Das Thema „Wohnen“ ist einer der wichtigsten Grundbedürfnisse der Menschen im täglichen Leben. Der Wohnraum ist der Ort des Wohlfühlens, der für die Menschen Geborgenheit, Sicherheit und Rückzugsmöglichkeiten vor den alltäglichen Anforderun-gen des privaten und beruflichen Lebens bietet. Seit der Menschheitsgeschichte sind Veränderungen bei der Erfüllung der eigenen Bedürfnisse sowie die Entfaltung der Persönlichkeit sichtbar. Bis in der jüngeren Vergangenheit eher die klassischen Gestaltungsmöglichkeiten und Wohnungsangebote bevorzugt waren, zeigen die aktuellen Trends stetig steigende Ansprüche an die Wohnqualität.
Bereits heute machen sich die Auswirkungen der demographischen, gesellschaftlichen und ökologischen Entwicklungen bemerkbar. Wegen der konstant niedrigen Geburten nimmt die Zahl der jungen Menschen ab, was künftig Fachkräftemangel in sämtlichen Bereichen u.a. im Gesundheit- und Pflegesektor verursachen wird. Dagegen führt die steigende Lebenserwartung zu einem immer größeren Anteil älteren Menschen.
Inwieweit durch diese Entwicklungen in der Zukunft Wohntrends gesetzt werden und Lösungen für die dadurch entstehenden Probleme in der Gesellschaft gefunden werden, soll in der vorliegenden Arbeit behandelt werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Aufbau der Arbeit
2. Theoretische Grundlagen - Einflussfaktoren auf das Wohnen
2.1 Demographische Größen
2.1.1 Ursachen des demographischen Wandels
2.1.1.1 Geburtenrückgang
2.1.1.2 Lebenserwartung
2.1.1.3 Wanderungen
2.1.2 Folgen des demographischen Wandels
2.1.2.1 Bevölkerungsabnahme
2.1.2.2 Altersstrukturveränderung
2.1.2.3 Haushaltsentwicklungen
2.2 Gesellschaftliche Trends
2.2.1 Singularisierung
2.2.2 Individualisierung
2.3 Ökologischer Wandel
3. Wohnsituation im Alter
3.1 Wohnmobilität
3.2 Urbanisierung
3.3 Wohnformen
4. Altersgerechte Assistenzsysteme – Anwendungen und Technologien
4.1 Begriffsabgrenzung und technische Grundlagen
4.2 Definition
4.3 Anwendungsbereiche
4.3.1 Gesundheit und Pflege
4.3.2 Haushalt und Versorgung
4.3.3 Sicherheit und Privatsphäre
4.3.4 Kommunikation und soziales Umfeld
5. Anforderungen an „künstliche Intelligenz“
5.1 Zielgruppenspezifische Anforderungen
5.1.1 Anforderungen der älteren Generation
5.1.2 Anforderungen der Angehörigen und Pflegekräfte
5.1.3 Anforderungen weiterer Akteure
5.2 Anforderungen an innovativen Technologien
6. Empirische Untersuchungen
6.1 Fragestellung und Hypothesen
6.2 Methoden der Datenerhebung
6.2.1 Stichprobe und Design
6.2.2 Fragebogen
6.2.2.1 Kenntnisstand des Begriffes "AAL" und "AAL"- Produkte
6.2.2.2 Einsatz von Technik
6.2.2.3 Soziodemographische und sozioökonomische Merkmale
6.2.3 Untersuchungsablauf
6.2.4 Auswertungsverfahren
6.3 Ergebnisse
6.3.1 Bekanntheitsgrad "AAL"-Systeme und "AAL"-Produkte
6.3.2 Akzeptanz von Technik
6.3.3 Soziodemographische und sozioökonomische Variablen
6.4 Diskussion
6.4.1 Einordnung der Ergebnisse
6.4.2 Kritische Betrachtung des Konzeptes
6.4.3 Handlungsempfehlungen
7. Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen des demografischen Wandels auf die Wohnungswirtschaft und analysiert, wie altersgerechte Assistenzsysteme (Ambient Assisted Living) dazu beitragen können, ein selbstbestimmtes Leben älterer Menschen in den eigenen vier Wänden zu fördern. Im Zentrum steht dabei die Erforschung der Bekanntheit sowie der Akzeptanz solcher Technologien durch eine empirische Online-Befragung.
- Demografischer Wandel und seine Auswirkungen auf das Wohnen
- Wohnformen und Mobilität im Alter
- Ambient Assisted Living (AAL) und Anwendungsbereiche
- Anforderungen verschiedener Akteure an AAL-Technologien
- Empirische Untersuchung zur Akzeptanz und Technikaffinität
Auszug aus dem Buch
4.2 Definition
Angesichts der beschriebenen demographischen Entwicklungen wächst zunehmend das wissenschaftliche Interesse, mithilfe von Technologien die anstehenden Probleme im Pflegebereich sowie in der Wohnungswirtschaft zu lösen.
