Firmenchefs erwarten von ihren Angestellten u.a. Fleiß, Engagement und effizientes Arbeiten. Gelegentlich stellt sich aber nach einiger Zeit der Betriebszugehörigkeit heraus, dass das Arbeitsverhalten des Mitarbeiters nicht den an ihn gestellten Erwartungen entspricht. Dadurch treten Probleme auf, die dem Unternehmen z.B. Qualitätsverschlechterungen und dadurch wirtschaftliche Schäden bescheren können. Wie entdeckt man diese Verhaltensweisen, und wie begegnet man ihnen? Sind die Kenntnisse der Firmenleitung über die „Qualität“ ihrer Angestellten ausreichend? Sollte man eine effektivere Kontrolle anstreben, oder gibt es Möglichkeiten, ein harmonisches Arbeitsumfeld zu schaffen, das effizientes Arbeiten ermöglicht? Für diese Fragen gibt es keine Standardantworten. Jede Branche und jedes Projekt unterscheidet sich von anderen und lässt somit keine Generalformel zu, jedoch gibt es gewisse Verhaltensweisen, die sich in jeder Arbeitsgemeinschaft beobachten lassen.
Inhaltsangabe
1. Vorwort
2. Homo Oeconomicus
3. Prinzipal-Agent-Problem
4. Zielharmonisierung durch leistungsabhängigen Arbeitslohn
5. Zielharmonisierung von Prinzipal und Agent
6. Kontroll- und Messprobleme
7. Überwachungsinstrumente
8. Beschreibung von Verhaltensmöglichkeiten in einem Team
8.1 Keine negativen Reaktionen der anderen Teammitglieder wegen einer Verbesserung des Gesamtergebnisses
8.2 Keine negativen Reaktionen der anderen Teammitglieder wegen einer gleichbleibenden Arbeitssituation
8.3 Negative Reaktionen der anderen Teammitglieder wegen Situations verschlechterung
9. Transaktionskosten
10. Hierarchie
11. Clanmechanismus
12. Vergleich der amerikanischen und japanischen Organisationsform
13. Kombinationsproblem von Hierarchie und Clan
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Herausforderungen bei der Steuerung von Arbeitnehmern in modernen Unternehmen und analysiert, wie institutionsökonomische Anreiz- und Kontrollprobleme durch alternative Koordinationsmechanismen überwunden werden können.
- Grundlagen des Homo Oeconomicus und des Prinzipal-Agent-Verhältnisses.
- Messprobleme bei komplexer oder kreativer Teamarbeit.
- Gegenüberstellung klassischer hierarchischer Kontrolle und vertrauensbasierter Clanmechanismen.
- Vergleich zwischen amerikanischen und japanischen Managementphilosophien.
- Wechselwirkungen zwischen autonomer Arbeitsgestaltung und Organisationsloyalität.
Auszug aus dem Buch
11. Clanmechanismus
Der „economic clan“ unterscheidet sich sinngemäß nicht von dem, was man unter einem Familienclan versteht. Es handelt sich um eine Organisation, in der sich Mitglieder stark eingebunden fühlen, und das über eine lange Zeit. Es ist eine weitere Möglichkeit, Transaktionskosten zu überwachen. Der Clanmechanismus beinhaltet den Kern der japanischen Unternehmens-philosophie. Er ist eine auf Vertrauen beruhende Vereinigung von Personen, die mit ökonomischen und außerökonomischen Aufgaben beschäftigt sind, wobei sich die Personen durch vielschichtige Verbindungen einander zugehörig fühlen.
Ouchi verglich 1980 die unterschiedlichen Unternehmensführungsstile und deren Produktivitäten. Er stellte fest, dass der japanische Führungsstil zwar besondere Kenntnisse und Fähigkeiten von den Managern abverlangte, dieser jedoch zu der höchsten Produktivität führte.
Dieser Erkenntnis entsprang eine Umorientierung: weg von dem bisherigen harten, von Individualität und Dominanz geprägten Führungsstil, hin zu dem neu entdeckten Clanmechanismus, der auf Vertrauen und Loyalität setzt. Versuche, japanische Werte unverändert in amerikanische Unternehmen zu transferieren, schlugen fehl. Die erhoffte Produktivitätssteigerung fand nicht, wie gewünscht, statt. Genau diese Feststellung, dass nämlich die japanische Form der Unternehmensführung eine vergleichsweise höhere Produktivität als die amerikanische hatte, war der Ausgangspunkt aller Überlegungen. Da die ursprüngliche Z-Theorie von Ouchi (1981) auf Grund kultureller und traditioneller Besonderheiten nicht übertragbar war, wurde von ihm der Clanmechanismus, eine abgeänderte Form der Z –Theorie, entwickelt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Vorwort: Einführung in die Problematik des Arbeitsverhaltens und die Notwendigkeit, effiziente Arbeitsumgebungen zu schaffen.
