Allgemeine Entstehung von Studentenverbindungen und die Studentenverbindungen im Baltikum des 19. Jahrhunderts


Hausarbeit, 2014

10 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung

2. Entstehung und Aufbau der Korporationen
2.1. Nationes und Bursen
2.2. Landsmannschaften, Orden und Corps
2.3. Die Urburschenschaft
2.4. Aufspaltung der Verbindungen

3. Korporationen im Baltikum und ihre Bedeutung für das nationale Erwachen
3.1. Die Korporationen der Deutschbalten
3.2. Die ersten baltischen Korporationen und das nationale Erwachen

4. Fazit

5. Quellen und Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die folgende Arbeit beschäftigt sich mit den studentischen Korporationen im Baltikum gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Besonders die Frage nach ihrem Anteil zum „nationalen Erwachen“ in dieser Region wird dabei im Vordergrund stehen.

Um die Entwicklung der baltischen Gebiete und die Rolle der Verbindungen daran verständlich darzulegen, wird der zweite Teil der Arbeit einen Abriss über die Entstehung von Korporationen an sich und Informationen über ihren generellen Aufbau liefern. Der dritte Teil wird sich dann direkt auf die lokalen baltischen Korporationen und ihr Wirken konzentrieren. Der vierte Teil wird ein Fazit der Ereignisse ziehen, die Fragestellung wieder aufgreifen und beantworten.

Die Quellenlage und Literatur zum allgemeinen Thema Korporationen ist sehr vielseitig, interdisziplinär und kontrovers. Die Texte zum Zusammenspiel des nationalen Erwachens im Baltikum und den studentischen Vereinigungen, sind dagegen eher überschaubar, vertreten aber nahezu alle eine klare Richtung die im dritten Teil deutlich werden wird.

2. Entstehung und Aufbau der Korporationen 2.1. Nationes und Bursen

Mit der Gründung der ersten Universitäten in Bologna, Paris und später Prag auf dem Gebiet des heiligen römischen Reiches, strömten die Studenten von weit her heran um zu lernen. Diese fahrenden Scholaren hatten das Privileg Waffen führen zu dürfen um sich auf den weiten, oft unsicheren Strecken zu ihren Studienorten verteidigen zu können.[1] Sie schlossen sich aus Gründen der Sicherheit und Organisation zu Schutzbünden auf der Ebene gleicher Herkunft und Sprache zusammen, den sogenannten Nationes.[2] Aus diesen

Zusammenschlüssen entwickelten sich später die Bursen.[3] Der Begriff Burse leitete sich vom lateinischen Wort Bursa für Börse oder Geldbeutel ab und bedeutete in diesem Fall „gemeinsame Kasse“.[4] Diese Zusammenschlüsse ähnelten heutigen Studentengemeinschaften und waren in damaligen Universitätsstädten weit verbreitet. Ein Mitglied einer Burse wurde als Bursarius bezeichnet, hieraus entwickelte sich später der Begriff des Burschen, des aktiven Vollmitglieds einer Korporation.[5]

2.2. Landsmannschaften, Orden und Corps

Aus dem Modell der Bursen entwickelten sich die Landsmannschaften, ebenfalls Zusammenschlüsse von Studenten ähnlicher Herkunft und Gesinnung, allerdings mit strikteren Regeln und einem engeren Zusammenhalt.[6] Es etablierten sich Sitten und Traditionen die auch heute noch gebräuchlich sind, wie das Tragen gemeinsamer Farben, der sogenannten Couleur, auf dem Band, der Mütze und der Jacke[7]. Begriffe wie Convent, das ist die Mitgliederversammlung der Verbindung, Fuchs/Fux, so werden die neuen Mitglieder genannt, oder Senior, der Vorsitzende der Verbindung, entstanden.[8] Auch wurde der sogenannte Comment eingeführt. Diesen kann man als eine Art Regelwerk des sozialen Umgangs ansehen, in dem Verhalten, Hierarchie und Auslebung des Alltags in der Verbindung vorgegeben werden. Er wird von den Chargen der Verbindung, den Hauptamtsträgern vermittelt und kontrolliert.

Aus diesen Landsmannschaften bildeten sich auf der einen Seite die Orden heraus, die es heute zum Beispiel noch in Form der Freimaurer gibt und auf der anderen Seite entstanden die Corps.[9]

Die Corps waren im Gegensatz zu den aus nationalen und lokalen Grundideen entstandenen Landsmannschaften völlig unpolitisch und waren eher patriotisch und monarchisch orientiert.[10] Sie entwickelten die Idee des Lebensbundprinzips, die besagt, dass man nicht nur über seine Studentenzeit in der Verbindung bleibt, sondern ein Leben lang Teil der Gemeinschaft ist.

Auch die sogenannte Mensur, der Gang mit der Waffe zur Austragung von Ehrenhändeln und Streitigkeiten wurde von ihnen in stark reglementierter und überwachter Form eingeführt.

Der Zirkel, eine Art korporatives Siegel, wurde als Erkennungs und Unterschriftszeichen etabliert.[11]

[...]


[1] Vgl. Horst Grimm und Leo Besser-Walzel: Die Corporationen: Handbuch zu Geschichte, Daten, Fakten, Personen, Frankfurt am Main 1986, S. 23.

[2] Vgl. Johannes Bölsing: Geschichte der studentischen Verbindungen, in: Fuxenmappe des Hannoverschen Wingolfs, hrsg. vom HvW, 2. Auflage, Hannover 2007, S. 15.

[3] Vgl. Grimm 1986, S. 23.

[4] Vgl. Bölsing 2007, S. 15.

[5] Vgl. Ebenda, S. 15.

[6] Vgl. Grimm 1986, S. 23.

[7] Vgl. Ebenda, S. 23.

[8] Vgl. Bölsing 2007, S. 15.

[9] Vgl. Grimm 1986, S. 23.

[10] Vgl. Bölsing 2007. S. 16.

[11] Vgl. Grimm 1986, S. 23.

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Allgemeine Entstehung von Studentenverbindungen und die Studentenverbindungen im Baltikum des 19. Jahrhunderts
Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel  (Historisches Seminar)
Veranstaltung
Aufbauseminar / Übung zur Geschichte der Neuzeit
Note
1,3
Autor
Jahr
2014
Seiten
10
Katalognummer
V285094
ISBN (eBook)
9783656851738
ISBN (Buch)
9783656851745
Dateigröße
489 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
allgemeine, entstehung, studentenverbindungen, baltikum, jahrhunderts, Korporationen, Corps, Burschenschaften
Arbeit zitieren
Niels Rauter (Autor), 2014, Allgemeine Entstehung von Studentenverbindungen und die Studentenverbindungen im Baltikum des 19. Jahrhunderts, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/285094

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