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Parole in libertà. Das Schrift-Bild-Verhältnis in der revolutionären „befreiten Bildsprache“ des italienischen literarischen Futurismus

Titel: Parole in libertà. Das Schrift-Bild-Verhältnis in der revolutionären  „befreiten Bildsprache“ des italienischen literarischen Futurismus

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2012 , 39 Seiten , Note: 1

Autor:in: M.A. Monica Pintucci (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Arbeit befasst sich mit den "Parole in libertà", den zeichnerisch-schriftlichen "Wortbildern" des italienischen literarischen Futurismus bzw. mit der futuristischen „befreiten Bildsprache“ so wie sie Filippo Tommaso Marinetti, der durch seine Manifeste und Schriften die theoretischen Grundlagen für die “Befreiung des Wortes” und die typographische und poetische Revolution der futuristischen literarischen Sprache setzte, in seinen revolutionären gleichwohl fragmentarischen Theorien zur Sprache und Literatur erfassen hat.

Ich setze mir zum Ziel, herauszuarbeiten, inwieweit visuelle
(graphische) und verbale Elemente in der aus der futuristischen „typographischen Revolution“ - so wie sie Marinetti im „Technischen Manifest der futuristischen Literatur“ und in anderen Schriften geschildert hat - entstandenen Bildsprache ineinander greifen, und inwiefern die typographische und poetologische Revolution des italienischen Futurismus als die „Antwort der Literatur“ auf das erneuerte Wahrnehmungsvermögen des Menschen in der modernen Gesellschaft der Massenmedien, hundert Jahre vor dem "Global Denken“, angesehen werden darf.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. Teil

1. Einleitung: Thema, Fragestellung, Gliederung der Arbeit

2. Der italienische Futurismus: Historisch-kultureller Überblick

3. Zum Konzept „Bildsprache“

4. Theoretische Grundlagen der literarischen Avantgarde des Paroliberismus

4.1 Zerstörung der Syntax und des Ichs

4.2 Die ‚Typographische Revolution’

4.3 Simultaneität und Intuition

II. Teil

5. Schrift und Bild in Werken italienischer Futuristen

6. Schlussbemerkungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Verhältnis von Schrift und Bild in den „befreiten Worten“ (Parole in libertà) des italienischen Futurismus. Ziel ist es, den ästhetisch-programmatischen Anspruch der futuristischen Bewegung und dessen konkrete Realisierung in Manifesten und ausgewählten Bild-Texten zu analysieren, um das Verständnis von Literatur in der Ära der Maschinen zu vertiefen.

  • Die theoretische Fundierung der Sprachbefreiung und die Zerstörung der Syntax.
  • Die „Typographische Revolution“ als Mittel zur ästhetischen Ausdruckssteigerung.
  • Das Prinzip der Simultaneität als Antwort auf die moderne, mediale Wahrnehmung.
  • Praktische Fallbeispiele für die Integration von Schrift und Bild in futuristischen Werken.

Auszug aus dem Buch

4.1 ZERSTÖRUNG DER SYNTAX UND DES ICHS

In der futuristischen Literatur wird die völlige Befreiung der Worte und Buchstaben aus ihrer grammatikalischen Syntax angestrebt: Diese ‚Freiheit der Worte’ erhebt Marinetti seit dem technischen Manifest von 1912 zum obersten Prinzip seiner Avantgarde-Poetik. Die ‚Zerlegung der Form’ wird zur Darstellung der emotionalen Wahrnehmung der modernen Welt ausgedrückt, die sich als Bewegung, Dynamik, Geschwindigkeit und dem Lärm der Großstadt äußerte. Faust sieht in dem Auflösen der Syntax zur Befreiung der Worte bei den italienischen Parole in libertà den wichtigsten Beitrag der Futuristen zur Literatur der Moderne.

Erst im letzten Manifest des Paroliberismus, der Schrift Lo splendore geometrico e la sensibilità numerica [= “Der geometrische und mechanische Glanz und die numerische Sensibilität”] vom 18. März 1914 schafft Marinetti die eigentliche Grundlage für figurale Gedichte, indem er seine früheren Schriften zusammenfasst und die Kriterien der Spatialität bei der futuristischen Typographie verarbeitet. Der futuristische Dichter will so viele Wahrnehmungen ‚verschriftlichen’, dass förmlich die Zeile explodiert, und aus den befreiten Wörtern entstehen „synoptische Tafeln lyrischer Werte“, die uns erlauben, „beim Lesen gleichzeitig viele Strömungen von verschränkten oder parallelen Wahrnehmungen zu folgen“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Thema, Fragestellung, Gliederung der Arbeit: Einführung in das Forschungsfeld der Schrift-Bild-Kombinationen und Erläuterung der Zielsetzung der Untersuchung im Kontext des italienischen Futurismus.

