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Ein, zwei, viele Geschlechter? Das Geschlechterverständnis von der Antike bis zur Gegenwart

Titre: Ein, zwei, viele Geschlechter? Das Geschlechterverständnis von der Antike bis zur Gegenwart

Thèse de Bachelor , 2014 , 45 Pages , Note: 1,7

Autor:in: Franziska Brongkoll (Auteur)

Sciences Sociales générales
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Résumé Extrait Résumé des informations

Many People would agree […] that the sexes do not need to be explained and that, in fact, trying to explain the existence of two sexes can get in the way of understanding (Kessler und McKenna, 1978: VII).
As we got about our daily lives, we assume that every human being is either a male or a female. We make this assumption for everyone who ever lived and for every future human being (dies., 1978: 1)
Eigentlich ist das mit dem Geschlechterunterschied doch ganz einfach, oder nicht? Es gibt Frauen und es gibt Männer. Frauen haben eine Vagina, Männer einen Penis. Diese schlichte Unterscheidung nach dem biologischen Geschlecht (sex) war und ist bis heute aber nicht immer so simpel.
In der Geschlechterforschung ist oft von ‚Geschlechterkonstruktion‘ die Rede, die insbesondre in Anbetracht der historischen Entwicklung deutlich wird. In dieser Arbeit wird die Konzeption der Geschlechter von der Antike bis zur Gegenwart, gegliedert in vier nach Epochen unterteilten Kapiteln, betrachtet.
Als erstes wird die ‚Antike‘ behandelt, deren Gelehrte vor über zweitausend Jahren den Grundstein für die Geschlechterforschung gelegt haben. Wichtige Vertreter dieser Zeit waren zum Beispiel Aristoteles, der in seiner Einsamenlehre die Frau als ‚Missbildung‘ beschrieb, die lediglich eine Vorstufe des vollkommenen Mannes darstelle. Als zweites Beispiel dient Galen, der die Geschlechtsorgane von Frau und Mann als identisch definierte, die sich bloß in der Lage unterscheiden. Die weiblichen Genitalien seien dabei aufgrund von mangelnder Hitze nach innen gekehrt, die des Mannes hätten den perfekten, nach außen gekehrten Zustand erreicht.
Die zweite Epoche, die in dieser Arbeit behandelt wird, ist das ‚Mittelalter‘. In dieser Zeit bauten die Geschlechterkonstruktionen inhaltlich auf den antiken Theorien auf. Aufgrund der Sakralisierung wurden die Lehren durch religiöse, aber auch durch mystische Aspekte ergänzt.
Daran anschließend folgt in dieser Darstellung die Zeit der ‚Aufklärung‘. Damit geht ein Wendepunkt des Geschlechterverständnisses einher, der die altertümlichen Theorien mehr und mehr aus dem Diskurs vertrieb. Frauen und Männer werden nun als eigenständige Geschöpfe betrachtet, mit unterschiedlichen Geschlechtern. Die Forschung stützt sich größtenteils darauf, Differenzen anatomisch zu erklären. [...]

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Antike

2.1 Die enkephalo-myelogene Samenlehre

2.2 Die Wärmetheorie

2.3 Die Rechts-Links-Theorie

2.4 Die Pangenesislehre

2.5 Die Hämatogene Samenlehre

2.6 Die Zweisamenlehre

2.7 Die Einsamenlehre

2.8 Die weiblichen Hoden

2.9 Die Lehre vom unterkühlten Mangelzustand der Frau

3. Mittelalter

4. Aufklärung

4.1 Der natürliche Platz der Frau

4.2 Präformationstheorien

4.3 Epigenese

4.4 Vollkommene weibliche Menschen

4.5 Die chemische Physiologie

4.6 Das evolutionsbedingte Geschlechterverständnis

4.7 Das weibliche Skelett

5. Gegenwart

5.1 Das Geschlecht in der Embryonalentwicklung

5.1.1 Hodenentwicklung

5.1.2 Eierstockentwicklung

5.2 Chromosomen und Gene

5.3 Geschlecht als soziales Konstrukt

6. Zusammenfassung

7. Ausblick

8. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die historische Konzeption der Geschlechter von der Antike bis zur Gegenwart und analysiert, inwiefern wissenschaftliche Theorien – von naturphilosophischen Ansätzen bis zur modernen Embryologie – durch soziale Vorstellungen von Zweigeschlechtlichkeit beeinflusst und geprägt sind.

  • Historische Entwicklung der Geschlechterkonstruktion (Antike bis Gegenwart)
  • Vergleich naturphilosophischer versus biologisch-medizinischer Lehren
  • Die Rolle der sozialen Dichotomie in wissenschaftlichen Forschungsprozessen
  • Kritische Analyse von Geschlecht als soziales Konstrukt
  • Intersexualität und die Herausforderung des binären Geschlechterschemas

Auszug aus dem Buch

2.9 Die Lehre vom unterkühlten Mangelzustand der Frau

Der bedeutende Arzt Galenos von Pergamon (~ 2.Jh. u. Z.) nahm in seinen Theorien Bezug auf die hippokratische Medizin, Aristoteles und Herophilos. Er bestätigte diese Lehren zum Teil, wiedersprach ihnen an anderer Stelle, aber zumindest setzte er gewissermaßen einen Strich unter das antike Geschlechterverständnis.

Mit seinen anatomischen Untersuchungen, die er jedoch an Tieren und nicht an Menschen durchführte, stützte er sich in Grundzügen zum Teil auf den Denkansatz des Herophilos (siehe Kapitel 2.8), widersprach diesem letztlich aber vollkommen (Voß, 2010: 73).

