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Die Beziehung zwischen Jacques und seinem Maître in DENIS DIDEROTS "Jacques le Fataliste et son maître"

Title: Die Beziehung zwischen Jacques und seinem Maître in DENIS DIDEROTS "Jacques le Fataliste et son maître"

Term Paper (Advanced seminar) , 1998 , 34 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Ulrich Jacobs (Author)

French Studies - Literature
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Summary Excerpt Details

Einleitung

Die Beziehung zwischen Jacques und seinem Maître ist beeinflußt von vielen literarischen Vorbildern, so zum Beispiel von CERVANTES’ Don Quijote und Sancho Pansa, aber auch von RABELAIS’ Pantagruel und Panurge und STERNES Tristram Shandy. Diese Einflüsse sollen hier aber nicht näher besprochen werden, da dies den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde. Dennoch wird alleine schon durch die Vielfalt an intertextuellen Einflüssen deutlich, daß das Verhältnis zwischen Jacques und seinem Maître ein sehr vielschichtiges und komplexes ist. Es ist von zentraler Bedeutung für ein Verständnis des Gesamtwerks. Aus diesem Grund befaßt sich auch die vorliegende Arbeit mit diesem Thema. Ziel ist es, das Verhältnis der beiden Protagonisten aufzuschlüsseln, um auf diese Weise ein tieferes Verständnis des Werkes zu ermöglichen. Zu diesem Zweck wird das Verhältnis zwischen Jacques und dem Maître zunächst aus drei verschiedenen Blickwinkeln betrachtet werden. Diese Einteilung kann allerdings zunächst nur zur groben Orientierung dienen.

Zunächst muß der soziale Aspekt ihres Verhältnisses betrachtet werden, das heißt also das Herren-Knecht Verhältnis im engeren Sinne. In diesem Rahmen wird auch immer wieder ein Kontext zu der französischen Gesellschaft des 18. Jahrhunderts hergestellt werden. In diesem Teil wird der offene Konflikt, der zwischen Jacques und dem Maître im Grand- Cerf ausbricht, zunächst so weit wie möglich ausgeklammert werden, da er zum Schluß einzeln betrachtet werden wird. Dies geschieht aufgrund der zentralen Bedeutung dieser Episode für den sozialen Aspekt ihrer Beziehung. Der zweite Blickwinkel auf die Beziehung von Jacques und seinem Maître ist der auf den persönlichen Aspekt ihrer Beziehung. Dieser Teil wird den kürzesten Abschnitt dieser Arbeit darstellen, da die Grenze dieses Aspektes zu den anderen beiden oft fließend ist und eine Wiederholung vermieden werden soll. Schließlich soll der philosophische Aspekt ihrer Beziehung genauer beleuchtet werden. Die Darstellung dieses Aspektes kann im Rahmen dieser Arbeit naturgemäß nicht vollständig sein, auch bedingt dadurch, daß der Bezug zu literarischen Vorbildern ausgeklammert werden soll. Um in diesem Teil der Arbeit die Darstellung zu vereinfachen, werden einige Einzelaspekte der Beziehung zwischen Jacques und dem Maître mittels einer vom Autor dieser Arbeit entworfenen Hilfskonstruktion besprochen, die der Einfachheit halber „Kontinuum“ genannt wird.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die soziale Beziehung zwischen den Protagonisten

2.1 Die soziale Rolle von Jacques und Maître im Ancien Régime

2.2 Die reale Basis dieser sozialen Rollen

2.3 Jacques’ Umgang mit diesen Gegensätzen

2.4 Offener Ausbruch des sozialen Konfliktes

2.5 Die Lösung des Konflikts

3. Die persönliche Beziehung der beiden Protagonisten

3.1. Die emotionale Ebene

3.2 Die Überlegenheit Jacques

3.2.1 Die Handlungsebene

3.2.2 Die Interaktion in den Dialogen

4. Die philosophische Beziehung zwischen den beiden Protagonisten

4.1 Aktivität versus Passivität

4.2 Determinierung versus freier Wille

4.3 Das Kontinuum von Gegensatzpaaren

5. Schlußfolgerungen

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe und vielschichtige Verhältnis zwischen Jacques und seinem Maître in Denis Diderots Roman „Jacques le Fataliste et son maître“, um durch die Analyse verschiedener Blickwinkel – sozial, persönlich und philosophisch – ein tieferes Verständnis des Gesamtwerks zu ermöglichen.

  • Analyse der sozialen Dynamik und Rollenverteilung vor dem Hintergrund des französischen Ancien Régime.
  • Untersuchung der persönlichen Ebene, insbesondere der emotionalen Bindung und der tatsächlichen Dominanzverhältnisse.
  • Philosophische Auseinandersetzung mit dem Gegensatzpaar Determinismus versus freier Wille.
  • Erarbeitung eines Kontinuums von Gegensatzpaaren zur Charakterisierung der Protagonisten.
  • Historische Einordnung des sozialen Konflikts und dessen Bedeutung für die Emanzipation Jacques’.

