Zeit des Umbruchs. Die bürgerliche Gesellschaft und der Anbruch der Moderne bei Marx


Hausarbeit, 2014

14 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Hauptteil
Vom Idealismus zum Materialismus - oder über die Basis und den Überbau
Gesellschaftlicher Umbruch
Einordnung des Gesellschaftswandel in Marx Gesellschaftstheorie

Schluss
Bewertung von Marx Ausführungen im Hinblick auf die gesellschaftlichen Umwälzungen

Literatur

Einleitung

In dieser Arbeit soll es um den Übergang der Gesellschaft vom Feudalismus zum Kapitalismus gehen. Dabei wird aufgezeigt, welchen Einfluss die industrielle Revolution dahingehend ausgeübt hat, dass sich die bürgerliche Gesellschaft entfalten und die Moderne beginnen konnte.

Dazu wird vorwiegend auf Marx „Das Manifest der kommunistischen Partei“ oder im Folgenden auch als „Das kommunistischen Manifest“ bezeichnetes Werk eingegangen. In diesem Werk, was auch in der heutigen Zeit als das bekannteste Werk von Marx gilt, geht Marx auf die Auswirkungen des Gesellschaftswandels ein. Bei diesem Werk handelt es sich jedoch vorwiegend um einen Aufruf an alle kommunistisch denkenden Menschen, dass diese sich gegen die neue Gesellschaftsform stellen sollen. Daher wird vorwiegend das erste Kapitel herangezogen, da dort die Gründe für den geforderten Aufstand erläutert werden, die durch Interpretation auf die Auswirkung der industriellen Revolution hinweisen.

Um den Umbruch von der feudalen zur modernen Gesellschaft nachvollziehen zu können wird daher zunächst auf Marx Gesellschaftstheorie eingegangen, die erklärt, warum der Umbruch, materialistisch gesehen, eine logische Konsequenz in der Menschheitsentwicklung darstellt.

Im Anschluss daran, wird dann erläutert, wie Marx in seinem Manifest die gesellschaftlichen Veränderungen sieht und bewertet und wie die industrielle Revolution zu diesem Umbruch beigetragen hat.

Danach wird beleuchtet, wie Marx diesen Umbruch, mit den damit einhergehenden Veränderungen, in der Gesamtheit seiner Gesellschaftstheorie zum nächsten „Evolutionsschritt“ sieht und welche Chancen sich dadurch für die zukünftige Gesellschaftsform ergeben.

Den Abschluss bildet eine kritische Reflexion mit den von Marx gemachten Äußerungen und Folgen des gesellschaftlichen Wandels, auch im Vergleich zur heutigen Zeit.

Hauptteil

Vom Idealismus zum Materialismus - oder über die Basis und den Überbau

Um die von Marx aufgezeigten Auswirkungen der industriellen Revolution auf die Gesellschaft besser verstehen und nachweisen zu können, muss zunächst einmal auf das philosophische Weltbild von Marx eingegangen werden.

Dazu ist zu sagen, dass Marx ein Materialist gewesen ist, der sich damit von dem damals vorherrschenden Idealismus abgrenzte und die Menschheitsentwicklung anders darstellte.

Zur Abgrenzung soll hier eine kurze Erläuterung der beiden Begriffe dienen.

Im Idealismus geht man davon aus, dass das Bewusstsein (ob menschlich oder göttlich) an erster Stelle steht und verantwortlich für die Existenz und die Entwicklung der Natur ist. Der Mensch nimmt also aktiv Einfluss auf die Natur und Umwelt und das durch die Kraft seines Geistes(vgl. FALK, 1961, S.103).

Anhänger des Materialismus hingegen nehmen an, dass alles auf die Materie zurückzuführen sei und sich daraus erst das Bewusstsein und weitere Errungenschaften entwickelt habe. Damit geht auch einher, dass die Natur durch sich selbst existiert und alles von ihr abhängig ist. So ist der Mensch mit seinem Geist nur eine höher entwickelte Form der Materie, wie auch alle Dinge die in der Natur existieren verschiedene Materiestufen darstellen. (vgl. FALK, 1961, S.103f.)

