In dieser Arbeit soll die Frage nach der finanziellen Vorteilhaftigkeit der Art der Vermögensverwaltung (private Vermögensverwaltung oder Vermögensverwaltung über eine GmbH) von zins- und dividendenbringenden Kapitalanlagen aufgegriffen werden. Hierfür erfolgt die Betrachtung der Besteuerung von Vermögen in der Hand einer natürlichen Person. Am Anfang werden Grundlagen der Einkommensteuer und der Besteuerung auf den einzelnen Besteuerungsebenen beschrieben. Hierbei werden die unterschiedlichen Besteuerungssysteme, denen eine natürliche Person mit ihrem Privatvermögen unterliegen kann, betrachtet. Im Anschluss daran folgt die Berechnung der ertragsteuerlichen Belastung ausgewählter Kapitalanlagen bei der privaten Vermögensverwaltung.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 VERMÖGENSVERWALTUNG
2.1 Begriff Vermögensverwaltung
2.2 Private Vermögensverwaltung
3 BESTEUERUNG VON VERMÖGEN IN DER HAND EINER NATÜRLICHEN PERSON
3.1 Einkommensteuer
3.2 Ertragsteuerliche Belastung bei privater Vermögensverwaltung
3.2.1 Abgeltungsteuer
3.2.2 Exkurs: Teileinkünfteverfahren
3.2.3 Besteuerung auf der Ebene der natürlichen Person
3.2.4 Besteuerungsebenen bei Beteiligungen an Kapitalgesellschaften
3.2.5 Ertragsteuerliche Belastung ausgewählter Kapitalanlagen
3.2.6 Zusammenfassung und Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die finanzielle Vorteilhaftigkeit verschiedener Formen der Vermögensverwaltung – konkret der privaten Vermögensverwaltung im Vergleich zur Verwaltung über eine GmbH – bei zins- und dividendenbringenden Kapitalanlagen unter Berücksichtigung der Besteuerung in der Hand einer natürlichen Person.
- Grundlagen der Einkommensteuer und Besteuerungssysteme
- Auswirkungen der Abgeltungsteuer auf die private Vermögensverwaltung
- Steuerliche Behandlung von Kapitalanlagen bei natürlichen Personen
- Systematik der Besteuerungsebenen bei Beteiligungen an Kapitalgesellschaften
- Ertragsteuerliche Belastung von Dividenden, Zinsen und Veräußerungsgewinnen
Auszug aus dem Buch
3.2.4.1 Ebene der ausschüttenden Kapitalgesellschaft
Eine Kapitalgesellschaft kann ihre Gewinne entweder an die Anteilseigner ausschütten oder einbehalten (thesaurieren - laufende Ertragsbesteuerung bei Kapitalgesellschaft). Die Belastung der Gewinne auf der Ebene der Kapitalgesellschaft erfolgt durch den linearen körperschaftlichen Steuersatz von 15% zzgl. Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer. Gemäß § 23 Abs. 1 KStG handelt es sich bei dem Steuersatz von 15% (KSt) um eine einheitliche Definitivbesteuerung, die sowohl bei Ausschüttung als auch bei Thesaurierung greift.
Im Thesaurierungsfall werden die Gewinne einbehalten und somit vorerst nur auf der Ebene der Kapitalgesellschaft versteuert. Gemäß dem Trennungsprinzip werden diese einbehaltenen Gewinne bei dem Gesellschafter zunächst nicht besteuert. Anders bei der Ausschüttung der Gewinne, diese werden dann nochmals auf der Ebene der Personen bzw. Gesellschaften besteuert, an die ausgeschüttet wird. Hier ist als erstes zu unterscheiden, ob der Anteilseigner eine natürliche Person oder eine juristische Person ist. Dies ist wichtig für die weiteren Besteuerungsebenen, da Beteiligungserträge bei der Einkommensteuer und der Körperschaftsteuer steuerlich unterschiedlich behandelt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Einleitung in die steuerliche Begünstigung von Privatvermögen und die Auswirkungen der Einführung der Abgeltungsteuer auf die finanzielle Vorteilhaftigkeit der Vermögensverwaltung.
2 VERMÖGENSVERWALTUNG: Definition des Begriffs der Vermögensverwaltung sowie Abgrenzung zwischen privater und gewerblicher Verwaltung.
3 BESTEUERUNG VON VERMÖGEN IN DER HAND EINER NATÜRLICHEN PERSON: Detaillierte Analyse der Einkommensteuer und der ertragsteuerlichen Belastungen bei privater Vermögensverwaltung unter Berücksichtigung der Abgeltungsteuer und spezifischer Beteiligungsformen.
Schlüsselwörter
Vermögensverwaltung, Einkommensteuer, Abgeltungsteuer, Kapitalanlagen, Kapitalgesellschaft, Dividenden, Zinsen, Veräußerungsgewinn, Teileinkünfteverfahren, Steuerbelastung, Privatvermögen, Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag, Steuerreform, Ertragsteuern
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Besteuerung von Kapitalanlagen in der Hand einer natürlichen Person und analysiert die steuerliche Vorteilhaftigkeit der privaten Vermögensverwaltung im Vergleich zur Verwaltung über eine GmbH.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Einkommensteuer, die Funktionsweise der Abgeltungsteuer ab 2009, sowie die Besteuerung unterschiedlicher Kapitalerträge wie Zinsen, Dividenden und Veräußerungsgewinne.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist die Beantwortung der Frage nach der finanziellen Vorteilhaftigkeit der Art der Vermögensverwaltung bei zins- und dividendenbringenden Kapitalanlagen für natürliche Personen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es erfolgt eine fundierte steuerrechtliche Analyse auf Basis geltender Gesetze und Literatur, ergänzt durch mathematische Berechnungen der Steuerbelastung bei verschiedenen Kapitalanlagen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die Grundlagen der Einkommensteuer, die Systematik der Abgeltungsteuer, die Belastung auf Ebene der Kapitalgesellschaft und des Anteilseigners sowie die Berechnung der Steuerlast für ausgewählte Anlageformen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Vermögensverwaltung, Abgeltungsteuer, Einkommensteuer, Kapitalgesellschaft und steuerliche Belastungsanalyse charakterisiert.
Wie wirkt sich der Wegfall des Halbeinkünfteverfahrens aus?
Der Wegfall führt dazu, dass Dividenden und Veräußerungsgewinne aus Beteiligungen im Privatvermögen ab dem Veranlagungszeitraum 2009 generell mit der Abgeltungsteuer von 25 % besteuert werden, statt unter das progressive Einkommensteuersystem zu fallen.
Welche Rolle spielt die Höhe der Beteiligung an einer Kapitalgesellschaft?
Die Beteiligungshöhe ist entscheidend: Bei einer Beteiligung unter 1 % erfolgt die Besteuerung im Privatvermögen mit der Abgeltungsteuer, bei einer Beteiligung von mindestens 1 % greift unter Umständen das Teileinkünfteverfahren.
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- Michaela Reichelt (Author), 2009, Privatvermögen und Vermögensverwaltung. Die Besteuerung von Kapitalanlagen in der Hand einer natürlichen Person, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/285670