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Die Bedeutung von φαντασία (phantasia) in Aristoteles' "De anima"

Título: Die Bedeutung von φαντασία (phantasia) in Aristoteles' "De anima"

Trabajo Escrito , 2014 , 13 Páginas

Autor:in: Florian Stenke (Autor)

Filosofía - Filosofía de la Edad Antigua
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Aristoteles‘ Werk 'De anima' „enthält […] eine philosophische Lehre von der Seele und vom Menschen, auf metaphysischer Grundlage“ und gilt als ältestes erhaltenes Zeugnis einer systematischen Untersuchung der menschlichen Seelenwelt. Deshalb wird 'De anima' heute als Grundsteinlegung der Psychologie als eigener philosophischer Disziplin betrachtet.

Nach dem Siegeszug der empirischen Psychologie in den letzten Jahrzehnten gewinnt es wieder zunehmend an Bedeutung, wenn die empirisch arbeitende Psychologie an die Grenzen ihrer durch die Methode eingeschränkten Forschungsgegenstände stößt. Hier müssen naturwissenschaftlich orientierte Psychologen und Anthropologen immer wieder auf die philosophische Psychologie zurückgreifen. An der Aktualität ihres Gegenstandes kann bei der Seelenlehre Aristoteles‘ deshalb kein Zweifel bestehen und so auch nicht am Stellenwert der Schrift 'De anima' für die gegenwärtige Forschung.

Problematisch beim Umgang mit antiken Schriften ist, neben der Überlieferungsgeschichte und Übersetzung, vor allem die Interpretation des heutigen Lesers. Besonders deutlich wird dies im dritten Kapitel des dritten Buches, wenn Aristoteles phantasia in seine Seelenlehre einführt. Über kaum eine Stelle der Schrift wird in der Fachwissenschaft mehr diskutiert, sie gilt als „extremely unclear“.

Die vorliegende Arbeit hat sich zum Ziel gesetzt, phantasia in der Rolle darzustellen, die Aristoteles selbst ihr im dritten Kapitel des dritten Buchs gab. Deshalb werden die
von Aristoteles selbst angeführten Argumente für die Notwendigkeit von phantasia im Erkenntnisprozess die Struktur des Hauptteils vorgeben. So soll die auf fünf Argumenten basierende, negative Definition von phantasia, die er hier vornahm, nachvollzogen werden. Erst auf dieser Grundlage kann dann die Bedeutung von phantasia bei Aristoteles und für die gegenwärtige Forschung beurteilt werden.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Hauptteil

II.1 Unterscheidung von der (Sinnes-)Wahrnehmung

II.2 Unterscheidung von der Vernunft und vom Wissen/der Wissenschaft

II.3. Unterscheidung von der Meinung

II.4 Unterscheidung von einer Meinungs-Wahrnehmungs-Verbindung

II.5 Die Bedeutung von φαντασία bei Aristoteles

III. Schluss

IV. Quellen- und Literaturverzeichnis

IV.1. Quellenverzeichnis

IV.2. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die Rolle der φαντασία im Erkenntnisprozess gemäß Aristoteles' Darlegungen im dritten Kapitel des dritten Buches von De anima zu rekonstruieren. Die Untersuchung konzentriert sich darauf, wie Aristoteles durch die Abgrenzung der φαντασία von anderen kognitiven Vermögen deren notwendige Funktion innerhalb seiner Seelenlehre begründet.

  • Die systematische Abgrenzung der φαντασία von Sinneswahrnehmung, Vernunft und Meinung.
  • Die Analyse der aristotelischen Argumentationsstruktur hinsichtlich der Entstehung fehlerhafter Annahmen.
  • Die Bedeutung der φαντασία als vermittelndes Element im Erkenntnisprozess.
  • Die kritische Auseinandersetzung mit modernen Interpretationsansätzen und Übersetzungsproblemen des Begriffs.