In Bezug auf die Gestaltung und Anpassung altersgerechte Wohnungen, Stadtteile und Regionen stellt der demographische und gesellschaftliche Wandel die Gesellschaft vor neuen Herausforderungen. Die zunehmende Alterung der Bevölkerung und steigende Lebenserwartungen führen zu veränderten Anforderungen an den Wohnraum. Trotz des medizinischen Fortschrittes nehmen im höheren Alter die gesundheitlichen Einschränkungen zu, die Ausübung alltäglicher Tätigkeiten wird mühsamer und beschwerlicher. Dies lässt es sich notwendig erscheinen über neue Alternativen nachzudenken, die das Wohnen in der häuslichen Umgebung erleichtern. Von Interesse sind hierbei Maßnahmen und innovative Strategien, die die Bedürfnisse der Betroffenen im Bezug auf ein gesundheitsförderndes, die Autonomie erhaltendes Wohnen dienen. Solche Möglichkeiten bietet das Forschungs- und Anwendungsgebiet „Ambient Assisted Living“ (AAL) durch Konzepte, neuen und innovativen Produkten und Dienstleistungen, die die Erhöhung und Sicherung der Lebensqualität durch den Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) und Mikrosystemtechnik zum Ziel haben. Unter dem Begriff AAL werden altersgerechte Assistenzsysteme für ein gesundes und unabhängiges Leben verstanden, die durch entsprechende nationalen und europäischen Forschungs- und Entwicklungsvorhaben gefördert werden. Zentrale Zielsetzung der Programme ist es, älteren und hilfsbedürftigen Menschen ein eigenständiges Leben in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problemstellung des demografischen Wandels ein und erläutert die Zielsetzung der Arbeit, die sich mit der Bedeutung von AAL-Systemen für ein selbstbestimmtes Wohnen befasst.
2. Theoretische Grundlagen - Einflussfaktoren auf das Wohnen: Dieses Kapitel analysiert die demografischen, gesellschaftlichen und ökologischen Treiber, die den Wohnungsmarkt und die Lebensgestaltung im Alter maßgeblich beeinflussen.
3. Wohnsituation im Alter: Hier werden die Wohnmobilität, der Trend zur Urbanisierung und neue Wohnformen diskutiert, die auf die veränderten Lebensumstände älterer Menschen reagieren.
4. Altersgerechte Assistenzsysteme – Anwendungen und Technologien: Es erfolgt eine begriffliche Abgrenzung und Definition von AAL sowie die Darstellung technologischer Anwendungsbereiche wie Gesundheit, Haushalt, Sicherheit und Kommunikation.
5. Anforderungen an „künstliche Intelligenz“: Dieses Kapitel beleuchtet die spezifischen Erwartungen und Anforderungen der Zielgruppen (Senioren, Pflegekräfte, Architekten) sowie die technischen Anforderungen an Innovationen.
6. Empirische Untersuchungen: Dargestellt werden das methodische Vorgehen, das Forschungsdesign und die Ergebnisse der Online-Befragung zur Akzeptanz und Bekanntheit von AAL-Technologien.
7. Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont die zukünftige Bedeutung technischer Assistenzsysteme im Kontext des demografischen Wandels.
Schlüsselwörter
Demografischer Wandel, Ambient Assisted Living, AAL, altersgerechte Assistenzsysteme, Wohnen im Alter, Technikaffinität, Smart Home, Lebensqualität, selbstbestimmtes Wohnen, empirische Untersuchung, Telemedizin, Wohnungswirtschaft, Individualisierung, Bevölkerungsdynamik, Nutzerakzeptanz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Bachelor-Thesis befasst sich mit der Entwicklung von Wohntrends vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und untersucht die Anforderungen an altersgerechte Assistenzsysteme, um ein selbstbestimmtes Wohnen im Alter zu ermöglichen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind der demografische Wandel, die Veränderung der Wohnsituation älterer Menschen, die Definition und Anwendung von AAL-Technologien sowie die Nutzerakzeptanz technischer Assistenzsysteme.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel der Arbeit ist es, die Bekanntheit von AAL-Systemen zu prüfen und herauszufinden, ob ein Zusammenhang zwischen Alter, Bildungsniveau und der Technikaffinität der Befragten besteht.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wurde eine empirische, korrelative Querschnittstudie mittels einer Online-Befragung durchgeführt, bei der 38 Datensätze ausgewertet und mittels deskriptiver Statistik analysiert wurden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Auseinandersetzung mit dem Wohnen im Alter und den technischen Möglichkeiten (AAL) sowie eine empirische Untersuchung, in der Hypothesen zur Technikaffinität und Wohnwunsch-Präferenzen geprüft werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Ambient Assisted Living (AAL), demografischer Wandel, selbstbestimmtes Wohnen, Technikaffinität und Nutzerakzeptanz.
Warum spielt das Alter bei der Technikaffinität eine Rolle?
Die Untersuchung zeigt, dass die Offenheit für neue technische Lösungen bei jüngeren Generationen höher ist, was Einfluss auf die künftige Gestaltung von altersgerechten Angeboten hat.
Welche Rolle spielt die Wohnform in der Zukunft?
Die Mehrheit der Befragten bevorzugt ein selbstständiges Leben in den eigenen vier Wänden, wobei die Unterstützung durch Technik (AAL) als wichtige Alternative zum klassischen Pflegeheim gesehen wird.
Welche Handlungsempfehlungen leitet die Autorin ab?
Es wird empfohlen, verstärkt Marktanalysen durchzuführen, die Bevölkerung besser über AAL-Lösungen aufzuklären und interdisziplinäre Akteure frühzeitig in Entwicklungsprozesse einzubinden.
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- B.A. Anita Goehr (Author), 2013, Wohntrends in der Zukunft. Anforderungen an altersgerechte Assistenzsysteme, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/283883