Die Messung der in einem Unternehmen ablaufenden Aktionen und deren Ergebnisse ist im dreidimensionalen Zielsystem der Nachhaltigkeit vor allem in Anbetracht der großen Zahl an qualitativer, nicht-finanzieller Größen sehr problematisch und komplex.
In der Praxis existieren diesbezüglich verschiedene Lösungsansätze, die sich zum einen mit der Betrachtung jeder Dimension für sich alleine z.B. durch Rankings, Standards und Zertifizierungen beschäftigen, oder zum anderen die Messung der qualitativen Nachhaltigkeitsindikatoren eines Unternehmens durch externe Beurteilungen der „gesamtunternehmerischen“ Nachhaltigkeit durch Nachhaltigkeitsindizes, Bewertungen des Nachhaltigkeitsberichtes oder durch internes Benchmarking anhand Selbstbewertungskonzepten durchführen.
Diese Arbeit beschäftigt sich im Detail mit der Öko- und Sozialeffizienz und unterteilt die für ein nachhaltiges Performance Measurement geeigneten Instrumente in zertifizierbare Standards (SA8000, OHSAS 18001, EMAS, ISO 14000ff), Nachhaltigkeitsindizes und -ratings (DJSI, FTSE4GOOD, Oekom und BitC CSR Rating), Bewertung mittels Nachhaltigkeitsbericht (Global Reporters, IÖW Ranking) sowie nachhaltige Selbstbewertungsmethoden (SAFE, BNC).
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Öko- und Sozial-Effizienz
2. Soziale und ökologische Zertifizierungssysteme
2.1 Social Accountability 8000 (SA 8000)
2.2 Occupational Health and Safety Assessment Serie 18001 (OHSAS 18001)
2.3 Eco Management and Audit Scheme (EMAS, Öko-Audit)
2.4 ISO 14001
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht Instrumente zur Messung der Nachhaltigkeitsleistung von Unternehmen und fokussiert dabei insbesondere auf Methoden der Öko- und Sozial-Effizienz, um eine systematische Kontrolle und Steuerung innerhalb der betrieblichen Leistungserstellung zu ermöglichen.
- Grundlagen des Performance Measurements im Nachhaltigkeitskontext
- Differenzierung zwischen Öko-Effizienz, Öko-Effektivität und Sozial-Effektivität
- Analyse und Vergleich zertifizierbarer Standards (SA8000, OHSAS 18001)
- Untersuchung von Umweltmanagementsystemen (EMAS, ISO 14001)
Auszug aus dem Buch
2.1 Social Accountability 8000 (SA 8000)
Der Social Accountability 8000 Standard (SA 8000) ist ein System, welches einen Set an extern überprüfbaren Standards und einen unabhängigen Auditing-Prozess für die Rechte der Arbeitnehmer beinhaltet. Basierend auf den ILO-Richtlinien, der UN Declaration of Human Rights und der UN Convention on the Rights of the Child stellt der freiwillige SA 8000 Standard ein Modell für eine unabhängige Verifizierung ethischer Produktion von Gütern und Dienstleistungen in Unternehmen jeglicher Größe und an jeglichem Standort weltweit dar.
Das Social Accountability 8000 Modell, erschienen im Jahr 1997, umfasst Standards für: Kinderarbeit (Einhaltung eines Mindestalters von 15 Jahren), Zwangsarbeit (kein Entzug von persönlichen Dokumenten), Gesundheit und Sicherheit (Sichere Arbeitsbedingungen), Freiheit der Gewerkschaftswahl und zu Tarifverhandlungen, Diskriminierung (Rasse, Geschlecht…), Disziplinarmaßnahmen (keine mentale oder physische Druckausübung), Arbeitszeiten und -dauer sowie Arbeitsentgelt.
Zusätzlich muss das Unternehmen ein Social Management System einführen, um eine kontinuierliche Verbesserung und Kontrolle in den oben genannten Bereichen sicherzustellen. Dieses Social Management System nach SA 8000 basiert im Wesentlichen auf Grundkonzepten der ISO 9000/14000 Zertifizierungen und muss folgende Elemente enthalten: Social Policy, Management Representative, Planung, Implementierung, Kontrolle und Korrekturen, Management Review, Kommunikation und Aufzeichnung von Unterlagen, Akten.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Grundlagen des Performance Measurements ein und verdeutlicht die Notwendigkeit, strategische Erfolgsfaktoren in ein nachhaltiges Managementsystem zu integrieren.
1. Öko- und Sozial-Effizienz: Hier werden die Begriffe Effizienz und Effektivität in den Kontext der betrieblichen Nachhaltigkeit gesetzt, wobei insbesondere Konzepte wie Öko-Effizienz und deren Operationalisierung diskutiert werden.
