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Die Bedeutung der Familie in G. E. Lessings "Nathan der Weise"

Title: Die Bedeutung der Familie in G. E. Lessings "Nathan der Weise"

Term Paper , 2014 , 17 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Bachelor of Arts Melanie Scheid (Author)

Didactics for the subject German - Literature, Works
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In einer parallel zur Niederschrift des Nathan-Dramas entstandenen Vorrede sagt Lessing selbst über Nathan der Weise: „Noch kenne ich keinen Ort in Deutschland, wo dieses Stück schon jetzt aufgeführt werden könnte. Aber Heil und Glück dem, wo es zuerst aufgeführt wird.“
Diese Aussage kann man nun zum einen auf die Frage nach der ‚wahren‘ Religion beziehen, die im Stück mit der berühmten Ringparabel beantwortet wird.
Zum anderen ist aber auch die Zusammenführung der Familie im Stück, deren Mitglieder nicht nur räumlich, sondern auch durch verschiedene Religionen, und damit auch unterschiedliche Traditionen und Erziehung, voneinander getrennt sind, mehr als fortschrittlich.
Auch die Familienstrukturen, die Lessing im Stück zeigt, wie die auf Vernunft basierende Vater-Tochter-Beziehung zwischen Nathan und seiner Adoptivtochter Recha, sind für die Zeit der Aufklärung überaus modern.
Grundlage für diese utopisch erscheinenden Entwicklungen im Stück ist Lessings „Humanitätsreligion, [bei der] [a]lle Schranken und Grenzen des sozialen und religiösen Lebens […] als wesenslos“ zurücktreten.

Die folgende Arbeit untersucht zunächst für das dramatische Gedicht grundlegende Familienbilder: Die sogenannte Menschheitsfamilie, als welche das Schlusstableau häufig gedeutet wird, die Entwicklung der Familie zur Zeit der Aufklärung im Allgemeinen und kurz die Entwicklung der Familiendarstellung in Lessings Dramen.
Anschließend werden die drei zunächst getrennten Familien in Nathan der Weise, also Nathans Familie, der Tempelherr und die Familie des Sultans, beschrieben und die Beziehungen der Familienmitglieder zueinander betrachtet.
In Kapitel 4 wird schließlich das tatsächliche Familienverhältnis und dessen Aufdeckung erläutert sowie die Folgen dieser Aufdeckung. Dabei soll jedoch nicht der Wandel vom Liebespaar Recha/Tempelherr zum Geschwisterpaar im Vordergrund stehen, welcher durchaus zu Recht als „nicht sehr überzeugend“ und als „die schwächste Stelle dieses in seiner Botschaft so starken und überzeugenden Schauspiels“ bezeichnet wird, sondern es wird zum einen das Gegensatzpaar Adoptivvater – leiblicher Vater betrachtet und es wird die Schlussszene, die Zusammenführung als Menschheitsfamilie, näher untersucht, insbesondere die Fragen, weshalb sich die Familie in dieser Form finden und vereinen muss und welche Position Nathan dabei einnimmt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Familienbilder

2.1 Die Menschheitsfamilie

2.2 Die Entwicklung der Familie zur Zeit der Aufklärung

2.3 Familien in den Dramen Lessings

3. Familien in Nathan der Weise

3.1 Nathans ‚Familie‘

3.2 Der Tempelherr

3.3 Die Familie des Sultans

4. Die Aufdeckung des Familienverhältnisses und die Folgen

4.1 Tatsächliche Verwandtschaftsbeziehungen

4.2 Blutsverwandtschaft vs. Adoption

4.3 Schlusstableau als Menschheitsfamilie?

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung und den Wandel von Familienbildern in G. E. Lessings Drama "Nathan der Weise". Im Zentrum steht dabei die Frage, wie sich die verschiedenen Familienkonstellationen unter dem Einfluss aufklärerischer Ideale wie Humanität und Vernunft neu formieren und ob das Schlusstableau tatsächlich als Modell einer umfassenden "Menschheitsfamilie" verstanden werden kann.

  • Analyse der Menschheitsfamilie als Ideal der Aufklärung
  • Untersuchung der Familienstrukturen bei Nathan, dem Tempelherrn und Sultan Saladin
  • Gegenüberstellung von leiblicher Blutsverwandtschaft und ethischer Wahlverwandtschaft
  • Deutung der Schlussszene als symbolische Neuordnung von Gesellschaft und Menschheit
  • Kritische Reflexion der Rolle Nathans als moralische Instanz

Auszug aus dem Buch

3.1 Nathans ‚Familie‘

Nathans Familie gleicht auf den ersten Blick einer klassischen Eltern-Kind-Beziehung. Allerdings hebt sie sich durch drei Faktoren davon ab: Recha ist nicht die leibliche Tochter Nathans, sondern wurde von Nathan adoptiert, was dieser jedoch bis zum letzten Aufzug erfolgreich vor ihr geheim hält.

