Grundlagen zum Begriff Wundmanagement in Krankenhäusern


Akademische Arbeit, 2006

17 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was bedeutet Wundmanagement?
2.1 Definitionen
2.1.1 Definition „Wunde“ 4s
2.1.2 Definition „Management“

3. Ziele des Wundmanagements im Krankenhaus:
3.1. Vereinheitlichen der Sprache
3.2. Problemvermeidung
3.3. Transparenz der Prozesse
3.4. Gezielter Informationsaustausch
3.5. Steigerung der Zufriedenheit von Kunden

4. Juristische Rahmenbedingungen

4.1. Dokumentationspflicht

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis und weiterführende Literatur

1. Einleitung

Bei der täglichen Arbeit fällt auf, dass der Zustand von Wunden jeglicher Art von jedem Beteiligten – egal, ob Pflege- oder ärztliches Personal – subjektiv beschrieben wird. Es gibt einheitliche Formulierungen, die den Zustand einer Wunde beschreiben. Diese sind aber in unserem Hause nicht jedem bekannt und werden infolge der Unkenntnis nicht verwandt. Dieser Zustand soll mit der Einführung eines Wundmanagements beendet werden.

Es handelt sich um ein Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung mit 175 Betten, die sich folgendermaßen verteilen (Stand 2004):

- Innere: 72 Betten
- Chirurgie: 53 Betten
- Intensiv/Anästhesie: 6 Betten
- Die Belegabteilungen mit insgesamt 44 Betten (Gynäkologie: 20, Urologie: 15, HNO: 5, Orthopädie: 4).

Das Krankenhaus ist Teil eines Verbundes mit insgesamt 668 Betten, die Möglichkeit, Wundmanagement im gesamten Verbund einzuführen, ist ein Fernziel.

Unter Wundmanagement wird landläufig die Therapie einer Wunde verstanden, bzw. einer Wunde zur Heilung zu verhelfen. Dazu werden unterschiedliche Techniken angewandt. Unabhängig von der Therapie werden Wunden und ihre Heilungsverläufe dokumentiert.

Wundmanagement kann nicht nur unter dem Gesichtspunkt der Qualitätssicherung, sondern auch unter dem juristischen Standpunkte betrachtet werden. Diesen Punkt werde ich im Verlauf skizzieren.

2. Was bedeutet Wundmanagement?

Bei der Suche nach geeigneter Literatur fand ich zu meinem Erstaunen zwar Bücher über Wundmanagement, diese befassen sich aber ausschließlich mit der Art und Weise, wie eine Wunde – entsprechend ihrem Zustand – behandelt werden kann. Die Frage, wie eine Institution überhaupt zu diesem Stand kommt, wird nicht behandelt. Es hat sich mir der Eindruck aufgedrängt, dass Ärzte und Pflegepersonal schon immer lieber gehandelt haben, nach Möglichkeit ohne von viel Dokumentation belastet zu werden.

2.1 Definitionen

Das Wort „Wundmanagement“ ist aus zwei Worten zusammengesetzt: Wunde und Management.

2.1.1 Definition „Wunde“

Eine Wunde ist laut Lehrbuch der Krankenpflege: „die Durchtrennung oder Beschädigung von Haut oder Schleimhaut“[1], eine andere Definition bezeichnet eine Wunde als „Unterbrechung des Zusammenhangs von Körpergeweben mit oder ohne Substanzverlust“[2]. Wunden haben unterschiedliche äthiologische Ursachen

1. mechanische Wunde durch äußere Gewalt, z. B. Schnitt- und Stichwunden (scharf, schneidend bzw. spitz), Quetsch-, Platz-, Riss- und Schürfwunden (stumpf), Kratz- und Bisswunden (kombiniert: scharf-stumpf) und Schusswunden;
2. thermische Wunde durch Hitze (Verbrennung) oder Kälte (Erfrierung);
3. strahlenbedingte Wunden durch Ultraviolettstrahlung oder. ionisierende Strahlung;
4. chemische Wunden, z. B. durch Verätzung[3]

Ziel jeder Wundbehandlung ist die Verbesserung der Mikrozirkulation, das Verhindern und der Ausschluss einer Wundinfektion sowie die Therapie von Begleitverletzungen.

2.1.2 Definition „Management“

Der Begriff Management stammt aus dem Lateinischen manum agere und bedeutet „an der Hand führen“[4].

Management bedeutet auch Führen, Leiten und Lenken. Zu den Aufgaben des Managements gehören u. a. die Planung, die Kontrolle, die Führung und Organisation von komplexen Aufgaben, die bei der Leistungserstellung und Sicherung erbracht werden[5].

Warum sollte ein Wundmanagement unter dem Aspekt des Qualitätsmanagements in einem Krankenhaus betrieben werden?

