Wie verhüte ich richtig? Der Umgang mit Verhütungsmethoden (Klasse 8/9, Realschule)

Sexualkunde


Unterrichtsentwurf, 2014

30 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhalt

1 Unterrichtsreihe
1.1 Thema und Aufbau der Unterrichtsreihe
1.2 Aufbau der Unterrichtsreihe
1.3 Kompetenzorientierte Lernzielschwerpunkte der Unterrichtsreihe
1.4 Lerngruppe
1.5 Lernvoraussetzungen und Konsequenzen
1.6 Überlegungen zur Sache
1.7 Curriculare Legitimation
1.8 Didaktischer Leitgedanke und Intention

2 Thema und Lernzielschwerpunkte der Unterrichtsstunde
2.1 Thema der Unterrichtsstunde
2.2 Lernzielschwerpunkte der Unterrichtsstunde
2.3 Konkretisierungen zur Lerngruppe und Lernvoraussetzungen
2.4 Überlegungen zur Sache
2.5 Didaktische Überlegungen
2.6 Methodische Begründung

3 Stundenverlaufsplan

4 Literatur und Quellennachweis

5 Anhang
Gruppe 1 - Das Kondom:
Gruppe 1 – Zusatztext:
Gruppe 2 - Das Diaphragma und die Portiokappe:
Gruppe 2 – Zusatztext:
Gruppe 3 – Die Hormonspirale:
Gruppe 3 – Zusatztext:
Gruppe 4 – Die Pille:
Gruppe 4 – Zusatztext:
Gruppe 5 - Hormonimplantat, Vaginalring, Hormonpflaster:
Gruppe 5 – Zusatztext:
Gruppe 6 - Natürliche Methoden:
Gruppe 6 – Zusatztext:

1 Unterrichtsreihe

1.1 Thema und Aufbau der Unterrichtsreihe

Sexualität und Partnerschaft – Wir werden erwachsen und übernehmen mehr Verantwortung

Die Unterrichtsreihe Sexualität und Partnerschaft soll den Schülerinnen und Schülern1 den Sinn und die Bedeutung von Sexualität näher bringen. Im Mittelpunkt stehen vorwiegend die Fragen der SuS zu partnerschaftlichen Beziehungen und nicht nur die Sexualität im Hinblick auf das Funktionsprinzip. In der Unterrichtsreihe sollen die SuS vorwiegend mithilfe von Kleingruppen Lösungsansätze zu Problemen und Konflikten, die sich in und nach der Pubertät ergeben können, überwiegend selbstständig erarbeiten. Da der Umgang mit Sexualität sehr verschieden ist, muss genügend Freiraum für die Diskussion geschaffen werden. Als Grundlage für diese Diskussionen dienen die in der Unterrichtsreihe erworbenen fachlichen Grundlagen.

1.2 Aufbau der Unterrichtsreihe

1.3 Kompetenzorientierte Lernzielschwerpunkte der Unterrichtsreihe

Im Verlauf der Unterrichtsreihe sollen die SuS sowohl Themen der sexuellen Aufklärung im herkömmlichen Sinne, wie z.B. Bau und Funktion der Geschlechtsorgane, als auch Themen die die Verhaltensweisen der Geschlechter zueinander und untereinander thematisieren. Dabei sollen die SuS ein positives Verhältnis zur Sexualität gewinnen und Wissen über die körperlichen, psychischenund sozialen Aspekte erwerben. Dabei wird versucht für SuS Rahmenbedingungen zu schaffen, die ein vertrauensvolles Verhältnis untereinander ermöglichen und den offenen Dialog zwischen allen Beteiligten fördern.

1.4 Lerngruppe

Die Lerngruppe des Biologie-Kurses der Klasse 8 besteht aus 21 SuS, 6 Mädchen und 15 Jungen. Der Biologiekurs besteht aus drei Schulkassen und setzt sich aus den SuS der Klassen 8A, 8B und 8C zusammen. Aufgrund dieser Zusammensetzung kennen sich die SuS untereinander nicht so gut, wie SuS, die gemeinsam in einer Klasse unterrichtet werden. Der Kurs ist eine leistungsmäßig durchschnittliche Lerngruppe, in der es die normalen Unterschiede im Leistungsstand gibt. Die mündliche Mitarbeit ist innerhalb der Klasse sehr verschieden.

