In Zeiten des technischen Fortschritts, steigenden Wettbewerbs- und Konkurrenzdrucks, einer zunehmenden Dynamik und Komplexität sowie stetigen Globalisierungstendenz müssen Unternehmen, um weiterhin am Markt erfolgreich bestehen zu können, neue Wege beschreiten. Dieser Weg wird jedoch zusätzlich durch gegenwärtige Veränderungen beeinflusst, die Unternehmen mit einer durch Vielfalt geprägten, internen sowie externen Umwelt konfrontieren. Vor allem ein sich wandelnder Arbeitsmarkt sowie eine damit einhergehende Verschiedenartigkeit der Mitarbeiter rücken vermehrt in den Vordergrund der Betrachtung.
Ausgehend von Entwicklungen in den USA zu Beginn der neunziger Jahre, hielt diese Verschiedenartigkeit, welche per se kein neuartiges Phänomen darstellt, sondern sich in jedem Unternehmen bzw. Organisation feststellen lässt, schließlich unter der Begrifflichkeit des sog. „Diversity Managements“ Einzug in den betriebswirtschaftlichen Kontext. In letzter Zeit attiriert dieses Diversitätsmanagement auch in Deutschland ein zunehmendes Interesse, da sich Unternehmen aus den hieraus resultierenden Maßnahmen bzw. Möglichkeiten einen adäquaten Umgang mit den Veränderungen sowie der einhergehenden Vielfalt erhoffen und diese zugleich sinnvoll nutzen wollen. In diesem Zusammenhang sowie vor allem aufgrund des steigenden Wettbewerbsdrucks rücken vermehrt Innovationen in den Fokus, gelten jene doch als „Schlüssel zur erfolgreichen Bewältigung der derzeit stattfindenden tiefgreifenden Veränderungen in Gesellschaft und Wirtschaft“.
Inwiefern eine solche Verzahnung bestätigt werden kann und wie sich jene ausgestalten lässt, gilt es in der vorliegenden Arbeit zu betrachten und, soweit möglich, dezidiert zu beantworten. Dabei widmet sich Kapitel 2 den essentiellen, theoretischen Grundlagen zur Diversitäts- und Innovationsthematik. Darauf aufbauend führt Kapitel 3 diese zusammen und befasst sich mit der Analyse des Zusammenhangs der beiden Begrifflichkeiten, welcher im Anschluss einer kritischen Würdigung unterzogen werden soll. Kapitel 4 schließt die Arbeit mit einem Fazit sowie Ausblick.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen und Erläuterungen
2.1 Diversität
2.1.1 Begriff der Diversität
2.1.2 Darstellung der Diversitätsdimensionen
2.1.3 Diversitätsmanagement
2.2 Innovation
2.2.1 Begriff der Innovation
2.2.2 Darstellung des Innovationsprozesses
2.2.3 Innovationsmanagement
3 Diversität und Innovation
3.1 Konzeptionelle Überlegungen
3.2 Zusammenhang von Diversität und Innovationen
3.2.1 Innere Dimension und Innovationen
3.2.2 Äußere Dimension und Innovationen
3.2.3 Organisationale Dimension und Innovationen
3.2.4 Kritische Würdigung
4 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Seminararbeit verfolgt das Ziel, den Zusammenhang zwischen Diversität und Innovationen zu analysieren, indem sie theoretische Grundlagen beider Begriffe aufarbeitet und auf Basis empirischer Studien untersucht, inwieweit unterschiedliche Diversitätsmerkmale – wie Alter, Geschlecht, Kultur und funktionale Diversität – die Innovationsleistung und Kreativität von Teams und Organisationen beeinflussen.
- Grundlagen von Diversitätsmanagement und dessen Bedeutung in modernen Unternehmen.
- Strukturierung und Darstellung des Innovationsprozesses sowie des Innovationsmanagements.
- Analyse der Auswirkungen von diversen Teamzusammensetzungen auf Innovationsaspekte.
- Kritische Würdigung der „double-edged sword“-Eigenschaft von Diversität im beruflichen Kontext.
- Untersuchung von Erfolgsfaktoren für das Management von Vielfalt zur Innovationsförderung.
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Innere Dimension und Innovationen
Im Zuge der demographischen Entwicklung wird die altersspezifische Diversität vermehrt in den betrieblichen Fokus gerückt und aus innovationsspezifischer Sichtweise betrachtet. Aus theoretischer Sicht herrscht Uneinigkeit hinsichtlich des genauen Zusammenhangs - so werden oftmals Leistungsdefizite von älteren im Vergleich zu jüngeren Mitarbeitern postuliert, die mit einer geringeren innovativen Leistungsfähigkeit sowie einer niedrigeren betrieblichen Wertschätzung assoziiert werden, wohingegen andere Meinungen einen solchen Zusammenhang negieren. Ein analoges Ergebnis manifestiert sich auch in der Empirie, in welcher unterschiedliche Innovationsaspekte in die Betrachtung integriert wurden: Østergaard et al. (2011) postulieren einen negativen Zusammenhang zwischen altersspezifischer Diversität und der Wahrscheinlichkeit zur Einführung von Innovationen auf Gruppenebene, was die Ergebnisse älterer Studien von Zajac (1991) sowie Bantel und Jackson (1989), die sich auf das Top Management von Unternehmen beschränken, bekräftigen.
