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Spracherwerbprobleme von MigrantInnen in der Schule und pädagogisch-diagnostische Verfahren zur Sprachstandsfeststellung als Vorbereitung für Sprachfördermaßnahmen

Title: Spracherwerbprobleme von MigrantInnen in der Schule und pädagogisch-diagnostische Verfahren zur Sprachstandsfeststellung als Vorbereitung für Sprachfördermaßnahmen

Examination Thesis , 2014 , 60 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Anonym (Author)

Didactics - Common Didactics, Educational Objectives, Methods
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In ihrer Rede vom Oktober 2007 machte die Bundeskanzlerin Angela Merkel in Bezug auf die Notwendigkeit der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund deutlich, dass diese Aufgabe eine besonders große Herausforderung ist, welche in den letzten Jahrzenten mal mehr und mal weniger gut bewältigt wurde, dies nun aber am Anfang des 21. Jahrhunderts endlich unausweichlich mit ihren Chancen und Risiken erkannt und umgesetzt werden muss. Sie betont, wie immens bunt die Bevölkerung und deren Sprachen sind und wie wichtig es daher ist die Förderung frühzeitig in die Wege zu leiten. Auch in Deutschland ist im Verlaufe einer weitreichenden Einwanderungsgeschichte, die mit ökonomischen Gründen und Interessen verbunden war, eine bunte Gesellschaft entstanden.

In den sechziger Jahren kamen in mehreren Wellen Migranten nach Deutschland. Die deutsche Bevölkerung nahm diese Migranten anfangs nicht so bewusst wahr, aber mit der Zeit wurden sie zu einer unbestreitbaren Faktizität. Außerdem betrachtete man diese Gastarbeiter als Arbeiter beziehungsweise als Arbeitskräfte und erst allmählich bemerkte man, dass es sich um auch um Menschen mit einer bestimmten Situation und ihren Problemen handelte. Max Frisch beschrieb dies 1965 prägnant mit dem Ausspruch „Wir riefen Arbeiter, es kamen Menschen“. Man begann zu akzeptieren, dass diese ihren eigenen, anderen geschichtlichen, kulturellen und sprachlichen Hintergrund haben und dennoch in Deutschland integriert werden sollten, schon im jüngsten Alter und somit in den staatlichen Institutionen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Situation der Schüler mit Migrationshintergrund im deutschen Bildungssystem

a. Kinder mit Migrationshintergrund – Definition

b. Geschichte der Migration in Deutschland ab dem 2. Weltkrieg

c. Beteiligung und Erfolg dieser Kinder

i. Elementarbereich

ii. Primarbereich

iii. Sekundarstufe

d. Sprachkompetenzen von Kindern mit Migrationshintergrund – Definition

3. Benachteiligung durch die Festlegung der deutschen Sprache im Unterricht

a. Vorgaben des Bildungssystems

b. Die Bedeutung des Lehrers im Unterricht

c. Differenzierte Kompetenzen im Deutschen als Voraussetzung

4. Erklärungsansätze für die Benachteiligung von Migrationskindern

a. Individuum orientierte Erklärungsansätze

i. Kulturelle Defizite als mögliche Erklärung

ii. Humankapitaltheoretische Erklärung

b. Strukturelle Erklärungsansätze in der Schule

i. Strukturdefizite

ii. Diskriminierung durch die Institution

5. Sprachstandardfestlegungsverfahren bei Schülern mit Migrationshintergrund

a. Diagnostische Möglichkeiten in der Pädagogik

b. Formen

i. Informelle Verfahren

ii. Standardisierte Verfahren

c. Beispiel: SISMIK

6. Unterstützende Maßnahmen zur Senkung der Bildungsunterschiede

a. Umgang mit Mehrsprachigkeit

b. Die SchlaU – Schule in München

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Herausforderungen beim Erwerb deutscher Sprachkompetenzen durch Kinder mit Migrationshintergrund im deutschen Bildungssystem und analysiert pädagogisch-diagnostische Verfahren als notwendige Grundlage für eine effektive, individuelle Sprachförderung.

