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Extremismus im Internet

Die Bedeutung des Internets für die Mobilisierungsprozesse von Rechtsextremisten und Islamisten im Vergleich

Título: Extremismus im Internet

Tesis (Bachelor) , 2014 , 49 Páginas , Calificación: 1,7

Autor:in: Katharina Leimbach (Autor)

Sociología - Individuo, grupos, sociedad
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In dieser Arbeit soll jedoch nicht nur die Mobilisierung durch das Internet untersucht werden, sondern es soll auch in einen Vergleich der Mobilisierungsprozesse zwischen Rechtsextremisten und Islamisten übergehen. Sind hier Unterschiede vorhanden und wie lassen diese sich feststellen?
Zum Beantworten der Forschungsfrage ist eine breite theoretische Ausarbeitung geplant, die das Fundament für die Inhaltsanalyse zweier Websites bilden soll.
Zunächst wird eine Begriffsbestimmung vorgenommen, bei der die Schwierigkeiten von Begriffen der Extremismusforschung verdeutlicht werden soll und die Begriffe, die für diese Arbeit verwendet werden, definiert werden. Im zweiten Kapitel werden die Ideologien von Rechtsextremismus und Islamismus erläutert werden, nachdem ein kurzer Abschnitt der Ideologiekritik auf die theoretische Komplexität dieses soziologischen Konstruktes hingewiesen hat. Das dritte Kapitel umfasst einen Exkurs zu sozialen Bewegungen, aus dem heraus auch das Kapitel der Mobilisierungsprozesse entspringt. In dem Abschnitt zu sozialen Bewegungen soll eine Herleitung stattfinden, in der bewiesen wird, dass extremistische Gruppierungen auch soziale Bewegungen sind. Aus dieser Annahme heraus können dann die Mobilisierungstheorien sozialer Bewegungen auch auf extremistische Gruppierungen angewandt werden.
Des Weiteren wird im Abschnitt der Mobilisierung das Konzept der Framing-Analyse umschrieben, welches später als Analyseschema der Inhaltsanalyse dienen soll. Mit dem Unterkapitel zu Theorien der Ideenverbreitung wird ein Aspekt aufgegriffen, der bis dato in keiner Theorie zur Mobilisierung intensiv thematisiert wurde und in dieser Arbeit das Verständnis prägen soll, welche Wirkung das Internet auf die Mobilisierung von extremistischen Gruppierungen hat. Damit wird der erste Teil der Arbeit abgeschlossen, denn im zweiten Teil wird dem Thema der Mobilisierung eine weitere Variable hinzugefügt, nämlich den Aspekt des Internets.
Im vierten Kapitel folgt ein weiterer theoretischer Abschnitt, der aber dieses Mal islamistische Mobilisierung und rechtsextreme Mobilisierung durch das Internet thematisiert und den derzeitigen Wissensstand zur Internetnutzung durch Rechtsextremisten und Islamisten zusammenfasst.
Im fünften Kapitel beginnt die eigene Analyse, für die zwei Websites ausgewählt wurden und mit zwei verschiedenen Auswertungsschemen untersucht werden. Anschließend werden die Ergebnisse präsentiert und im Fazit der Arbeit verarbeitet.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Begriffsbestimmungen

