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Zwangsstörung und Neurose. Symptomatik und Diagnose

Titre: Zwangsstörung und Neurose. Symptomatik und Diagnose

Texte Universitaire , 2004 , 32 Pages , Note: sehr gut

Autor:in: Ortrud Neuhof (Auteur)

Psychologie - Psychosociologie
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Wenn Jaspers von dem psychischen Zwang als letzter Tatsache spricht, geht er davon aus, dass dieser ein Grundphänomen darstellt, welches nicht nur ein psychopathologisches sondern ein allgemein psychologisches ist.
Als lebenserhaltendes Prinzip wird er von Quint gesehen und als Antipode zur Bindungslosigkeit und Verwahrlosung und damit als eine dem Chaos entgegenwirkende Kraft betrachtet. Bekannt ist das lustvolle Verlangen zur Wiederholung bei kleinen Kindern, die mit einem wiederholt ausgesprochenen <noch mal> nicht müde werden, die gleiche Geschichte, das gleiche Lied, ohne Veränderungen vorgetragen, einzufordern. Auch der Umgang von Menschen miteinander läuft in vielen Lebensbereichen ritualisiert ab. Wiederholungen können in der Architektur, im Ornament, in dem rhythmischen Verlauf der Musik und im Versmaß der Gedichte sichtbar, hörbar und fühlbar werden. Rituale, denen eine gewisse Zwanghaftigkeit nicht abgesprochen werden kann, geben eine Struktur vor, die ein Gefühl von Sicherheit erzeugt. Denn Wiederholung schafft das Sicherheit vermittelnde Gefühl von Dauer, „setzt sich Veränderungen, Vergänglichkeit entgegen.“

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Der Zwang als lebenserhaltendes Prinzip – ein ideengeschichtlicher Hintergrund

2.Neurose

3. Diagnose und Differentialdiagnose der Zwangsstörung/Zwangsneurose

4. Symptome der Zwangsneurose

4.1 Zwangsvorstellungen und Zwangsimpulse

4.2 Zwangshandlungen und Zwangsdenken

5. Zur Frage eines Symptomwandels bei Zwangserscheinungen

Zielsetzung und Themenfelder

Die vorliegende Arbeit untersucht die Symptomatik und Diagnose der Zwangsstörung sowie der Zwangsneurose aus psychoanalytischer Sicht. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwieweit zwanghafte Phänomene als autoprotektive Mechanismen zur Existenzsicherung dienen und wie sich das Verständnis dieser Krankheitsbilder im Kontext moderner psychodynamischer Theorien sowie klassischer Ansätze von Sigmund Freud darstellt.

  • Die ideengeschichtliche Bedeutung des Zwangs als lebenserhaltendes Prinzip
  • Differenzierung zwischen Zwangsstörung und anderen neurotischen Erkrankungen
  • Psychoanalytische Analyse von Zwangsvorstellungen, Zwangsimpulsen und Zwangshandlungen
  • Die Rolle der Ich-Struktur und möglicher Ich-Schwäche in der Symptombildung
  • Vergleich und Einordnung klinischer Diagnosemanuale (DSM-IV, ICD-10)

Auszug aus dem Buch

4.1 Zwangsvorstellungen und Zwangsimpulse

In Die Abwehr-Neuropsychosen analysiert Freud „den psychologischen Mechanismus“ einer <Zwangsvorstellung> und schildert deren Entstehung wie folgt: Eine <unerträgliche sexuelle Vorstellung> muss vom <abwehrenden Ich> als „non arrivée“ behandelt werden. Aus diesem Grunde wird sie geschwächt, indem sie ihres Affekts, d. h. ihrer Erregungssumme, entkleidet wird.

Die ihrer Erregungssumme beraubte Vorstellung bleibt im Bewusstsein, ohne an einer Assoziationsarbeit beteiligt zu sein. Die Erregungssumme ist jedoch vorhanden und muss weiter verwendet werden. Bei der Hysterie wird sie somatisch umgesetzt. Bei der Zwangsneurose gelingt dies nicht, weil ihre Disposition eine andere ist. Sie ist der Konversion nicht fähig. Deshalb bleibt der Affekt <auf psychischem Gebiet>. Der Affektbetrag wird <entsorgt> durch <Verschiebung> auf andere psychische Vorstellungen.