2. Der italienische Futurismus: Historisch-kultureller Überblick: Darstellung des historischen Kontextes der futuristischen Bewegung, ihrer Manifeste und ihres radikalen Bruchs mit der Tradition.

3. Zum Konzept „Bildsprache“: Historischer Abriss der Konvergenz von Schrift und Bild, von antiken Vorläufern bis hin zur Avantgarde des 20. Jahrhunderts.

4. Theoretische Grundlagen der literarischen Avantgarde des Paroliberismus: Analyse der ästhetischen Prinzipien der Befreiung des Wortes, einschließlich der Syntaxzerstörung und typographischer Innovationen.

5. Schrift und Bild in Werken italienischer Futuristen: Exemplarische Untersuchung konkreter Werke bedeutender Futuristen und deren unterschiedliche Ansätze zur Integration von Bild und Text.

6. Schlussbemerkungen: Zusammenfassende Bewertung der Bedeutung der futuristischen Revolution für das Verständnis von Literatur in der modernen Massenmedien-Gesellschaft.

Schlüsselwörter

Sprachbefreiung, Bildsprache, Visuelle Poesie, Hybridisierung, Zeichen, Symbol, Wahrnehmung, Subjektivität, Selbstreferentialität, Multimedialität, Totalität, Futurismus, Paroliberismus, Typographie, Simultaneität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Zusammenspiel von Literatur und bildender Kunst innerhalb der italienischen futuristischen Bewegung, insbesondere im Hinblick auf die sogenannten „Befreiten Worte“.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zu den Kernbereichen gehören die ästhetischen Programme der Futuristen, die Typographische Revolution, das Konzept der Simultaneität und die medientheoretische Einordnung von Wort-Bild-Kompositionen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Untersuchung der künstlerischen Revolution durch die „Befreiung des Wortes“ und deren Relevanz für das Verständnis menschlicher Kommunikation im industriellen Zeitalter.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch Manifeste sowie einer anschließenden exemplarischen Analyse konkreter, meist im Jahr 1914 entstandener futuristischer Bild-Texte.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Erläuterung der poetologischen Grundlagen des Paroliberismus und die praktische Anwendung dieser Theorien in den Werken bedeutender Futuristen wie Marinetti, Cangiullo oder Soffici.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlagworte sind Sprachbefreiung, Bildsprache, Visuelle Poesie, Multimedialität, Subjektivität und die Zerstörung der klassischen Syntax.

Warum ist das Jahr 1914 für die Analyse so bedeutend?

Das Jahr 1914 wird im Text als „künstlerisch hektisch“ beschrieben, in dem zahlreiche für die Bewegung zentrale Werke entstanden, die den Übergang zur typographischen und formalen Radikalität markieren.

Welche Rolle spielt die Typographie in den futuristischen Werken?

Die Typographie dient nicht mehr nur der Textgestaltung, sondern wird zum gestalterischen Element, das die „Ausdruckskraft der Wörter“ verdoppeln und die Wahrnehmung von Bewegung und Emotion direkt unterstützen soll.

Ende der Leseprobe aus 39 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Parole in libertà. Das Schrift-Bild-Verhältnis in der revolutionären „befreiten Bildsprache“ des italienischen literarischen Futurismus
Veranstaltung
Seminar: "Schrift und Bild" - Dozentin: PD Dr. Hedwig Pompe
Note
1
Autor
M.A. Monica Pintucci (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
39
Katalognummer
V285175
ISBN (eBook)
9783656854395
ISBN (Buch)
9783656854401
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sprachbefreiung Bildsprache/Bildtext Visuelle Poesie Hybridisierung Zeichen Symbol Wahrnehmung Subjektivität Selbstreferentialität Multimedialität Totalität
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
M.A. Monica Pintucci (Autor:in), 2012, Parole in libertà. Das Schrift-Bild-Verhältnis in der revolutionären „befreiten Bildsprache“ des italienischen literarischen Futurismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/285175
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Leseprobe aus  39  Seiten
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