Auszug aus dem Buch

Die reale Basis dieser sozialen Rollen

Spiegelt sich in diesen Rollen das reale Verhältnis zwischen Jacques und seinem Maître wieder, oder sind es nur Fassaden die aus gesellschaftlicher Notwendigkeit aufrechterhalten werden? Um dies zu untersuchen sollen in der Folge die unter Kapitel 2.1 heraus gearbeiteten Merkmale der sozialen Beziehung zwischen Jacques und seinem Maître hinterfragt werden. Zunächst stellt man fest, daß Jacques zwar in der Regel das Recht des Maître, ihn körperlich zu züchtigen, anerkennt und es hinnimmt. Es gibt aber Ausnahmen von dieser Regel:

Le maître s’apercevant aussitôt qu’on lui avait volé son cheval, se disposait à tomber sur Jacques à grand coups de bride, lorsque Jacques lui dit : « Tout doux, monsieur, je ne suis pas d’humeur aujourd’hui à me laisser assommer; je recevrai le premier coup, mais je jure qu’au second je pique des deux et vous laisse là... » Cette menace de Jacques fit tomber subitement la fureur de son maître, qui lui dit d’un ton radouci : « Et ma montre ? »

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die literarische Problematik und Zielsetzung der Analyse der Beziehung zwischen Jacques und seinem Maître.

2. Die soziale Beziehung zwischen den Protagonisten: Untersuchung des Herren-Knecht-Verhältnisses im Kontext des französischen Ancien Régime und der damit verbundenen Machtstrukturen.

3. Die persönliche Beziehung der beiden Protagonisten: Analyse der engen emotionalen Bindung und der tatsächlichen Überlegenheit von Jacques gegenüber seinem Maître auf verschiedenen Ebenen.

4. Die philosophische Beziehung zwischen den beiden Protagonisten: Philosophische Kontrastierung der Konzepte Determinismus und freier Wille sowie die methodische Aufschlüsselung ihrer Interaktionen durch ein begriffliches Kontinuum.

5. Schlußfolgerungen: Synthese der Ergebnisse, die das Paradoxon zwischen den vorgegebenen sozialen Rollen und der gelebten Realität der Protagonisten aufzeigt.

Schlüsselwörter

Jacques, Diderot, Fatalismus, Ancien Régime, soziale Rollen, Herren-Knecht-Verhältnis, Determinismus, freier Wille, Emanzipation, Literaturanalyse, Philosophie, Empirismus, Intertextualität, Machtverhältnisse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das vielschichtige und komplexe Verhältnis zwischen den Protagonisten Jacques und seinem Maître in Diderots Roman unter sozialen, persönlichen und philosophischen Aspekten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die soziale Ordnung des Ancien Régime, das philosophische Spannungsfeld zwischen Determinismus und freiem Willen sowie die Dynamik von Macht und Abhängigkeit.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, das Verhältnis der beiden Protagonisten aufzuschlüsseln, um ein tieferes Verständnis für das Gesamtwerk und die darin dargestellten gesellschaftlichen Strukturen zu gewinnen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine komparative Literaturanalyse und interpretiert Textstellen im Kontext soziologischer und philosophischer Kategorien, ergänzt durch eine vom Autor entworfene Hilfskonstruktion (das „Kontinuum“).

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der sozialen Rollen, der emotionalen Ebene, der persönlichen Überlegenheit von Jacques sowie der philosophischen Gegensätze in Bezug auf Handeln und Denken.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Fatalismus, Determinismus, soziale Rollen, Ancien Régime, Machtverhältnisse, Empirismus, Abhängigkeit und Emanzipation.

Wie beeinflusst das Ancien Régime die Beziehung der Charaktere?

Das Ancien Régime liefert die strukturellen Rahmenbedingungen der Machtausübung, wobei die Arbeit aufzeigt, dass diese soziale Rangordnung oft nur noch eine äußere Fassade ist.

Inwiefern ist das „Kontinuum“ für die Analyse relevant?

Das Kontinuum dient dazu, die gegensätzlichen Handlungs- und Denkmuster der beiden Charaktere (Erfahrung vs. theoretisches Wissen, Intuition vs. Intellekt) systematischer vergleichbar zu machen.

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Details

Title
Die Beziehung zwischen Jacques und seinem Maître in DENIS DIDEROTS "Jacques le Fataliste et son maître"
College
University of Dusseldorf "Heinrich Heine"  (Romanisches Seminar)
Course
Hauptseminar Das Epochenkonzept der Aufklärung
Grade
1,0
Author
Ulrich Jacobs (Author)
Publication Year
1998
Pages
34
Catalog Number
V28454
ISBN (eBook)
9783638302265
Language
German
Tags
Beziehung Jacques Maître DENIS DIDEROTS Jacques Fataliste Hauptseminar Epochenkonzept Aufklärung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ulrich Jacobs (Author), 1998, Die Beziehung zwischen Jacques und seinem Maître in DENIS DIDEROTS "Jacques le Fataliste et son maître", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/28454
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