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Die Entwicklung von Persönlichkeit. Zur Rolle und Bewertung von Natur und Kultur bei Emst Krieck

Titel: Die Entwicklung von Persönlichkeit. Zur Rolle und Bewertung von Natur und Kultur bei Emst Krieck

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2013 , 17 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Florian Stenke (Autor:in)

Psychologie - Entwicklungspsychologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Wenn diese Arbeit Natur und Kultur bei Ernst Krieck darstellen möchte, so ist zunächst unklar, was die Begriffe Natur und Kultur in diesem Zusammenhang überhaupt bedeuten. Denn eine allgemeingültige Definition dieser Begriffe gibt es nicht. Sie sollen deshalb hier so aufgefasst werden, wie es der ‚Erziehungsphilosoph‘ Ernst Krieck selbst getan hat. Eigentlich könnten die Begriffe Natur und Kultur aus einer Kulturphilosophie heraus definiert werden und diese Definition auf das Werk Kriecks angewendet werden, doch Krieck wurde zu Recht von seinen Zeitgenossen und der Nachwelt hauptsächlich als Erziehungsphilosoph bezeichnet. Zwar lässt schon eines seiner ersten Werke, 'Persönlichkeit und Kultur. Kritische Grundlegung der Kulturphilosophie', anderes vermuten, doch beschäftigte sich Krieck inhaltlich über sein ganzes Lebenswerk hinweg vielmehr mit der tiefergehenden Frage, wie auf der Grundlage von Erziehung Kultur für die nächste Generation reproduziert wird und mit dem daraus abgeleiteten Problem, wie eine geschichtliche Entwicklung von Kultur möglich wird.
Darin enthalten ist also der Forschungsgegenstand der vorliegenden Arbeit: Welche Anteile an der Persönlichkeit entspringen natürlichen, individuellen Anlagen und welche übernimmt das Individuum mittels Erziehung aus der ihn umgebenden Kultur heraus? Bei dieser Fragestellung wird man bei Ernst Krieck allerdings mit einer weiteren Besonderheit konfrontiert, wie diese Arbeit zeigen wird. Denn die Zuordnung Kriecks zum Bereich der Erziehungsphilosophie bzw. Erziehungswissenschaft ist nach heutigen Maßstäben unvollständig. Krieck definiert Erziehung nämlich als „teils funktional, d. h. unbewußt und unabsichtlich, teils nach bewußter Ordnung und planmäßiger Methode“. Damit ist Kriecks Lebenswerk eher als eine um bewusste Erziehung erweiterte Theorie des Sozialisationsprozesses zu verstehen, was gerade in seinem Hauptwerk 'Philosophie der Erziehung' deutlich wird. Anhand der Darstellung dieses Sozialisationsprozesses möchte diese Arbeit versuchen festzustellen, ob Krieck seine Sozialisationstheorie aus der Sicht des Individualismus oder des Holismus aufgestellt hat, ob er den individuellen Naturanlagen oder der kulturellen Umwelt einen Vorrang bei der Persönlichkeitswerdung zugesprochen hat.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

I.1 Forschungsgegenstand

I.2. Auswahl der herangezogenen Quellen

II. Hauptteil

II.1 Persönlichkeit und Kultur (1910)

II.2 Die deutsche Staatsidee (1917)

II.3 Erziehung und Entwicklung (1921) und Philosophie der Erziehung (1922)

II.4 Deutsche Kulturpolitik? (1928)

II.5 Nationalsozialistische Erziehung (1935)

III. Schluss

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das Lebenswerk des Erziehungsphilosophen Ernst Krieck mit dem Ziel zu klären, inwiefern Krieck den individuellen Naturanlagen oder der kulturellen Umwelt einen Vorrang bei der Persönlichkeitswerdung einräumte und wie er seine Theorie in den Dienst des Nationalsozialismus stellte.

  • Analyse des Spannungsfeldes zwischen Individualität und gesellschaftlicher Kulturprägung
  • Entwicklungslinien der pädagogischen Theorie von Krieck über verschiedene politische Systeme hinweg
  • Untersuchung der organischen Gesellschaftstheorie und des Konzepts der "Fremderziehung"
  • Kritische Reflexion der Anpassung Kriecks an die nationalsozialistische Ideologie
  • Einordnung Kriecks als opportunistischer Denker bzw. Mitläufer statt als autonomer Ideengeber

Auszug aus dem Buch

II.5 Nationalsozialistische Erziehung (1935)

Mit Nationalsozialistische Erziehung von 1935 wird hier nun das Vorrecht des Staates auf Erziehung in extremer Weise ins Absolute gesteigert, obwohl Krieck das wenige Jahre zuvor noch als das schlimmste Übel bezeichnet hatte. Nun sieht er die, von den Nationalsozialisten betriebene, Gleichschaltung als die Erfüllung seiner Forderung nach Ausrichtung aller Erziehungswirkungen in der Gemeinschaft auf eine gemeinsame Idee: „Es ist ein Grundsatz des Nationalsozialismus, daß […] sämtliche Erziehungswirkungen auf dasselbe einheitliche, für Staat und Volk maßgebliche Ziel, das durch die nationalsozialistische Idee gegeben ist, ausgerichtet werden“.