  • Analyse der Bildungssituation von Schülern mit Migrationshintergrund
  • Untersuchung von Erklärungsansätzen für Bildungsbenachteiligung
  • Evaluation von Methoden zur Sprachstandsfeststellung (u.a. SISMIK)
  • Darstellung unterstützender Maßnahmen wie der SchlaU-Schule

Auszug aus dem Buch

3. Benachteiligung durch die Festlegung der deutschen Sprache im Unterricht

Da Kinder aus zugewanderten Familien mit Mehrsprachigkeit in das deutsche Schulsystem eintreten, ist ihre Sprachentwicklung oft sehr unterschiedlich. Dies wird im Schulalltag allerdings selten beachtet. Dieses Kapitel soll Aufschluss darüber geben, wie immens die Differenz zwischen der Sprachkompetenz von Migrationskindern und der festgelegten, deutschen Sprache im Unterricht ausfällt. Gogolin sieht dies in erster Linie darin begründet, dass die Schule ein monolinguales Selbstverständnis innehat, welches jedoch zu großen Problemen in den Lehr- und Lernsituationen führt. Es wird im Folgenden außerdem gezeigt, wie sehr das dreigliedrige Bildungssystem die sozialen Diskrepanzen fördert. Bereits vor der Einschulung wird zumeist von einer homogenen deutschsprachigen Schülerschaft ausgegangen, wobei die mehrsprachigen Kinder deutlich mehr leisten müssen als einsprachige SuS.

Die Praxis der Schule ist der monolingualen Norm angepasst, was sich sowohl in der Unterrichtssprache, den Inhalten als auch in den Erwartungen der LehrerInnen an den SuS wiederspiegelt und somit auch in der Selektion. Dies mag, nach Gogolin, an der Geschichte der Schulentwicklung liegen, die eine Prägung des Nationalstaates trägt. Im Laufe des 19. Jahrhunderts entwickelte sich in Preußen das staatlich finanzierte und organisierte Bildungssystem, das ebenso die Aufgaben der Schulen verteilte. Dann wurden diese in die Legitimationsfunktion durch Förderung des Nationalbewusstseins, die Qualifikations- und Selektionsfunktion zur besseren Entfaltung der Wirtschaft durch Professionalität, sowie der Qualifikationsfunktion im Sinne der Stärkung von Individualität übertragen. Es wurde das Ziel verfolgt, junge Menschen durch Qualifikation und Staatsbewusstsein zu einem wertvollen Mitglied der deutschen Gesellschaft vorzubereiten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Die Einleitung beleuchtet die Notwendigkeit der Integration und die zentrale Rolle der deutschen Sprache als Schlüssel zum Bildungserfolg für Kinder mit Migrationshintergrund.

2. Situation der Schüler mit Migrationshintergrund im deutschen Bildungssystem: Das Kapitel analysiert die demografische Situation, die Migrationsgeschichte sowie die ungleiche Teilhabe und den Bildungserfolg von Schülern mit Migrationshintergrund im Elementar-, Primar- und Sekundarbereich.

3. Benachteiligung durch die Festlegung der deutschen Sprache im Unterricht: Hier wird dargelegt, wie ein monolinguales Selbstverständnis der Schule und das dreigliedrige Bildungssystem systematisch soziale Diskrepanzen und Benachteiligungen für mehrsprachige Kinder erzeugen.

4. Erklärungsansätze für die Benachteiligung von Migrationskindern: Das Kapitel diskutiert individuelle Ansätze (kulturelle Defizite, Humankapital) sowie strukturelle Faktoren innerhalb der Schule, wie institutionelle Diskriminierung, um ungleiche Bildungschancen zu erklären.

5. Sprachstandardfestlegungsverfahren bei Schülern mit Migrationshintergrund: Dieser Teil beschreibt diagnostische Möglichkeiten der Pädagogik, unterscheidet zwischen informellen und standardisierten Verfahren und veranschaulicht diese am Beispiel des Beobachtungsbogens SISMIK.