Die Klasse zeigt sich sehr interessiert am Fach Biologie bzw. auch am derzeitigen Thema der Unterrichtsreihe. Innerhalb der Lerngruppe fallen, wie schon angedeutet, einige SuS deutlich durch sehr aktive Mitarbeit auf (sowohl mündlich als auch z.B. in Gruppenarbeitsphasen), andere präsentieren sich eher zögerlich und zurückhaltend.

1.5 Lernvoraussetzungen und Konsequenzen

Der Biologieunterricht findet jeweils dienstags in der fünften Stunde (11:40 bis 12:25 Uhr), sowie donnerstags in einer Doppelstunde (9:50 bis 11:25 Uhr) statt. Dienstags steht der Kunstraum mit großen Gruppentischen und donnerstags der Biologieraum mit biologischen Modellen zur Verfügung. Aufgrund dieser Begebenheiten wird der Dienstag vermehrt für Gruppenarbeiten genutzt. In den vergangenen Stunden hat sich die Klasse mit dem Aufbau der Geschlechtsorgane des Mannes und der Frau auseinandergesetzt. Am Beginn der Unterrichtsreihe konnten sich die SuS übereigene Erfahrungen mit Sexualität in Bezug auf unangenehme Situationen austauschen. Dabei standen der Umgang und das eigene Verhalten in solchen Situationen im Vordergrund.

Im Verlauf der Unterrichtsreihe zeigten die SuS am Themenbereich Sexualität großes Interesse. Dabei zeigte sich auch, dass sie sehr offen mit dem jetzigen Themenbereich umgehen und teilweise auch sehr viele Fragen haben. Das Äußern von Gedanken und Einstellungen bereitet den SuS jedoch unterschiedlich große Probleme, da sie einen unterschiedlichen Reifezustand aufweisen. Das Lern- und Arbeitstempo weist innerhalb der Gruppe einige Unterschiede auf, so dass dies im Unterrichtsverlauf beachtet werden muss. Um die Wirkung von Verhütungsmittel verstehen zu können, ist das Wissen um den Bau der Geschlechtsorgane unabdingbar. Dieses Wissen ist bei den SuS vorhanden sein. Der Menstruationszyklus wurde bisher noch nicht besprochen, wird aber im weiteren Verlauf der Unterrichtsreihe thematisiert. Die Grundlagen des Menstruationszyklus wurden bereits in der Klasse 6 besprochen und sollten in ausreichender Form für das Thema Verhütung vorhanden sein. Der Menstruationszyklus wird im Anschluss an die Unterrichtsstunde Gegenstand des Unterrichtsgeschehens sein. Dabei werden die verschiedenen Verhütungsmittel noch einmal wiederholt und die Auswirkungen auf den Menstruationszyklus besprochen.

Insgesamt sollten die SuS über ausreichende Kenntnisse der Geschlechtsorgane verfügen, dass sie die verschiedenen Wirkungsweisen der Verhütungsmittel verstehen.

1.6 Überlegungen zur Sache

Es gibt eine große Auswahl an Verhütungsmitteln, wie die hormonelle Verhütung, Spiralen, Diaphragma, Kondom, chemische Mittel, Sterilisation oder natürliche Verhütung. Bei allen Verhütungsmitteln wird ein Kompromiss aus mehreren Faktoren wie Anspruch an die Sicherheit, Annehmlichkeit der Anwendung oder das gesundheitliche Risiko gemacht. Je nach Lebenssituation gibt es verschiedene Einsatzmöglichkeiten.

