Doping in der DDR. Leistungssteigerung um jeden Preis?


Facharbeit (Schule), 2012
21 Seiten, Note: 15

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Geschichte des Dopings und dessen Definition

3 Funktionsweise von Dopingmitteln

4 Dopingmittel - Wirkungen und Nebenwirkungen
4.1 Verbotene Substanzen
4.1.1 Anabole Wirkstoffe
4.1.2 Anabol-androgene Steroide (AAS)
4.1.3 Hormone und verwandte Wirkstoffe
4.1.4 Narkotika
4.1.5 Diuretika und andere Maskierungsmittel
4.2 Verbotene Methoden
4.2.1 Erhöhung des Sauerstofftransfers
4.2.2 Chemische oder physikalische Manipulation
4.2.3 Gendoping

5 Doping in der DDR
5.1 Allgemeines
5.2 Die präanabole Phase
5.3 Die anabole Phase

6 Problematik des Zwangsdopings

7 Heidi Krieger/Andreas Krieger

8 Weitere Folgen

9 Fazit

10 Literaturverzeichnis und Internetquellen

1 Einleitung

„Der Sport ist kein Selbstzweck, sondern Mittel zum Zweck!"1 Dieses Zitat gibt im Großen und Ganzen die damaligen Umstände der DDR wieder. Doping war einerseits dazu da, die einzelnen Sportler zu verbessern. Andererseits aber auch, und darauf legte die DDR ihr Hauptaugenmerk, um sich selbst in der Gesamtwertung gut nach außen hin darzustellen.

Zwangsdoping wurde somit verwendet,

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Abb. 1: Die Olympischen Spiele 1972 in München

um internationale Anerkennung für die

Parteidiktatur zu gewinnen. Die daraus entstandenen sozialen, wie auch körperlichen Folgen machen sich erst heute richtig bemerkbar, so dass man sich als Außenstehender zunehmend fragt, warum immer noch gedopt wird, obwohl die Folgen mittlerweile doch bekannt sind.

Wenn man heute an die DDR denkt, kommt einem meistens direkt die diktatorische Politik in den Sinn. Und genau darin findet sich der damalige Sport wieder. Der Sport war damals, anders als heutzutage, mehr an die Politik gekoppelt. Die SED war es, die bestimmte, welche Sportarten man zum Beispiel bei den Olympischen Spielen antreten ließ und welche nicht. Die Auswahlkriterien waren hierbei nichts anderes als die Gewinnchancen. Leider erkannte man damals die Folgen des Zwangsdopings nicht, so dass viele Menschen unter ihm leiden mussten.

Deswegen möchte ich in meiner Facharbeit das Thema Doping ein wenig erklären und vor allem auf die Folgen aufmerksam machen. Zudem möchte ich versuchen das Thema verständlicher zu machen, wobei das Beispiel Andreas Krieger helfen soll.

2 Die Geschichte des Dopings und dessen Definition

Nach Berichten von Galenos, einem griechischen, antiken Arzt und Anatom, der während der Olympischen Spiele die Athleten „studierte“, begann das Doping schon zur Zeit der Antike. In ihnen wird beschrieben, dass die damaligen Athleten sehr auf ihre Ernährung achteten und vor Wettkämpfen Stierblut, Alkohol, Stierhoden oder Atropin zu sich nahmen. Später tauchten bei den Berserkern der nordischen Mythologie Rausch- bzw. Dopingmittel wie die Droge Bufotenin, welche aus Fliegenpilzen gewonnen wird, auf. Diese bewirkten angeblich eine Steigerung der Kampfkraft um das Zwölffache. Zudem sollen Griechen und Römer zu Mohn und dem daraus entstehenden Opium, einem Schmerzmittel, gegriffen haben, um ihre Leistungsfähigkeit zu steigern.

Um etwa 1500 herum kauten die Inkas Koka-Blätter und tranken Mate-Tee sowie Kaffee um Höchstleistungen zu erbringen.

Mitte des 17. Jahrhunderts wurde das Doping von Pferden zum ersten Mal in der Öffentlichkeit erwähnt. In dieser Zeit stand jedoch das leistungsmindernde Doping im Vordergrund wie zum Beispiel das vergiften von Pferden durch Arsen, um bei Wettgeschäften zu gewinnen. Jedoch wurde der erste offizielle Fall erst 1812 entdeckt, als die Täter auf frischer Tat ertappt wurden, da man die illegalen Substanzen noch nicht Nachweisen konnte. Erst mit den

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Abb. 2: Koka-Blätter

Fortschritten in der pharmazeutischen Industrie wurde das leistungssteigernde Doping ein Thema. 1910 konnte dadurch erstmals das Doping bei Pferden in Österreich durch die Untersuchung des Speichels nachgewiesen - man fand Spuren von Alkaloiden.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kam es dann erstmals zum Doping im Sport. Im Radsport war die „schnelle Pulle“ Gang und Gäbe. Diese Trinkflasche beinhaltete koffeinhaltige Mischungen oder auch Mischungen aus alkoholhaltigen Getränken. Die Sprinter setzten besonders auf Nitroglycerin. 1886 gab es dann den ersten Dopingtoten: Beim Rennen Bordeaux-Paris starb der Engländer Linton an einer Überdosis Trimethyl. Der erste deutsche Sportler, der nachgewiesen an Doping - hier Pervitin - starb, war der Boxer Jupp Elze. Hätte Jupp nicht vor seinem Kampf Pervitin genommen, hätte er wahrscheinlich vorzeitig aufgeben müssen und wäre so dem tödlichen Schlag auf den Hinterkopf entkommen. Jupp

