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Maria im Judentum. Die Mutter Jesu als jüdische Frau und ihr Erscheinen in jüdischen Quellen

Titre: Maria im Judentum. Die Mutter Jesu als jüdische Frau und ihr Erscheinen in jüdischen Quellen

Dossier / Travail de Séminaire , 2014 , 28 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Jennifer Stockum (Auteur)

Théologie - Sciences des religions comparatives
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Jesus war Jude, geboren von einer jüdischen Mutter, die ihn gemäß der jüdischen Tradition aufzog, in einem jüdischen Umfeld. In der christlichen Theologie spielt Maria eine entscheidende Rolle für die Wesensbestimmung Jesu Christi, weshalb es nicht verwunderlich ist, dass sie zum Angriffspunkt jüdischer Polemik gegen das Christentum wurde. Durch die jungfräuliche Empfängnis sichert sie die göttliche Abstammung ihres Sohnes, durch ihre leibliche Mutterschaft und die Geburt garantiert sie für sein gleichzeitiges Menschsein. Mit ihr steht und fällt sein Anspruch, Gottes Sohn zu sein und damit die Legitimation des Christentums. Seit dem Hervorgehen des Christentums aus dem Judentum kam es zu Auseinandersetzungen zwischen den Anhängern, die sich, wie sich zeigen wird, auch in schriftlicher Form äußerten. Besonders im Mittelalter kam es vor dem Hintergrund der Judenfeindlichkeit in Europa zum Erstarken der Marienverehrung. Oftmals wurden Synagogen abgerissen und an ihrer Stelle der Mutter Gottes geweihte Kirchen errichtet. Als Antwort auf ihre ständige Unterdrückung kam es zur Abfassung zahlreicher Schmähschriften, in denen die jüdischen Bürger Maria als Ehebrecherin oder Hure verhöhnten und Jesus damit den Anspruch, Gottes Sohn zu sein, absprachen. Nachdem somit lange Zeit ein polemisch-negatives Bild Jesu und seiner Mutter im Judentum vorherrschte, hat in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ein positiver Wandel durch die „Heimholung“ Jesu in sein jüdisches Volk und das Aufzeigen seines jüdischen Ursprungs eingesetzt. Maria wird heute vor allem als jüdische Mutter gesehen, die das „Judesein“ Jesu prägte, jedoch werden keine theologischen Aussagen jüdischer seits über sie gefällt. Die vorliegende Arbeit soll sich nun einerseits mit dem Bild Marias im Judentum und zugleich andererseits mit ihrem Leben als Jüdin beschäftigen. Hierzu werden Textstellen aus jüdischen Quellen wie dem Bavli und der Toledot Jeschu analysiert und miteinander verglichen werden. Ebenso werden Aussagen des griechischen Philosiophen Kelsos wie auch der Evangelisten hinzugezogen werden. Abschließend wird auch das heutige Bild Mariens aus jüdischer Perspektive dargestellt werden. So wird der Frage nachgegangen werden, was es aus jüdischer Sicht mit der jungfräulichen Empfängnis auf sich haben könnte und welche Verbindungen es zwischen der Mutter Jesu und der „Vorzeigejüdin“ Mirjam, der Schwester Mose und Aarons, bestehen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1.Maria in primär jüdischen Quellen

1.1 Bavli

1.2 Toledot Jeschu

1.2.1 „Geburtsgeschichte“ nach dem Manuskript Straßburg (Krauss, S. 50 – 54)

1.2.2 „Geburtsgeschichte“ nach dem Manuskript Vindobona (Krauss, S. 88 – 93)

2. Maria bei Kelsos

3. Maria in den Evangelien

4. Jungfrauengeburt?

5. Mirjam – Maria

Schluss

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Bild Marias innerhalb jüdischer Quellen sowie ihre Lebensrealität als Jüdin. Dabei wird analysiert, wie jüdische Schriften und Polemiken auf die christliche Darstellung der jungfräulichen Empfängnis reagierten und welche Bedeutung Maria in diesen Kontexten zukommt.

  • Die Darstellung Marias in talmudischen Texten (Bavli) und polemischen Schriften wie der Toledot Jeschu.
  • Die Auseinandersetzung mit Maria in antiken griechischen Schriften am Beispiel des Philosophen Kelsos.
  • Die Analyse der biblischen Berichte zur Kindheit Jesu und die Rolle Marias aus jüdischer Perspektive.
  • Die theologische und kulturhistorische Einordnung der Jungfrauengeburt durch den jüdischen Denker Schalom Ben-Chorin.
  • Der Vergleich zwischen der biblischen Figur Maria und der alttestamentlichen Prophetin Mirjam.

Auszug aus dem Buch

1.2.1 „Geburtsgeschichte“ nach dem Manuskript Straßburg (Krauss, S. 50 – 54)

