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Religionspädagogische Konzeptionen der Gegenwart. Das gesellschaftskritische Potential der „Ästhetischen Bildung“

Titre: Religionspädagogische Konzeptionen der Gegenwart. Das gesellschaftskritische Potential der „Ästhetischen Bildung“

Dossier / Travail , 2014 , 15 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Christoph Jagstaidt (Auteur)

Théologie - Théologie pratique
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Sinnbildlich für den Zeitgeist der modernen Welt erscheint mir eine Situation aus meinem Deutschunterricht in der achten Klasse. Wir behandelten damals die Kurzgeschichte „Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral“ von Heinrich Böll.
Dort wird ein Aufeinandertreffen von einem Touristen mit einem einheimischen Fischer beschrieben, welcher sich gerade am Strand sonnt. Es entsteht eine Diskussion darüber warum der Fischer, nach seinem bereits überdurchschnittlich guten Fang, nicht noch einmal mit seinem Boot herausfahren würde, um seinen Profit zu steigern. Der Tourist versucht dem Fischer zu erklären, welch ein großes Unternehmen er letztendlich mit dem mehr an Profit aufbauen könnte. Der Fischer fragt schlussendlich nach dem Sinn dieser Mühen. Der Tourist erklärt, dass der Fischer mit einem solch großen Unternehmen unter sich schlussendlich nicht mehr zu arbeiten brauche, mit der Konsequenz sich den ganzen Tag am Strand sonnen zu können. Der Fischer antwortet daraufhin trocken, dass könne er doch auch jetzt schon.
Mein Lehrer erklärte hierzu, dass der Fischer zwar den Moment genießen, jedoch stets von der Hand in den Mund leben würde und so dieses romantisch angehauchte Leben des Fischers letztendlich unvernünftig, nicht vorausschauend und in punkto Altersversorgung schon fast fahrlässig sei.
Mein Anliegen in dieser Hausarbeit ist es nun aufzuzeigen; welche weitreichenden Folgen ein solch ökonomisiertes Denken nach sich ziehen kann, wenn es umfassend in einer Gesellschaft fundiert ist; welches gesellschaftskritische Potential in einer religiösästhetischen Bildung, in Bezug auf eine solche Gesellschaft, steckt und ob aus einer solchen Gesellschaftskritik Handlungsaxiome zur Verbesserung des Status quo zu ziehen sind.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Ästhetische Bildung im Religionsunterricht

1.1 Ästhetische Bildung - ein religionsdidaktisches Prinzip

1.2 Wie konkretisiert sich ästhetische Bildung im Religionsunterricht?

1.3 Rechtfertigung ästhetischen Lernens im Religionsunterricht

2. Das gesellschaftskritische Potential religiös- ästhetischer Bildung

2.1 Ästhetische Sensibilisierung als Ausgleich zur Konsumgesellschaft

2.2 Gegenwärtigkeit, Kreativität und Kultur als Opfer des homo oeconomicus

2.3 Vergegenwärtigung durch sinnliche Wahrnehmung – Beispielhafte

Erfahrungen aus dem Alltag

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das gesellschaftskritische Potenzial des religionsdidaktischen Prinzips der „Ästhetischen Bildung“ vor dem Hintergrund einer zunehmend ökonomisierten und technisierten Konsumgesellschaft. Ziel ist es aufzuzeigen, wie ästhetische Bildung dazu beitragen kann, verlorene Wahrnehmungsfähigkeiten zurückzugewinnen, einen kritischen Gegenentwurf zum materialistischen Menschenbild zu formulieren und Handlungsansätze für eine werteorientierte Lebensgestaltung zu entwickeln.

  • Grundlagen und Didaktik der ästhetischen Bildung im Religionsunterricht
  • Kritik an der Ökonomisierung und Entsolidarisierung der Gesellschaft
  • Bedeutung der sinnlichen Wahrnehmung (Aisthesis) als Widerstand gegen den "Homo oeconomicus"
  • Die Entdeckung der Langsamkeit und die Wahrnehmung von Zeit als Lebenszeit
  • Religionspädagogische Impulse zur Förderung von Mündigkeit und Lebensbejahung

Auszug aus dem Buch

2.2 Gegenwärtigkeit, Kreativität und Kultur als Opfer des homo oeconomicus

Dass sich unsere Gesellschaft im Wandel befindet und die Humanität unter der ständig wachsenden Ökonomisierung der Gesellschaft leidet äußert sich umso stärker in einer ästhetischen Betrachtungsweise unserer Lebenswelt. Eine ästhetische Betrachtungsweise bedeutet hier das bewusste und sinnliche Betrachten, Reflektieren und Hinterfragen von Alltag(s) – Gewohnheiten, wie auch gesellschaftlichen Normen und Zielen.

