In den nächsten Jahren stehen viele Unternehmen vor der Problematik die Nachfolge regeln zu müssen. Nach neuen Schätzungen des Instituts für Mittelstandsforschung Bonn stehen in den Jahren 2014 bis 2018 jährlich etwa 27.000 Unternehmen zur Übergabe an einen Nachfolger an. Damit hat die Anzahl der betroffenen Unternehmen im Vergleich zum Zeitraum von 2010 bis 2014 noch einmal um 5.000 Unternehmen jährlich zugenommen.
Für die nächsten Jahre wird sogar vom „größte[n] Führungswechsel der Nachkriegszeit in mittelständischen Unternehmen der Bundesrepublik“ gesprochen. Viele der Familienunternehmen wurden nach 1945 gegründet, sodass die Gründer nun altersbedingt über eine Nachfolgeregelung nachdenken müssen. Neben dem Erreichen der Altersgrenze sind hauptsächlich Krankheit und Tod Auslöser für die Regelung der Unternehmensnachfolge. Geänderte familiäre Bedingungen oder der Wunsch sich beruflich zu verändern oder kürzer zu treten sind an dieser Stelle ebenfalls zu nennen, sind aber von sehr untergeordneter Bedeutung.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Aktualität der Nachfolgethematik
1.2. Zielsetzung und Aufbau der Arbeit
2. Begriffsbestimmungen
2.1. Unternehmensnachfolge
2.2. Der deutsche Mittelstand
2.3. Familienunternehmen
3. Grundlagen der Unternehmensnachfolge
3.1. Ziele der Unternehmensnachfolge
3.2. Prozess der Unternehmensnachfolge
4. Handlungsoptionen
4.1. Familieninterne Nachfolge
4.1.1. Schenkung
4.1.2. Vererbung
4.1.3. Verkauf gegen Einmalzahlung
4.1.4. Verkauf gegen wiederkehrende Leistungen
4.2. Familienexterne Nachfolge
4.2.1. Verkauf an Dritte
4.2.2. Buy-Out-Transaktionen
4.2.2.1. Differenzierung nach dem Käufertypus
4.2.2.2. Management Buy-Out (MBO)
4.2.2.3. Management Buy-In (MBI)
4.2.2.4. Buy-In-Management-Buy-Out (BIMBO)
4.2.2.4.1. Employee Buy-Out (EBO)
4.2.2.4.2. Owner Buy-Out (OBO)
4.2.2.4.3. Institutional Buy-Out (IBO)
4.2.2.5. Differenzierung nach der Finanzierungsstruktur
4.2.2.6. Typische Struktur von Buy-Out-Transaktionen
4.2.2.6.1. Transaktionsstruktur
4.2.2.6.2. Finanzierungsstruktur
4.2.3. Going Public
4.2.4. Stiftung
4.2.5. Liquidation
5. Schlussbetrachtung
Zielsetzung und Themen
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist es, einen strukturierten Überblick über die gängigsten Handlungsoptionen bei einer Unternehmensnachfolge in deutschen mittelständischen Familienunternehmen zu geben. Die Arbeit adressiert dabei die Herausforderung, dass aufgrund fehlender einheitlicher Definitionen und der hohen Individualität der Nachfolgeprozesse keine pauschalen Lösungen existieren, und beleuchtet die verschiedenen Wege von der familieninternen Übergabe bis hin zu externen Buy-Out-Transaktionen.