„Die nun geschwächte Vorstellung bleibt abseits von aller Assoziation im Bewußtsein übrig, ihr frei gewordener Affekt hängt sich an andere, an sich nicht unverträgliche Vorstellungen an, die durch diese ‘falsche Verknüpfung’ zur Zwangsvorstellung werden.“

Nach dieser Überlegung ist dem Inhalt der Zwangsvorstellung die ursprüngliche unerträgliche sexuelle Vorstellung nur schwer zu entnehmen. Die Tatsache jedoch, dass sie in Form eines Zwangs auftritt, lässt auf den dort angehängten Affekt, als Ausdruck des verdrängten Triebes schließen. Eine „Rückübersetzung ins Sexuelle“ sei zu versuchen, sagt Freud.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Der Zwang als lebenserhaltendes Prinzip – ein ideengeschichtlicher Hintergrund: Dieses Kapitel beleuchtet den psychischen Zwang als allgemeines Grundphänomen, das eine strukturgebende und sicherheitsvermittelnde Funktion für das menschliche Dasein innehat.

2.Neurose: Hier wird die historische Entwicklung des Begriffs Neurose von William Cullen bis hin zu modernen funktionellen Betrachtungsweisen nachgezeichnet.

3. Diagnose und Differentialdiagnose der Zwangsstörung/Zwangsneurose: Das Kapitel vergleicht klassische psychoanalytische Differenzierungskriterien mit den Anforderungen moderner Diagnosemanuale wie DSM-IV und ICD-10.

4. Symptome der Zwangsneurose: Es erfolgt eine detaillierte phänomenologische Unterteilung in Zwangsvorstellungen, Impulse und Handlungen, eingebettet in Freuds Trieb-Abwehr-Theorie.

5. Zur Frage eines Symptomwandels bei Zwangserscheinungen: Die Arbeit erörtert, ob eine Zunahme von Ich-Strukturstörungen stattfindet und wie sich das Verständnis von Neurose im Vergleich zu Persönlichkeitsstörungen wandelt.

Schlüsselwörter

Zwangsneurose, Zwangsstörung, Psychoanalyse, Symptombildung, Wiederholungszwang, Ich-Struktur, Abwehrmechanismus, Verdrängung, Symptomwandel, Triebtheorie, Rattenmann, Anankasmus, Angstbindung, Ich-Dystonie, Psychodynamik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die psychopathologischen und diagnostischen Aspekte der Zwangsstörung und Zwangsneurose unter besonderer Berücksichtigung der psychoanalytischen Theoriebildung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der phänomenologischen Beschreibung von Zwangssymptomen, deren psychodynamischer Funktion (insbesondere der Angstbindung) und der klinischen Einordnung in aktuelle Diagnosemanuale.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die Zwangsstörung als ein strukturell relevantes Krankheitsbild zu beleuchten und den Zusammenhang zwischen Konfliktmodell und strukturellem Mangel kritisch zu hinterfragen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die schwerpunktmäßig auf der Literaturanalyse und der psychoanalytischen Interpretation von Freuds Fallbeispielen sowie aktuellen klinischen Erkenntnissen basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Entstehung von Zwangsvorstellungen, Zwangshandlungen und -impulsen sowie die Rolle des Ichs und der Abwehrmechanismen bei der Symptomentstehung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Zwangsneurose, Psychoanalyse, Ich-Struktur, Verdrängung und Symptombildung charakterisieren.

Welche Rolle spielt der Fall des "Rattenmanns" in der Argumentation?

Der "Rattenmann" dient als exemplarisches Fallbeispiel, anhand dessen Freud die komplexen Zusammenhänge zwischen verdrängten sexuellen Regungen, Zwangsvorstellungen und der therapeutischen Aufschlüsselung symbolischer Verknüpfungen verdeutlicht.

Warum wird heute verstärkt von "frühen Störungen" gesprochen?

Das Dokument diskutiert die These, dass klassische Symptomneurosen in der therapeutischen Praxis durch Ich-Strukturstörungen (wie Borderline) in den Hintergrund gedrängt werden, was eine Reinterpretation der Krankheitsbilder erfordert.

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Résumé des informations

Titre
Zwangsstörung und Neurose. Symptomatik und Diagnose
Université
University of Hannover
Note
sehr gut
Auteur
Ortrud Neuhof (Auteur)
Année de publication
2004
Pages
32
N° de catalogue
V284252
ISBN (ebook)
9783656837640
ISBN (Livre)
9783656864448
Langue
allemand
mots-clé
zwangsstörung neurose symptomatik diagnose
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Ortrud Neuhof (Auteur), 2004, Zwangsstörung und Neurose. Symptomatik und Diagnose, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/284252
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Extrait de  32  pages
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