Ziele von Fusionen variieren. Im Falle einer physischen Zusammenführung haben Unternehmen die verschiedensten Herausforderungen zu bewältigen. Einer der kritischen Faktoren ist dabei die zeit- und budgetgerechte Integration der Systemlandschaften. Diese müssen nach Zusammenschluss neu an Unternehmenszielen ausgerichtet werden.
Informationssysteme sind Teil der Wertschöpfungskette und stellen einen wirtschaftlichen Faktor dar, der in alle Teilbereiche des Unternehmens eingreift. Die vorliegende Arbeit betrachtet Herausforderungen denen Unternehmen bei Zusammenschluss gegenübersehen und setzt sich mit der Problematik heterogener Systemlandschaften auseinander. Zudem stellt sich die Frage nach Lösungsansätzen zur Sicherstellung des störungsfreien Betriebs vieler unterschiedlicher Teilsysteme und nach Modellen zur Vereinheitlichung. Die Arbeit gliedert sich in vier inhaltliche Kapitel, beginnend mit der Ausgangssituation und den Auslösern für Integrationsprojekte.
Des Weiteren werden Herausforderungen der IT-Integration und anschließend Architekturmuster zur Implementierung behandelt. Die Organisationsstruktur verschiedener Integrationsprojektes hängt jeweils vom Umfang der geplanten Maßnahmen ab und wird weiter in Teildisziplinen unterteilt. In diesen gilt es, die Komplexität zu kontrollieren und den rechtlichen Anforderungen gerecht zu werden.
Datenmanagement ist eine der Disziplinen, die als Erfolgsfaktor der Integration gesehen wird. Es gilt die Daten aus unterschiedlichen Quellen in ein gemeinsames Schema zu überführen und für analytische Anwendungen zur Verfügung zu stellen. Die reichhaltigste Art der Integration ist die Anwendungsintegration, die anhand verschiedener Modelle und angelehnt an Best Practices implementiert werden kann. Architekturmodelle bieten ein Gerüst, an dem die Unternehmensorganisation ausgerichtet werden kann. Viele verschiedene Modelle stehen zur Verfügung, die entweder das Gesamtunternehmen oder nur einen Teilbereich auf unterschiedlich aggregierten Ebenen betrachten. Die Berücksichtigung der sozialen Aspekte bei Veränderungen ist ebenfalls einer der erfolgsrelevante Kriterien, anhand derer Unternehmenszusammenschlüsse erfolgreich verlaufen oder als Misserfolg enden. Die Vereinbarkeit der Unternehmenskulturen ist dabei ein Indikator, wie sich das Change Management orientieren muss, um den Prozess in der Veränderung bestmöglich zu unterstützen.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Aufbau und Struktur
2 AUSGANGSSITUATION UND AUSLÖSER FÜR IT-PROJEKTE
2.1 Unternehmensentwicklung
2.2 Merger & Acquisitions
2.3 Handlungsbedarf
2.4 IT-Landschaften
2.4.1 Due Diligence und PMI
2.5 Zusammenfassung
3 HERAUSFORDERUNG BEI DER IT-IMPLEMENTIERUNG
3.1 Integrationsmanagement
3.2 Komplexitätsmanagement
3.3 IT-Governance & IT-Compliance
3.4 Datenmanagement
3.5 Die Anwendungsschicht
3.6 Zusammenfassung
4 INTEGRATION, UNTERNEHMENS- UND IT-ARCHITEKTUR
4.1 Unternehmens- und Systemarchitektur
4.2 Modelle zur Architekturentwicklung
4.2.1 Zachman Framework
4.2.2 PEAF – Pragmatic EA Framework
4.2.3 TOGAF
4.2.4 COSO
4.2.5 COBIT
4.2.6 ITIL
4.3 Service-orientierte Architektur
4.4 Die Rolle der IT in der Unternehmensarchitektur
4.5 Zusammenfassung
5 CHANGE MANAGEMENT
5.1 Warum Change Management?
5.2 Der Veränderungsprozess
5.2.1 Erfolgsfaktoren
5.3 Change Handling bei Integrationsprojekten
5.4 Zusammenfassung
6 FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die Bachelor-Arbeit untersucht die komplexen Herausforderungen der IT-Systemintegration im Zuge von Unternehmenszusammenschlüssen (Merger & Acquisitions) und erörtert Strategien sowie Architekturmodelle zur Vereinheitlichung heterogener IT-Landschaften.
