Die vorliegende Arbeit befasst sich insbesondere mit der Frage: "Wie kann ich die Latte beim Hochsprung überqueren, ohne dass sie mit dem Gesäß gerissen wird?" Entstanden ist diese Arbeit im Rahmen einer Unterrichtsreihe einer 12. Klasse an einem Gymnasium zum Thema Leichtathletik, wobei sich die Schüler auf einen Vierkampf vorbereitet haben und der Hochsprung eine der möglichen Disziplinen war.
Inhaltsverzeichnis
1. Bedingungsfelder
1.1. Struktur der Lerngruppe
1.2. Äußere Unterrichtsbedingungen
2. Didaktische Voraussetzungen und Bedingungen
2.1 Unterrichtsrelevanz
2.2 Sachanalyse (Struktur des Lerninhalts)
2.3 Didaktische Reduktion
3. Lernziele
4. Methodische Entscheidungen
5. Verlaufsplan
6. Organisationsskizze
7. Literatur
Zielsetzung & Themen der Unterrichtseinheit
Das primäre Ziel dieser Examenslehrprobe ist die technische Optimierung des Fosbury-Flops, wobei ein besonderer Fokus auf der effizienten Gestaltung des Absprungverhaltens und der anschließenden Lattenüberquerung liegt. Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, durch spezifische Korrekturmaßnahmen und Differenzierung die Brückenposition zu verbessern, um ein Reißen der Latte durch das Gesäß zu vermeiden.
- Vertiefung der Phasen Absprung und Flugphase (Steigephase und Brückenposition).
- Einsatz von methodischen Lernhilfen zur Angstreduktion und Technikverbesserung.
- Individualisierte Differenzierung nach Leistungsniveau durch angepasste Anlaufvorgaben und Sprunghöhen.
- Förderung der Sozial- und Methodenkompetenz durch selbstständiges Üben und Gruppenfeedback.
Auszug aus dem Buch
2.2 Sachanalyse (Struktur des Lerninhalts)
Der Fosbury-Flop, der nach seinem „Erfinder“ Dick Fosbury benannt ist, setzt sich aus vier charakteristischen Phasen zusammen: Anlauf, Absprung, Flugphase und Landung (vgl. Bauersfeld/Schröter, 1979 und Haberkorn/Plaß, 1992).
Der Hochsprunganlauf ist im Rahmen der leichtathletischen Sprünge unter besonderen Gesichtspunkten zu beurteilen. Der Anlauf (Bild 1-4) erfolgt für die Rechtsspringer von der linken und für die Springer mit dem linken Sprungbein von der rechten Seite, da beim Flop mit dem lattenfernen Bein abgesprungen wird. In der Regel beträgt die Anlauflänge sieben bis elf Schritte, wobei für den Jugendbereich ein kürzerer Anlauf (7-9 Schritte) zweckmäßiger ist. Der gesamte Anlauf lässt sich wiederum in zwei Phasen unterteilen: Der Beschleunigungsabschnitt erfolgt als sprintgemäßer Ballenlauf mit zügiger Steigerung der Geschwindigkeit. Die ersten vier bis sieben Schritte erfolgen geradlinig und gehen dann in einen bogenförmigen Anlauf, die so genannte „Impulskurve“ (vgl. Haberkorn/Plaß, 1992, S. 69) über. Dieser zweite Abschnitt der Absprungvorbereitung besteht aus drei bis vier Schritten. Der Radius der Impulskurve hängt von der Anlaufgeschwindigkeit des Springers ab. Um die dabei auftretenden Fliehkräfte auszugleichen, neigt der Springer seinen Körper nach innen (Kurveninnenlage), verlagert dadurch seinen Körperschwerpunkt (KSP) ebenfalls nach innen, senkt ihn ab und verlängert somit den Beschleunigungsweg (vgl. Hilig/Krauel, 1979, S. 53). Ein weiteres Ziel des Laufens auf dem Kreisbogen ist die leichte Rücklage, in die der Springer gerät und somit mit einer Neigung von der Latte weg in eine günstige Absprungposition gebracht wird („Sprungauslage“ = Bild 4) (vgl. Bauersfeld/Schröter, 1979, S. 238). „Das richtige Laufen des Anlaufbogens mit Kurveninnenneigung ist von entscheidender Bedeutung für das Gelingen des Flopsprunges“ (DLV, 2004, S.101), um somit aus diesem heraus einen optimalen Absprung in die Höhe umzusetzen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Bedingungsfelder: Dieses Kapitel beschreibt die Lerngruppe (26 Jungen eines Grundkurses) sowie die äußeren räumlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen der Sportstätte.
