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Die Amoralität in der Kunst. Ästhetische Reflexion in der Erzählprosa des Fin de siècle

O. Wildes „The Picture of Dorian Gray“, H. Manns „Pippo Spano“ und S. Przybyszewskis „Der Schrei”

Título: Die Amoralität in der Kunst. Ästhetische Reflexion in der Erzählprosa des Fin de siècle

Tesis (Bachelor) , 2012 , 56 Páginas , Calificación: 2,0

Autor:in: Marina Bierbrauer (Autor)

Filología alemana - Historia de la literatura, Épocas
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Die oberste Stellung eines ästhetizistischen Ideals ist eines der Hauptmerkmale der Literatur des Fin de siècle und der Décadence. Kennzeichen einer ästhetizistischen Welt- und Lebensanschauung ist die Unterordnung aller anderen Aspekte des Lebens, einschließlich der Moral. Die folgende Arbeit beschäftigt sich mit den Gründen der Hinwendung zum Ästhetizismus und dessen Ausprägungsformen in der Literatur. Hierbei wird sich zeigen, dass (und warum) Moral und Ethik in ästhetizistischen Kunstkonzepten nicht berücksichtigt werden können. Außerdem wird sich ergeben, dass die Frage nach Ästhetik und Moral immer auch eine Diskussion um das problematische Verhältnis zwischen Kunst und Leben mit sich bringt.
Das folgende Kapitel beinhaltet einen allgemeinen, erläuternden, theoretischen Teil, der sich aufgrund des begrenzten Umfangs dieser Arbeit auf die für diese Untersuchung relevanten Aspekte beschränken muss und keine umfängliche Epochenanalyse darstellen soll. Darauf aufbauend erfolgt eine Analyse dreier Werke des Fin de siècle, die in chronologischer Abfolge ihrer Erscheinung behandelt werden: Oscar Wildes The Picture of Dorian Gray (1891), Heinrich Manns Pippo Spano (1905) und Stanisław Przybyszewskis Der Schrei (1918).
The Picture of Dorian Gray (zitiert in der Übersetzung von Hedwig Lachmann und Gustav Landauer) wurde ausgewählt, obwohl es sich im Original nicht um ein deutschsprachiges Werk handelt, da es ohne Zweifel eines der bedeutendsten Werke um die Diskussion von Ästhetik und Moral ist. Die Novelle Pippo Spano, welche zu den eher weniger bekannten Werken Heinrich Manns zählt, verdeutlicht sehr gut das problematische Verhältnis des Künstlers zum Leben und seine Unfähigkeit daran Teil zu haben. Stanisław Przybyszewski zu guter letzt ist heute nahezu vergessen und Aufmerksamkeit hat bisher nur sein Frühwerk erfahren. Mit dem erst 1918 erschienenen Roman Der Schrei wird einerseits die Bedeutung seines letzten bedeutenden Werkes im Kontext seines Gesamtwerkes hervorheben und andererseits gezeigt, dass die Problematiken des Fin de siècle nicht mit der Jahrhundertwende oder dem Beginn des Expressionismus endgültig gelöst sind. Hierzu eignet sich Przybyszewski, da sich sein Schaffensprozess über diesen ganzen Zeitraum hinweg erstreckt.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. ÄSTHETIZISMUS UND FIN DE SIÈCLE

2.1. L’art pour l’art

2.2 Themen, Inhalte und Motive: Die Einrichtung einer ästhetizistischen Lebenswelt

2.2.1 Amoralität als Konsequenz

2.3. Erzählperspektive

2.4. Zwischenfazit

3. OSCAR WILDE: DAS BILDNIS DES DORIAN GRAY

3.1. Oscar Wildes Auffassung von Kunst und Moral

3.2. Werkanalyse

3.2.1 Das Verhältnis von Kunst und Leben

3.2.2 Amoral und das Hässliche als schöne Empfindung

3.2.3 Versuch einer moralischen und ästhetischen Beurteilung

4. HEINRICH MANN: PIPPO SPANO

4.1. Werkanalyse

4.2. Ästhetik und Moral

5. STANISŁAW PRZYBYSZEWSKI: DER SCHREI

5.1. Kunsttheoretisches zu Stanisław Przybyszewski

5.2. Werkanalyse

6. SCHLUSSBETRACHTUNG

7. BIBLIOGRAPHISCHE VERWEISE

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die ästhetizistischen Kunstkonzepte des Fin de siècle und deren Ausprägungsformen in der Literatur. Zentral ist dabei die Forschungsfrage, wie die Verabsolutierung des Ästhetischen ein moralisches Handeln ausschließt und welche Auswirkungen dies auf das problematische Verhältnis zwischen Kunst und Leben in den ausgewählten Werken hat.

  • Die ästhetische Grundhaltung des Fin de siècle und der Décadence.
  • Die theoretische Trennung von Kunst und Moral (l'art pour l'art).
  • Die Auswirkungen eines rein ästhetisch orientierten Lebensentwurfs.
  • Fallanalysen zu Oscar Wilde, Heinrich Mann und Stanisław Przybyszewski.

Auszug aus dem Buch

Oscar Wildes Auffassung von Kunst und Moral

Beide Essays sind in ähnlicher Form der platonischen Dialoge verfasst. Der Verfall der Lüge behandelt einerseits die Funktion von Kunst und andererseits ihr Verhältnis zum Leben und zur Natur.

