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Jürgen Habermas. Glaube und Wissen

Titre: Jürgen Habermas. Glaube und Wissen

Dossier / Travail , 2014 , 19 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Ina Pappert (Auteur)

Études Culturelles - Divers
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„Weltmacht Habermas“, „Herr der Großdebatten“, „das leuchtende Beispiel eines Mannes, der die Rolle des Bürgers und die des Philosophen in überragender Weise vereint“ – zum 80. und 85. Geburtstag von Jürgen Habermas überschlugen sich die deutschen Feuilletons in ihren Schlagzeilen, um den Frankfurter Philosophen und Soziologen zu würdigen. Er gilt als der führende philosophische Kopf Deutschlands und ist zum allseits anerkannten bundesrepublikanischen Großintellektuellen geworden.

Jürgen Habermas steht in der Tradition der sogenannten Kritischen Theorie der Frankfurter Schule (Max Horkheimer, Theodor Adorno, Herbert Marcuse) und ist der profilierteste Repräsentant der marxistisch geprägten Diskurstheorie. In seinem breiten wissenschaftlichen Werk hat er über die Jahrzehnte die „Theorie des kommunikativen Handelns“ entwickelt. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels zeichnete Habermas im Jahr 2001 mit seinem renommierten Friedenspreis aus und ehrte ihn „als den Zeitgenossen, der den Weg der Bundesrepublik Deutschland ebenso kritisch wie engagiert begleitete […] und der von einer weltweiten Leserschaft als der prägende deutsche Philosoph der Epoche wahrgenommen wird“.

In seiner Friedenspreisrede in der Frankfurter Paulskirche überraschte Habermas die Öffentlichkeit und irritierte nicht wenige mit seinem Plädoyer, die Stimme der Religion ernst zu nehmen und Glaubensüberzeugungen in öffentlichen Debatten zu berücksichtigen. Dass die Akzeptanz – mehr noch Bewunderung – für diesen Ethiker des Diskurses heute so umfassend ist, dazu hat nicht zuletzt dessen Reverenz gegenüber der Religion beigetragen. Als Vertreter der Kritischen Theorie ging Habermas noch in den 1980er Jahren davon aus, dass in der Zeit des kommunikativen Handels die Religion sich der Vernunft ergeben werde. Nach dem Wegbrechen des Kommunismus‘ und nicht zuletzt angesichts allgegenwärtiger religiöser und kultureller Konflikte rief er jedoch das „postsäkulare Zeitalter“ aus, in dem die Religion eben nicht einfach verschwindet.

Welchen Stellenwert gibt Habermas im Verhältnis von Glauben und Wissen der Religion? Wie wichtig ist sie für die von ihm so nachdrücklich vertretene Diskurstheorie? Wie hat die Religion ihn, und wie hat er die Theologie beeinflusst? Diese Fragen soll die vorliegende Hausarbeit anhand einiger ausgewählter Beispiele beantworten.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Habermas und seine intellektuelle Bedeutung für Deutschland

3. Habermas‘ Verbindung zur Religion

4. Glaube und Wissen

4.1 Friedenspreisrede 2001

4.2 Weiterungen

5. Habermas und Ratzinger

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis von Glauben und Wissen im Denken von Jürgen Habermas. Dabei wird der Frage nachgegangen, welchen Stellenwert die Religion in seiner Diskurstheorie einnimmt, wie sich der Philosoph der Theologie genähert hat und welche Bedeutung dieser Dialog für eine säkulare Gesellschaft in einer globalisierten Welt besitzt.

  • Die intellektuelle Bedeutung von Jürgen Habermas für die Bundesrepublik Deutschland.
  • Die Entwicklung der Verbindung zwischen Habermas' Diskurstheorie und religiösen Überlieferungen.
  • Die Rolle der Religion als normatives Korrektiv in der säkularisierten Moderne.
  • Der Diskurs zwischen Religion und säkularem Staat am Beispiel des Dialogs mit Joseph Ratzinger.

Auszug aus dem Buch

4. Glaube und Wissen

„Am 11. September ist die Spannung zwischen säkularer Gesellschaft und Religion auf eine ganze andere Weise explodiert“33, sagte Habermas in der Frankfurter Paulskirche

Die Theoretiker wurden mit der ganzen Brutalität religiöser Fanatiker konfrontiert. Darauf wollte Habermas ausdrücklich nicht wie ein intellektueller John Wayne reagieren. Stattdessen greift er den Gegensatz von säkularer Gesellschaft und Religion auf. Habermas spricht davon, dass für die Attentäter – und für viele fundamentalistisch denkende Muslime – die Zwillingstürme als „Wahrzeichen der globalisierten Moderne den Großen Satan“34 verkörpern, vor dem die (islamische) Welt gerettet werden müsse. In vielen islamischen Ländern, in denen die Trennung von Kirche und Staat nicht vollzogen sei, finde auch keine Trennung von religiösen und politischen Motiven statt. Habermas erinnert daran, dass die fortschreitende Säkularisierung für viele gläubige Muslime in ihren Ländern noch nicht nachvollzogen werden könne. Sie fühlten sich durch den Zerfall der traditionellen Lebensformen erniedrigt.35 Dies blockiere die Trennung von Staat und Religion und fördere die Macht und den Einfluss von fundamentalistischen Gruppierungen.

