Der Einsatz von Dock&Yard Management im Schnittstellenmanagement


Akademische Arbeit, 2004
36 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einführung in die Thematik
1.1 Einleitung
1.2 Gegenstand und Aufbau der Arbeit

2 Begriffliche Abgrenzung des Dock&Yard Managements

3 Motive für die Einrichtung des D&Y Managements

4 Schnittstellenmanagement

5 Kommunikationsmöglichkeiten im D&Y Management
5.1 Informationsübermittlung mittels betrieblicher Funksysteme
Abbildung. 36 :Überblick über die Bereiche und Technologien der Funkübermittlung
5.2 Anwendung der Funksysteme in der Praxis
5.3 Anwendung des Sprechfunks innerhalb des D&Y Managements
5.4 Anwendung des Datenfunks innerhalb des D&Y Managements
5.5 Kommunikation über Pager
5.6 Kommunikation über Anzeigetafel
5.7 Anwendung des Mobilfunks innerhalb des D&Y Managements

6 Lokalisierung von Rangierfahrzeugen und mobiler Lagerflächen
6.1 Positionsermittlung durch Transponder
6.2 Positionsermittlung durch GPS
6.3 Tracking & Tracing

7 Fazit/Ausblick

8 Anhang

9 Literaturverzeichnis und weiterführende Literatur

1 Einführung in die Thematik

1.1 Einleitung

Die vergangenen Jahre haben durchgreifende Veränderungen der wettbewerblichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Märkte bewirkt. Die zunehmende Globalisierung der Märkte, steigende technologische Entwicklungen und steigende Anpassungen an die Wettbewerbssituation erfordern eine Optimierung der gesamten Prozesskette, d. h. von der Beschaffung der Rohstoffe und Vorprodukte bis hin zur Auslieferung der fertigen Endprodukte. Wachsende Kundenansprüche, geprägt von steigenden Qualitätsanforderungen, von einem stetig steigenden Servicegrad und einer wachsenden Leistungsqualität (Durchlaufzeit u. Termintreue), verlangen ebenfalls eine schnelle Reaktion seitens der Unternehmen. Verschiedene logistische Konzepte haben sich in den letzten Jahren durchgesetzt, die diese Optimierung zum Ziel haben. Die Unternehmen sind weiterhin bestrebt, innerhalb der Anwendung dieser logistischen Konzepte, ebenfalls ein Optimum zu erreichen. Eine Möglichkeit, dieses Optimum zu verwirklichen, liegt in der Einrichtung eines effektiven D&Y Managements.

1.2 Gegenstand und Aufbau der Arbeit

Obwohl die Dock und Yard Management Systeme zunehmend an Bedeutung gewinnen, ist die Kenntnis über ihre Existenz z. T. noch sehr eingeschränkt. Auch ist die Anzahl der Anbieter dieser Informationssysteme gegenwärtig noch nicht sehr ausgeprägt. Das Ziel dieser Arbeit ist es, dem Leser einen ersten Einblick in die Thematik des Dock&Yard Managements zu verschaffen. Hierfür ist eine Vielzahl von D&Y Management Systemen, hauptsächlich aus dem amerikanischen Ausland, untersucht worden.

In der nachfolgenden Ausarbeitung wird zunächst eine Abgrenzung des Begriffs Dock und Yard Management vorgenommen und die Motive zur Einrichtung von D&Y Management Systemen erörtert.

D&Y Management Systeme sind nur ein Teil von Informationssystemen innerhalb einer Unternehmung. Es existiert eine Reihe weiterer Informationssysteme (unternehmensintern sowie unternehmensextern), deren Daten für das D&Y Management von hoher Bedeutung sind. Um diese Daten zu verarbeiten bedarf es der Existenz eines Schnittstellenmanagements. Das Schnittstellenmanagement ist des Weiteren für die Übermittlung von Daten an externe Bereiche des Werksgeländes (Anzeigetafeln, etc.) verantwortlich. Das folgende Kapitel geht detailliert auf die Beschreibung des Schnittstellenmanagements ein. Damit der Informationsaustausch zwischen den Akteuren problemlos durchgeführt werden kann, sind zuverlässige Kommunikationsmöglichkeiten die Voraussetzung. Ohne diese Technologien ist ein effektives D&Y Managements nicht durchführbar. Im nächsten Kapitel werden einige der gebräuchlichsten Technologien vorgestellt. Trotz der Einführung eines D&Y Managements kommt es in der Praxis aus den verschiedensten Gründen vor, dass vor allem Container auf dem Werksgelände verloren gehen. Um diese Situation zu vermeiden, werden zusätzliche Technologien verwendet, welche auch direkt mit den D&Y Management Systemen in Verbindung stehen. Das letzte Kapitel stellt die Transpondertechnologie und das GPS-Ortungssystem zur Lokalisierung von mobilen Lagerflächen vor. Abschließend wird im Fazit eine thesenartige Zusammenfassung der Arbeit gegeben sowie ein Ausblick auf weitere, zukünftige Entwicklungen im Zusammenhang mit dem D&Y Management erörtert.