„Zeit ist Geld“. Ein einfaches Beispiel rückt, bei bewusster Betrachtung, die Ökonomisierung unserer gesamten Lebenswelt in den Blick. Es wird deutlich, dass die Auffassung von Zeit einen Wandel erfahren hat. Wurde die Zeit zuvor primär als Lebenszeit aufgefasst, so ist sie nun zur Arbeitszeit abgetan worden. In dieser Betrachtung verwirft die augenscheinlich materialistische Welt selbst ihre eigenen Erkenntnisse, denn aus dem philosophischen Materialismus resultiert de facto eine Wertschätzung der Zeit als Lebenszeit. Diese begründet sich aus der Verneinung eines Lebens nach dem Tod und der daraus folgenden Annahme: „Diese Welt ist die einzige und beste, die wir haben.“ Was wir heute jedoch immer stärker beobachten können ist das Verschieben von Lebenszeit in die Zukunft durch die Intensivierung von Arbeitszeit in der Gegenwart. An diesem Beispiel wird ein Dilemma des Materialismus deutlich. Das Leben in der Gegenwart ist für den Materialisten zwar kostbar, da es nur dieses eine gibt und muss deshalb bestmöglich genutzt werden; doch es verliert an Bedeutung hinsichtlich des Strebens nach dem bestmöglichen Leben. Dieses Ideal bestmöglichen Lebens wird jedoch fast ausschließlich in der Zukunft verortet.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung beleuchtet anhand einer Kurzgeschichte von Heinrich Böll die Problematik ökonomisierten Denkens und stellt die Leitfragen der Arbeit zur gesellschaftskritischen Relevanz ästhetischer Bildung vor.

1. Ästhetische Bildung im Religionsunterricht: Dieses Kapitel definiert ästhetische Bildung als religionsdidaktisches Prinzip, erläutert die Komponenten Aisthesis, Poiesis und Katharsis und begründet die Notwendigkeit dieses Lernens in einer technisierten Welt.

2. Das gesellschaftskritische Potential religiös- ästhetischer Bildung: Der Hauptteil analysiert den Kontrast zwischen ästhetischer Wahrnehmung und den Zwängen der Konsumgesellschaft, wobei Themen wie der "Homo oeconomicus", Zeitdruck und die Bedeutung von "Flow-Erlebnissen" zentral sind.

4. Fazit: Das Fazit resümiert den gesellschaftlichen Bedarf an ästhetischer Bildung zur Förderung der Wahrnehmungsfähigkeit und Mündigkeit und schließt mit einem Plädoyer für ein menschliches Zeitempfinden.

Schlüsselwörter

Ästhetische Bildung, Religionspädagogik, Religionsunterricht, Gesellschaftskritik, Konsumgesellschaft, Homo oeconomicus, Aisthesis, Sinnliche Wahrnehmung, Lebenszeit, Entschleunigung, Materialismus, Wertewandel, Mündigkeit, Lebensdeutung, Didaktik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Potenzial der ästhetischen Bildung innerhalb des Religionsunterrichts, um auf die Herausforderungen und Missstände einer modernen, ökonomisch geprägten Konsumgesellschaft kritisch zu reagieren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der Didaktik der Ästhetik, der Konsumkritik, dem menschlichen Umgang mit Zeit, der Bedeutung von Sinnlichkeit sowie der Förderung einer lebensbejahenden christlichen Ethik.

Was ist die primäre Forschungsfrage oder das Ziel der Arbeit?

Es soll geklärt werden, welche weitreichenden Folgen ein umfassend ökonomisiertes Denken hat, welches gesellschaftskritische Potenzial die ästhetische Bildung hier bietet und ob daraus Handlungsaxiome zur Verbesserung des Status quo abgeleitet werden können.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Auseinandersetzung mit religionsdidaktischen Konzepten, der Analyse soziologischer Phänomene und der Einbeziehung philosophischer sowie theologischer Fachliteratur zur Ästhetik.

Welche Aspekte werden im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die didaktische Fundierung der ästhetischen Bildung, die Analyse gesellschaftlicher Missstände durch den "Homo oeconomicus" und die Verdeutlichung des Potenzials durch konkrete Alltagserfahrungen und das Flow-Erleben.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Ästhetische Bildung, Religionspädagogik, Konsumgesellschaft, Lebenszeit, Aisthesis, Gesellschaftskritik, Mündigkeit und Sinnliche Wahrnehmung sind die prägenden Begriffe.

Inwiefern beeinflusst das "Materialistische Dilemma" unsere Gegenwart laut dem Autor?

Das Dilemma besteht darin, dass die Lebenszeit in der Gegenwart durch Arbeit intensiviert und in die Zukunft verschoben wird, wodurch das eigentliche Leben im Hier und Jetzt an Bedeutung verliert.

Welche Bedeutung kommt dem Flow-Erlebnis in der Argumentation des Autors zu?

Das Flow-Erlebnis dient als Beispiel für eine gelungene Form der Gegenwartsorientierung, bei der der Mensch in seinem Tun aufgeht und eine Harmonie findet, die nicht primär auf wirtschaftlichem Ertrag basiert.

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Résumé des informations

Titre
Religionspädagogische Konzeptionen der Gegenwart. Das gesellschaftskritische Potential der „Ästhetischen Bildung“
Université
University of Hannover  (Katholische Theologie)
Note
1,0
Auteur
Christoph Jagstaidt (Auteur)
Année de publication
2014
Pages
15
N° de catalogue
V283705
ISBN (ebook)
9783656833895
ISBN (Livre)
9783656833901
Langue
allemand
mots-clé
religionspädagogische konzeptionen gegenwart potential ästhetischen bildung
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Christoph Jagstaidt (Auteur), 2014, Religionspädagogische Konzeptionen der Gegenwart. Das gesellschaftskritische Potential der „Ästhetischen Bildung“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/283705
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Extrait de  15  pages
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