Kultur ist das Ergebnis menschlicher Handlungen und wirkt sich zugleich direkt auf menschliches Handeln aus. So kann eine Situation oder Handlung aufgrund des Einflusses von Kultur von zwei Menschen mit verschiedenen kulturellen Hintergründen unterschiedlich interpretiert werden.
Um sich dieser unterschiedlichen Interpretation bewusst zu werden, gilt es aber zunächst zu verstehen, worum es sich bei einer „Kultur“ handelt. Deshalb stellt die folgende Arbeit die relevanten theoretischen Grundlagen zum Kulturbegriff vor.
Aus dem Inhalt:
- Definitionen von Kultur
- Werte als Kern der Kultur
- Kulturgrenzen
Inhaltsverzeichnis
1. DEFINITIONEN VON KULTUR
2. KULTURELLE PROGRAMMIERUNG
3. WERTE ALS KERN DER KULTUR
4. KULTUR UND SINN
5. KULTUR UND KOMMUNIKATION
6. KULTURGRENZEN
7. KULTURELLE UNTERSCHEIDBARKEIT
7.1. KULTURSTANDARDS UND IHRE FUNKTION IN KULTURASSIMILATOREN
7.2. HOFSTEDES VIER KULTURDIMENSIONEN
7.3. KRITIK AN HOFSTEDES UNTERSUCHUNG
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, die theoretischen Grundlagen des Kulturbegriffs zu erarbeiten, um ein tieferes Verständnis für die wechselseitige Beeinflussung von Kultur, menschlichem Handeln und Kommunikation in interkulturellen Kontexten zu schaffen. Im Zentrum steht dabei die Auseinandersetzung mit der Frage, wie kulturelle Prägungen unsere Wahrnehmung, Sinnkonstitution und Interaktion beeinflussen und warum eine statische oder homogene Betrachtung von Kulturen der Realität komplexer Lebenswelten nicht gerecht wird.
- Grundlegende Definitionen und Konzepte von Kultur
- Die Rolle von Werten als zentraler Kern kultureller Orientierung
- Der Zusammenhang zwischen Kultur, Sinnstiftung und Kommunikation
- Kritische Analyse von Kulturstandards und HOFSTEDES Kulturdimensionen
Auszug aus dem Buch
3. Werte als Kern der Kultur
Wie im vorangehenden Abschnitt dargestellt, wird Kultur erlernt. Sie ermöglicht es den Menschen, Alltagssituationen routiniert zu meistern (BOLTEN 2003a:14) und macht eine erneute Definition von schon erlebten Situationen überflüssig. So ist es zum Beispiel nach einmaligem Lernen des Essens mit Messer und Gabel oder des Begrüßens per Handschlag nicht mehr nötig, diese Verhaltensweisen in zukünftigen Situationen neu zu erlernen. Kultur ist demnach kollektiv geteiltes Wissen, welches Situationen vorstrukturiert, Komplexität abbaut und den Bezugsrahmen für ,,richtiges“ Denken, Fühlen und Handeln in typischen Situationen bildet (ESSER 2001:1).
Innerhalb der Kultur bestimmen die von der Gesellschaft geteilten Werte, welches Denken, Fühlen und Handeln im Bezugsrahmen der vorherrschenden Kultur richtig ist (LUSTIG & KOESTER 1999:32).
Werte bilden somit den Kern jeder Kultur und definieren in dieser die Bedeutung von böse und gut, schmutzig und sauber, hässlich und schön, unnatürlich und natürlich, anomal und normal, paradox und logisch, irrational und rational (HOFSTEDE 2001:9ff).
Zusammenfassung der Kapitel
1. DEFINITIONEN VON KULTUR: Das Kapitel beleuchtet die Vielzahl an Definitionen des Kulturbegriffs und verdeutlicht anhand der Lebenswelt-Perspektive, wie Kultur das menschliche Handeln und die Wahrnehmung strukturiert.