‚Lüge’ ist hier nicht im pejorativen Sinne zu verstehen, sondern als alternativer Ausdruck für Phantasie oder Fiktion. In diesem Sinne ist es nämlich Aufgabe der Kunst ‚der Lüge (wieder) zu verfallen’, wie es nach Vivian (der als Vertreter von Wildes Position fungiert) kaum noch geschieht, denn „der moderne Romanschriftsteller langweilt uns mit Tatsachen, die er als Dichtung ausgibt.“

Etwas später heißt es: [S]chließlich schreibt er so lebensnahe Romane, daß niemand imstande ist, an ihre Wahrscheinlichkeit zu glauben. […] und wenn nichts unternommen wird, unsere ungeheuerliche Anbetung der Tatsachen aufzuhalten oder wenigstens einzudämmen, wird die Kunst steril werden, und die Schönheit wird schwinden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Einführung in die Literatur des Fin de siècle und deren ästhetizistische Ideale sowie Vorstellung der drei zu untersuchenden Autoren.

2. ÄSTHETIZISMUS UND FIN DE SIÈCLE: Theoretische Grundlegung über die Epoche, das l'art pour l'art-Prinzip, Erzählperspektiven und die Konsequenzen eines ästhetisierten Lebens.

3. OSCAR WILDE: DAS BILDNIS DES DORIAN GRAY: Untersuchung von Wildes Kunsttheorie und detaillierte Analyse der Romanfiguren hinsichtlich ihres ästhetischen Hedonismus.

4. HEINRICH MANN: PIPPO SPANO: Analyse der Novelle als Auseinandersetzung eines Künstlers mit seiner Unfähigkeit, am wirklichen Leben teilzuhaben.

5. STANISŁAW PRZYBYSZEWSKI: DER SCHREI: Untersuchung des letzten Romans von Przybyszewski hinsichtlich seiner ästhetischen Seelenkunst und des Scheiterns bei der Umsetzung seiner Ideale.

6. SCHLUSSBETRACHTUNG: Synthese der Ergebnisse über die Unmöglichkeit der Trennung von Kunst und Leben sowie die daraus resultierende moralische Problematik.

7. BIBLIOGRAPHISCHE VERWEISE: Verzeichnis ergänzender Werke, die den theoretischen Kontext der Epoche erweitern.

Schlüsselwörter

Fin de siècle, Ästhetizismus, Décadence, Kunst und Moral, Amoralität, l'art pour l'art, Hedonismus, Egozentrik, Leben und Kunst, Oscar Wilde, Heinrich Mann, Stanisław Przybyszewski, Künstlerproblematik, Ästhetische Autonomie, Subjektivismus

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Literatur des Fin de siècle und untersucht, warum Moral und Ethik in der ästhetizistischen Kunstauffassung jener Zeit weitgehend negiert werden und welche Konflikte dies zwischen Kunst und Leben erzeugt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind der Ästhetizismus, das Prinzip "l'art pour l'art", die moralische Indifferenz der Kunst sowie die Darstellung von Künstlerexistenzen in einer als dekadent wahrgenommenen Zeit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Streben nach ästhetischer Perfektion zu egoistischem, amoralischem Verhalten führt und warum die angestrebte Trennung von Kunst und Leben letztlich scheitert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit führt eine werkimmanente Analyse durch, gestützt auf kunsttheoretische Essays der jeweiligen Autoren und einschlägige Sekundärliteratur zur Epoche des Fin de siècle.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil über das Fin de siècle sowie drei spezifische Werkanalysen zu Oscar Wildes "Das Bildnis des Dorian Gray", Heinrich Manns "Pippo Spano" und Przybyszewskis "Der Schrei".

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Ästhetizismus, Décadence, Amoralität, das Verhältnis von Kunst und Leben sowie der Begriff der "Seelenkunst" bei Przybyszewski.

Warum spielt die Person Oscar Wilde eine so zentrale Rolle?

Wilde gilt als einer der wichtigsten Exponenten der Ästhetik-Diskussion seiner Zeit; seine Essays bilden die theoretische Basis, um die im Roman thematisierten Spannungen zwischen Ästhetik und Moral zu deuten.

Wie lässt sich das Scheitern von Mario Malvolto in "Pippo Spano" erklären?

Malvolto scheitert, da er in einem "fatale Zirkelschluss" gefangen ist: Er ist unfähig, am Leben teilzuhaben, da seine Kunst ihn auszehrt, und unfähig, sich vollkommen von seiner Kunst zu lösen, um ein "starkes" Leben zu führen.

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Detalles

Título
Die Amoralität in der Kunst. Ästhetische Reflexion in der Erzählprosa des Fin de siècle
Subtítulo
O. Wildes „The Picture of Dorian Gray“, H. Manns „Pippo Spano“ und S. Przybyszewskis „Der Schrei”
Universidad
University of Bremen  (Sprach- und Literaturwissenschaften)
Calificación
2,0
Autor
Marina Bierbrauer (Autor)
Año de publicación
2012
Páginas
56
No. de catálogo
V284982
ISBN (Ebook)
9783656846536
ISBN (Libro)
9783656846543
Idioma
Alemán
Etiqueta
Décadence Dekadenz Oskar Wilde Das Bildnis des Dorian Gray Fin de siècle Moral Ästhetik Kunst Literaturwissenschaft Epochen
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Marina Bierbrauer (Autor), 2012, Die Amoralität in der Kunst. Ästhetische Reflexion in der Erzählprosa des Fin de siècle, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/284982
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Extracto de  56  Páginas
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