6. Unterstützende Maßnahmen zur Senkung der Bildungsunterschiede: Das Kapitel zeigt konkrete Möglichkeiten auf, wie mit Mehrsprachigkeit umgegangen werden kann und stellt die SchlaU-Schule als erfolgreiches Modell zur Integration junger Flüchtlinge vor.

7. Fazit: Die Schlussbetrachtung fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass Sprachförderung als integraler Bestandteil der Bildung und als gesamtgesellschaftliche Aufgabe verstanden werden muss.

Schlüsselwörter

Bildungssystem, Migrationshintergrund, Sprachkompetenz, Sprachstandsfeststellung, Bildungsbenachteiligung, Pädagogische Diagnostik, SISMIK, Mehrsprachigkeit, Integration, Schule, SchlaU-Schule, Chancengleichheit, Deutsch als Zweitsprache, Förderung, Selektion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Zulassungsarbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die spezifischen Herausforderungen, denen Kinder mit Migrationshintergrund in deutschen Schulen beim Erwerb der deutschen Sprache gegenüberstehen, und untersucht, wie pädagogische Diagnostik und gezielte Förderung diese Benachteiligungen abbauen können.

Welche zentralen Themenfelder deckt die Untersuchung ab?

Die Arbeit thematisiert die Situation im deutschen Bildungssystem, die Ursachen für Bildungsbenachteiligung, die Bedeutung von Sprachdiagnostik und Möglichkeiten für unterstützende Maßnahmen, inklusive der Rolle von Mehrsprachigkeit.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie diagnostische Verfahren und individuelle Sprachförderung dazu beitragen können, die Sprachkompetenz von Kindern mit Migrationshintergrund zu verbessern und somit deren Bildungschancen nachhaltig zu erhöhen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und der Auswertung von Studien wie PISA und IGLU sowie fachspezifischer Literatur zur Interkulturellen Pädagogik und Sprachdiagnostik.

Was wird im Hauptteil der Arbeit primär behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Bildungssituation, die Untersuchung von Erklärungsansätzen für Benachteiligungen, die Erläuterung von Diagnoseverfahren (informell/standardisiert) und die Vorstellung praktischer Ansätze zur Senkung von Bildungsunterschieden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?

Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Bildungssystem, Migrationshintergrund, Sprachkompetenz, Sprachstandsfeststellung, Bildungsbenachteiligung und Interkulturelle Pädagogik charakterisieren.

Was ist das besondere Merkmal des SISMIK-Verfahrens?

SISMIK ist kein klassischer Test, sondern ein Beobachtungsbogen, der die natürliche Sprachentwicklung und das Sprachinteresse von Kindern im Alter von 3,5 Jahren bis zum Schuleintritt in alltäglichen Situationen systematisch erfasst.

Wie unterscheidet sich der Ansatz der SchlaU-Schule von anderen Ansätzen?

Die SchlaU-Schule verfolgt einen ganzheitlichen, schulanalogen Ansatz für junge Flüchtlinge, der neben Sprachunterricht auch Sozialarbeit, individuelle Beratung und eine gezielte Begleitung bis zum Schulabschluss kombiniert.

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Details

Title
Spracherwerbprobleme von MigrantInnen in der Schule und pädagogisch-diagnostische Verfahren zur Sprachstandsfeststellung als Vorbereitung für Sprachfördermaßnahmen
College
University of Bayreuth
Grade
1,0
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2014
Pages
60
Catalog Number
V283905
ISBN (eBook)
9783656841425
ISBN (Book)
9783656841432
Language
German
Tags
Spracherwerb Magration Migranten Schule Sprachstandard Sprachfördermaßnahmen Pädagogik Diagnostik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2014, Spracherwerbprobleme von MigrantInnen in der Schule und pädagogisch-diagnostische Verfahren zur Sprachstandsfeststellung als Vorbereitung für Sprachfördermaßnahmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/283905
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