Qualität ist nach Kapitel 5 der DIN EN ISO 9001:2000 Aufgabe der Leitung, des Managements, sie vermittelt „der Organisation die Bedeutung der Erfüllung der Kundenanforderungen“[6], legt die Qualitätspolitik und die Qualitätsziele fest, führt die entsprechenden Bewertungen durch und stellt die Verfügbarkeit von Ressourcen sicher.

Qualitätsmanagement umfasst sowohl Qualitätssicherungs- und Qualitätsmanagementsysteme (s. Abbildung 1), als auch Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität. Zu dem Qualitätsmanagementsystem gehören die internen und externen Maßnahmen der Qualitätssicherung und das Qualitätsmanagement- Handbuch, in dem die Abläufe und Strukturen der Wundtherapie beschrieben werden. Qualitätsindikatoren sind z.B. die Prävalenz (d. h. die Anzahl der Erkrankungsfälle einer bestimmten Erkrankung bzw. Häufigkeit eines bestimmten Merkmals zu einem bestimmten Zeitpunkt oder innerhalb einer bestimmten Zeitperiode) und die Inzidenz (darunter versteht man die Anzahl der Neuerkrankungsfälle einer bestimmten Erkrankung innerhalb eines bestimmten Zeitraums; epidemiologisches Maß zur Charakterisierung des Krankheitsgeschehens in einer bestimmten Population).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Übersicht Qualitätsmanagement[7]

3. Ziele des Wundmanagements im Krankenhaus:

Eine der Hauptaufgaben besteht darin, die materiellen und finanziellen Rahmenbedingungen für eine zeitgemäße Wundtherapie sicherzustellen. Die Grundsätze größtmöglicher Wirtschaftlichkeit, Sparsamkeit und Zweckmäßigkeit sind dabei zu verfolgen. Es gilt (nicht nur) im Krankenhaus der Grundsatz: "Sowenig wie möglich, soviel wie nötig."[8]

Es soll eine einheitliche Beschreibung einer Wunde ermöglicht werden. Dazu benötigt man Instrumente, die diese Beschreibung vereinfachen und vereinheitlichen.

Die Häufigkeit, Herkunft und der Erfolg der Wundbehandlung und der Wundbehandlungsmittel muss transparent werden für alle Akteure. Dazu gehören letztendlich:

- Unterstützung der ärztlichen Therapie
- Vereinheitlichen der Sprache
- Verkürzung der Behandlungsdauer
- Problemvermeidung
- Reduzierung der Material- und Behandlungskosten
- Transparenz der Prozesse
- Gewinnung von mehr Lebensqualität für den Betroffenen
- Patientenedukation
- Vermeidung unnötiger Krankenhausaufenthalte
- Stärkung der interdisziplinären und transsektoralen Zusammenarbeit
- Gezielter Informationsaustausch
- Steigerung der Zufriedenheit von Kunden
- Langfristig die Umsetzung des Expertenstands Dekubitusprophylaxe in der Pflege (vom Deutschen Netzwerk für Qualitätssicherung in der Pflege) als internen Qualitätsmaßstab
- Einführen von Leitlinien zur Prävention und Behandlung von Dekubitus, Ulcera, Diabetischer Fuß und anderen Wunden
- eine Übersicht der gängigen Wundverbände und deren Anwendungsmöglichkeiten
- Festlegung von Skalen zur Risikoeinschätzung im Qualitätshandbuch
- Einführen von einer standardisierten Wundbeurteilungen und -behandlung
- Entwicklung von Standards zur Wundbehandlung

[...]


[1] Burkhard Paetz u. Brigitte Benzinger-König, Chirurgie für Pflegeberufe, Thieme Verlag, 20. Auflage, 2004, Seite 11

[2] Suchwort „Wunde“, Pschyrembel Klinisches Wörterbuch, CD-Rom, Version 2002, Copyright ©2001 Walter de Gruyter GmbH amp; Co. KG

[3] Suchwort „Wunde“, ebenda,

[4] Suchwort „Management“, www.Wikipedia.de, 26.05.2006, 17:13 Uhr

[5] Vgl. QM-Lehrgangsunterlagen TÜV Rheinland GmbH, 2004, GW 01 Grundlagen, Seite 2

[6] DIN EN ISO 9001:2000, Kapitel 5

[7] Quelle: www.vincentz.net/infoline_qm/img/basis_13.gif, 11.01.2006, 10:06

[8] Gonda Bauernfeind, Zertifiziertes Wundmanagement, 2004

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Grundlagen zum Begriff Wundmanagement in Krankenhäusern
Note
1,0
Autor
Jahr
2006
Seiten
17
Katalognummer
V284237
ISBN (eBook)
9783656837374
ISBN (Buch)
9783656906469
Dateigröße
623 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wunde, Wundmanagement, Krankenhaus
Arbeit zitieren
Eva Maria Weber (Autor), 2006, Grundlagen zum Begriff Wundmanagement in Krankenhäusern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/284237

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