In dieser Arbeit werden die verschiedenen wissenschaftstheoretischen Ansichten zur Entstehung, Klassifikation und Prävalenz von Verhaltensauffälligkeit aufgeführt und dort aus der Perspektive des humanistischen Verständnisses vom Menschen und seiner Persönlichkeitsentwicklung betrachtet, woraus die pädagogische Grundeinstellung personzentrierter Förderung hervorgeht.
Aus dem Inhalt:
Anmerkungen zur Klassifikation, Prävalenz und zum Grad der Auswirkungen von Verhaltensauffälligkeit,
Der biophysische Ansatz,
Der psychodynamische Ansatz,
Der verhaltenstheoretische Ansatz,
Der soziologische Ansatz,
Der gesellschaftskritische Ansatz,
Der ökologische Ansatz.
Inhaltsverzeichnis
1. Wissenschaftstheoretische Ansichten über Klassifikation, Prävalenz und die Ursache von Verhaltensauffälligkeit in Form der grundlegenden Erklärungsmodelle
1.1.Anmerkungen zur Klassifikation, Prävalenz und zum Grad der Auswirkungen von Verhaltensauffälligkeit
1.2.Modellangebote zur Erklärung von Verhaltensauffälligkeit mit entsprechenden Handlungsansätzen
1.2.1 "Der biophysische Ansatz"
1.2.2 "Der psychodynamische Ansatz"
1.2.3 "Der verhaltenstheoretische Ansatz"
1.2.4 "Der soziologische Ansatz"
1.2.5 "Der polit-ökonomische (gesellschaftskritische) Ansatz"
1.2.6 "Der ökologische Ansatz"
2. Ein persönliches Fazit und die daraus resultierende pädagogische Grund-einstellung personzentrierter Förderung
3. Literatur (inklusive weiterführender Literatur)
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit analysiert verschiedene wissenschaftstheoretische Erklärungsmodelle für Verhaltensauffälligkeiten, um daraus eine personzentrierte pädagogische Grundeinstellung abzuleiten, die dem Kind in seiner Ganzheit gerecht wird.
- Vergleich und Einordnung von sechs zentralen sonderpädagogischen Erklärungsmodellen.
- Untersuchung der Entstehungsbedingungen von Verhaltensauffälligkeiten (biophysisch bis ökologisch).
- Kritische Reflexion der pädagogischen Interventionsmöglichkeiten und deren Grenzen.
- Begründung einer notwendigen mehrdimensionalen Betrachtungsweise in der Erziehungshilfe.
- Entwicklung eines humanistischen Förderverständnisses zur Stärkung der kindlichen Autonomie.
Auszug aus dem Buch
1.2.1 "Der biophysische Ansatz"
I. Betrachtungsperspektive
Aus dieser Perspektive werden die Ursachen der bei BENKMANN als Verhaltensstörungen bezeichneten Verhaltensweisen in Anomalien beziehungsweise Beeinträchtigungen des Körpers gesehen (vgl. Benkmann 1993, S. 72). Solche "... 'pathogenen' Verhaltensstörungen ... [können] beispielsweise ... mit ... Autismus, ... (minimaler) Hirnschädigung oder ... Allergien ... [wie auch] Stoffwechsel und Ernährungsstörungen ..." (ebd.) zusammenhängen.
Bei der Diagnose liegt der Schwerpunkt in der Suche nach genetisch bedingten oder prä-, peri- oder postnatal zugezogenen (möglichen) Ursachen der Verhaltensstörung (vgl. ebd.).
Zum "... biophysischen Ansatz" (ebd., S. 72) existieren viele einzelne Theorien, die hauptsächlich aus "... Defekt- oder Retardierungstheorien ..." (ebd.) bestehen (vgl. ebd., S. 72 f.).
II. Therapie- und Fördermöglichkeiten
Das "... biophysische Modell ..." (Benkmann 1993, S.73) hat die Formen der pharmakologischen Behandlung überwiegend geprägt. Durch eine derartige medizinische Therapie wird versucht, die körperlichen Voraussetzungen so zu gestalten, wie sie für Prozesse des Lernens und Verhaltens benötigt werden.
Die entsprechenden Maßnahmen, wie beispielsweise die Verordnung starker Medikamente über längere Zeit oder Diättherapien, deren Wirksamkeit nicht nachgewiesen werden kann, sind allerdings umstritten. (vgl. ebd.)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Wissenschaftstheoretische Ansichten über Klassifikation, Prävalenz und die Ursache von Verhaltensauffälligkeit in Form der grundlegenden Erklärungsmodelle: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über Definitionen von Verhaltensauffälligkeiten sowie die sechs gängigen Erklärungsmodelle der Sonderpädagogik.
2. Ein persönliches Fazit und die daraus resultierende pädagogische Grund-einstellung personzentrierter Förderung: Die Autorin reflektiert die Erklärungsansätze vor dem Hintergrund eines humanistischen Menschenbildes und plädiert für eine mehrdimensionale, eklektizistische Sichtweise.
3. Literatur (inklusive weiterführender Literatur): Das Literaturverzeichnis umfasst die verwendeten Fachquellen zu sonderpädagogischen Theorien und therapeutischen Ansätzen.
Schlüsselwörter
Verhaltensauffälligkeit, Sonderpädagogik, Erklärungsmodelle, Humanistische Pädagogik, Personzentrierte Förderung, Biophysischer Ansatz, Psychodynamik, Sozialisationsbedingungen, Stigmatisierung, Ökologischer Ansatz, Erziehungshilfe, Interaktionstheorie, Ganzheitlichkeit, Autonomie, Entwicklungsförderung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht wissenschaftliche Erklärungsmodelle für Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen aus sonderpädagogischer Perspektive.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen umfassen Klassifikation, Prävalenz, Ursachenzuschreibungen sowie pädagogische Interventionsstrategien im Bereich der Erziehungshilfe.
Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?
Das Ziel ist die Ableitung einer pädagogischen Grundeinstellung, die eine personzentrierte Förderung ermöglicht und eine mehrdimensionale Sicht auf das Kind einnimmt.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Autorin stützt sich auf eine theoretische Analyse und kritische Synthese verschiedener erziehungswissenschaftlicher und sonderpädagogischer Fachmodelle.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert sechs Erklärungsmodelle, darunter biophysische, psychodynamische, verhaltenstheoretische, soziologische, polit-ökonomische und ökologische Ansätze.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird wesentlich durch Begriffe wie Verhaltensauffälligkeit, Erziehungshilfe, Ganzheitlichkeit, Personzentrierung und ökologische Systemtheorie definiert.
Wie steht die Autorin zum "biophysischen Ansatz"?
Sie erkennt zwar den Beitrag medizinischer Erkenntnisse an, warnt jedoch vor einer defizitorientierten Sichtweise, die das Kind lediglich auf organische Handicaps reduziert.
Warum wird eine "mehrdimensionale Betrachtungsweise" gefordert?
Die Autorin argumentiert, dass ein einzelnes Modell der Komplexität menschlicher Entwicklung nicht gerecht wird; daher sei eine individuelle Verknüpfung der Ansätze notwendig.
- Quote paper
- Claudia Zeller (Author), 2001, Klassifikation, Prävalenz und Ursache von Verhaltensauffälligkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/283730