2. KULTURELLE PROGRAMMIERUNG: Hier wird erläutert, wie ein Individuum im Zuge der Sozialisation Denk- und Verhaltensmuster verinnerlicht, was als mentale Programmierung bezeichnet wird, ohne dabei die menschliche Flexibilität auszuschließen.
3. WERTE ALS KERN DER KULTUR: Dieses Kapitel zeigt auf, wie geteilte Werte als Komplexitätsfilter fungieren, die darüber bestimmen, was in einer Gesellschaft als sinnvoll und richtig erachtet wird.
4. KULTUR UND SINN: Es wird dargelegt, wie Kultur als kollektiv geteiltes Wissen spezifischen Situationen einen Sinn zuschreibt und somit menschliches Handeln innerhalb einer Gemeinschaft orientierbar macht.
5. KULTUR UND KOMMUNIKATION: Die Bedeutung von Kultur als notwendige Grundlage für erfolgreiche Kommunikation wird hervorgehoben, da jede Interaktion ein gemeinsames kulturelles Orientierungssystem voraussetzt.
6. KULTURGRENZEN: Das Kapitel hinterfragt die Problematik der Abgrenzung von Kulturen und thematisiert das Spannungsfeld zwischen homogenen Kulturvorstellungen und der Realität hybrider, sich wandelnder Lebenswelten.
7. KULTURELLE UNTERSCHEIDBARKEIT: Hier werden Konzepte zur Kategorisierung von Kulturen vorgestellt, wobei der Fokus insbesondere auf dem Konzept der Kulturstandards und der kritischen Reflexion der Kulturdimensionen von Hofstede liegt.
Schlüsselwörter
Kultur, Kulturdefinition, Sozialisation, mentale Programmierung, Werte, Sinnkonstitution, Kommunikation, Kulturstandards, Kulturdimensionen, Hofstede, interkulturelle Kompetenz, Kulturassimilatoren, interkulturelle Interaktion, Identität, Diversität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den theoretischen Grundlagen des Kulturbegriffs und untersucht, wie Kultur unsere Wahrnehmung, unser Denken und unser tägliches Handeln strukturiert.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Definition von Kultur, die Bedeutung von Werten und Ritualen, das Zusammenspiel von Kultur und Kommunikation sowie die Methoden zur Kategorisierung von Kulturen im interkulturellen Vergleich.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, ein Verständnis für die Funktionsweise von Kultur zu schaffen und aufzuzeigen, wie kulturelle Prägungen die Sinnkonstitution und Interaktion von Menschen in verschiedenen sozialen Kontexten beeinflussen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich primär auf eine fundierte Literaturanalyse, in der verschiedene wissenschaftliche Ansätze und Modelle der Kultur- und Sozialforschung zusammengeführt und kritisch diskutiert werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden Konzepte wie die mentale Programmierung, das Eisbergmodell der Kultur, das Konzept der Kulturstandards sowie Hofstedes Kulturdimensionen im Detail erläutert und kritisch hinterfragt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kultur, Werte, interkulturelle Kompetenz, mentale Programmierung, Kommunikation, Kulturstandards und interkultureller Vergleich sind die prägenden Begriffe der Arbeit.
Inwiefern beeinflusst Kultur laut der Arbeit das Verständnis von Kommunikation?
Die Arbeit verdeutlicht, dass Kommunikation nicht nur eine gemeinsame Sprache, sondern zwingend ein geteiltes kulturelles Wissen voraussetzt, um erfolgreich zu sein und Missverständnisse zu vermeiden.
Warum wird HOFSTEDES Ansatz kritisch betrachtet?
Hofstedes Untersuchung wird kritisch gesehen, da sie die Repräsentativität der IBM-Mitarbeiter für ganze Nationen infrage stellt und die Gefahr eines ökologischen Fehlschlusses birgt, indem sie individuelle Unterschiede zugunsten nationaler Mittelwerte vernachlässigt.
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- Magister Artium Johannes Germ (Author), 2006, Was ist Kultur? Definition und Grundlagen des Kulturbegriffes, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/284682