Diese Ängste und Probleme sind aber, so Habermas, sogar in postsäkularen Gesellschaften westlicher Prägung zu beobachten, und er weist darauf hin, dass „[wir] den Risiken einer andernorts entgleisten Säkularisierung […] nur mit Augenmaß begegnen, wenn wir uns darüber klar werden, was Säkularisierung in unserer postsäkularen Gesellschaft bedeutet“.36 Habermas verweist auf die „Ungleichzeitigkeit“ von „Motiven und Mitteln“ der Täter des 11. Septembers

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorwort: Einführung in die Person Jürgen Habermas als Großintellektuellen und Einordnung seiner Entwicklung vom Kritiker der Religion zum differenzierten Denker des postsäkularen Zeitalters.

2. Habermas und seine intellektuelle Bedeutung für Deutschland: Analyse des wissenschaftlichen Werdegangs von Habermas und Erläuterung seiner Diskurstheorie als Grundlage für eine funktionierende Demokratie.

3. Habermas‘ Verbindung zur Religion: Untersuchung der stetigen Auseinandersetzung des Philosophen mit Religion und der Erkenntnis, dass Vernunft und Glaube Lernprozesse wechselseitig benötigen.

4. Glaube und Wissen: Detaillierte Betrachtung der Friedenspreisrede 2001 und der Notwendigkeit einer Übersetzung religiöser Inhalte in eine säkulare Sprache für den gesellschaftlichen Dialog.

5. Habermas und Ratzinger: Darstellung des philosophisch-theologischen Dialogs zwischen Habermas und Kardinal Joseph Ratzinger über die normativen Voraussetzungen des säkularen Staates.

6. Fazit: Zusammenfassende Einschätzung, dass Habermas' Ideal der Diskurstheorie trotz praktischer Hürden wichtige Denkanstöße für das Zusammenleben in einer globalisierten Welt bietet.

Schlüsselwörter

Jürgen Habermas, Diskurstheorie, Glaube und Wissen, Säkularisierung, Postsäkulare Gesellschaft, Religion, Vernunft, Joseph Ratzinger, Demokratie, Kommunikatives Handeln, Verfassungsstaat, Solidarität, Moderne, Öffentlicher Diskurs, Ethik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der philosophischen Auseinandersetzung von Jürgen Habermas mit dem Thema Religion und wie sich dieses Verhältnis über die Jahre gewandelt hat.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Felder sind die Diskurstheorie, das Spannungsfeld zwischen säkularem Staat und religiösen Glaubensüberzeugungen sowie die Rolle der Vernunft in der Moderne.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, welchen Stellenwert Religion in Habermas' Werk hat und wie er die Notwendigkeit eines Dialogs zwischen säkularen und religiösen Akteuren begründet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine geisteswissenschaftliche Literaturanalyse, die zentrale Reden und Schriften von Habermas sowie begleitende Forschungsliteratur auswertet.

Welche Aspekte stehen im Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen der Diskurstheorie, die Bedeutung der Friedenspreisrede von 2001 und das wegweisende Zwiegespräch mit Joseph Ratzinger.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind die Theorie des kommunikativen Handelns, das postsäkulare Zeitalter, die normative Kraft der Vernunft und die Übersetzung religiöser Sprache in den öffentlichen Raum.

Wie bewertet Habermas das Verhältnis von Staat und Religion?

Habermas plädiert für einen Staat, der weltanschaulich neutral ist, aber religiöse Einwände als wertvolles Deutungspotential in den öffentlichen Diskurs einlädt.

Warum ist das Zwiegespräch mit Ratzinger relevant?

Es verdeutlicht, dass auch Vertreter der säkularen Philosophie und der katholischen Kirche übereinstimmen, dass der moderne Staat auf moralische Quellen angewiesen ist, die er aus sich allein nicht begründen kann.

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Résumé des informations

Titre
Jürgen Habermas. Glaube und Wissen
Université
University of Applied Sciences Potsdam  (Kulturarbeit)
Cours
Kult, Kultur und Religion
Note
1,3
Auteur
Ina Pappert (Auteur)
Année de publication
2014
Pages
19
N° de catalogue
V284797
ISBN (ebook)
9783656847977
ISBN (Livre)
9783656847984
Langue
allemand
mots-clé
jürgen habermas glaube wissen
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GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Ina Pappert (Auteur), 2014, Jürgen Habermas. Glaube und Wissen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/284797
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Extrait de  19  pages
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