Die Forschungshypothese in wissenschaftlichen Arbeiten


Forschungsarbeit, 2014

13 Seiten


Leseprobe

Inhalt

Zur Forschungshypothese

Funktion von Hypothesen

Anforderungen an eine Hypothese

Forschungsprozess

Analyse von Abschlussarbeiten

Ziel der Untersuchung

Korpusbeschreibung

Zur Analyse von den Hypothesen

Literatur

Zur Forschungshypothese

In einem ersten Schritt wird auf die Forschungshypothese eingegangen. In diesem Sinne findet sich bei Karmasin, Matthias, Ribing, Rainer1 (2006, 87ff) die folgende Definition zur Forschungshypothese:

„Eine wissenschaftliche Hypothese bezieht sich auf einen Sachverhalt, der empirisch untersuchbar ist. Mit der wissenschaftlichen Hypothese wird behauptet, es bestünde zwischen zwei oder mehreren Variablen ein Zusammenhang.“

Bei Trimmel, Michael (2009, 28)2 findet sich ferner folgende Definition zur Hypothese:

„…sind vorläufige (noch unbewiesene), wissenschaftlich-logische Annahmen über den Zusammenhang realer Phänomene. Während Hypothesen empirisch überprüfbar sind, handelt es sich bei Thesen im Allgemeinen um (zum Teil weitreichende) Behauptungen, welche nicht notwendigerweise der empirischen Prüfung unterzogen werden können. Hypothesen sind also provisorische Antworten auf die zu untersuchenden Fragestellungen zum Zweck der wissenschaftlichen Prüfung.“

In diesem Zusammenhang lässt sich im Weiteren die Hypothese bei Bünting, Karl-Dieter/Bitterlich, Axel/ Pospiech, Ulrike (2008, 126)3 wie folgt definieren:

„Eine Hypothese (aus dem Lateinischen, wörtlich „das Darunterstellen“: zunächst unbewiesene, aber von inhaltlichen Widersprüchen freie Annahme) ist ein wissenschaftlicher Satz, der als zutreffend angenommen wird und aus dem theoretische Überlegungen abgeleitet werden können.“

Zur Klärung des Begriffs Hypothese wird hier ferner die Definition von Homberger, Dietrich (2013, 163) herangezogen:

„In den empirischen Wissenschaften werden Hypothesen aufgestellt, um lückenhafte wissenschaftliche Erkenntnisse an einer bestimmten Stelle zu schließen oder um verschiedene Ergebnisse miteinander in Verbindung zu bringen oder um nicht verstandene Erscheinungen vorläufig zu erklären.“4

Funktion von Hypothesen

Hypothesen ermöglichen es, neue Beobachtungen oder Versuche durchzuführen. Sie dienen auch dazu, das Wissen zu erweitern bzw. zu ergänzen. So Homberger, Dietrich (2013, 163). Hypothesen bildet man laut Esselborn-Krumbiegel, Helga (2008, 108)5 bei Interpretationen, Analyse, Vergleich, Beschreibung, empirischer Erhebung und Auswertung und zum Schluss Forschungsbericht. Des Weiteren gelten die Hypothesen laut Kerlinger (1975)6 als das Werkzeug der Theorie. Hypothese gilt laut Hauser, Bernard/ Humpert, Winfried (2009, 37)7 als Vermutung bezüglich Zusammenhänge oder Unterschiede. Hypothesen sollten laut Kruse, Otto (2007, 129f.)8 in empirischen Arbeiten vorkommen. Falls die Untersuchung sich auf qualitative Daten bezieht, wäre hier eine Hypothese nicht notwendig. In diesem Fall wird mit einer These gearbeitet. So Kruse, Otto (2007, 129ff.). Bei Albert, Ruth (2007, 18)9 findet sich die Überlegung, dass das Ziel einer empirischen darin bestehe, eine Hypothese zu prüfen.

Anforderungen an eine Hypothese

Eine wissenschaftliche Arbeit braucht laut Esselborn-Krumbiegel, Helga (2010, 11)10 am Anfang eine Hypothese. Bei Kornmeier, Martin11 (2012, 125) finden sich die Überlegungen, dass eine Hypothese folgende Anforderungen habe.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Anforderungen an eine Hypothese

Quelle: Kornmeier, Martin (2012): Wissenschaftlich schreiben leicht gemacht. Bern, Stuttgart, Wien. Haupt Verlag. Erste Auflage (2008)

Bei Trimmel, Michael (2009, 29f.)12 finden sich folgende Anforderungen an Hypothesen. Es geht um Testbarkeit, Widerspruchsfreiheit und Kritisierbarkeit

Testbarkeit, d.h. die Hypothese muss operationalisierbar oder testbar sein Widerspruchsfreiheit, d.h. die Hypothese darf keine Widersprüche enthalten.