Auf Grundlage dieser philosophischen Position hat Marx in Zusammenarbeit mit Engels seine Gesellschaftstheorie entwickelt bzw. auch Erkenntnisse von früheren Philosophen und Geschichtsschreiber übernommen und zentral benannt.

Laut Marx entwickelt sich die Gesellschaft, wie unten auch noch näher beleuchtet werden wird, in einer dem Materialismus geschuldeten Form in Richtung des Kommunismus(vgl. FALK, 1961, S.37).

Um die Veränderungen der Gesellschaft durch die einzelnen Epochen, hier insbesondere der Übergang von der feudalen zur modernen, mit ausgelöst durch die industrielle Revolution, aufzuzeigen und verständlich erklären zu können, hat Marx die Gesellschaft näher analysiert.

Er teilt die Gesellschaft grob in zwei Teile ein. Einmal in die ökonomische Basis und in den Überbau (FALK, 1961, S.39)

Die Basis beschreibt Marx als den Zusammenschluss aller Produktionsverhältnisse. Dies sind die Beziehungen aller Produktivkräfte, die wiederum alle Arbeiter mitsamt den Arbeitsmitteln darstellen, untereinander. Mit Beziehung ist hier das Wechselwirken oder Zusammenarbeiten für die Produktion gemeint. Genau hier, in der ökologischen Basis, liegt die Ursache für den Klassenkampf. Denn sobald die Produktionsmittel Eigentum von einzelnen Gesellschaftsmitgliedern sind, kommt es automatisch zur Unterdrückung und Ausbeutung, damit zur Klassenunterteilung und damit, durch die wachsende Unzufriedenheit, zum Klassenkampf. (vgl. FALK, 1961, S.38f.)

Der Überbau „umfaßt die politischen, juristischen, religiösen, künstlerischen und philosophischen Ansichten der Gesellschaft und die ihnen entsprechenden Einrichtungen“ (FALK, 1961, S.39f). Marx beschreibt ihn als Ergebnis der Basis, da er in seiner Ausprägung davon abhängig ist, was die Wirtschaft, nichts anderes ist die Basis, benötigt. (vgl. FALK, 1961, S.40)

Sowohl die Basis als auch der Überbau sind Veränderungen unterworfen, die von Mitgliedern beider Parteien ausgehen. Denn im Überbau einer neuen Gesellschaft werden stets althergebrachte Traditionen und Errungenschaften aus vorherigen Epochen übernommen. Man denke zum Beispiel an die Religionen, die Kunst oder an die technischen Errungenschaften, die keineswegs bei einem Gesellschaftsumbruch ganz verschwinden und ersetzt werden. Gleichermaßen wird der Überbau aber auch durch fortschrittliche Gedanken, die aus der neuen Basis herrühren, beeinflusst und verändert. Marx spricht davon, dass beide Teile einen wechselseitigen Einfluss aufeinander haben, der auch notwendig ist, um die Gesellschaft sich immer weiter entwickeln zu lassen. (vgl. FALK, 1961, S.41ff.)

Diese Einteilung ist wichtig, um die jeweiligen Übergänge der Gesellschaft erklären zu können. Marx spricht davon im Vorwort zur „Kritik der politischen Ökonomie“:

Durch den Platz, den ein Mensch in der Gesellschaft einnimmt, wird sein Bewusstsein bestimmt, was zur Folge hat, dass er in der Basis determinierte Verhältnisse eingeht. Durch Restriktionen, die diese Abhängigkeitsverhältnisse mit sich bringen, kommt es irgendwann zum Aufstand, was einen Umbruch des Überbaus zur Folge hat. Dieser Punkt kann aber erst erreicht werden, wenn die Arbeiter aus der Basis ihre Produktivkräfte weit entwickelt haben und neue Ansprüche für ihre Existenz an den Überbau erdacht worden sind.

