In dieser Arbeit wird ein humanistisches Verständnis vom Menschen und seiner Persönlichkeit geschildert. Außerdem werden die Faktoren, die aus diesem Blickwinkel der Persönlichkeitsentwicklung hinderlich sind, dargestellt. Hieran schließt sich mit dem zweiten Kapitel die aus diesem humanistischen Menschenbild resultierende Erklärung zur Genese von Verhaltensauffälligkeit an. Im letzten Kapitel werden die, sich aus diesem Verständnis der Genese auffälligen Verhaltens ergebenden, drei zentralen Aspekte der Definition von Verhaltensauffälligkeit nach Fitting beschrieben.
Aus dem Inhalt:
Die Entwicklung und Position der Humanistischen Psychologie,
Das Verständnis vom Menschen und seiner Persönlichkeit,
Die Verinnerlichung "unnatürlicher Werte",
Wachstum gelingt erst in Sicherheit.
Inhaltsverzeichnis
1. Eine humanistisch-psychologische Perspektive
1.1.Die Entwicklung und Position der Humanistischen Psychologie
1.2.Das Verständnis vom Menschen und seiner Persönlichkeit
1.3.Die Persönlichkeitsentwicklung Eine Kontroverse zwischen Selbstaktualisierungs- und Anpassungstendenz
2. Die Genese von Verhaltensauffälligkeit aus dieser personenzentrierten humanistisch-psychologischen Sicht
2.1.Die Verinnerlichung "unnatürlicher Werte“- Basis pädagogischer Intentionen
2.2.Wachstum gelingt erst in Sicherheit - Die Relevanz von Akzeptanz
2.3."Aber ich muß doch in diese Richtung!"
2.4.Die Schaffung einer anderen Sicherheitszone
3. Schlussgedanke: "... eine Definition auffälligen Verhaltens ..." - und ihre "Geschichte"!
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Entstehung von Verhaltensauffälligkeiten bei Heranwachsenden auf Basis der humanistisch-psychologischen Sichtweise, insbesondere unter Einbeziehung der Theorien von Carl Rogers und Abraham Maslow. Ziel ist es, ein besseres Verständnis für das Zustandekommen von Anpassungs- und Überanpassungstendenzen zu entwickeln, um daraus fundierte Ansätze für pädagogisches Handeln abzuleiten.
- Grundlagen der humanistisch-psychologischen Perspektive
- Konflikt zwischen Selbstaktualisierung und Anpassung
- Die Entstehung von Verhaltensauffälligkeit als Sicherheitsstrategie
- Die Theorie der doppelten Verhaltensumkehrung
- Pädagogische Konsequenzen und die Bedeutung von Akzeptanz
Auszug aus dem Buch
2.2. Wachstum gelingt erst in Sicherheit - Die Relevanz von Akzeptanz
Der dringliche Wunsch nach Liebe ist für Heranwachsende ausschlaggebend, sich nicht selbst zu verwirklichen. Aus diesem Bedürfnis, geliebt zu werden, resultiert außerdem ein starkes Drängen auf sichere soziale Beziehungen. Sie sind die zur persönlichen Weiterentwicklung benötigte Basis. (vgl. Fitting 1993, S. 94)
Ebenfalls messe ich wie FITTING einem zweiten zentralen Konflikt in der menschlichen Persönlichkeitsentwicklung für die Entstehung von Verhaltensauffälligkeit Bedeutung bei (vgl. ebd.).
Diesen schildert MASLOW in seiner Motivationstheorie bereits in den 70er Jahren (vgl. Fitting, S. 94 u. 96). Dabei steht auf der einen Seite Verteidigung des Altbewährten; auf der anderen Seite steht Wachstum. Wachstum im Sinne von Weiterentwicklung beinhaltet, daß neue "förderliche" Erfahrungen aus subjektiver Perspektive des Kindes angenehmer und befriedigender empfunden werden müssen als Gefühle der Sicherheit erzeugendes Gewohntes. Dies impliziert jedoch die erfolgte Befriedigung des vorangegangenen Strebens. Im "gesunden" Wachstumsprozeß kann jeder Mensch ständig zwischen einer Flut von Gegebenheiten wählen. (vgl. Fitting 1993, S. 94) Hierbei handelt es sich immer um die Entscheidung zwischen Erlebnissen "...' der Sicherheit und des Wachstums, der Abhängigkeit und Unabhängigkeit, der Regression und des Fortschritts, der Unreife und Reife ...'..." (ebd., S. 94 f.).