Kritisierbarkeit, d.h. die Hypothese sollten als richtig oder falsch erwiesen werden.

Die Hypothese sollte nach Albert, Ruth (2007, 18)13 in Form einer Aussage formuliert werden und nicht als Frage. Dazu sollten die verwendeten Begriffe in der Hypothese eindeutig sein. So Albert, Ruth (2007, 18).

Eine Forschungshypothese sollte laut Karmasin, Matthias, Ribing, Rainer14 (2006, 87ff) folgende Kriterien erfüllen: Sie soll allgemeingültig, widerlegbar und als Konditionalsatz formuliert sein. Eine Hypothese kann durch die Mittel „wenn-dann oder je…desto“ formuliert werden.

Man muss laut Homberger, Dietrich (2013, 163)15 mit den vorhandenen wissenschaftlichen Erkenntnissen und Methoden vertraut gemacht sein. Die Hypothese sollte mit bestimmten Tatsachen zusammenhängen.

Forschungsprozess

Esselborn-Krumbiegel, Helga (2010, 88)16 verweist darauf, dass die Hypothese von der Vorgehensweise bei der Forschung abhänge, entweder deduktiv oder induktiv. Ausgangspunkt einer deduktiven Untersuchung sei eine Hypothese. Diese Hypothese soll verifiziert werden. Die Formulierung einer Hypothese erfordert ein Vorwissen über den Themenbereich. Die Hypothesen sind vorläufige Antworten auf die Fragestellung. Der Formulierungsprozess beginnt somit mit Forschungsfrage und Hypothesen, dann Belegen und Argumenten und zum Schluss Antwort auf die Hypothese.

Die Formulierung einer Hypothese erfolgt weiterhin laut Esselborn-Krumbiegel, Helga (2010, 89)17 gerichtet oder ungerichtet. Ungerichtete Hypothese bezieht sich auf die Erwähnung von einem Zusammenhang zwischen Variablen. Dieser Zusammenhang wird nicht bestimmt. Gerichtete Hypothese zeigt die Art und Weise dieses Zusammenhangs. Ausgangspunkt einer induktiven Untersuchung ist lediglich Forschungsfragen. Hier wird Hypothese aus der Analyse von einem Material und aus den Antworten auf die Fragen abgeleitet. Aufgrund der Ergebnisse wird die Hypothese formuliert. Diese sollte belegt werden. Dazu wird sie durch Textstellen erläutert.

Die Überprüfung der Hypothese erfolgt durch Argumente. Dieser Argumentationsgang endet mit der Bestätigung oder Widerlegung der Hypothese. So Bünting, Karl-Dieter/Bitterlich, Axel/ Pospiech, Ulrike (2008, 126)

Analyse von Abschlussarbeiten

Ziel der Untersuchung

Im Fokus der vorliegenden Untersuchung stehen Magisterarbeiten, die von Germanistikstudenten verfasst wurden. Dabei wird angestrebt, Defizite und Kompetenzen der Studenten im Hinblick auf die Anwendung von Hypothesen in den wissenschaftlichen Arbeiten aufzuzeigen.

Korpusbeschreibung

Um die Magisterarbeiten der Studierenden auf die Anwendung von Hypothesen hin zu überprüfen, werden sechs Probanden ausgesucht. Die Ergebnisse sollten Aufschluss darüber geben, welche Defizite und Kompetenzen der Studierenden bezüglich der Anwendung von Hypothesen in den wissenschaftlichen Arbeiten vorliegen. Für die Analyse wurden Kriterien ausgehend von den vorigen theoretischen Ausführungen von Kornmeier, Martin (2012) herausgearbeitet. Die Analyse bezieht sich somit auf folgende Schwerpunkte:

1. Eine Hypothese muss einen hinreichend großen Informationsgehalt besitzen.
2. Eine Hypothese muss empirisch prüfbar sein.
3. Eine Hypothese muss logisch aufgebaut sein.
4. Eine Hypothese muss präzise und eindeutig sein.
5. Eine Hypothese muss theoretisch fundiert sein.