1.1. Begrifflichkeiten im Kontext des Rechtsextremismus

1.2. Begrifflichkeiten im Kontext des Islamismus

2. Die Ideologie als Basis von Extremismus

2.1. Ideologiekritik als theoretisches Konstrukt der Soziologie

2.1. Rechtsextremistische Ideologien

2.3. Islamistische Ideologien

3. Soziale Bewegungen und Mobilisierungsprozesse

3.1. Theorien sozialer Bewegungen

3.2. Mobilisierungsprozesse und deren Faktoren

3.2.1. Rekrutierung

3.2.2. Framing-Analyse und kollektive Identität

3.2.3. Theorien der Ideenverbreitung

4. Mobilisierung durch das Internet

4.1. Rechtsextremistische Mobilisierung durch das Internet

4.2. Islamistische Mobilisierung durch das Internet

4.3. Die Rolle des Internets für die Mobilisierung von Rechtsextremen und Islamisten als soziale Bewegung

5. Inhaltsanalyse

5.1. Die Methode der Inhaltsanalyse

5.2. Das Codierschema

5.2.1. Das Codierschema nach Caiani und Parenti

5.2.2. Framinganalyse nach Snow und Benford

5.2.3. Codiervorgang und Auswertungsschema

5.3. Das Untersuchungsmaterial

5.4. Auswertung der Ergebnisse

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung des Internets für die Mobilisierungsprozesse von Rechtsextremisten und Islamisten in Deutschland. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, welche spezifische Rolle das Internet bei der Radikalisierung und Mobilisierung dieser beiden extremistischen Strömungen einnimmt und ob sich dabei signifikante Unterschiede oder Gemeinsamkeiten feststellen lassen.

  • Theoretische Fundierung von Extremismus und Ideologie
  • Anwendung soziologischer Theorien sozialer Bewegungen auf extremistische Gruppierungen
  • Analyse von Mobilisierungsfaktoren wie Framing, Rekrutierung und Identitätsbildung
  • Strukturelle Inhaltsanalyse ausgewählter extremistischer Webauftritte (Altermedia vs. GIMF)
  • Vergleichende Untersuchung der Internetnutzung zur Ideenverbreitung und Kommunikation

Auszug aus dem Buch

3.1. Theorien sozialer Bewegungen

Die exakte Herleitung der Forschungstradition zu sozialen Bewegungen kann hier nicht erfolgen, jedoch werden die bedeutendsten Strömungen benannt, um einen Überblick über dieses Feld zu bieten.

Thomas Kern (2008: 9ff.) schreibt in seinem Lehrbuch über soziale Bewegungen, dass sich die Bewegungsforschung aus zwei theoretischen Strängen gebildet habe. Zum einen sei die Evolutionstheorie von Karl Marx und Friedrich Engels über gesellschaftliche Entwicklungen durch Klassenkämpfe maßgebend gewesen, aber auch die Begründung der Massenpsychologie von Gustave Le Bon (1950). Dieser formulierte, dass das Handeln der Menschen innerhalb von sozialen Massen nicht „rationalem“ Agieren entspreche und der Mensch als Individuum sich in der Masse verliere. Ergänzt wurde dieser Ansatz im Rahmen des Strukturfunktionalismus durch Theorien des kollektiven Verhaltens, denen zufolge soziale Bewegungen entstehen, wenn gesellschaftliche Institutionen aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr ausreichend funktionieren (vgl. Kern 2008: 10). Prägende Namen hierfür waren unter anderem Talcott Parsons (1951) und Neil Smelser (1962). Nur kurze Zeit später folgte eine weitere Ergänzung mit der Theorie der relativen Deprivation, welche ausformuliert, dass durch die Diskrepanz von Anspruch und Wirklichkeit eine Protesthaltung entstehe. In den 1970er Jahren fand ein Paradigmenwechsel statt, in dessen Folge sich die Ressourcenmobilisierungstheorie durchsetzte, der Blickwinkel verschob sich auf Variablen wie Organisation, Interesse, Ressource, Gelegenheit und Strategie um Mobilisierung im Sinne von sozialen Bewegungen zu erklären (vgl. Ahlemeyer 1989: 178).

Da die Ressourcenmobilisierungstheorie keine in sich einheitliche Theorie ist, sondern sich aus vielen verschiedenen Strömungen bildet, ist es schwierig an dieser Stelle einschlägige Theoretiker zu benennen, da es einer willkürlichen Auswahl gleichkäme.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Begriffsbestimmungen: Dieses Kapitel erläutert die terminologischen Schwierigkeiten in der Extremismusforschung und definiert die für die Arbeit zentralen Begriffe des Rechtsextremismus und Islamismus.

