Politische Bildung in der Grundschule

Anhand zweier kompetenzorientierter Entwürfe thematisiert


Referat (Ausarbeitung), 2014

13 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Sozialisationsprozesse und Tnstanzen des Politischen im Kindesalter

3. Die Komptenzorientierung der beiden Entwürfe
3.1 Die Kompetenzdimension des Fachwissens und die Basis­Fachkonzepte

4. Ein Fazit und die Vorteile des kompetenzorientierten Ansatzes

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Innerhalb der Politikdidaktik existiert seit Jahren die Diskussion, inwieweit ein produktiver und ergiebiger Politikunterricht bereits in der Grundschule gestaltet und durchgeführt werden kann sowie die Frage, was als Basis nötig ist, um eine demokratische Bildung zu ermöglichen. Einer der dabei primären Begriffe und als Lösung angesehenes Konzept ist dabeijenes des Kompetenzmodells.

Diese Modelle sollen ermöglichen, dass der als wichtig erachtete Inhalt der Politischen Bildung konkretisiert wird, und zugleich eine didaktische Erklärung darüber schaffen, weshalb das ausgewählte Wissen von Bedeutung sei. Die Schwierigkeit bezüglich dieser Kompetenzmodelle ist diese zu entwickeln und festzulegen, welche Kompetenzen von der jeweilige Schülerschaft, abhängig der Klassenstufe, zu erreichen sind und wie diese letztendlich empirisch überprüfbar seien.

Kompetenzmodelle greifen auf auf Basis- und Fachkonzepte zurück, durch welche sie dargestellt werden können. Eine genauere Erläuterung dieser erfolgt in der folgenden Arbeit. Anzumerken ist jedoch, dass je nach entwickeltem Modell diese Basiskonzepte und Fachkonzepte variieren können.

In der vorliegenden Arbeit werden zwei Kompetenzmodelle näher betrachtet. Bei dem einen handelt es sich um jenes Modell, welches von Dagmar Richter in „Politische Bildung von Anfang an“, von 2007, erläutert wird und zum anderen um ein weiteres, welches Richter in Zusammenarbeit mit weiteren Personen 2010 erarbeitet hat und in dem Buch „Konzepte der Politik. Ein Kompetenzmodell.“, erschienen bei der Bundeszentrale für politische Bildung, darstellt.

Die Arbeit wird damit beginnen, dass die Grundlagen, welche für solch ein Unterfangen hinsichtlich der Schülerschaft nötig sind, vorgestellt werden. Dabei handelt es sich vorrangig um die politischen Sozialisationsprozessen innerhalb der Kindheit.

Im folgenden der Ausarbeitung werden vorerst die Kompetenzentwürfe beider Arbeiten beschrieben. Bereits an dieser Stelle soll verraten werden, dass eine der in dem Kapitel genannten Kompetenzdimensionen erst im darauffolgenden Kapitel näher erläutert werden wird. Dies geschieht unter der Beachtung der Basis- und Fachkonzepte, mit welchen die ausgelassene Kompetenzdimension im direkten inhaltlichen Kontakt steht.

2. Sozialisationsprozesse und Instanzen des Politischen im Kindesalter

Da die politische Sozialisation letztendlich nur ein Teilaspekt der allgemeinen Sozialisation darstellt, ist es sinnstiftend, sich letzteren vorerst definitorisch zu nähern, bevor ihre politischen Teildimensionen näher betrachtet werden. Laut Dieter Geulen und Klaus Hurellmann, ist diese „der Prozess der Entstehung und Entwicklung der Persönlichkeit in wechselseitiger Abhängigkeit von der gesellschaftlich vermittelten sozialen und materiellen Umwelt.“[1] Der Schwerpunkt, beziehungsweise das Ziel, das der politischen Sozialisation zugrunde liegt, ist das Existenzwerden sowie die Entwicklung einer politischen Handlungsfähigkeit und Persönlichkeit, an deren Ende politisch kompetente und kritisch denkende Bürger stehen.[2]

Die politische Sozialisation von Kindern lässt sich in drei Phasen gliedern: Die Primär-, Sekundär- und Tertiärsozialisation. Die Primärsozialisation geschieht in den ersten Lebensjahren und beschränkt sich vornehmlich auf die Familie. In dieser Phase werden durch die Familie als Bezugspunkt erste Werte und Normen vermittelt, welche im fortschreitenden Sozialisationsprozess aber noch verändert werden können. Diese erste Phase ist erst mit der Bildung einer individuellen Grundpersönlichkeit abgeschlossen. Innerhalb dieser Grundpersönlichkeit lassen sich die Dimensionen entdecken, welche der politische Kompetenz ihren Rahmen verleiht.[3]