Eine wesentliche Veränderung in Galens Theorie im Vergleich zu seinen Vorgängern, ist die Entdeckung, dass die Eileiter (bei Herophilos: Samenleiter) nicht in die Harnblase münden, sondern beide direkt in der Gebärmutter enden. Dieser Fund ist für Galen Grund genug, einen analogen Genitaltrakt bei Männern und Frauen anzunehmen, verbunden mit der Interpretation eines weiblichen Samens, der unmittelbar in den Uterus fließt und damit an der Embryonalentwicklung teilnimmt (Lesky, 1951: 179). So wendet sich Galen in einem Zug gegen Herophilos‘ Anschauung eines nutzlosen, weiblichen Samens, der über die Blase aus dem Körper abfließt und gegen die Einsamenlehre des Aristoteles. Außerdem argumentierte Galen ebenfalls gegen die hämatogenen Ansichten Aristoteles‘.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der Geschlechterkonstruktion ein und stellt das Ziel der Arbeit vor, die Konzeption der Geschlechter von der Antike bis zur Gegenwart anhand von vier Epochen zu betrachten.

2. Antike: Dieses Kapitel behandelt verschiedene naturphilosophische Zeugungstheorien der Antike, in denen die Frau meist als unvollkommene Version des Mannes dargestellt und biologisch-hierarchisch eingeordnet wurde.

3. Mittelalter: Das Kapitel zeigt auf, wie mittelalterliche Gelehrte die antiken Theorien übernahmen und durch religiöse sowie mystische Aspekte ergänzten, wobei die Frau auf ihre Rolle als gebärendes Wesen reduziert wurde.

4. Aufklärung: Hier wird der Bruch mit antiken Lehren beschrieben, da anatomische Erkenntnisse nun verstärkt zur Begründung von Differenzen zwischen den Geschlechtern herangezogen wurden, oft unter Beibehaltung einer natürlichen Hierarchie.

5. Gegenwart: Das Kapitel befasst sich mit modernen Ansätzen der Embryologie, Chromosomenforschung und Genetik sowie der Diskussion von Geschlecht als sozialem Konstrukt, das intersexuelle Identitäten häufig ausschließt.

6. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung bündelt die Erkenntnisse über die verschiedenen Epochen und reflektiert, dass wissenschaftliche Theorien selten frei von gesellschaftlichen Einflüssen und binären Stereotypen sind.

7. Ausblick: Der Ausblick thematisiert anhand von Barbara Stieglers Arbeiten Ansätze für ein Geschlechterverständnis, das über die starre Dichotomie hinausgeht und die Vielfalt von Geschlechtsidentitäten akzeptiert.

8. Literaturverzeichnis: Hier werden alle in der Arbeit verwendeten Quellen und wissenschaftlichen Publikationen aufgelistet.

Schlüsselwörter

Geschlechterkonstruktion, Antike, Aufklärung, Mittelalter, Embryologie, Geschlechterforschung, Zweigeschlechtlichkeit, Sozialkonstruktivismus, Biologie, Intersexualität, Geschlechtsdetermination, Aristoteles, Galen, Zeugungstheorien, Geschlechterrollen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie sich das Verständnis von Geschlecht und die wissenschaftliche Einordnung von Frauen und Männern von der Antike bis heute historisch gewandelt haben.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind antike Zeugungstheorien, die mittelalterliche Sichtweise auf den weiblichen Körper, die anatomischen Debatten der Aufklärung sowie moderne biologische Konzepte der Embryologie und Geschlechtsdetermination.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass biologisch-medizinische Forschung zum Thema Geschlecht maßgeblich durch soziale Vorstellungen geprägt ist und dass die wissenschaftliche Dichotomie von zwei Geschlechtern kein rein naturgegebenes Faktum darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und dekonstruktiven Betrachtung biologisch-medizinischer Texte, basierend auf der Dissertation von Heinz-Jürgen Voß.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in vier Epochen: Antike, Mittelalter, Aufklärung und Gegenwart, wobei jeweils die führenden Lehrmeinungen und deren Auswirkungen auf das Geschlechterbild dargestellt werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselwörter sind unter anderem Geschlechterkonstruktion, Zweigeschlechtlichkeit, Sozialkonstruktivismus, Embryologie und der historische Wandel der biologischen Geschlechtstheorien.

Wie unterscheidet sich die mittelalterliche Sicht von der antiken?

Während im Mittelalter antike Theorien weitgehend übernommen wurden, verschob sich der Fokus verstärkt auf mystische und religiöse Aspekte, wobei der weibliche Uterus und die Menstruation als potenziell gefährlich für Männer interpretiert wurden.

Was bedeutet Intersexualität in diesem Kontext?

Intersexualität dient als Beispiel dafür, wie ein von der biologischen Norm abweichendes Geschlecht durch medizinische Eingriffe in das gesellschaftlich geforderte binäre Schema gezwungen werden soll, was die Problematik der Geschlechterzuweisung verdeutlicht.

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Résumé des informations

Titre
Ein, zwei, viele Geschlechter? Das Geschlechterverständnis von der Antike bis zur Gegenwart
Université
Ruhr-University of Bochum
Note
1,7
Auteur
Franziska Brongkoll (Auteur)
Année de publication
2014
Pages
45
N° de catalogue
V283589
ISBN (ebook)
9783656853732
ISBN (Livre)
9783656853749
Langue
allemand
mots-clé
geschlechter geschlechterverständnis antike gegenwart
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Franziska Brongkoll (Auteur), 2014, Ein, zwei, viele Geschlechter? Das Geschlechterverständnis von der Antike bis zur Gegenwart, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/283589
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Extrait de  45  pages
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