Die vorliegende Arbeit befasst sich insbesondere mit den Fassaden sowie den Grundrissen der Erdgeschosse der Palazzi Farnese in Rom und Medici Riccardi in Florenz. Das Anliegen dieser Untersuchung ist der Vergleich im Hinblick auf die antiken Merkmale zurzeit der Früh-und Hochrenaissance. Im Anschluss werden die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zusammengefasst. Der Arbeit behilflich waren hauptsächlich die Traktate von Vitruv (1. Jh. Vor Chr.) 10 Bücher über die Architektur(de architectura libri decem) und Zehn Bücher über die Baukunst von Alberti (1404 – 1472). Vitruvs Schriften wurden schon im Mittelalter kopiert, stießen aber zu derzeit noch auf Desinteresse. Erst 1414, in der Frührenaissance, drangen die Schriften durch Poggio Bracciolini (1380-1459) in das Bewusstsein der gebildeteren Menschen10 und somit auch zu den Architekten. Alberti war Philosoph, Theologe, Rhetor, Linguist, Humanist, Kunsthistoriker und neben Filippo Brunelleschi (1377-1446) der wichtigste Architekt der Frührenaissance. Er genoss eine humanistische Ausbildung in Padua, beschäftigte sich mit den Ruinen in Rom während er den libri decem las und mithilfe dessen sein oben genanntes Traktat verfasste. Als aktuelle Literatur zum Thema wurden Christoph Luitpold Frommels (*1933). Die Architektur der Renaissance in Italien und Der Römische Palastbau der Hochrenaissance verwendet. Frommel ist ein deutsch-italienischer Kunsthistoriker und wurde schon mehrfach ausgezeichnet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Analyse Palazzo Medici Riccardi
3. Analyse Palazzo Farnese
4. Vergleich
5. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt auf einen komparativen Vergleich des Palazzo Medici Riccardi in Florenz und des Palazzo Farnese in Rom ab, um die architektonische Entwicklung und die Verwendung antiker Gestaltungselemente von der Frührenaissance bis zur Hochrenaissance aufzuzeigen.
- Analyse der Fassadengestaltung und Grundrisskonzeption beider Palazzi
- Untersuchung der architektonischen Verbindung von Antike und Mittelalter
- Vergleich der städtebaulichen Einbettung und der Raumfunktionen
- Betrachtung der architektonischen Proportionen und der Symmetrie
- Einfluss humanistischen Gedankenguts auf den Palastbau
Auszug aus dem Buch
Die Architektur der Renaissance
Erinnert man sich an seinen Schulunterricht zurück oder schlägt ein Lexikon auf, so wird die Renaissance meist auf den Zeitraum 1400-1600 beschränkt und als Wiedergeburt der Antike definiert. Oft wird in dem Zusammenhang auch behauptet, die Renaissance sei das Ende des finsteren Mittelalters. Aber schon in den zwanziger Jahren des 13. Jahrhunderts beschäftigte man sich mit Künstlern und Dichtern aus der Antike. Die aus Frankreich stammende Gotik galt als verpönt, doch stellt Christoph Luitpold Frommel in seinem Buch Architektur der Renaissance fest, dass die Architekten seit Brunelleschi versucht haben, die Funktionen und Konstruktionsmethoden des Spätmittelalters mit jenen der Antike zu verbinden. Warum die Renaissance ihren Ursprung in Italien hat, lag unter anderem an der Auslöschung des Ostreichs durch die Türken im Jahre 1453, denn dadurch flohen griechische Gelehrte besonders nach Florenz. Das sorgte für die Verbreitung von humanistischem Gedankengut.
Das Interesse an antiken Ruinen und antiker Literatur entstand. Ein weiterer Grund für die Wichtigkeit Italiens waren die Handelsbeziehungen zum Orient, was dafür sorgte, dass die finanziellen Erträge in das Kunsthandwerk flossen. Florenz wurde nicht nur das Zentrum der Kunst sondern auch der Bankgeschäfte, sowie Heimatort der Familie Medici, die zu den größten Kunstförderern seinerzeit gehörte. Um der Familie ein Zuhause zu bieten und die wirtschaftlichen Beziehungen zu stabilisieren, ließen sie sich von Michelozzo einen Palast in Florenz bauen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel erläutert den historischen Kontext der Renaissance, die Bedeutung antiker Vorbilder und die Hintergründe der Entstehung bedeutender Palastbauten in Florenz.
2. Analyse Palazzo Medici Riccardi: Der Fokus liegt auf der Baugeschichte und der Fassadengestaltung des von Michelozzo entworfenen Gebäudes sowie dessen stilistischer Einordnung in die Frührenaissance.
3. Analyse Palazzo Farnese: Diese Untersuchung widmet sich der Architektur des Palazzo Farnese in Rom, seiner komplexen Bauphasen unter verschiedenen Architekten und der Anwendung antiker Prinzipien.
4. Vergleich: Hier werden die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Palazzi systematisch gegenübergestellt, insbesondere hinsichtlich Fassadenästhetik, Grundrissstruktur und funktionaler Anforderungen.
5. Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel resümiert die Entwicklung der italienischen Palastarchitektur und verdeutlicht, wie beide Bauten als architektonische Meilensteine fungieren.
Schlüsselwörter
Renaissance, Frührenaissance, Hochrenaissance, Palazzo Medici Riccardi, Palazzo Farnese, Architekturgeschichte, Antike, Fassadengestaltung, Grundriss, Michelozzo, Symmetrie, Rustika, Vitruv, Humanismus, Palastbau
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit analysiert und vergleicht die architektonischen Merkmale und die historische Entwicklung des Palazzo Medici Riccardi in Florenz und des Palazzo Farnese in Rom.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Themenfelder umfassen die Stilelemente der Renaissance, die Einflüsse antiker Traktate wie die von Vitruv und Alberti, sowie die Entwicklung von der Früh- zur Hochrenaissance.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Entwicklung der Palastarchitektur in Italien aufzuzeigen und zu analysieren, wie architektonische Ideale der Antike in den jeweiligen Epochen adaptiert und umgesetzt wurden.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?
Es wird eine vergleichende Analyse durchgeführt, die primär auf der Untersuchung von Grundrissen, Fassaden und zeitgenössischer Architekturtheorie basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Analyse der beiden Paläste sowie einen direkten Vergleich ihrer architektonischen Gestaltung und funktionalen Konzepte.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Zentrale Begriffe sind Renaissance, Architektur, Antike, Symmetrie und der Vergleich florentinischer und römischer Palastbaukunst.
Welche Rolle spielt die Rustika bei beiden Palästen?
Die Rustika dient als verbindendes und zugleich differenzierendes Element, wobei ihre Anwendung von einer derben, unruhigen Ausprägung im Palazzo Medici Riccardi hin zu einer eleganteren, harmonischen Gestaltung im Palazzo Farnese führt.
Warum wird der Palazzo Farnese als "Musterschüler" bezeichnet?
Der Autor verwendet diesen Begriff, um auszudrücken, dass der Palazzo Farnese im Gegensatz zum Palazzo Medici Riccardi eine systematischere und strengere Anwendung antiker Ideale, wie etwa der Symmetrie, aufweist.
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- Jani Legov (Author), 2014, Italienische Renaissance. Vergleich des Palazzos Farnese in Rom und des Palazzos Medici Riccardi in Florenz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/284315