Der Beginn des Straßburger Manuskripts zeigt zunächst starke Anklänge an die neutestamentlichen Geburtsgeschichten. Jesu Mutter, hier Miriam genannt, ist die Tochter Annas aus Israel, wie man es auch im apokryphen Protoevangelium des Jakobus lesen kann. Sie ist verlobt mit einem gottesfürchtigen und toratreuen Mann, Jochanan, der wie Josef bei Matthäus dem davidischen Geschlecht entstammt. Diese Rahmenbedingungen sind jedoch die einzigen Übereinstimmungen der jüdischen Schmähschrift mit den biblischen Texten. Jochanans Nachbar, Josef Ben Pandera, der ein Auge auf Miriam geworfen hat, schleicht sich eines nachts zu dieser und schläft mit ihr, obwohl diese ihn darauf hingewiesen hat, dass sie durch ihre Menstruation nach halachischem Recht unrein ist. Sie hält Josef zudem für ihren Verlobten und erkennt selbst als der echte Jochanan später in der Nacht zu ihr tritt, die Täuschung nicht. Sie wundert sich lediglich darüber, dass ihr Verlobter sie zweimal in derselben Nacht aufsucht. Ohne zu Begreifen, dass sie Jochanan mit ihren Worten den unfreiwilligen Ehebruch beichtet, erzählt sie ahnungslos dem Verwunderten, dass er doch schon einmal diese Nacht bei ihr eingekehrt sei und mit ihr geschlafen habe, obwohl sie zurzeit unrein sei. Obwohl Jonachan sofort erkennt, was geschehen sein muss, erzählt er Miriam nicht von seinem Verdacht, sondern sucht am nächsten Tag Schimeon b. Schetach auf, um ihm von den Vorkommnissen zu erzählen und seinen Rat einzuholen.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet die Rolle Marias in der christlichen Theologie und ihre Entwicklung zum Angriffspunkt jüdischer Polemik, während sie gleichzeitig als jüdische Mutter Jesu in den Fokus moderner jüdischer Diskurse rückt.

1.Maria in primär jüdischen Quellen: Hier werden talmudische Stellen (Bavli) und die Toledot Jeschu analysiert, die Maria in einem polemischen Kontext als Ehebrecherin darstellen.

2. Maria bei Kelsos: Dieses Kapitel behandelt die antike antichristliche Streitschrift des Kelsos, in der Maria als Frau eines römischen Soldaten diskreditiert wird.

3. Maria in den Evangelien: Die Untersuchung zeigt, wie die Evangelisten Maria trotz ihres jüdischen Hintergrunds in den Dienst der Heilsgeschichte stellen, wobei sie kaum biographische Details preisgeben.

4. Jungfrauengeburt?: Der Autor diskutiert hier jüdische Deutungsansätze, insbesondere durch Schalom Ben-Chorin, die das Verständnis der Jungfräulichkeit als "junges Mädchen" (Alma) neu interpretieren.

5. Mirjam – Maria: Dieses Kapitel zieht Parallelen zwischen der Mutter Jesu und der biblischen Prophetin Mirjam, um eine tiefergehende jüdische Verankerung der Marienfigur aufzuzeigen.

Schluss: Zusammenfassend wird festgehalten, dass Maria als jüdische Frau historisch kaum greifbar ist, aber als Projektionsfläche für theologische und polemische Debatten diente.

Schlüsselwörter

Maria, Mirjam, Judentum, Christentum, Talmud, Toledot Jeschu, Jungfrauengeburt, Polemik, Schalom Ben-Chorin, Kelsos, Jesus, Ehebruch, Religionsdialog, Exegese, Historizität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Bild und die Wahrnehmung der Mutter Jesu in jüdischen Quellen und im Kontext der jüdisch-christlichen Polemik.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die talmudischen Berichte, die Schmähschrift Toledot Jeschu, antike Kritiken durch Kelsos sowie die neutestamentliche Darstellung und die moderne jüdische Rezeption durch Schalom Ben-Chorin.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, das Bild Marias im Judentum sowie ihre historische Realität als Jüdin herauszuarbeiten und die Gründe für die polemische Darstellung in jüdischen Schriften zu analysieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine textanalytische Untersuchung, die religiöse Primärquellen und historisch-kritische sowie theologische Sekundärliteratur vergleicht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse jüdischer Schmähschriften, die antike Kritik des Kelsos, den Blick auf die neutestamentlichen Texte, die linguistische Interpretation des Begriffs "Jungfrau" sowie die Symbolik der Verbindung zwischen Maria und Mirjam.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Maria, Mirjam, Talmud, Jungfrauengeburt, Polemik und Schalom Ben-Chorin.

Warum wird Maria in der Toledot Jeschu als Ehebrecherin dargestellt?

Die Darstellung dient als polemische Antwort auf die christliche Lehre der Jungfrauengeburt, um die göttliche Abstammung Jesu infrage zu stellen.

Welche Rolle spielt der Begriff "Alma" in der Argumentation?

Der Begriff "Alma" aus dem Hebräischen wird als "junges Mädchen" statt "biologische Jungfrau" interpretiert, um eine jüdische Sichtweise auf die Prophezeiung Jesajas zu ermöglichen.

Welche Parallelen werden zwischen Maria und Mirjam gezogen?

Beide Frauen agieren hinter den Kulissen als bedeutende Figuren des Glaubens, tragen ähnliche Namen und sind eng mit der Rettungs- bzw. Heilsgeschichte ihres Volkes verbunden.

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Résumé des informations

Titre
Maria im Judentum. Die Mutter Jesu als jüdische Frau und ihr Erscheinen in jüdischen Quellen
Université
Saarland University  (Katholische Theologie)
Cours
Mariologie
Note
1,3
Auteur
Jennifer Stockum (Auteur)
Année de publication
2014
Pages
28
N° de catalogue
V285695
ISBN (ebook)
9783656858904
ISBN (Livre)
9783656858911
Langue
allemand
mots-clé
maria judentum mutter jesu frau erscheinen quellen
Sécurité des produits
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Citation du texte
Jennifer Stockum (Auteur), 2014, Maria im Judentum. Die Mutter Jesu als jüdische Frau und ihr Erscheinen in jüdischen Quellen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/285695
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Extrait de  28  pages
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