2. Homo Oeconomicus: Erläuterung des rational handelnden Nutzenmaximierers als Grundlage für wirtschaftliches Verhalten.
3. Prinzipal-Agent-Problem: Darstellung des Zielkonflikts zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer aufgrund gegenläufiger Interessen.
4. Zielharmonisierung durch leistungsabhängigen Arbeitslohn: Untersuchung von Anreizsystemen zur Angleichung der Interessen von Prinzipal und Agent.
5. Zielharmonisierung von Prinzipal und Agent: Erörterung von Rahmenbedingungen und Informationsasymmetrien bei Vertragsabschluss.
6. Kontroll- und Messprobleme: Analyse der Schwierigkeiten bei der Leistungsbeurteilung in komplexen Tätigkeitsfeldern.
7. Überwachungsinstrumente: Vorstellung von Methoden zur Kontrolle messbarer und nicht-messbarer Arbeitsleistungen.
8. Beschreibung von Verhaltensmöglichkeiten in einem Team: Differenzierte Betrachtung der Teamreaktionen auf eigennütziges Verhalten einzelner Mitglieder.
9. Transaktionskosten: Definition und Relevanz der Reibungsverluste bei Leistungsaustauschprozessen.
10. Hierarchie: Kritische Würdigung des klassischen Autoritätsverhältnisses als Koordinationsmechanismus.
11. Clanmechanismus: Beschreibung von Vertrauen und Loyalität als alternative, produktivitätssteigernde Organisationsform.
12. Vergleich der amerikanischen und japanischen Organisationsform: Tabellarische Gegenüberstellung von Managementstilen und deren Auswirkungen auf die Mitarbeiter.
13. Kombinationsproblem von Hierarchie und Clan: Analyse der Grenzen der Substitution von Kontrolle durch soziale Mechanismen.
Schlüsselwörter
Institutionsökonomik, Prinzipal-Agent-Theorie, Homo Oeconomicus, Clanmechanismus, Unternehmensführung, Transaktionskosten, Leistungsanreize, Vertrauen, Unternehmenskultur, Hierarchie, Zielharmonisierung, Produktivität, Arbeitsverhalten, Teamarbeit, Managementstile.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit analysiert institutionenökonomische Probleme der Zusammenarbeit in Unternehmen und untersucht Ansätze, wie man Kontrollschwierigkeiten und Zielkonflikte überwinden kann.
Welches sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen das Prinzipal-Agent-Problem, die Gestaltung von Anreizsystemen, die Messbarkeit von Leistungen sowie die Wirkung verschiedener Managementstile wie Hierarchie und Clanstrukturen.
Was ist die Forschungsfrage?
Es wird untersucht, wie Unternehmen durch „Clan“-Mechanismen institutionsökonomische Kontroll- und Anreizprobleme lösen können, anstatt sich rein auf hierarchische Überwachung zu verlassen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse der Neuen Institutionenökonomik und nutzt klassische Modelle, um Verhaltensweisen in Unternehmen ökonomisch zu begründen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil erörtert die theoretischen Grundlagen des rationalen Handelns, analysiert Messprobleme in der Teamarbeit und vergleicht das westliche Hierarchieverständnis mit dem japanischen vertrauensbasierten Managementansatz.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Institutionenökonomik, Prinzipal-Agent-Verhältnis, Clanmechanismus, Transaktionskosten und Unternehmenskultur.
Warum sind japanische Unternehmen laut Ouchi oft produktiver?
Laut Ouchi führt der japanische Clanmechanismus zu einer höheren Identifikation der Mitarbeiter mit dem Unternehmen, wodurch Vertrauen und Loyalität Anreize für effizientes Arbeiten schaffen, die durch reine Kontrolle nicht erreichbar sind.
Was ist das „Kombinationsproblem von Hierarchie und Clan“?
Es beschreibt das Paradoxon, dass starke formale Kontrollmechanismen das notwendige Vertrauensverhältnis untergraben können, was den Aufbau eines produktiven „Clangefühls“ bei den Mitarbeitern erschwert.
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- Stefan Schneider (Author), 2004, Die Überwindung institutioneller Anreiz- und Kontrollprobleme, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/28434