2 Begriffliche Abgrenzung des Dock&Yard Managements

Das Dock Management umfasst die Steuerung der Aktivitäten an den Laderampen während das Yard Management die Aktivitäten auf dem Werksgelände koordiniert, d. h. die Zuordnung der Aufgaben-, Arbeitsteilung sowie die Steuerung des auf dem Betriebgelände stattfindenden Verkehrs, um eine Minimierung unnötiger Such- und Rangierfahrten zu verwirklichen [Tec03-ol]. Die Aktivitäten an den Laderampen umfassen neben dem Wareneingang und Warenausgang u. a. die Steuerung der ankommenden und abfahrenden LKWs an bzw. von den Verladerampen. Auf diese Problematik werden sich die folgenden Kapitel konzentrieren. Das Yard Management hingegen steuert den aufkommenden Verkehr auf dem Werksgelände, ausgelöst durch werkseigene, wie auch externe Fahrzeuge. Des Weiteren ist durch das Yard Management die Möglichkeit gegeben, zu jeder Zeit alle relevanten Informationen über die auf dem Betriebsgelände befindlichen LKWs und Container zu besitzen. Dazu gehört z. B. das Wissen, welcher LKW bzw. Container an welcher Stelle auf dem Betriebsgelände steht, welche Ladung sich darin befindet, welchem Unternehmen der LKW/Container gehört, wie lange er noch auf dem Betriebsgelände steht, usw.

3 Motive für die Einrichtung des D&Y Managements

Das Ziel eines jeden ertragsorientierten Unternehmens ist die Sicherstellung der maximalen Zufriedenheit jedes Kunden. Einen wesentlichen Beitrag, dieses Ziel zu erreichen, leistet die perfekte Abstimmung aller logistischen Abläufe aufeinander sowie das synchrone Zusammenspiel aller Komponenten entlang der Wertschöpfungskette. Die Komponenten sind hierbei die Planung und Warendisposition, die Bereitstellung bzw. Zulieferung, die Produktion, die Lagerhaltung und die Belieferung des Auftraggebers. Die optimale Auslastung aller Ressourcen spart Kosten und steigert die Produktivität und die Qualität des gesamten Logistiksystems.

Die o. g. Synchronisation ist nur dann möglich, wenn ein Informationssystem in der Lage ist, alle relevanten Informationen in Echtzeit bereitzustellen und diese simultan und in übergreifender Logik in die Abläufe der gesamten logistischen Wertschöpfung so zu integrieren, dass alle Vorgänge lückenlos miteinander verknüpft sind.

Die Synchronisation von Materialfluss und Arbeitsabläufen ist das Ergebnis:

- der Verfügbarkeit des richtigen Produktes, in der richtigen Menge, zum richtigen Zeitpunkt und am richtigen Ort.
- der Reduzierung der Lagerbestände, für Nachschub, aber auch für Hilfs- und Betriebsmittel.
- der höheren Wirtschaftlichkeit durch reduzierte Lagerhaltung, Ressourcenschonung und Zeitersparnis.
- der schnelleren Warenlieferung vom Abgangsort zur Endbestimmung.

mit dem Ziel der Steigerung der Rentabilität durch Kostensenkung in der Logistik.