Eines der weitverbreitetsten Verhütungsmittel ist die so genannte „Pille“, die vor allem von jungen Frauen bzw. Mädchen verwendet wird. Es gibt verschiedene Pillensorten, wobei sich zwei Arten unterscheiden lassen. Zum einen die Pillen, dieÖstrogen und Gestagen enthalten und die Minipille, die nur Gestagene enthält. Die in der Pille vorhandenen Hormone hemmen die Eizellenreifung und den damit verbundenen Eisprung. Die Hormone der Minipille, die im Vergleich zur herkömmlichen Pille niedriger dosiert sind, machen den Schleim im Gebärmutterhals für Samenzellen undurchlässig. Die Spermien erreichen Gebärmutter (Uterus) und Eileiter (Tuben) nicht und können damit auch keine Eizelle befruchten. Zudem bewirkt das Gestagen, dass sich die Gebärmutterschleimhaut mangelhaft aufbaut. Sollte trotzdem eine Befruchtung der Eizelle stattfinden, kann diese sich nur schwer einnisten. Durch die niedrigere Dosierung fallen die Nebenwirkungen geringer aus. Zu diesen Nebenwirkungen gehören eventuelle Auswirkungen auf das Herz- und Kreislaufsystem, ein gesteigertes Brustkrebsrisiko bei langer Einnahme und eine mögliche Gewichtszunahme. Außerdem kann die Wirkung der Pille durch Durchfall und Erbrechen stark beeinflusst werden. Bei Mädchen bis 20 Jahren erfolgt eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse.

Eine weitere Verhütungsmöglichkeit ist die Spirale, sie muss durch einen Arzt oder eine Ärztin in der Gebärmutter eingesetzt werden und bewirkt zum einen, dass die Gebärmutterschleimhaut geringer aufgebaut wird und zum anderen wird die Spirale vom Körper als Fremdkörper angesehen, wodurch eine Art Dauerreizung ausgelöst wird. Durch diese Dauerreizung werden Abwehrzellen gebildet, die Samenzellen und auch die Eizelle vernichten können. Sie wird vor allem Dingen von Frauen genutzt, die bereits Kinder geboren haben. Zu den Nebenwirkungen gehören eventuelle Entzündungen und in wenigen Fällen auch Eileiterschwangerschaften. Es kann dazu kommen, dass die Spirale unbemerkt mit einer Blutung ausgeschieden wird, daher ist eine regelmäßige Kontrolle notwendig.

Das Diaphragma und die Portiokappe bestehen aus einer mit Gummi kuppelartig überzogenen ruhenden Spiralfeder. Vor dem Geschlechtsverkehr werden sie von der Frau vor den Muttermund eingesetzt, wobei es verschiedene Größen gibt, die von einem Frauenarzt angepasst werden, wodurch das Zusammentreffen von Ei- und Samenzelle verhindert wird. Da dieser Schutz nicht ausreicht, bedarf es eines chemischen Schutzes, in Form eines samenabtötenden Gels, dass auf das Diaphragma bzw. die Portiokappe aufgetragen wird. Bei richtiger Anwendung sind diese Verhütungsmethoden sehr sicher. Zu den Vorteilen gehört, dass es nur angewendet werden muss, wenn es tatsächlich zum Geschlechtsverkehr kommt und es zu keinerlei Nebenwirkungen kommt. Natürlich bieten diese Verhütungsmethodenkeinen Schutz vor sexuell übertragbare Krankheiten und es bedarf einiger Übung bis der richtige Umgang beherrscht wird.

