In der folgenden Untersuchung geht es um die Bedeutung des Gebetes bei Bonhoeffer. Ausgehend von den theologischen Grundlagen soll herausgearbeitet werden, wie Bonhoeffer den einzelnen Beter im Bezug auf Gott, schließlich auch im Zusammenhang mit der Welt sieht. Auf zweierlei wird dabei besonderer Wert gelegt.
Erstens: Sofern möglich wird vor der Behandlung eines jeden Unterthemas Bonhoeffers Kritik der gängigen Gebetstheologie dargestellt, um von hier aus zu einem besseren Verständnis seiner Thesen zu kommen. Zweitens: Das vornehmliche Interesse dieser Arbeit liegt darin die Bedeutung der Gebetstheologie Bonhoeffers für die Pastoraltheologie herauszustellen: Es soll darum gehen relevante Gedanken Bonhoeffers für die Theologie und Praxis der Gemeinde Christi anwendbar zu machen. Das bedeutet jedoch, dass wichtige Fragestellungen, wie z.B. die theologischen Abhängigkeiten oder die Wirkungsgeschichte, nicht so starke Beachtung finden können.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 GRUNDLAGEN IN DER THEOLOGIE DES GEBETES
2.1 Der schöpfungtheologische Ansatz
2.2 Die Grundlage des Gebetes: Gott
2.2.1 Kritik: Deus ex machina
2.2.2 Das christliche Gottesbild
2.2.3 Bedeutung für die Pastoraltheologie
2.3 Jesus Christus - Die Ermöglichung des Gebetes
2.4 Der Heilige Geist
3 DER BETENDE MENSCH VOR GOTT
3.1 Kritische Auseinandersetzung mit Gebetstheologien
3.1.1 Der Beter als Betrachter seines Gebetes
3.1.2 Gebet und Anbetung
3.1.3 Gebet und Gefühl
3.2 Grundlagen des biblischen Gebetes
3.2.1 Gebet und Gott
3.2.2 Gebet und Vertrauen gegenüber Gott
3.2.3 Gebet und Not
4 DER BETER IN DER WELT
4.1 Christologische Grundlagen
4.2 Die Rolle des institutionellen Christentums
4.3 Gebetsgemeinschaft
4.4 Die Bedeutung der Fürbitte
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Gebetstheologie von Dietrich Bonhoeffer und deren konkrete Relevanz für die Pastoraltheologie. Ziel ist es, Bonhoeffers Erkenntnisse für die Praxis der Gemeinde Christi nutzbar zu machen, indem der Beter in seinem Bezug zu Gott und der Welt betrachtet wird.
- Schöpfungstheologische Grundlagen der Freiheit bei Bonhoeffer
- Kritik an zeitgenössischen Gebetskonzepten (Deus ex machina)
- Die zentrale Rolle der Christologie für das Gebet
- Die Bedeutung der Gemeinschaft und der Fürbitte im christlichen Leben
Auszug aus dem Buch
2.1 Der schöpfungtheologische Ansatz
Will man Bonhoeffers Theologie des Gebetes gründlich verstehen so kommt man nicht umhin, sich mit den schöpfungstheologischen Grundlagen, wie sie in „Schöpfung und Fall“ beschrieben werden, zu beschäftigen. Altenähr, schreibt dazu, dass die Freiheit Gottes, in der er sich an das Geschöpf bindet die konkrete Grundlage des Gebetes ist. So beruht Gebet letzten Endes auf Offenbarung.
Bonhoeffer bemerkt zunächst, dass der Zusammenhang zwischen Schöpfer und Schöpfung unbedingt ist. Er fährt fort mit der Definition des Ebenbildsbegriffes aus Gen 1,26f.: Der Mensch ist dem Schöpfer so in dem Sinne ähnlich als er frei ist. Diese Freiheit wurde durch die Schöpfung möglich und ist als Freiheit zum Lobpreis des Schöpfers zu verstehen. Sie ist demnach nicht qualitativ, beispielsweise als Fähigkeit aufzufassen, sondern „Freiheit ist eine Beziehung (zwischen zweien) und sonst nichts.“
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Einführung in die Fragestellung zur Bedeutung des Gebets bei Bonhoeffer und die pastoraltheologische Zielsetzung der Untersuchung.
2 GRUNDLAGEN IN DER THEOLOGIE DES GEBETES: Darstellung der schöpfungstheologischen Basis und der kritischen Auseinandersetzung mit Gottesbildern sowie der zentralen christologischen Verankerung des Gebets.
3 DER BETENDE MENSCH VOR GOTT: Analyse des Beters im Hinblick auf Selbstreflexion, Anbetung, Gefühle und die biblische Grundlage des Vertrauens in Notsituationen.
4 DER BETER IN DER WELT: Untersuchung der christologischen Gemeinschaft, der Rolle der Kirche und der konstituierenden Bedeutung der Fürbitte im christlichen Miteinander.
Schlüsselwörter
Dietrich Bonhoeffer, Gebet, Pastoraltheologie, Christologie, Schöpfung, Freiheit, Fürbitte, Gemeinschaft, Gottesbild, biblisches Gebet, Nachfolge, Glaube, Vertrauen, Schriftlesung, Stellvertretung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Theologie des Gebets bei Dietrich Bonhoeffer und untersucht deren praktische Konsequenzen für das pastorale Handeln in der Gemeinde.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen das schöpfungstheologische Verständnis von Freiheit, die christologische Fundierung des Gebets und die Bedeutung zwischenmenschlicher Gemeinschaft durch Fürbitte.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, Bonhoeffers teils komplexe theologische Gedanken für die Praxis der Gemeinde Christi anwendbar zu machen und eine Reflexion über rechtes Beten anzuregen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Untersuchung erfolgt durch eine systematische Analyse der Primärtexte Bonhoeffers unter Einbeziehung relevanter Sekundärliteratur zur Interpretation seiner Thesen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der theologischen Gebetsgrundlagen, die kritische Analyse des Beters vor Gott sowie die Einordnung des Beters in die Welt und die Gemeinschaft.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Christologie, Stellvertretung, Fürbitte, Freiheit Gottes und die Beziehung von Schöpfer und Geschöpf geprägt.
Wie bewertet Bonhoeffer das "Notgebet"?
Bonhoeffer sieht das Notgebet kritisch als Spezialfall, warnt vor einem Verständnis Gottes als "Lückenbüßer" (Deus ex machina) und plädiert für eine kontinuierliche, vertrauensvolle Gebetshaltung.
Warum spielt die Fürbitte eine so herausragende Rolle?
Die Fürbitte wird als das "Blut der Kirche" betrachtet, welches Gemeinschaft stiftet, Streitigkeiten überwindet und den anderen nicht als Feind, sondern als begnadigten Sünder sehen lässt.
- Citation du texte
- Daniel Steffen Schwarz (Auteur), 2005, Die Bedeutung des Gebets bei Dietrich Bonhoeffer, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/283901