Rouvinen (2002) kommt zu dem Ergebnis, dass zwischen dem durchschnittlichen Alter der Angestellten sowie der Wahrscheinlichkeit zu Prozessinnovationen ein negativer Zusammenhang besteht. Dies wird von Choi (2007) bestätigt, da auf Gruppenebene kein signifikanter Einfluss der altersspezifischen Diversität auf die Kreativität festgestellt werden konnte. Van der Vegt et. al (2005) schließen aus ihren Ergebnissen, dass kein Zusammenhang zwischen der geschlechtsspezifischen Diversität und dem Innovationsklima unter kultureller Moderation besteht. Im Gegensatz hierzu kommen Hipp und Verworn (2009) zu dem Ergebnis, dass die Innovativität auf Gruppenebene unabhängig vom jeweiligen Alter der Mitarbeiter anzusehen ist. Gemäß Verworn (2009) kann die Qualität der Ideen und somit die innovative Leistung im zunehmenden Alter von einer höheren Qualität geprägt sein, was Choi (2007) auf das erhöhte individuelle Kreativitätspotential zurückführt. Henseke und Tivig (2007) konnten diesbezüglich einen umgekehrt u-förmigen Zusammenhang zwischen dem Alter von Innovatoren und deren innovativer Leistung feststellen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den steigenden Wettbewerbsdruck und die Bedeutung von Diversitätsmanagement sowie Innovationen als Schlüssel zur erfolgreichen Bewältigung unternehmerischer Veränderungen.
2 Theoretische Grundlagen und Erläuterungen: Dieses Kapitel definiert die Begriffe Diversität und Innovation, beleuchtet deren Dimensionen und Prozessmodelle und führt in das Innovationsmanagement ein.
3 Diversität und Innovation: Hier werden Diversität und Innovation zusammengeführt und die Auswirkungen spezifischer Diversitätsmerkmale (innere, äußere, organisationale Dimension) auf die Innovationsleistung kritisch analysiert.
4 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und betont, dass Diversität ein zweischneidiges Schwert („double-edged sword“) darstellt, das eine gezielte Steuerung durch das Management erfordert.
Schlüsselwörter
Diversitätsmanagement, Innovation, Innovationsmanagement, Innovationsprozess, Diversitätsdimensionen, Altersdiversität, geschlechtsspezifische Diversität, kulturelle Diversität, funktionale Diversität, Kreativität, Unternehmenskultur, Wettbewerbsvorteil, Human-Ressourcen, Teamleistung, empirische Studien.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den Zusammenhang zwischen personeller Vielfalt (Diversität) und der Innovationsfähigkeit innerhalb von Unternehmen und Teams.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Felder sind das Diversitätsmanagement, das Innovationsmanagement, die Kategorisierung von Diversitätsdimensionen sowie die Untersuchung deren Einfluss auf kreative Prozesse.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die oft widersprüchlichen theoretischen und empirischen Befunde dazu zu klären, ob und unter welchen Bedingungen Diversität einen positiven oder negativen Einfluss auf Innovationen hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse und die systematische Auswertung einer Vielzahl empirischer Studien, die den Zusammenhang zwischen verschiedenen Diversitätsmerkmalen und Innovationskennzahlen untersuchen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Begriffe und eine anschließende detaillierte Analyse der einzelnen Diversitätsdimensionen (Alter, Geschlecht, Kultur, Funktion) im Hinblick auf ihre Innovationswirkung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind unter anderem Diversitätsmanagement, Innovationskraft, Kreativität, Teamzusammensetzung und die Herausforderungen einer diversen Belegschaft.
Was bedeutet es, dass Diversität ein „double-edged sword“ ist?
Dies beschreibt die Ambivalenz: Diversität kann einerseits durch verschiedene Perspektiven die Kreativität steigern, andererseits aber durch Konflikte und Kommunikationsbarrieren die Effizienz und Umsetzung von Innovationen hemmen.
Warum wird funktionale Diversität oft als „Crossfunktionalität“ bezeichnet?
Der Begriff betont die Zusammenarbeit von Mitarbeitern aus verschiedenen Fachbereichen, was zwar das Wissenspotenzial erhöht, aber auch ein höheres Konfliktpotenzial birgt.
- Arbeit zitieren
- Johannes Fries (Autor:in), 2013, Der Zusammenhang von Diversitätsmanagement und Innovationen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/284654