2. Soziale und ökologische Zertifizierungssysteme: Dieses Kapitel widmet sich der Bedeutung externer Überprüfungssysteme für Unternehmen, die den Erwartungen von Stakeholdern hinsichtlich einer verantwortungsvollen Unternehmensführung entsprechen wollen.
2.1 Social Accountability 8000 (SA 8000): Der Abschnitt detailliert den SA 8000 Standard als freiwilliges Modell zur Verifizierung ethischer Arbeitsbedingungen und sozialer Standards in Unternehmen.
2.2 Occupational Health and Safety Assessment Serie 18001 (OHSAS 18001): Es wird das OHSAS 18001 Managementsystem vorgestellt, das auf die Reduktion von Arbeitsunfällen und die Verbesserung der Arbeitssicherheit im Unternehmen abzielt.
2.3 Eco Management and Audit Scheme (EMAS, Öko-Audit): Dieses Kapitel beleuchtet das europäische Umweltmanagement- und Betriebsprüfungssystem, das hohe Anforderungen an die Validierung und Kommunikation der Umweltleistung stellt.
2.4 ISO 14001: Der Fokus liegt hier auf der international verbreiteten ISO 14001 Norm als privatwirtschaftlichem Instrument zur systematischen kontinuierlichen Verbesserung des Umweltmanagements.
Schlüsselwörter
Nachhaltigkeit, Performance Measurement, Öko-Effizienz, Sozial-Effizienz, Zertifizierung, SA 8000, OHSAS 18001, EMAS, ISO 14001, Umweltmanagementsystem, Arbeitsschutz, Stakeholder, Nachhaltigkeitsberichterstattung, Umweltleistung, Wertschöpfung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt Methoden und Instrumente zur Messung der Nachhaltigkeitsleistung von Unternehmen im Rahmen eines systematischen Performance Measurements.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind die ökonomische Effizienz von Umwelt- und Sozialmaßnahmen, internationale Zertifizierungsstandards sowie die strategische Integration dieser Systeme in die Unternehmungsführung.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Ziel ist es, einen Überblick über geeignete Instrumente (Standards, Indizes, Selbstbewertungsmethoden) zu geben, mit denen Unternehmen ihre ökologischen und sozialen Leistungen messbar und kontrollierbar machen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autoren stützen sich auf eine umfassende Analyse aktueller Fachliteratur und internationaler Standards (ISO, EMAS, SA8000), um die Konzepte und deren Anwendung in der betrieblichen Praxis kritisch zu beleuchten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung von Effizienz- und Effektivitätsbegriffen sowie die detaillierte Vorstellung und Einordnung spezifischer Zertifizierungssysteme für soziale und ökologische Aspekte.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die wesentlichen Begriffe sind Nachhaltigkeitsindikatoren, Performance Measurement, Öko-Effektivität, Sozial-Effektivität, Managementsysteme und Zertifizierungsverfahren.
Worin liegt der Hauptunterschied zwischen EMAS und ISO 14001?
EMAS ist eine hoheitsstaatliche Rechtsnorm der EU mit verpflichtender Umwelterklärung für eine hohe Transparenz, während ISO 14001 eine weltweit gültige, privatwirtschaftliche Industrienorm darstellt.
Was ist die Kernkritik an effizienzorientierten Nachhaltigkeitskonzepten?
Der Hauptkritikpunkt ist, dass die reine Effizienzmessung (Input/Output-Verhältnis) die absolute ökologische Effektivität vernachlässigt, da sie nicht berücksichtigt, ob die ökologische Belastung die Aufnahmekapazität des Ökosystems überschreitet.
Warum wird für SA 8000 ein Social Management System gefordert?
Die Einführung eines solchen Systems ist notwendig, um die Einhaltung der sozialen Mindeststandards (wie Arbeitsentgelt oder Arbeitssicherheit) systematisch zu kontrollieren und eine kontinuierliche Verbesserung zu gewährleisten.
Welchen Nutzen bieten OHSAS 18001 Systeme für ein Unternehmen?
Sie helfen dabei, systematisch Risiken zu erkennen, die Arbeitssicherheit zu erhöhen, hoch qualifizierte Mitarbeiter zu binden und Produktionsunterbrechungen durch Unfälle zu reduzieren.
- Arbeit zitieren
- Mag. Christian Frühwald (Autor:in), Michael Balik (Autor:in), 2005, Nachhaltiges Performance Measurement. Soziale und ökologische Zertifizierungssysteme, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/283821