Zu den bekanntesten Verhütungsmethoden gehört das Kondom. Vor Einführung der Spirale und der Pille war es das meist gebrauchte Verhütungsmittel. Gerade als Schutz vor Aids und anderen Geschlechtskrankheiten hat das Kondom eine wichtige Rolle unter den Verhütungsmitteln. Bei der richtigen Anwendung ist es sehr sicher und stellt keinen Eingriff in den Körper da und hat somit auch keine Nebenwirkungen. Seit einigen Jahren haben Hormonimplantate, Vaginalring und Hormonpflaster einen wichtigen Stellenwert unter den Verhütungsmitteln. Ein großer Vorteil dieser Verhütungsmethoden besteht darin, dass sie nicht täglich eingenommen werden müssen. Sie haben eine ähnliche Wirkungsweise wie die Pille. Das Hormonimplantat ist ein kleines Stäbchen, das auf der Innenseite der Oberarme eingesetzt wird und über einen Zeitraum von bis zu drei Jahren eine ungewollte Schwangerschaft verhindern kann. Vaginalring und Hormonpflaster werden über einen Zeitraum von ca. drei Wochen im bzw. auf dem Körper angebracht und danach für eine Woche entfernt. Alle drei Methoden müssen von einem Arzt bzw. einer Ärztin verschrieben werden. Aufgrund der Ähnlichkeit zur Pille muss mit gleichen Nebenwirkungen gerechnet werden.

Es gibt eine Reihe von natürlichen Verhütungsmethoden, wobei kein Geschlechts-verkehr innerhalb der empfängnisbereiten Phasen des Menstruationszyklus ausgeübt werden darf, wenn eine ungewollte Schwangerschaft vermieden werden soll. Aufgrund der Messung der Körpertemperatur zum immer gleichen Zeitpunkt kann der Zyklus der Frau genau bestimmt werden und somit die empfängnisbereiten Tage unterschieden werden. Auch der Koitus interruptus stellt eine natürliche Verhütungsmethode dar, wobei der Mann vor dem Eintreten des Samenergusses seinen Penis aus der Scheide entfernt und außerhalb von dieser zum Samenerguss kommt. Diese Methode bietet jedoch keinerlei Sicherheit, denn es kommt bereits vor dem eigentlichen Samenerguss zum Austritt von Samenflüssigkeit. Auch der Schutz vor Geschlechtskrankheiten ist durch diese Methode nicht gegeben.

1.7 Curriculare Legitimation

Der Umgang und die Bedeutung der Verhütungsmethoden lässt sich dem Inhaltsfeld Sexualerziehung in den Kernlehrplänen zuordnen. Hiernach sollen die SuS die verschiedenen Möglichkeiten der Empfängnisverhütung kennenlernen und der Unterricht präventiv bezüglich möglicher Infektionskrankheiten ansetzen. Dabei steht nicht nur die Wissensvermittlung im Mittelpunkt, sondern auch eine starke Schülerorientierung.

Die Institution Schule sollte die SuS dazu befähigen, einerseits über das notwendige Fachwissen zu verfügen, andererseits die nötigen Handlungskompetenzen zu entwickeln. Der Umgang und der richtige Einsatz von Verhütungsmitteln und Verhütungsmethoden stellt dabei eine wichtige Grundlage dar.

Dabei muss sich die Lehrperson bei der Wahl der geeigneten Methode an den Erfahrungen der SuS orientieren, damit sie sich im Sinne eines handlungsorientierten Unterrichtes ihren Fähigkeiten entsprechend mit dem Lerngegenstand auseinandersetzen können. Wichtig dabei ist nicht nur, dass die SuS die Empfängnisverhütung unter dem Aspekt der Schwangerschaftsverhütung kennen lernen, sondern auch im Sinne des Infektionsschutzes.

[...]


1 Im weiteren Verlauf SuS abgekürzt

Ende der Leseprobe aus 30 Seiten

Details

Titel
Wie verhüte ich richtig? Der Umgang mit Verhütungsmethoden (Klasse 8/9, Realschule)
Untertitel
Sexualkunde
Veranstaltung
Seminar für das Lehramt an Haupt-, Real- und Gesamtschulen
Note
1,3
Autor
Jahr
2014
Seiten
30
Katalognummer
V283604
ISBN (eBook)
9783656853176
ISBN (Buch)
9783656853183
Dateigröße
650 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
umgang, verhütungsmethoden, klasse, realschule, sexualkunde
Arbeit zitieren
David Abend (Autor), 2014, Wie verhüte ich richtig? Der Umgang mit Verhütungsmethoden (Klasse 8/9, Realschule), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/283604

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