Gesellschaftlicher Umbruch

Im ersten Kapitel „Bourgeois und Proletarier“ vom kommunistischen Manifest erarbeitet Marx, wie die Bourgeoisie den Umbruch zur modernen Gesellschaft, gestützt von der industriellen Revolution, dazu genutzt hat, um sich als herrschende Klasse zu etablieren. Dabei kam es zu weitreichenden Veränderungen im Zusammenleben, generell im Werteverständnis und im sozialen Bereich. Gerade diese Veränderungen sollen im nachfolgenden herausgearbeitet werden.

Marx beschreibt den Übergang von der feudalen zur modernen Gesellschaft grundlegend so, dass die Gegensätze der einzelnen Schichten nicht aufgehoben, sondern nur unter neue Bedingungen gestellt wurden. Die mannigfaltige Unterteilung der Bevölkerung in Klassen wurde auf die zwei Klassen Bourgeoisie und Proletariat vereinfacht. (vgl. Marx, 1978, S.71)

Die Industrie und der Handel, kurz gesagt die Wirtschaft, hat ihre Expansion durch die Erschließung neuer Märkte, wie durch die Entdeckung und Besiedelung Amerikas oder den vereinfachten Zugang zu den asiatischen Märkten, selbst in Gang gesetzt bzw. gefördert. Denn durch die erhöhte Nachfrage musste die Effektivität und Produktivität enorm erhöht werden. Die Manufakturen wurden deshalb zu Gunsten großer Industrieanlagen, die aufgrund des technischen Fortschritts möglich wurden, verdrängt und brachten somit die Bourgeoisie, die Besitzer dieser Industrie, an die Macht. (vgl. Marx, 1978, S.71)

Durch den immerwährenden technologischen Fortschritt, neue Märkte und steigende Nachfrage resultierte die wachsende Abhängigkeit von der Bourgeoisie, die dadurch noch mehr Einfluss und auch politische Macht erlangte und die vorherrschende Klasse in der Gesellschaft darstellte. (vgl. Marx, 1978, S.72)

Durch diese Machtverschiebung und den neuen Arbeitsverhältnissen kam es zu gesellschaftlichen Veränderungen. Marx bezeichnet das einzig existente Verhältnis zwischen Menschen als „nackte Interesse, als die gefühllose ‚bare Zahlung‘“(Marx, 1978, S.72). Dies stellt er in den Gegensatz zum feudalen System, wo es noch als naturbedingt galt, dass der Bauern seinem Lehnsherren unterstellt war. Die bare Zahlung, die nur durch eigenen Antrieb und individuelle Fähigkeiten erworben bzw. vermehrt werden konnte, zerstörte die „verbrieften und wohlerworbenen Freiheiten“( Marx, 1978, S,72) und setzte stattdessen die „eine gewissenlose Handelsfreiheit“ (ebd.). Es gab also keine durch Tradition und Standherkunft gesetzten Verpflichtungen, aber auch keine Freiheiten mehr. Einzig was zählte, war der Besitz von Kapital oder der Einsatz des eigenen Körpers. Marx nennt es: „an die Stelle der mit religiösen und politischen Illusionen verhüllten Ausbeutung, die offene, unverschämte, direkte, dürre Ausbeutung gesetzt.“ (Marx, 1978, S72).

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Details

Titel
Zeit des Umbruchs. Die bürgerliche Gesellschaft und der Anbruch der Moderne bei Marx
Hochschule
Europa-Universität Flensburg (ehem. Universität Flensburg)  (Seminar für Soziologie)
Veranstaltung
Moderne Pädagogik
Note
2,0
Autor
Jahr
2014
Seiten
14
Katalognummer
V285768
ISBN (eBook)
9783656860150
ISBN (Buch)
9783656860167
Dateigröße
456 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kommunistisches Manifest, Marx
Arbeit zitieren
Leonard Harnack (Autor), 2014, Zeit des Umbruchs. Die bürgerliche Gesellschaft und der Anbruch der Moderne bei Marx, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/285768

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