- IT-Systemintegration bei Unternehmensfusionen
- Herausforderungen heterogener IT-Infrastrukturen
- Architekturmodelle und Frameworks (z.B. Zachman, TOGAF, ITIL)
- Komplexitäts- und Datenmanagement
- Change Management im Integrationsprozess
Auszug aus dem Buch
2.4 IT-Landschaften
Jeweils zum Zeitpunkt des Beschlusses, Unternehmen zusammenzuführen, bzw. ein Kleineres in eine Gruppe zu integrieren, bestehen im Regelfall anfänglich immer zwei unterschiedliche Systemwelten, welche durch ihre eigene Struktur, Strategie und Kultur geprägt sind. Die zentrale Aufgabe ist es nun, die IT-Integration so zu gestalten, dass die bestehenden Systeme und Anwendungen entsprechend den Anforderungen und der neuen Unternehmensstrategie ausgerichtet und umgesetzt werden. Vorher selbstständige Organisationen in eine bestehende Struktur zu integrieren, stellt eine komplexe, politische und mit gravierenden Veränderungen verbundene Aufgabe dar.
In Tabelle 1 wird jeweils unterschieden und von links nach rechts nach den Integrationsdisziplinen verfeinert. Zuerst wird in der Literatur und der Wissenschaft in generell drei unterschiedliche Arten von Integrationsformen unterschieden: Strategie-, Prozess- und Systemintegration. Die Problemstellungen, die bei dem Layer „Strategie“ gelistet sind, sind bei nahezu allen Fusionen, Zusammenschlüssen und Allianzen zu bewältigen, wohingegen übrige von Fall zu Fall auftreten können. Ob dies bei großen Unternehmensfusionen der Fall ist oder aber innerhalb einer Organisation, die sich genannten Herausforderungen gegenüber sieht, ist nicht näher definiert. Jeweilige Problemstellungen sind Ex-trakt aus am häufigsten auftretenden Divergenzen, die es bei Integrationsprojekten zu bewältigen gilt und den am häufigsten in der Literatur genannten Problemfeldern.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Einführung in die strategische Relevanz von IT-Systemen bei Unternehmenszusammenschlüssen und Definition der Forschungsfragen.
2 AUSGANGSSITUATION UND AUSLÖSER FÜR IT-PROJEKTE: Analyse der Ursachen für Unternehmenszusammenschlüsse und der damit verbundenen Problematik heterogener IT-Landschaften.
3 HERAUSFORDERUNG BEI DER IT-IMPLEMENTIERUNG: Untersuchung der kritischen Erfolgsfaktoren für Integrationsprojekte, einschließlich Integrations- und Komplexitätsmanagement.
4 INTEGRATION, UNTERNEHMENS- UND IT-ARCHITEKTUR: Vorstellung relevanter Architekturmodelle und Frameworks wie Zachman, TOGAF und ITIL zur Strukturierung der IT.
5 CHANGE MANAGEMENT: Erörterung der Bedeutung von Change Management und kultureller Integration für den Erfolg von Transformationsprozessen.
6 FAZIT: Zusammenfassende Bewertung, dass keine einzelne Universallösung existiert und eine strategische Konzeption unter Berücksichtigung der Unternehmenskultur entscheidend ist.
Schlüsselwörter
Systemharmonisierung, IT-Integration, Merger & Acquisitions, Unternehmensarchitektur, IT-Governance, Datenmanagement, Komplexitätsmanagement, Change Management, Post-Merger Integration, IT-Strategie, Service-orientierte Architektur, Systemlandschaft, Unternehmenskultur, IT-Compliance, Transformationsprozess.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Herausforderungen, die bei der Integration von IT-Systemen im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen oder Übernahmen auftreten.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf dem Integrationsmanagement, der IT-Architekturplanung, dem Datenmanagement sowie dem Change Management bei Firmenfusionen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie heterogene IT-Systeme nach einem Zusammenschluss funktionsfähig integriert werden können, um den Datenbestand und die Geschäftsprozesse effizient zu vereinheitlichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer umfassenden Literaturrecherche und Analyse gängiger Architektur-Frameworks und Best Practices aus der Wirtschaftsinformatik.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Ausgangssituation bei Fusionen, die Herausforderungen bei der Implementierung, die Vorstellung diverser Architekturmodelle sowie die Gestaltung von Veränderungsprozessen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Systemharmonisierung, IT-Integration, Unternehmensarchitektur, Post-Merger Integration und Change Management.
Welche Rolle spielt das "Zachman Framework" in diesem Kontext?
Es dient als eines der vorgestellten Architekturmodelle, das einen neutralen Ordnungsrahmen für die Strukturierung von Informationssystemen und deren Sichten bietet.
Warum ist das Change Management laut Autor bei Fusionen so kritisch?
Weil der Erfolg einer Fusion maßgeblich von der Vereinbarkeit der Unternehmenskulturen abhängt und das Change Management sicherstellen muss, dass der Wandel von der Belegschaft akzeptiert und mitgetragen wird.
- Arbeit zitieren
- Stefan Hackl (Autor:in), 2013, Systemharmonisierung in multinationalen Unternehmen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/283937