Das operative Umfeld der Lagersteuerung und -verwaltung von Produktionsunternehmen sowie von Distributionsunternehmen wird maßgeblich von der verfrühten und verspäteten Zufuhr von Gütern beeinflusst. Der zunehmend im Mittelpunkt stehende Engpass sind die Rampen bzw. deren nutzenmaximierte Belegung über den Tag. Die knappen, oftmals auch Schwankungen unterworfenen, verfügbaren Ressourcen (Arbeitskräfte, Maschinen, etc.) leisten einen wesentlichen Beitrag zur termingetreuen Aufgabenbewältigung. Die Verwaltung und Steuerung dieser Ressourcen, bzw. deren Glättung sowie die Berechnung, ob diese zur Aufgabenbewältigung in ausreichender Zahl zur Verfügung stehen, ist ein maßgeblicher Faktor. Diese Problemstellung wird mit Hilfe eines effektiven D&Y Managements gelöst. Es trägt dazu bei, dass der Materialfluss an den Rampen reibungslos verläuft. Abbildung 1 soll das Verfahren der Glättung verdeutlichen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Verfahren der Glättung zur optimalen Ausnutzung der Verladerampen

Den Unternehmen stehen nur eine begrenzte Anzahl Laderampen, Personal und Maschinen zur Verfügung, um den Wareneingang und Warenausgang optimal durchzuführen. Die Kapazitäten reichen zu bestimmten Zeiten jedoch nicht aus (im Tagesverlauf, in saisonbedingten Spitzenzeiten oder Stoßzeiten vor Feiertagen, d. h. saisonaler und zeitlich flüchtiger Nachfrage). Das D&Y Management versucht anhand von Optimierungsverfahren unter Berücksichtigung verfügbarer Ressourcen sowie frühzeitiger Informationsübermittlung eine Glättung vorzunehmen, um so die Kapazitäten optimal zu nutzen.

Innerhalb des D&Y Managements werden die Rampen als Produktivfaktoren betrachtet. Die Rampen bilden die Schnittstelle zwischen dem Lager und dem Versand (interne u. externe Logistik). Die Materialzugänge und Warenausgänge kreuzen sich an den verfügbaren Rampen. Die Rampen bilden demzufolge die Drehscheibe des Materialflusses. Die Planung bzw. die Steuerung der Rampenbelegung ist ein wesentlicher Faktor, denn je häufiger diese auftragswirksam werden, desto höher ist die Umschlagsquote bei gegebenem Auftragsvolumen. Der Kapazitätsanstieg mit Hilfe eines effektiven D&Y Managements durch optimale Nutzung der Rampen ist ein wichtiges Glied bei der durchgängigen Optimierung logistischer Prozessketten.

Die o. g. interne bzw. die externe Logistik unterliegt oftmals bestimmten Gesetzmäßigkeiten und sind häufig mit unterschiedlichsten Problemstellungen behaftet:

- Der Versand: Unvorhersehbare Verzögerungen der Frachtführer bilden oftmals unproduktive Zeitfenster, da die Planung nicht unverzüglich nach Kenntnisnahme überprüft und angepasst werden kann. Grundsätzlich beschäftigt sich die Problemlösung jedoch ab der Bereitstellfläche im Lager. Im D&Y Management wird davon ausgegangen, dass die Güter entsprechend zur Verfügung stehen.

- Das Lager: Schwankende Verfügbarkeit von Arbeitskräften und unterschiedliche Produktivität einzelner Mitarbeiter führen oftmals zu Engpässen und Belastungsspitzen und in der Folge zu Verzögerungen bei der Auftragsbewältigung. Verspätet sich ein Fahrzeug, findet keine adäquate Nutzung der Produktivfaktoren statt, denn häufig liegt der Zeitpunkt der Kenntnisnahme kurz vor dem geplanten Termin und es besteht keine Möglichkeit, die Tagesfeinplanung zu modifizieren und die Produktivfaktoren sinnvoller einzusetzen. Hier zielt die Problemlösung auf die internen Transportaufträge zu den Bereitstellflächen an den Rampen. Es ist Ziel des D&Y Managements, dass das Abholfahrzeug zum Zeitpunkt der vollständigen Bereitstellung der Ware an der Rampe zur Beladung verfügbar ist.

Zusätzlich ist eine fehlende Informationsversorgung bei statischer Planung eine weiterer Grund für die Entstehung von Engpässen. Diese verändert sämtliche Tätigkeitsprofile in einem Wettlauf gegen die Zeit. Das Fehlen einer Entscheidungshilfe zur dynamischen Planung der Rampen hat in der Regel einen Abfall der Produktivität zur Folge.