2. Didaktische Voraussetzungen und Bedingungen: Hier wird die Relevanz der Leichtathletik im Lehrplan dargelegt, eine fachliche Sachanalyse des Fosbury-Flops vorgenommen und die didaktische Reduktion für die konkrete Unterrichtsstunde begründet.
3. Lernziele: Definition der übergeordneten Unterrichtsziele sowie Unterteilung in psychomotorische, kognitive und sozial-affektive Lernziele für die Schüler.
4. Methodische Entscheidungen: Darstellung des induktiven Vorgehens, Begründung des ganzheitlichen Ansatzes und Erläuterung der eingesetzten methodischen Hilfsmittel.
5. Verlaufsplan: Detaillierte tabellarische Planung der Unterrichtsphasen mit Zeitangaben, Inhalten, Sozialformen und Hinweisen zur Sicherheit.
6. Organisationsskizze: Grafische und textliche Darstellung des Aufbaus der Hochsprunganlagen in der Halle.
7. Literatur: Verzeichnis der verwendeten fachwissenschaftlichen und didaktischen Quellen.
Schlüsselwörter
Fosbury-Flop, Hochsprung, Leichtathletik, Sportunterricht, Absprungverhalten, Lattenüberquerung, Brückenposition, Impulskurve, Schwungbeineinsatz, Sprungkoordination, Didaktik, Bewegungsanalyse, Leistungsdifferenzierung, Schulsport, Flugphase.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit stellt einen konkreten Entwurf für eine erste Examenslehrprobe im Fach Sport dar, der sich mit der Verbesserung der Hochsprungtechnik (Fosbury-Flop) in einem Grundkurs der 12. Klasse befasst.
Was sind die zentralen Themenfelder der Ausarbeitung?
Die zentralen Themen umfassen die Bedingungsanalyse einer Sportgruppe, die fachliche Sachanalyse des Hochsprungablaufs, die didaktische Reduktion sowie die methodische Planung der Unterrichtsphasen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Unterrichtseinheit?
Das Hauptziel ist die Optimierung des Absprungs und der Lattenüberquerung. Die zentrale Fragestellung lautet: Wie kann der Schüler die Latte sicher überqueren, ohne sie mit dem Gesäß zu reißen?
Welche wissenschaftliche Methode wird für den Unterricht verwendet?
Es wird ein induktives Unterrichtsverfahren angewandt, bei dem die Schüler technische Merkmale selbstständig erarbeiten und in einer ganzheitlichen Bewegungsform anwenden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Phasen des Hochsprungs, begründet die didaktische Reduktion auf Absprung und Flugphase und erläutert die methodischen Hilfsmittel, wie z.B. das Zachariasband zur Angstreduktion.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Fosbury-Flop, Hochsprung, Absprungtechnik, Brückenposition, Didaktik und Bewegungsanalyse beschreiben.
Warum wird in dieser Stunde auf die Thematisierung des Anlaufs verzichtet?
Da der Fosbury-Flop sehr komplex ist und die Zeit für eine Einzelstunde begrenzt ist, liegt der Schwerpunkt bewusst auf der Absprungphase und der Lattenüberquerung, da der Anlauf bereits in vorherigen Stunden intensiv geschult wurde.
Wie wird mit Leistungsunterschieden innerhalb der Lerngruppe umgegangen?
Es erfolgt eine Differenzierung durch unterschiedliche Einstiegshöhen an drei verschiedenen Anlagen sowie individuelle Vorgaben für die Anlauflänge, um jedem Schüler ein angemessenes Lernumfeld zu bieten.
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- Stefan Scherer (Autor), 2009, Verbesserung des Fosbury- Flops unter besonderer Berücksichtigung des Absprungverhaltens und der Lattenüberquerung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/283940