Nicht nur wird die ‚Idee‘ zum ersten Mal mit dem Nationalsozialismus direkt verknüpft, auch wird der Rassegedanke zum ersten Mal zu ihrem Inhalt gerechnet. Der Krieck‘sche Entwicklungsgedanke wird nun vollkommen vom Führerprinzip vereinnahmt. Zwar passt die positive Sicht auf „Anspruch und Willen zur totalen Ergreifung und Erneuerung des Volksganzen“, nicht aber die jetzt gutgeheißene „autoritäre Führung Hitlers“ und dessen Darstellung als einziger Mensch, der zu „schöpferischer Leistung“ befähigt sei. Individuelles und freies Schöpfertum wird ausgeschlossen, Menschen sollen nur noch zu Gliedern des Volksorganismus erzogen werden, ohne die oben dargestellte zweite Phase individueller Entwicklung zu erreichen.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Definiert den Forschungsgegenstand hinsichtlich der Debatte zwischen Natur und Kultur bei Ernst Krieck und erläutert die quellenbasierte Auswahl der primären Schriften.

II. Hauptteil: Untersucht chronologisch Kriecks Schriften von 1910 bis 1935, wobei der Fokus auf dem Wandel seiner Theorie vom kulturell-individualistischen Ansatz hin zur totalitären nationalsozialistischen Ideologie liegt.

III. Schluss: Fasst zusammen, dass Kriecks Werk auf einer eklektischen Basis beruht und er primär als opportunistischer Mitläufer zu bewerten ist, dessen Theorien sich den jeweils herrschenden politischen Systemen anpassten.

Schlüsselwörter

Ernst Krieck, Erziehungsphilosophie, Kulturphilosophie, Nationalsozialismus, Sozialisation, Volksgemeinschaft, Fremderziehung, Organismuslehre, Pädagogik, Führerprinzip, Identität, Ideengeschichte, Mitläufertum, Kulturpolitik, Philosophie der Erziehung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert das umfangreiche Werk des Erziehungsphilosophen Ernst Krieck und prüft, ob dieser dem Individuum oder der kulturellen Gemeinschaft bei der Entwicklung der Persönlichkeit einen höheren Stellenwert einräumte.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die Konzepte der Erziehung, die organische Gesellschaftsauffassung, der Wandel von Kriecks Theorien über drei politische Systeme hinweg sowie seine Rolle im Nationalsozialismus.

Welches ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Hauptziel besteht darin, die Entwicklung der Sozialisationstheorie bei Krieck nachzuvollziehen und kritisch zu beurteilen, wie er seine Lehre an das nationalsozialistische System anpasste oder unterwarf.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit arbeitet quellenbasiert und führt eine inhaltsanalytische Untersuchung der primären Schriften Kriecks aus den Jahren 1910 bis 1935 durch.

Welche Inhalte werden im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil beleuchtet detailliert Kriecks wichtigste Werke wie „Persönlichkeit und Kultur“, „Die deutsche Staatsidee“ und „Nationalsozialistische Erziehung“ im Kontext seiner jeweils aktuellen zeitgeschichtlichen Umgebung.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich vor allem über Begriffe wie Erziehungsphilosophie, Volksgemeinschaft, Fremderziehung und das opportunistische Verhalten des Autors innerhalb politischer Systeme definieren.

Wie bewertet die Arbeit Kriecks Verhältnis zum Nationalsozialismus?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Krieck keine eigenständige, philosophisch autonome Position vertrat, sondern ein Eklektiker war, der sich als „Mitläufer“ den nationalsozialistischen Anforderungen geschmeidig anpasste.

Was unterscheidet Kriecks Theorie nach 1935 von seinen früheren Arbeiten?

Nach 1935 fallen die individualistischen Anteile und das Konzept der „Selbsterziehung“ komplett weg; die Eingliederung in den Volksorganismus wird zum absoluten Zwang.

Welche Rolle spielt der „Urgeist“ in Kriecks Philosophie?

Der Urgeist fungiert in Kriecks mythologischem Erziehungssystem als diejenige Kraft, die den Einzelnen an die Gemeinschaft bindet und somit eine geschichtliche Einheit der Kultur ermöglicht.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Entwicklung von Persönlichkeit. Zur Rolle und Bewertung von Natur und Kultur bei Emst Krieck
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Veranstaltung
Hauptseminar 'Carl Schmitts Politische Theologie in der Weimarer Republik"
Note
2,0
Autor
Florian Stenke (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
17
Katalognummer
V284346
ISBN (eBook)
9783656843627
ISBN (Buch)
9783656843634
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Erziehungsphilosophie Ernst Krieck Holismus Individualismus
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Florian Stenke (Autor:in), 2013, Die Entwicklung von Persönlichkeit. Zur Rolle und Bewertung von Natur und Kultur bei Emst Krieck, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/284346
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Leseprobe aus  17  Seiten
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