2. Die Ideologie als Basis von Extremismus: Der Abschnitt analysiert Extremismus als ideologisch begründetes Konstrukt und betrachtet sowohl rechtsextreme als auch islamistische Weltanschauungen als Formen der Ungleichheitsideologie.

3. Soziale Bewegungen und Mobilisierungsprozesse: Hier werden theoretische Ansätze der Bewegungsforschung dargelegt und auf extremistische Gruppen übertragen, wobei insbesondere Rekrutierung, Framing und die Verbreitung von Ideen im Vordergrund stehen.

4. Mobilisierung durch das Internet: Dieses Kapitel untersucht, wie Rechtsextremisten und Islamisten das Internet als Instrument zur Organisation, Kommunikation und Verbreitung ihrer Ideologien nutzen.

5. Inhaltsanalyse: Der empirische Teil umfasst die methodische Herleitung und Durchführung einer strukturellen Analyse von zwei ausgewählten Webseiten, um deren Mobilisierungspotenzial messbar zu machen.

Schlüsselwörter

Extremismus, Rechtsextremismus, Islamismus, Internet, Mobilisierung, Soziale Bewegungen, Framing-Analyse, Radikalisierung, Ideologie, Rekrutierung, Kollektive Identität, Inhaltsanalyse, Digitale Kommunikation, Propaganda, Weltanschauung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, welche Bedeutung das Internet für Mobilisierungsprozesse bei rechtsextremistischen und islamistischen Gruppierungen in Deutschland hat.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen Extremismusforschung, Ideologiekritik, Theorien sozialer Bewegungen sowie die empirische Analyse von extremistischen Online-Angeboten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, herauszufinden, wie das Internet als Werkzeug für diese extremen Strömungen fungiert und ob sich Unterschiede in ihrer Mobilisierungsstrategie online aufzeigen lassen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine qualitative, strukturelle Inhaltsanalyse nach den Schemata von Caiani & Parenti sowie Snow & Benford angewandt, um das Mobilisierungspotenzial von Webseiten zu evaluieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung der Mobilisierungsmechanismen und einen anschließenden empirischen Teil, in dem die Webseiten "Altermedia" und "GIMF" analysiert werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Mobilisierung, Internet, Radikalisierung, Framing, Ideologie, Extremismus, Rechtsextremismus und Islamismus.

Welche spezifische Rolle spielt das Framing in dieser Studie?

Das Framing dient als Analysewerkzeug, um zu verstehen, wie extremistische Gruppen ihre Ideologien durch Deutungsrahmen (wie "frame bridging" oder "frame amplification") für Rezipienten attraktiv und anschlussfähig gestalten.

Zu welchem Ergebnis kommt der Vergleich zwischen Altermedia und GIMF?

Beide Webseiten zeigen ein hohes Mobilisierungspotenzial, wobei trotz inhaltlicher Differenzen der rechtsextremen und islamistischen Ausrichtung das Internet als Medium zur Identitätsstiftung und Vernetzung von beiden intensiv genutzt wird.

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Detalles

Título
Extremismus im Internet
Subtítulo
Die Bedeutung des Internets für die Mobilisierungsprozesse von Rechtsextremisten und Islamisten im Vergleich
Universidad
University of Bremen  (Institut für Soziologie)
Calificación
1,7
Autor
Katharina Leimbach (Autor)
Año de publicación
2014
Páginas
49
No. de catálogo
V285227
ISBN (Ebook)
9783656851868
ISBN (Libro)
9783656851875
Idioma
Alemán
Etiqueta
Extremismus Rechtsextremismus Islamismus Internet Mobilisierung soziale Bewegungen Framing Qualitativ Soziologie Kriminalsoziologie
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Katharina Leimbach (Autor), 2014, Extremismus im Internet, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/285227
Leer eBook
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