Auszug aus dem Buch

II.1 Unterscheidung von der (Sinnes-)Wahrnehmung

Nach Aristoteles kann die Wahrnehmung zweierlei bedeuten, nämlich zum einen die Möglichkeit etwas wahrzunehmen, d.h. dem Vorhandensein von Sinnesorganen, die z.B. zum Sehen taugen und des Weiteren das Vorhandensein eines aktuell wahrgenommenen Objekts, also der Tätigkeit des Sehens. „Es erscheint aber etwas (als Vorstellung), auch wenn keines von beidem vorliegt, wie im Schlaf“ oder „bei geschlossenen Augen“ (DA 428a). Horn folgt wie Rodier hierbei der Argumentation der späten Neuplatoniker Simplikios und Johannes Philoponos: „Wahrnehmung ist entweder potentiell oder aktuell. Nun kann es φαντασία geben sowohl ohne aktuelle, als auch ohne potentielle Wahrnehmung“6. Doch nicht nur, dass φαντασία auch ohne aktuelle und ohne potentielle Wahrnehmung auftrete, ist nach Aristoteles eine Deckungsgleichheit von φαντασία und Wahrnehmung ausgeschlossen, auch dass zwar alle Tiere Wahrnehmung besitzen müssen, aber nicht allen φαντασία zukomme – wie etwa dem Wurm (DA, 428a) – sei ein weiterer Hinweis darauf. An welchen Kriterien Aristoteles seine Einteilung in zur φαντασία befähigten und nicht zur φαντασία befähigten Tieren festmachte, teilte er dem Leser nicht mit. Da er aber angab, dass φαντασία beispielsweise „der Ameise oder der Biene“ (DA 428a) zukomme, kann man vermuten, dass er es an der Eusozialität dieser Tiere erkannt haben wollte.

Sein Hauptargument bleibt aber auch in diesem Abschnitt „the problem of error“7, mit dem er seine Argumentation ja schon eingeleitet hatte: „Sodann sind die Wahrnehmungen immer wahr, von den Vorstellungen hingegen erweisen sich die meisten als falsch“ (DA 428a), womit eine inhaltliche Übereinstimmung der beiden Begriffe ausgeschlossen ist.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung verortet das Werk De anima als Grundsteinlegung der Psychologie und erläutert die Problematik der Interpretation der φαντασία als notwendiges, aber schwer fassbares Glied im Erkenntnisprozess.

II. Hauptteil: Der Hauptteil untersucht die negativen Definitionsversuche des Begriffs φαντασία, indem Aristoteles dessen Abgrenzung zu Wahrnehmung, Vernunft, Wissen und Meinung darlegt.

II.1 Unterscheidung von der (Sinnes-)Wahrnehmung: Aristoteles schließt die Identität von Wahrnehmung und φαντασία aus, da Letztere auch ohne aktuelle Sinneswahrnehmung auftritt und fehlerhaft sein kann.

II.2 Unterscheidung von der Vernunft und vom Wissen/der Wissenschaft: Aufgrund der Tatsache, dass Vernunft und Wissenschaft immer wahr sein müssen, während Vorstellungen falsch sein können, grenzt Aristoteles diese Bereiche logisch voneinander ab.

II.3. Unterscheidung von der Meinung: Die Differenzierung zur Meinung erfolgt über die Beobachtung, dass Meinungen Überzeugungen erfordern, die bei Tieren mit Vorstellungsvermögen nicht nachweisbar sind, sowie über den intuitiven Charakter der φαντασία.

II.4 Unterscheidung von einer Meinungs-Wahrnehmungs-Verbindung: Aristoteles argumentiert, dass φαντασία nicht als bloße Kombination aus Meinung und Wahrnehmung verstanden werden kann, da sie eine eigenständige, wenn auch fehleranfällige Interpretationsleistung darstellt.