Ist die Entwicklung einer individuellen Grundpersönlichkeit abgeschlossen, folgt die Sekundärsozialisation als zweite Phase, die schließlich bis zur Adoleszenz reicht. In dieser Phase tritt der Sozialisationsprozess aus dem Elternhaus hinaus und ist von nun an durch den Einfluss von Institutionen, wie der Schule, und durch Gleichaltrige primär beeinflusst. Das Individuum wird in dieser Phase stärker auf seine Rolle innerhalb der Gesellschaft vorbereitet, und Werte und Normen, welche in der Primärsozialisation gelernt wurden, werden stabilisiert und differenziert. Innerhalb dieser sekundären Phase bildet sich schließlich auch die Persönlichkeit aus, welche über die Grundpersönlichkeit hinaus geht, und in welcher sich erstmals -2- politische Kenntnisse und Einstellungen entwickeln.[4]

Die dritte und letzte Phase bildet die Tertiärsozialisation, welche an dieser Stelle nicht eingehend betrachtet wird, da diese vornehmlich im Erwachsenenalter geschieht, was lediglich für die Erwachsenbildung wichtig wäre, aber nicht für die politische Bildung im Kindesalter.

3. Die Komptenzorientierung der beiden Entwürfe

In ihrer Arbeit von 2007 kommt Dagmar Richter zu dem Ergebnis, dass der moderne Kompetenzbegriff durch mehrere Begriffe beschrieben werden kann: Wissen, Können, Verstehen, Motivation und schließlich Handeln.[5] Damit wäre zwar der allgemeine Kompetenzbegriff beschrieben, aber keineswegs jener, der speziell für die Politikdidaktik benötigt wird.

Die Problematik war hierbei, dass für die politische Bildung bis vor ein paar Jahren keinerlei Kompetenzstrukturmodelle Vorlagen. Eine Ausnahme bildeten die Orientierungshilfen, welche durch den Perspektivrahmen innerhalb des Sachunterrichts existierten.[6]

Doch letztendlich setzten sich bereits bestehende Kompetenzmodelle auch innerhalb der politididaktischen Diskussion durch. Hierbei handelte es sich umjene kompetenzorientierten Dimensionen, die bereits in den naturwissenschaftlichen Fachdidaktiken bestanden und denen ein Transfer auf die Politikdidaktik widerfuhr. Diese Kompetenzdimensionen bestehen aus vier Konstrukten: Dem Fachwissen, der Erkenntnisgewinnung, der Kommunikation und der Bewertung, bzw. Urteilsbildung.[7]

Bereits an dieser Stelle lässt sich erwähnen, dass beide Entwürfe die Kompetenzdimension des Fachwissens als primäre und wichtigste Dimension erachten. Aufgrund dessen kommt es zu einer genaueren Fokussierung, bzw. Betrachtung dieser Dimension erst im folgenden Kapitel, da vorerst die restlichen Kompetenzdimensionen beschrieben werden.

Eine dieser Kompetenzdimensionen istjene der Erkenntnisgewinnung.

[...]


[1] Geulen , Dieter / Hurellmann , Klaus: Zur Programmatik einer umfassenden Sozialtheorie, in: Klaus Hurrellmann/ Dieter Ulrich (Hrsg.): Handbuch der Sozialisationsforschung, Weinheim, 1998, S.51

[2] Vgl.: Strohmeier, Gerd: Politik bei Benjamin Blümchen und Bibi Blocksberg, in: Aus Politik und Zeitgeschichte. Sozialisation von Kindern, Bundeszentrale für politische Bildung, 2005, S. 8

[3] Vgl.: Ebd.

[4] Vgl.: Strohmeier, Gerd: Politik bei Benjamin Blümchen und Bibi Blocksberg, in: Aus Politik und Zeitgeschichte. Sozialisation von Kindern, Bundeszentrale für politische Bildung, 2005, S. 8

[5] Vgl.: Richter, Dagmar: Welche politischen Kompetenzen sollen Grundschülerinnen und -schüler erwerben? In: Politische Bildung von Anfang an. Demokratie-Lernen in der Grundschule, Bundeszentrale für politische Bildung, 2007, S. 36

[6] Vgl.: Ebd.: S.38

[7] Vgl.: Ebd.: S.38

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Politische Bildung in der Grundschule
Untertitel
Anhand zweier kompetenzorientierter Entwürfe thematisiert
Hochschule
Universität Vechta; früher Hochschule Vechta  (Institut für Sozialwissenschaften und Philosophie)
Veranstaltung
PK -8.1 Didaktik der Politischen Bildung
Note
1,7
Autor
Jahr
2014
Seiten
13
Katalognummer
V284441
ISBN (eBook)
9783656846833
ISBN (Buch)
9783656846840
Dateigröße
414 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Politische Bildung in der Grundschule, Didaktik, Dagmar Richter, Kompetenzmodelle, Basiskonzepte, Fachkonzepte
Arbeit zitieren
Lars Johannes Nowack (Autor), 2014, Politische Bildung in der Grundschule, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/284441

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