Die Welt der Hobbits, Elben und Zwerge ist eine Welt, die unserer fern liegt, denn in dieser Welt herrscht Magie. Mittelerde ist eine andere Welt als unsere - oder? Der Herr der Ringe von J.R.R. Tolkien wird zwar als Fantasy-Roman bezeichnet, doch schaut man genauer hin, lassen sich viele Parallelen zu unserer Welt entdecken. Ziel dieser Arbeit soll sein, die Ähnlichkeiten Mittelerdes mit der echten Welt herauszufinden. Besonders die Architektur wird dabei im Vordergrund stehen. Es soll herausgestellt werden, wie die Architektur der verschiedenen Völker in Mittelerde aussieht und welche Vorbilder diese gehabt haben könnte. Besonders Auffallend sind dabei die Entlehnungen aus dem Mittelalter.
Die Hauptquelle für die Analyse der Architektur wird die filmische Umsetzung von Peter Jackson aus den Jahren 2001 bis 2003 sein. Die Trilogie dient als bildlicher Vergleich der tatsächlich hergestellten Architektur für die Darstellung von Mittelerde, die aber natürlich auf den Grundlagen Tolkiens basiert. Deshalb soll vorher untersucht, werden inwieweit Tolkien selbst bereits auf das Aussehen der Architektur seiner fiktiven Völker und Landschaften eingegangen ist und ob es auch dort schon Parallelen zu realen Völkern gibt. Die textliche und bildliche Untersuchung wird im Anschluss verglichen und analysiert. Dabei werden Merkmale und Beispiele von realer Baukunst mit der filmischen Baukunst verglichen und versucht, Vorbilder selbstständig herauszuarbeiten.
Um eine Grundlage des Verständnisses von Architektur in Literatur und Film zu haben, soll zu Beginn ein Blick auf den theoretischen Bestand geworfen werden. Dadurch lassen sich Gründe für Vorbilder, das Hinzunehmen und Weglassen von bestimmten Merkmalen und das Einsetzen von gewissen Bautypen besser verstehen.
Am Ende soll anhand von drei ausgewählten Beispielen eine umfassende Analyse der Filmarchitektur entstehen, um diese mit realen Vorbildern zu vergleichen. Es wird sich zeigen, ob die Filmarchitektur den Vorbildern gerecht wird, beziehungsweise ob sie auch zu den kulturellen und Wesensmerkmalen der dargestellten Völker passt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Forschungsstand
3. Theorie: Die fiktive Architektur in Literatur und Film
3.1. Fiktive Architektur in der Literatur
3.2. Fiktive Architektur im Film
4. Tolkiens Mittelerde und deren filmische Umsetzung
5. Analyse
5.1. Methodik
5.2. Allgemeines zur Architektur in Mittelerde
5.3. Bruchtal
5.3.1. Die Beschreibung im Buch
5.3.2. Die Darstellung im Film und Gedanken der Filmemacher
5.3.3. Mögliche Vorbilder und Vergleiche
5.4. Lothlórien
5.4.1. Die Beschreibung im Buch
5.4.2. Die Darstellung im Film und Gedanken der Filmemacher
5.4.3. Mögliche Vorbilder und Vergleiche
5.5. Edoras
5.5.1. Die Beschreibung im Buch
5.5.2. Die Darstellung im Film und Gedanken der Filmemacher
5.5.3. Mögliche Vorbilder und Vergleiche
6. Schluss
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Ähnlichkeiten der Architektur in Tolkiens Mittelerde mit realen Vorbildern der echten Welt zu untersuchen, wobei der Fokus auf der filmischen Umsetzung der Architektur durch Peter Jackson liegt.
- Analyse fiktiver Architektur in Literatur und Film
- Untersuchung von Mittelerde als fiktive Welt und deren filmische Ausarbeitung
- Vergleich der Architektur verschiedener Völker (Elben, Menschen) mit realen architektonischen Stilen
- Identifikation historischer Vorbilder (z.B. Jugendstil, Gotik, skandinavische Mittelalter-Architektur)
- Bewertung der Authentizität und kulturellen Passung der Filmarchitektur
Auszug aus dem Buch
3.1. Fiktive Architektur in der Literatur
Es stellt sich die Frage warum man sich bei fiktiver Architektur im Film zuerst mit der Architektur in der Literatur beschäftigen muss. Natürlich, weil die meisten Filme auf Büchern basieren. Sie unterscheiden sich nur darin in welchem Ausmaß sich der Film an das Buch oder die literarische Vorlage hält. Doch was hat Architektur nun mit Literatur zu tun?