Die Rolle der Ersatz-Mutter übernimmt Rechas Gesellschafterin Daja, dies führt auch dazu, dass es kein intimes Mann-Frau-Verhältnis zwischen den ‚Eltern‘ gibt. Neben der fehlenden Blutsverwandtschaft gibt es auch keine einheitliche Religion innerhalb der Familie Nathans: Er selbst ist Jude, Daja und Adoptivtochter Recha sind von Geburt her Christen. Nathan erzieht Recha konfessionslos, weil er „der Vernunft als oberstem Gebot der Humanität den Vorrang gibt“, „er habe / Das Mädchen nicht sowohl in seinem, als / Vielmehr in keinem Glauben auferzogen, / Und sie von Gott nicht mehr nicht weniger / Gelehrt, als der Vernunft genügt.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz des Nathan-Dramas ein und stellt die zentrale Fragestellung der Arbeit bezüglich der Familienstrukturen und der Humanitätsreligion dar.

2. Familienbilder: Dieses Kapitel erörtert das theoretische Konzept der Menschheitsfamilie sowie den historischen Wandel des Familienbegriffs zur Zeit der Aufklärung.

3. Familien in Nathan der Weise: Hier werden die drei tragenden Akteursgruppen – Nathans Wahlfamilie, der Tempelherr und das Haus Saladin – detailliert in ihren jeweiligen Konstellationen analysiert.

4. Die Aufdeckung des Familienverhältnisses und die Folgen: Das Kapitel widmet sich der Auflösung der Verwandtschaftsverhältnisse und vergleicht das Konzept der Blutsverwandtschaft mit dem der Adoption.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert das Ideal der Menschheitsfamilie als utopisches Gegenmodell zu realen Vorurteilen.

Schlüsselwörter

Nathan der Weise, Lessing, Menschheitsfamilie, Familie, Aufklärung, Humanität, Adoption, Blutsverwandtschaft, Recha, Tempelherr, Saladin, Vernunft, Toleranz, Sozialstruktur, Dramenanalyse

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die Darstellung und die Funktion der Familie in Lessings Drama "Nathan der Weise" im Kontext aufklärerischer Ideen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind das Humanitätsideal, der Gegensatz zwischen blutsverwandten und adoptiven Beziehungen sowie die Bedeutung von religiöser Toleranz innerhalb familiärer Strukturen.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit geht der Frage nach, inwiefern die im Stück gezeigten Familienverhältnisse ein neues, vernunftgeleitetes Modell für die Gesellschaft darstellen und wie das Schlusstableau als "Menschheitsfamilie" zu bewerten ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse des Dramentextes vorgenommen, ergänzt durch historische Kontexte zur Entwicklung des Familienbegriffs im 18. Jahrhundert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Familienbilder, eine Charakterisierung der spezifischen Familienkonstellationen im Stück und eine Analyse der Enthüllungsgeschichte sowie deren ethischer Konsequenzen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Menschheitsfamilie, Aufklärung, Humanität, Nathan, Blutsverwandtschaft, Adoption und soziale Transformation.

Wie unterscheidet sich die Beziehung zwischen Nathan und Recha von einer leiblichen Vater-Tochter-Beziehung?

Sie unterscheidet sich vor allem durch die fehlende Blutsverwandtschaft und die bewusste Erziehung zur Vernunft, statt zu blindem Gehorsam oder religiöser Bindung.

Warum steht Nathan am Ende des Stückes abseits?

In der Arbeit wird diskutiert, ob dies ein Ausdruck seiner Rolle als geistig-pädagogische Instanz ist oder ob es den Bruch zwischen seiner individuellen Geschichte und dem universalen Versöhnungsbild markiert.

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Details

Title
Die Bedeutung der Familie in G. E. Lessings "Nathan der Weise"
College
Saarland University  (Fachrichtung Germanistik)
Course
Proseminar Lessing
Grade
1,7
Author
Bachelor of Arts Melanie Scheid (Author)
Publication Year
2014
Pages
17
Catalog Number
V285022
ISBN (eBook)
9783656852629
ISBN (Book)
9783656852636
Language
German
Tags
Lessing Nathan der Weise Aufklärung Familie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Bachelor of Arts Melanie Scheid (Author), 2014, Die Bedeutung der Familie in G. E. Lessings "Nathan der Weise", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/285022
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