direkt in Kommunikation treten.3 Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der politischen Kommunikation zwischen dem römischen Kaiser Augustus und seinem Volk innerhalb der Theater und der aufwendig inszenierten munera und venatii.4

Die in dieser Arbeit verwendeten Quellen sind die res gestae des Kaisers Augustus. Die res gestae sind ein von ihm selbst abgefasstes Werk über seine politischen Taten. Die Römische Geschichte von Cassius Dio wird ebenfalls verwendet. Dio ist einer der wichtigsten römischen Geschichtsschreiber und widmete Augustus in seinem Werk viel Aufmerksamkeit. Seine relative Objektivität über Augustus‘ Regierungszeit ist heute unumstritten.5 Auch wird mit den Kaiserviten von Sueton gearbeitet, dem römischen Geschichtsschreiber, der sich in seinem Werk der Biographie verschiedener Kaiser gewidmet hat.6

Die Beziehung zwischen Augustus und der plebs urbana ist durch die erfreuliche Quellenlage gut rekonstruierbar.

Zuerst wird anhand des Aufsatzes von Philipp Henn versucht eine Definition für „politische Kommunikation“ aufzuzeigen um das Phänomen besser eingrenzen zu können.7 Anschließend wird dieses Phänomen auf die römische Antike übertragen und seine Möglichkeiten und Grenzen aufgezeigt. Nun wird die Beziehung zwischen Augustus und der plebs urbana vorgestellt, um Augustus‘ Intention für die Spiele greifbar zu machen. Anschließend werden die historische Entwicklung und die gesellschaftliche Bedeutung der Spiele zur Zeit Augustus‘ aufgezeigt um daraufhin auf die politische Kommunikation zwischen Kaiser und plebs urbana eingehen zu können. Wie präsentierte sich der Imperator? Wie reagierte das Volk? Fand politische Kommunikation statt und wenn ja, wie wurde sie inszeniert? Hierzu werden die genannten Quellen zurate gezogen und mit verschiedener Forschungsliteratur -allen voran Helen Groots Dissertation „Zur Bedeutung der öffentlichen Spiele bei Tacitus, Sueton und Cassius Dio […]“ von 2006, der 1969 erschienenen Monographie von Traugott Bollinger über die „Publikumsdemonstrationen bei öffentlichen Spielen in der frühen Kaiserzeit“, welche bis heute in der Forschungsliteratur zurate gezogen wird, Egon

[...]


1 Ter munus gladiatorium dedi meo nomine et quinquiens filiorum meorum aut nepotum nomine, quibus muneribus depugnaverunt hominum circiter decem millia. Bis athletarum undique accitorum spectaculum populo praebui meo nomine et tertium nepotis mei nomine. Ludos feci meo nomine quater, aliorum autem magistratuum vicem ter et viciens. Pro conlegio XV virorum magister conlegii collega M. Agrippa ludos saeclares C. Furnio C. Silano cos. feci. Consul XIII ludos Martiales primus feci quos post id tempus deinceps insequentibus annis s.c. et lege fecerunt consules. Venationes bestiarum Africanarum meo nomine aut filiorum meorum et nepotum in circo aut in foro aut in amphitheatris populo dedi sexiens et viciens, quibus confecta sunt bestiarum circiter tria millia et quingentae. ( Augustus., res gestae divi augusti, 22.)

2 Non-verbal: „Die Gesamtheit aller derjenigen Kommunikationshandlungen, die keine Sprechhandlungen sind.“ Verbal: Kommunikationshandlungen, die Sprechhandlungen beinhalten. Aus: UNGEHEUER, G., Einführung in die Kommunikationstheorie. Münster 2010, S. 33.

3 GROOT, H., Zur Bedeutung der öffentlichen Spiele bei Tacitus, Sueton und Cassius Dio, Überlegungen zur Selbstbeschreibung der römischen Gesellschaft. Münster 2008 (= Antike Kultur und Geschichte 12), S. 95.

4 munera [lat.]= Gladiatorenspiele; venatio [lat.]= Tierhatz

5 GROOT, S. 175 -S. 181.

6 AUGUSTUS, Res gestae divi augusti. Göttingen 2009; CASSIUS DIO, Römische Geschichte. Wiesbaden 2012; SUETON, Kaiserbiographien. Düsseldorf 2000.

7 HENN, PH. [et al.], "Politische Kommunikation". Kern und Rand des Begriffsverständnisses in der Fachgemeinschaft ; ein empirischer Ansatz zur Klärung von Grundbegriffen, in: Publizistik, Vierteljahreshefte für Kommunikationsforschung 58. Wiesbaden 2013, 4, S. 367- 387.

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Details

Titel
Über die politische Kommunikation zwischen plebs urbana und Kaiser Augustus in der Arena
Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster  (Seminar für Alte Geschichte und Epigraphik)
Veranstaltung
"Ave Caesar! Die Totgeweihten grüßen dich!"- Die Gladiatur in der römischen Kaiserzeit
Autor
Jahr
2014
Seiten
23
Katalognummer
V283588
ISBN (eBook)
9783656834823
ISBN (Buch)
9783656834830
Dateigröße
550 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Rom, Antike, Augustus, plebs, Kolosseum, Kommunikation, Kaiser, Arena, Gladiator, Spiele, Theater, Volk, Römer, Octavian
Arbeit zitieren
Nadine Geßner (Autor), 2014, Über die politische Kommunikation zwischen plebs urbana und Kaiser Augustus in der Arena, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/283588

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