II.5 Die Bedeutung von φαντασία bei Aristoteles: Dieses Kapitel fasst die Stellung der φαντασία als notwendiges Bindeglied im hierarchischen Erkenntnissystem zwischen Wahrnehmung und Vernunft zusammen.

III. Schluss: Der Schluss reflektiert die Relevanz der φαντασία aus heutiger Sicht und setzt sich kritisch mit verschiedenen Forschungsmeinungen zur Notwendigkeit dieses Begriffs bei Aristoteles auseinander.

IV. Quellen- und Literaturverzeichnis: Hier werden die verwendeten Primärquellen und die wissenschaftliche Fachliteratur aufgelistet.

Schlüsselwörter

Aristoteles, De anima, φαντασία, Vorstellung, Erkenntnisprozess, Wahrnehmung, Vernunft, Meinung, Seelenlehre, Erkenntnistheorie, antike Philosophie, Psychologie, Interpretationsgeschichte, phantasma, Kognition.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der philosophischen Untersuchung der φαντασία im dritten Buch der Schrift De anima von Aristoteles und deren Rolle im menschlichen Erkenntnisprozess.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Mittelpunkt stehen die kognitiven Vermögen des Menschen, die Abgrenzung von Vorstellungsvermögen zu anderen Erkenntnisstufen sowie die Frage nach der Entstehung von Irrtümern.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die spezifische Funktion der φαντασία darzustellen, die Aristoteles ihr als notwendigem Bindeglied zwischen einfacher Wahrnehmung und vernunftmäßiger Erkenntnis zuweist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine hermeneutische Analyse des aristotelischen Textes unter Einbeziehung aktueller wissenschaftlicher Kommentarliteratur.

Was wird im Hauptteil detailliert besprochen?

Der Hauptteil analysiert die negative Definition der φαντασία durch ihre sukzessive Abgrenzung von Sinneswahrnehmung, Vernunft, Wissen und Meinung anhand der von Aristoteles angeführten Argumente.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie φαντασία, Erkenntnisprozess, aristotelische Seelenlehre und die Unterscheidung von Erkenntnisvermögen definiert.

Warum gilt die Stelle in De anima, an der φαντασία eingeführt wird, als „extremely unclear“?

Die Unklarheit rührt daher, dass die Stellung der φαντασία innerhalb der Gesamtkonzeption der aristotelischen Seelenlehre schwer zu bestimmen ist und der Text in der Fachwissenschaft kontrovers diskutiert wird.

Welche Rolle spielt das „problem of error“ in der Argumentation des Autors?

Das „problem of error“ dient als zentrales methodisches Werkzeug, um zu zeigen, dass Wahrnehmung zwar immer wahr ist, Vorstellungen (φαναία) jedoch falsch sein können, wodurch sie als eigenständiges Erkenntnismoment ausgewiesen werden.

Welche Bedeutung hat der Vergleich der φαντασία mit einem „Echo“ durch Victor Caston?

Der Vergleich unterstreicht den vermittelnden Charakter: Ähnlich wie ein Echo benötigt die φαντασία ein ursprüngliches Signal (die Wahrnehmung), um zu existieren, fungiert aber als ein eigenständiges, indirektes Abbild, das Grundlage für höhere Erkenntnisprozesse sein kann.

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Detalles

Título
Die Bedeutung von φαντασία (phantasia) in Aristoteles' "De anima"
Universidad
Johannes Gutenberg University Mainz
Curso
Aristoteles, De anima
Autor
Florian Stenke (Autor)
Año de publicación
2014
Páginas
13
No. de catálogo
V284344
ISBN (Ebook)
9783656843900
ISBN (Libro)
9783656843917
Idioma
Alemán
Etiqueta
Aristoteles De anima phantasia Vorstellungskraft
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Florian Stenke (Autor), 2014, Die Bedeutung von φαντασία (phantasia) in Aristoteles' "De anima", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/284344
Leer eBook
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