Im heutigen, immer stärker zunehmenden Wettbewerb suchen die Unternehmen nach jeglicher Möglichkeit, die Produktivität und Effektivität ihrer Ressourcen zu erhöhen, um so Wettbewerbsvorteile erreichen zu können. Nach der Optimierung von Warehouse - und Transportsystemen besteht eine Möglichkeit in der Einrichtung eines D&Y Managements. Es reduziert die fixen Kosten und das Standgeld, welches entsteht, wenn die LKW-Fahrer auf dem Betriebsgelände auf ihren Verladevorgang warten müssen. Es erhöht die Nutzung der LKW-Fahrer sowie die Nutzung des Laderampenpersonals. Aufwendige Kontrollen der LKWs auf dem Betriebsgelände werden durch das D&Y Management verringert oder ganz vermieden. Durch die im D&Y Management berechneten und geplanten Ankunfts- und Abfahrtszeiten wird eine bessere Ausnutzung der Laderampen erreicht.

Die Ankunft der Verkehrsträger ist oft mit Problemen verbunden. Die LKWs sind häufig gezwungen, vor dem Betriebsgelände bzw. vor dem Verladetor zu warten, da vor ihnen noch andere LKWs zu entladen sind.

Die Folgen einer unerwarteten bzw. außerplanmäßigen Ankunft eines LKWs (egal, ob zu spät oder zu früh) spiegeln sich in der zum Teil starken Erhöhung der Kosten wieder, aufgrund von stillstehenden oder zu wenigen Abladehilfen (Gabelstapler) oder aufgrund von unter- bzw. überfordertem Personal. Außerdem erhöhen leere, nicht genutzte Flächen auf dem Werksgelände sowie nicht genutzte Verladetore die Opportunitätskosten, wenn sich auf diesen Flächen die LKWs oder sonstige Gegenstände befinden und somit keiner anderen Nutzung zur Verfügung stehen. Kommt ein LKW zu spät, stellt jede zur Verfügung stehende Ressource an einem leeren bzw. nicht genutztem Verladetor Kosten dar.

Darüber hinaus können noch andere Probleme innerhalb des Betriebshofes durch D&Y Systeme koordiniert werden. Beispielsweise Ausfälle der auf dem Betriebsgelände eingesetzten Fahrzeuge, nicht funktionierende Verladetore oder die Verladevorgänge benötigen nicht die vorgeschrieben Zeit, dauern entweder zu lange oder sind zu schnell. D&Y Management Systeme verhindern des Weiteren, dass Fahrzeuge auf dem Betriebshof abhandenkommen. In der Praxis kommt es häufig vor, dass Unternehmen Mitarbeiter einstellen, deren Aufgabe darin besteht, abhanden gekommene Fahrzeuge (Trailer, Container usw.) wiederzufinden . Das D&Y Management arbeitet in “Echtzeit“, d. h. ist es in der Lage, die Aktivitäten auf dem Betriebsgelände zu jeder Zeit zu verfolgen und zu kontrollieren mit dem Ziel, die wartenden LKWs schnellstmöglich zu den freien Verladestellen zu leiten. Es wird zu jeder Zeit überprüft, ob und welche Auswirkungen die o. g. zeitlichen Abweichungen auf die Verladesituation haben.

4 Schnittstellenmanagement

Um die einzelnen Verladestellen bzw. Parkstellen für die Verkehrsträger und mobilen Lagerflächen auszuwählen, bedarf es der Anzeige und Berücksichtigung interner und externer Daten. D&Y Management Systeme besitzen in der Regel ein Schnittstellenmanagement zu internen und externen Systemen, welches die Übernahme von Stamm- und Bewegungsdaten über Module erlaubt. Daher ist es möglich, D&Y Management Systeme an Fremdsysteme anzubinden, welche die benötigten Daten in strukturierter Form bereitstellen. D&Y Management Systeme sind in der Regel nur ein Teil von Softwareverfahren des Transportmanagements, welches der durchgängigen Optimierung von Distributionsprozessen dient. Die folgende Abbildung illustriert die Stellung des D&Y Managements innerhalb der für das Transportmanagement unabkömmlichen externen Systeme sowie ergänzender Module.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Stellung des D&Y Managements im Informationssystem des Unternehmens