- Aktualität der Nachfolgeproblematik im deutschen Mittelstand
- Begriffsabgrenzung zwischen Mittelstand und Familienunternehmen
- Prozessphasen der Unternehmensnachfolge
- Vergleich familieninterner und familienexterner Lösungswege
- Detaillierte Analyse von Buy-Out-Transaktionen und deren Finanzierung
Auszug aus dem Buch
4.2.2. BUY-OUT-TRANSAKTIONEN
Die USA sind das Ursprungsland von Buy-Out-Transaktionen, die sich dadurch auszeichnen, dass zum Zwecke des Unternehmenskaufs eigens ein Unternehmen gegründet wird, das über das Eigenkapital der Finanzinvestoren sowie das aufgenommene Fremdkapital finanziert wird. In den USA erregte das Phänomen der Buy-Outs erstmals in den 60er Jahren das öffentliche Interesse - damals noch unter der Bezeichnung Bootstrap-Transaktionen. Noch heute spielen die USA eine große Rolle und sind gemessen am Transaktionsvolumen weltweit führend. Aufgrund veränderter Finanzierungsmentalitäten begann der Boom Mitte der 1980er Jahre zunächst in den USA, anschließend in Großbritannien und zuletzt in Kontinentaleuropa. Gerade in den letzten Jahren hat die Entwicklung von Buy-Outs in Deutschland deutlich an Bedeutung gewonnen. Aufgrund sehr hoher verfügbarer Liquidität zu günstigen Konditionen erfuhr der Markt einen regelrechten Boom. Finanzinvestoren konnten hohe Kaufpreise bieten und sich somit häufig gegen strategische Investoren durchsetzen. Durch die weltweite Finanzkrise im Jahr 2008 kam es aufgrund restriktiver Bankenfinanzierungen zunächst zu einer deutlichen Korrektur. Seit 2010 ist allerdings eine gewisse Erholung zu beobachten, jedoch weiterhin bei konservativen Finanzierungsstrukturen und hohen Konditionen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die hohe Dringlichkeit der Unternehmensnachfolge im deutschen Mittelstand angesichts des demografischen Wandels und stellt die Zielsetzung der Arbeit dar.
2. Begriffsbestimmungen: In diesem Kapitel werden die zentralen Begriffe Unternehmensnachfolge, deutscher Mittelstand und Familienunternehmen definiert und voneinander abgegrenzt.
3. Grundlagen der Unternehmensnachfolge: Hier werden die typischen Ziele einer Nachfolge identifiziert und der idealtypische vierphasige Nachfolgeprozess erläutert.
4. Handlungsoptionen: Dieses Kapitel bildet das Kernstück und beschreibt detailliert die verschiedenen internen und externen Möglichkeiten der Nachfolgeregelung, insbesondere Buy-Out-Varianten.
5. Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung, die die Bedeutung einer frühzeitigen und einzelfallspezifischen Nachfolgeplanung für das Überleben der Unternehmen betont.
Schlüsselwörter
Unternehmensnachfolge, Familienunternehmen, Mittelstand, Nachfolgeplanung, Buy-Out, Management Buy-Out, Leveraged Buy-Out, Unternehmensübertragung, Finanzierung, Finanzinvestoren, Nachfolgeprozess, Existenzsicherung, Unternehmensführung, Private Equity, Nachfolger.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit primär?
Die Arbeit befasst sich mit der aktuellen Thematik der Unternehmensnachfolge in deutschen mittelständischen Familienunternehmen und bietet einen Überblick über die verschiedenen verfügbaren Handlungsoptionen.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum?
Zentrale Themen sind die Abgrenzung von Begriffen, die Zielsetzung bei einer Nachfolge, der prozessuale Ablauf der Übergabe sowie verschiedene Strategien für familieninterne und -externe Lösungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den Beteiligten eine Orientierung über die gebräuchlichsten Nachfolgeoptionen zu geben, um den komplexen und meist einmaligen Nachfolgeprozess erfolgreich zu gestalten.
Welche wissenschaftliche Methodik wird zugrunde gelegt?
Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse und die Auswertung aktueller wirtschaftlicher Berichte und Daten, um einen theoretischen Überblick über das Feld der Unternehmensnachfolge zu liefern.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen des Nachfolgeprozesses und eine detaillierte Ausarbeitung der Handlungsoptionen, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf Buy-Out-Transaktionen liegt.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch die Begriffe Unternehmensnachfolge, Familienunternehmen, Buy-Out-Strukturen und Mittelstand beschreiben.
Warum spielt die Finanzierungsstruktur bei Buy-Outs eine so wichtige Rolle?
Da Buy-Outs oft mit hohem Fremdkapitaleinsatz (Leverage-Effekt) realisiert werden, ist die Balance zwischen Eigen- und Fremdkapital entscheidend für die Überlebensfähigkeit des Unternehmens nach der Transaktion.
Welche Rolle spielt der demografische Wandel für die Unternehmensnachfolge?
Er verschärft die Problematik, da einer wachsenden Zahl von zur Übergabe anstehenden Unternehmen eine sinkende Anzahl potenzieller Nachfolgekandidaten gegenübersteht.
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- Anonym (Author), 2014, Unternehmensnachfolge. Der aktuelle Stand in Deutschland und die Handlungsoptionen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/283881