Ganz zu Beginn, als die Architektur noch nicht zu den freien Künsten, also den „artes liberales“ zählte, sondern nur als „bloßes Handwerk“ angesehen wurde, war sie keineswegs interessant für Dichter und Autoren. Erst als sich das änderte und die Architektur zu einer freien Kunst aufstieg, lösten sich auch bei den Dichtern die alten Konventionen über die Architektur auf.
In der Literatur gab es bereits in der Antike fiktive Architektur. Mythische Orte wie das Labyrinth des Minos und Daidalos oder Odysseus' Palast in Ithaka. Auch wenn es keine genauen Beschreibungen gab, so gab es doch diesen fiktiven Ort, an dem sich die Figuren aufhielten.
Der Grund, warum Architektur in der Literatur überhaupt so gut funktioniert, ist, dass das menschliche Gehirn topologisch strukturiert ist. Das heißt, einfache Nennungen von gewissen Orten rufen beim Leser gewisse Bilder und Imaginationen hervor. Jedoch sind diese Imaginationen natürlich alle individuelle Assoziationen und können von Mensch zu Mensch differieren.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einleitung in die Thematik der Architektur in Mittelerde, Zielsetzung der Arbeit und Vorstellung der verwendeten Hauptquellen.
2. Forschungsstand: Überblick über existierende theoretische Literatur zur Filmarchitektur und den Quellen zu Tolkien.
3. Theorie: Die fiktive Architektur in Literatur und Film: Theoretische Auseinandersetzung mit der Bedeutung und Funktion von Architektur in literarischen und filmischen Werken.
4. Tolkiens Mittelerde und deren filmische Umsetzung: Kontextualisierung von Tolkiens Welt und der Herangehensweise von Peter Jackson bei der filmischen Gestaltung.
5. Analyse: Detaillierte Untersuchung und Vergleich der Architektur von Bruchtal, Lothlórien und Edoras mit realen architektonischen Vorbildern.
6. Schluss: Zusammenfassung der Ergebnisse und Fazit zur architektonischen Gestaltung der fiktiven Orte.
Schlüsselwörter
Mittelerde, Architektur, Filmarchitektur, J.R.R. Tolkien, Peter Jackson, Bruchtal, Lothlórien, Edoras, Jugendstil, Gotik, Wikingerzeit, Vorbilder, Filmanalyse, Literaturverfilmung, Authentizität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die fiktive Architektur von Orten in Mittelerde und vergleicht diese mit realen architektonischen Stilen und historischen Vorbildern.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Arbeit behandelt die Architektur der Elben (Bruchtal, Lothlórien) und der Menschen (Edoras) sowie deren theoretische Fundierung in Literatur und Film.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, Ähnlichkeiten zwischen den fiktiven Architekturen in der Filmtrilogie und realer Baukunst herauszuarbeiten und zu prüfen, ob die Designer sich an historischen Stilen orientiert haben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Methodik wurde aus Roland Schäfers "Fantastische Landschaften" adaptiert und umfasst die Analyse von Buchbeschreibungen, Bildmaterial aus Filmen, Skizzen von Illustratoren und den Abgleich mit realen Architekturstilen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Untersuchung der Architektur von Bruchtal, Lothlórien und Edoras sowie dem direkten Vergleich mit historischen Gebäuden und Epochen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Mittelerde, Filmarchitektur, Jugendstil, Gotik, Authentizität und die architektonische Gestaltung durch Illustratoren wie Alan Lee und John Howe.
Welcher Stil dominiert nach Ansicht der Autorin in Bruchtal?
Bruchtal weist starke Merkmale des Jugendstils auf, da dieser durch organische Formen und florale Ornamentik geprägt ist, was sehr gut zur Naturverbundenheit der Elben passt.
Was dient als Vorbild für Edoras in der Arbeit?
Für Edoras werden insbesondere Wikinger- und skandinavische mittelalterliche Architektur sowie Funde aus Sutton Hoo als Vorbilder für die Gestaltung herangezogen.
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- Anne-Ailine Krause (Autor), 2013, Architektur in Mittelerde. Analyse der Filmarchitektur nach Tolkien und ihrer möglichen Vorbilder, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/285251