Zur Analyse von den Hypothesen

Zunächst seien einige quantitative Maße vorweg geschickt. Zuerst ist es augenfällig, dass sich der gesamte Umfang von Magisterarbeiten von einem Probanden zu anderem unterschiedlich ist.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 2: Seitenanzahl von Magisterarbeiten bei den sechs Probanden

Quelle: eigene Darstellung

[...]


1 Karmasin, Matthias/ Ribing, Rainer (2006): Die Gestaltung wissenschaftlicher Arbeiten. Ein Leitfaden für Seminararbeiten, Bachelor, - Master und Magisterarbeiten sowie Dissertationen 6. aktualisierte Auflage 2011. Erste Auflage 2006. Wien. Facultas WUV. UTB

2 Trimmel, Michael (2009): Wissenschaftliches Arbeiten in Psychologie und Medizin, Wien, Facultas wuv./UTB

3 Bünting, Karl-Dieter/Bitterlich, Axel/ Pospiech, Ulrike (2008): Schreiben im Studium: mit Erfolg Ein Leitfaden. Cornelsen Scriptor. Berlin.. Siebte Auflage

4 Homberger, Dietrich (2013): Hypothese. In: Fachlexikon Deutschunterricht. Schneider Verlag Hohengehren

5 Esselborn-Krumbiegel, Helga (2008) Von der Idee zum Text. Eine Anleitung zum wissenschaftlichen Schreiben. 3. überarbeite Auflage 2008. Padernborn. Schöningh UTB. (Erste Auflage 2002)

6 Kerlinger F., N. (1975): Grundlagen der Sozialwissenschaften (band 1), Weinheim. Beltz

7 Hauser, Bernard/ Humpert, Winfried (2009): Signifikant? Einführung in statistische Methoden für Lehrkräfte. Zug. Klett/ Balmer Verlag.

8 Kruse, Otto (2007): Keine Angst vor dem leeren Blatt. Ohne Schreibblockaden durchs Studium. 12., neu völlig bearbeitete Auflage. Frankfurt am Main, New York. Campus Concept

9 Albert, Ruth (2007): Methoden des empirischen Arbeitens in der Linguistik. In: Schnittstellen der germanistischen Linguistik. Steinbach, Markus (Hrg.) Stuttgart/Weimar. J.B. Metzler. 15-50

10 Esselborn-Krumbiegel, Helga (2010): Richtig wissenschaftlich schreiben. Paderborn. Schönigh/UTB

11 Kornmeier, Martin (2012): Wissenschaftlich schreiben leicht gemacht. Bern, Stuttgart, Wien. Haupt Verlag. Erste Auflage (2008)

12 Trimmel, Michael (2009): Wissenschaftliches Arbeiten in Psychologie und Medizin, Wien, Facultas wuv./UTB

13 Albert, Ruth (2007): Methoden des empirischen Arbeitens in der Linguistik. In: Schnittstellen der germanistischen Linguistik. Steinbach, Markus (Hrg.) Stuttgart/Weimar. J.B. Metzler. 15-50

14 Karmasin, Matthias/ Ribing, Rainer (2006): Die Gestaltung wissenschaftlicher Arbeiten. Ein Leitfaden für Seminararbeiten, Bachelor, - Master und Magisterarbeiten sowie Dissertationen 6. aktualisierte Auflage 2011. Erste Auflage 2006. Wien. Facultas WUV. UTB

15 Homberger, Dietrich (2013): Hypothese. In: Fachlexikon Deutschunterricht. Schneider Verlag Hohengehren

16 Esselborn-Krumbiegel, Helga (2010): Richtig wissenschaftlich schreiben. Paderborn. Schönigh/UTB

17 Esselborn-Krumbiegel, Helga (2010): Richtig wissenschaftlich schreiben. Paderborn. Schönigh/UTB

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Die Forschungshypothese in wissenschaftlichen Arbeiten
Hochschule
University of Oran
Autor
Jahr
2014
Seiten
13
Katalognummer
V284856
ISBN (eBook)
9783656851189
ISBN (Buch)
9783656851196
Dateigröße
387 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
forschungshypothese, arbeiten
Arbeit zitieren
Mag. Mohamed Chaabani (Autor), 2014, Die Forschungshypothese in wissenschaftlichen Arbeiten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/284856

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