Um ein leistungsfähiges Gesamtsystem zu bilden, wird der gesamte Datenfluss über eine zentrale Datenbank abgewickelt. Diese versorgt alle Applikationen mit den notwendigen Stamm- u. Bewegungsdaten. Dadurch besteht die Möglichkeit, die einzelnen Softwaretools miteinander zu kombinieren. Die Notwendigkeit der Einbringung aller externen Systeme sowie aller Ergänzungsmodule ist in der Regel nicht gegeben. Die untersuchten Gesamtsysteme beinhalten vorwiegend nur ein Teil der dargestellten externen Systeme bzw. Ergänzungsmodule. Durch das Schnittstellenmanagement ist auch die Einbindung von anderen Systemen sowie die Einbindung in andere Systeme gewährleistet. Alle benötigten Daten aus z. B. Warehousemanagement Systemen, Transportmanagement Systemen oder Personalmanagement Systemen werden durch zertifizierte Schnittstellen aus ihren bestehenden System übernommen und stehen zur weiteren Bearbeitung in der zentralen Datenbank (Host Computer) des jeweiligen Unternehmens (Warenverteilzentrum) zur Verfügung. Die Daten, welche durch Warehousemanagement Systeme breitgestellt werden, sind in der Regel:

- Artikelstammdaten
- Lagerbewegungen
- Kommissionierungsaufträge
- Versandaufträge
- Versanddaten

Transportmanagement Systeme (von Transportunternehmen, d. h. in einigen Fällen besitzen die Warenverteilzentren keine eigenen TMS) versorgen die zentrale Datenbank mit folgenden Informationen:

- Versandaufträge
- Versanddaten
- Transportaufträge
- Transportdaten

Sind Dock&Yard Management Systeme separate Systeme, ist es für eine effektive Steuerung unbedingt erforderlich, Daten vom (bzw. in das)Yard Management System in das (bzw. vom) Dock Management System, zu integrieren. Werden die Daten ungenau oder verzögert übermittelt, kann dies zu Kosten führen, verursacht durch die Ineffizienz und Unproduktivität der Arbeiter an den Verladestellen.

Das Schnittstellenmanagement ist bei der Erstellung der Torbelegung von enormer Bedeutung, da die übertragenden Daten bei der Verladestellen bzw. Torauswahl berücksichtigt werden. Besitzt beispielsweise der Koordinator für die Torbelegung im Leitstand Kenntnis darüber, dass an einer bestimmten Stelle eine bestimmte Ware im Warenverteilzentrum zu finden ist, wird er die Belegung des WE-/WA Tores so wählen, dass dieses so nah wie möglich an der Ware lokalisiert ist, um zeitaufwendige Transportwege innerhalb des Lagers zu vermeiden. Werden Warenausgangsladeeinheiten für einen Verkehrsträger an einer bestimmten Verladerampe gebildet, wird dies dem Koordinator für die Torbelegung im Leitstand durch das Schnittstellenmanagement übermittelt, so dass dieser daraufhin die richtige Verladerampe für den Verkehrsträger bereithält. Bei einigen Dock Management Systemen ist die Automatisierung des Schnittstellenmanagements soweit fortgeschritten, dass die Berücksichtigung interner sowie externer Daten bei der Planung der Rampenbelegung selbststeuernd erfolgt.

Die verwaltungsrelevanten Daten basierend auf Avis werden in der Regel durch EDI (Electronic Data Interchange) übermittelt. EDI ist der elektronische Austausch von strukturierten Nachrichten zwischen Geschäftspartnern. In diesem Fall zwischen dem WVZ und dem Transporteur. Als optimale Alternative zur existierenden Fax-, Telefon- und Geschäftspapierkommunikation, wird EDI für externe Geschäftsprozesse verwendet, um gleichartige und regelmäßig anfallende Geschäftskommunikationen mit Unternehmenspartnern durchzuführen. Bezogen auf das D&Y Management sind dies Bestellungen, Lieferpläne oder Transportdaten. EDI ermöglicht neben der elektronischen Kommunikation der strukturierten Daten, die automatische Weiterverarbeitung (ohne manuellen Eingriff) von Geschäftsvorfällen bzw. Geschäftsnachrichten. Ziel der Anwendung von EDI ist es, die Geschäftskommunikation zwischen allen Geschäftspartnern möglichst kostengünstig und vor allem zeitoptimiert durchzuführen. Folgende Abbildung demonstriert den automatisierten Prozess der Übermittlung von Avisen durch EDI:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Prozess der Übermittlung von Avisen