Wie stark der individuelle Genuß dabei, selbst Erfahrungen zu machen, empfunden wird, scheint ausschlaggebend für eine dem Wachstum förderliche Wahl. Augenscheinlich muß ein subjektives Sicherheitsbedürfnis befriedigt sein, damit überhaupt das Streben danach, sich Stück um Stück weiter vorzuwagen, einsetzt. Folglich steht Wachstum in einem Verhältnis zur Sicherheit.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Eine humanistisch-psychologische Perspektive: Dieses Kapitel führt in die Grundlagen der Humanistischen Psychologie ein und beleuchtet das Menschenbild sowie die Spannungsfelder der Persönlichkeitsentwicklung.
2. Die Genese von Verhaltensauffälligkeit aus dieser personenzentrierten humanistisch-psychologischen Sicht: Hier wird der Prozess der Entstehung von Verhaltensauffälligkeiten detailliert analysiert, wobei besonders die Bedeutung von Sicherheitsbedürfnissen und die Theorie der doppelten Verhaltensumkehrung im Zentrum stehen.
3. Schlussgedanke: "... eine Definition auffälligen Verhaltens ..." - und ihre "Geschichte"!: Das abschließende Kapitel führt die theoretischen Erkenntnisse zusammen und leitet daraus eine Definition von Verhaltensauffälligkeit ab, die auf einem System wechselseitiger Abhängigkeiten basiert.
Schlüsselwörter
Humanistische Psychologie, Verhaltensauffälligkeit, Selbstaktualisierung, Anpassungstendenz, Personenzentriert, Sicherheitsbedürfnis, Persönlichkeitsentwicklung, Erziehungshilfe, Verhaltensumkehrung, Normabweichung, Psychologische Reaktanz, Selbstwertgefühl, Pädagogik, Sozialisation, Individuelle Entwicklung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beleuchtet die Entstehung von Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen durch die Brille der humanistischen Psychologie.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Selbstaktualisierung, den Einfluss gesellschaftlicher Erwartungen (Anpassung) sowie die Bedeutung von Sicherheit in sozialen Beziehungen für das kindliche Wachstum.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie auffälliges Verhalten aus dem Konflikt zwischen dem angeborenen Drang zur Selbstverwirklichung und dem Bedürfnis nach Sicherheit und Anerkennung entsteht.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer fundierten Analyse psychologischer Theorien, insbesondere der personenzentrierten Ansätze von Rogers und Maslow, aufbaut.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Entstehungsprozesse (Genese) von Verhaltensauffälligkeiten, inklusive der Rolle von "unnatürlichen Werten" und der Theorie der doppelten Verhaltensumkehrung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen zählen Selbstaktualisierung, Anpassungstendenz, Verhaltensauffälligkeit und Personenzentrierung.
Was versteht die Autorin unter einer "doppelten Verhaltensumkehrung"?
Es ist ein Erklärungsmodell, bei dem der Heranwachsende bei zu hohem Leidensdruck sein Verhalten spaltet, um entweder durch Über- oder Nichtanpassung Sicherheit zu gewinnen.
Warum wird der Begriff "Verhaltensauffällige" statt "Verhaltensgestörte" bevorzugt?
Die Autorin wählt diesen Begriff, um zu betonen, dass es sich um eine subjektive Zuschreibung handelt, die Stigmatisierung vermeiden soll, statt eine absolute "Störung" zu definieren.
- Quote paper
- Claudia Zeller (Author), 2001, Verhaltensauffälligkeit aus humanistisch-psychologischer Sicht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/283728