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Abb. 3: Jupp Elze

starb nach acht Tagen im Koma an Hirnblutungen. Nicht nur die darauffolgende Bekämpfung von Doping war ein Problem, sondern auch die richtige Definition des Dopings. Die Amerikaner mit dem Alkoholkonsum, die verschiedenen Verabreichungsformen oder auch das negative Doping machen es immer schwerer, Doping sinnvoll zu definieren.

Doping bedeutet die Einnahme von unerlaubten, leistungssteigernden Medikamenten. Der Grund für das Verbot ist in erster Linie die unfaire und nicht trainingsbedingte Leistungssteigerung, die durch diese Dopingmittel hervorgerufen wird. Nach Artikel 1 und 2 des Anti-Doping-Code der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADACode - Version 2.0, Stand 1. Januar 2006) ist Doping zurzeit wie folgt definiert: Artikel 1: Definition des Begriffs Doping

Doping wird definiert als das Vorliegen eines oder mehrerer der nachfolgenden in Artikel 2.1 bis Artikel 2.9 festgelegten Verstöße gegen Anti-Doping-Bestimmungen. Artikel 2: Verstöße gegen Anti-Doping-Bestimmungen (siehe Anhang).

3 Funktionsweise von Dopingmitteln

Unser Körper besitzt grob gesehen zwei Phasen der Leistungsfähigkeit. Eine davon ist die, in der wir uns jeden Tag befinden (blau). Am Leistungsstärksten sind wir zwischen 7 und 19 Uhr. Wenn man nun ein Dopingmittel zu sich nimmt, werden bereits vorhandene Reserven frei, welche sich autonom geschützte Reserven nennen. Normalerweise kann ein Mensch diese nur unter Todesangst erreichen. Jedoch ist der Körper nicht auf eine langfristige Verwendung dieser Reserven ausgelegt, sodass es zu schwerwiegenden Nebenwirkungen kommen kann.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 4: Diagramm zur Leistungsfähigkeit innerhalb eines Tages

4 Dopingmittel - Wirkungen und Nebenwirkungen

4.1 Verbotene Substanzen

4.1.1 Anabole Wirkstoffe

„Die Gruppe der anabolen Wirkstoffe wird in der Trainingsphase von Athleten verwendet, um durch die anabolen Wirkungen dieser Substanzen einen stärkeren Muskelaufbau und damit verbunden eine Verbesserung der sportlichen Leistung zu erzielen.“2 Seit 1993 sind sie unterteilt in:

1) Anabole androgene Steroidhormone (AAS)
a) Exogene AAS
b) Endogene AAS
2) Andere anabole Substanzen

4.1.2 Anabol-androgene Steroide (AAS)

Testosteron, die Modellsubstanz für diese Gruppe, führt durch seine anabole Wirkung zu einer Zunahme der Muskelmasse und einer Verringerung des Fettanteils am Gesamtkörpergewicht sowie zu einer Verringerung des Eiweißabbaus. Es sorgt zudem für eine positive Stickstoffbilanz und für eine Vermehrung der Erythrozyten und der Hämoglobinkonzentration, sodass mehr Sauerstoff durch den Körper transportiert werden kann. Daneben wirkt es auf die Knochenreifung. Der Effekt aller von Testosteron abgeleiteten synthetisch hergestellten anabolen Steroide ist ähnlich.

Der Grund, warum die Leistungsfähigkeit durch anabole androgene Steroide steigt, ist eine erhöhte Aggressivität und eine verbesserte Motivation, sowie ein bessere Eiweißverwendung, die zu einer besseren Regenerationsfähigkeit führt.

[...]


1 Welt Online: Sport ist Mittel zum Zweck. 2009. URL: http://www.welt.de/die- welt/kultur/article5332196/Sport-ist-Mittel-zum-Zweck.html. (Stand: 22.01.2012).

2 Institut für Biochemie der DSHS Köln: Anabole Wirkstoffe - Steroidhormone und andere anabole Wirkstoffe.2008.URL:http://www.dopinginfo.de/rubriken/01_doping/04.html. (Stand: 04.01.2012)

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Details

Titel
Doping in der DDR. Leistungssteigerung um jeden Preis?
Note
15
Autor
Jahr
2012
Seiten
21
Katalognummer
V284686
ISBN (eBook)
9783656849711
ISBN (Buch)
9783656849728
Dateigröße
967 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
doping, leistungssteigerung, preis
Arbeit zitieren
Maren Thoden (Autor), 2012, Doping in der DDR. Leistungssteigerung um jeden Preis?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/284686

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