Das Transportunternehmen übermittelt die Daten des Liefer-Abholavis über das Internet via Email im browserfähigem XML-Format (Extensible Markup Language). Die verschlüsselten Daten des Avis werden zum XML/EDI-Server gesendet, dort entschlüsselt und in das EDIFACT-Format konvertiert. Im umgekehrten Fall, d. h. beim Versenden von Daten zum Lieferanten sorgt der Server für eine Verschlüsselung der Daten, so dass sie auch unter Nutzung des Kommunikationsweges Internet nur von den Empfängern gelesen und beantwortet werden können. Die Daten werden weiter zu einer EDIFACT-Schnittstelle gesendet, um dann im Host Computer abgelegt zu werden, in welchem sie dann zu weiteren Applikationen zur Verfügung stehen. Die Abbildung dient nur als Beispiel. In der Praxis existiert eine Vielzahl von konfigurierbaren Schnittstellenkonvertern für die Kommunikation mit ASCII-Dateien (American Standard Code for Information Interchange), XML, Datenbanktabellen etc.

Verfügt das Warenverteilzentrum über die Möglichkeit einer Sendungsverfolgung (Tracking&Tracing), werden die Daten des jeweiligen Verkehrsträgers bzw. der mobilen Lagerfläche vom Tracking&Tracing System über eine T&T Schnittstelle auf der zentralen Datenbank abgelegt und zeitgleich auf der Internetplattform des Unternehmens bereitgestellt. Können externe Prozessbeteiligte (Produktionsunternehmen, Transportunternehmen, Dienstleister und Empfänger der Waren) den Sendungsstatus der Waren auf der Internetseite des WVZs nicht direkt verfolgen, werden die Daten mittels des XML/EDI-Servers an Logistikdienstleister übermittelt, welche ihrerseits Tracking&Tracing Informationsdienste anbieten. In der Regel werden die Daten nur an Logistikdienstleister übermittelt, die einen hohen Anteil am durchzuführenden Verkehr (Verkehrsträger bzw. mobile Lagerflächen) auf dem Werksgelände besitzen. Die Informationen, die beim Tracking&Tracing werden entweder auf der Internetseite des Warenverteilzentrums bereitgestellt werden oder dem Logistikdienstleister direkt übermittelt.

Das Schnittstellenmanagement steuert nicht nur den Import von internen bzw. externen Daten, sondern ermöglicht weiterhin die Übermittlung von Daten an externe Bereiche des Werksgeländes. Folgende Abbildung zeigt ein Netzwerksystem speziell des D&Y Managements. Neben der Einbindung in ein Gesamtsystem sowie in den Lagerverwaltungsrechner, der die aktuellsten Informationen liefert und die Garantie auf eine schnellstmögliche Reaktion gewährt, ist vor allem die Integration von stationären und mobilen Bedienstationen an den Verladestellen ein Garant für eine effektive Steuerung. Die Integration eines Anzeigesystems erleichtert die Kommunikation mit den Fahrern. Daneben existieren diverse mobile Kommunikationstechnologien, welche dann notwendig und wirtschaftlich sinnvoll sind, wenn sich der Aufenthaltsort eines Kommunikationspartners ständig ändert. Die Nutzer mobiler Kommunikationsmittel sind im D&Y Management in der Regel die Fahrer der einzelnen Verkehrsträger sowie die Arbeiter an den einzelnen Verladestellen. Voraussetzung für den Austausch der Daten zwischen Leitstand und den mobilen Kommunikationsterminals (Handheld, Pager, Bordcomputer, etc.) ist der Kommunikationsserver, der die Daten konvertiert und über Transmitter an RF Terminals weiterleitet oder Daten von RF-Terminals erhält und diese dann umwandelt. Werden stationäre Kommunikationsmittel, wie z. B.. Anzeigetafeln verwendet, müssen die Daten durch einen Konverter umgewandelt werden, um die nötigen Informationen an der Anzeigetafel bereitzustellen. Die Abbildung erläutert dieses näher.

[...]

Ende der Leseprobe aus 36 Seiten

Details

Titel
Der Einsatz von Dock&Yard Management im Schnittstellenmanagement
Hochschule
Universität Paderborn
Note
1,7
Autor
Jahr
2004
Seiten
36
Katalognummer
V285331
ISBN (eBook)
9783656852346
ISBN (Buch)
9783656905882
Dateigröße
766 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Dock&Yard Management, Schnittstellenmanagement, Kommunikationsmittel, Lokalisierung, Kommunikationspraktiken
Arbeit zitieren
Dipl.-Kfm Thorsten Jochheim (Autor), 2004, Der Einsatz von Dock&Yard Management im Schnittstellenmanagement, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/285331

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Der Einsatz von Dock&Yard Management im Schnittstellenmanagement


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden