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Wirken Mikrokredite armutsreduzierend?

Ein Literaturüberblick

Titre: Wirken Mikrokredite armutsreduzierend?

Thèse de Bachelor , 2014 , 62 Pages , Note: 1.3

Autor:in: Lars Westemeier (Auteur)

Economie politique - Autres
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Résumé Extrait Résumé des informations

Mikrokredite galten lange Zeit als „unverzichtbares Instrument erfolgreicher Entwicklungspolitik“ mit der man „die Armut besiegen“ und im Jahr 2050 Armut nur noch im Museum betrachten kann. Auf dem ersten Mikrokreditgipfel 1997 wurde erklärt, dass der Zugang zu Krediten „ebenso wie Nahrung ein Menschenrecht ist“. Weltweit wurden Mikrokredite berühmt, als die UN-Generalversammlung das Jahr 2005 zum Jahr des Kleinstkredites ausrief und ein Jahr später Muhammad Yunus und der Grameen Bank der Friedensnobelpreis „for their efforts to create economic and social development from below“ verliehen wurde. Es ist allerdings erstaunlich, dass es trotz dieser internationalen Begeisterung und Förderung bis dahin kaum unabhängige Studien gab, welche versuchten, die Wirkung von Mikrokrediten mithilfe von statistischen Methoden quantitativ zu untersuchen.
In den letzten Jahren ist die öffentliche Meinung in die andere Richtung gekippt, und Mikrokredite werden von manchen als neoliberales Ausbeutungswerkzeug angesehen, um Arme in eine Schuldenfalle zu treiben. So bezeichnete die damalige Premierministerin von Bangladesch, Hasina Wajeddie, Mikrokredit-Institute als Blutsauger, welche die Armen durch zu hohe Zinsen ausbeuten. Manche Kreditnehmer bezeichnen die örtlichen Organisationen vor Ort sogar als „New East India Company“. Auch gibt es vermehrt Proteste gegen Mikrokredite. In Nicaragua kam es unter dem Slogan „No Pago“ sogar zu Straßenschlachten mit vielen Verwundeten. Aufgrund all dieser Ereignisse schreiben manche Medien schon vom „Selbstmord einer großen Idee“.
Aufgrund der verschiedenen Ansichten, wird in dieser Arbeit der Frage „Wirken Mikrokredite armutsreduzierend?“ nachgegangen und mit Hilfe von neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen darauf eine differenzierte Antwort gegeben.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Definition und Messung von Armut

2.1. Allgemeine Armutsdefinition

2.2. Der Capability Approach von Amartya Sen

3. Mikrokredite

3.1. Theoretische Betrachtung von Mikrokrediten

3.1.1. Probleme auf Kreditmärkten

3.1.2. Lösungsmechanismen von Mikrokrediten

3.2. Historische Entwicklung von Mikrokrediten

4. Die heutigen Akteure im Mikrokreditwesen

4.1. Kreditnehmer

4.2. Kreditgeber

5. Empirische Evidenz

5.1. Schwierigkeiten bei der empirischen Analyse

5.2. Vorstellung der Arbeit von Banerjee et al. (2013)

5.3. Vorstellung der Arbeit von Augsburg et al. (2012)

5.4. Vergleich der beiden Studien

6. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die zentrale Forschungsfrage, ob Mikrokredite tatsächlich einen Beitrag zur Armutsreduktion leisten. Hierzu erfolgt eine fundierte wissenschaftliche Analyse, die sowohl theoretische Grundlagen als auch aktuelle empirische Studien evaluiert, um ein differenziertes Bild über die Wirksamkeit dieses entwicklungspolitischen Instruments zu vermitteln.

  • Definition und Messung von Armut nach verschiedenen ökonomischen Ansätzen.
  • Theoretische Wirkungsweise von Mikrokrediten und deren Rolle als Lösungsmechanismus auf Kreditmärkten.
  • Analyse der Akteure (Kreditnehmer und Kreditgeber) im modernen Mikrokreditwesen.
  • Empirische Untersuchung der Wirksamkeit durch den Vergleich von RCT-Studien (Randomized Controlled Trials).
  • Kritische Würdigung der sozialen und wirtschaftlichen Effekte von Mikrokrediten.

Auszug aus dem Buch

3.1.1. Probleme auf Kreditmärkten

Aufgrund der hohen Zahl von armen Menschen ist es verwunderlich, dass diese keinen uneingeschränkten Zugriff zu Kreditmärkten haben. Werden in den High-Income Ländern 197,8% des BIP als Kredit bereitgestellt, sind es in den Low-Income Ländern nur 39,4%. Anhand der Neuen Institutionenökonomik kann man diese Rationierung der Kredite durch unvollständige Informationen erklären.

Kreditnehmer (KN) haben einen Informationsvorsprung über das Ausfallrisiko des Kredites. Diese ungleiche Verteilung von Informationen über das Ausfallrisiko führt zu einem „Lemon-Gleichgewicht“ und die Kreditvergabe wird eingeschränkt. Neben dieser Adversen Selektion kann es nach der Kreditvergabe außerdem zu Moral Hazard kommen. Bei dem Ex-ante Moral Hazard benützt der KN den Kredit anders als vereinbart, indem er z. B. alles verspielt. Somit kann er den Kredit nicht mehr zurückzahlen. Bei dem Ex-Post Moral Hazard nutzt der KN den Kredit zwar produktiv, behauptet gegenüber dem Kreditgeber (KG) aber, dass er den Kredit nicht tilgen kann.

Der KG kann durch Überprüfung, Überwachung und Sanktionierung versuchen diese Informationsasymmetrie abzubauen. Dies verursacht jedoch Kosten, welche bei jedem Kredit unabhängig der Kreditgröße anfallen. Somit wird der Fixkostenanteil für kleinere Kredite besonders stark erhöht und die Verwaltungskosten von Mikrokrediten werden relativ zum Kreditvolumen sehr teuer. Die potentiell hohen Überprüfungskosten von regulären Banken sind auch ein Grund, warum sich arme Menschen lieber Geld von Verwandten und Nachbarn leihen, da diese den KN besser kennen und günstiger überwachen können.

Normalerweise verlangen Banken zur Verminderung von Moral Hazard ein Pfand als Absicherung. In Entwicklungsländern besitzen die Armen häufig jedoch keinen offiziellen Besitztitel von ihrem (geringen) Eigentum und können daher diesen Besitztitel auch nicht als Pfand einsetzen.

Aus all diesen Gründen haben reguläre Banken kaum Kredite an arme Menschen vergeben und lokale Geldverleiher konnten zu hohen Zinssätzen ihren Informationsvorsprung ausnutzen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beleuchtung der Entwicklung der Mikrokredit-Idee und des öffentlichen Wandels der Wahrnehmung bis hin zum aktuellen Forschungsstand.

2. Die Definition und Messung von Armut: Theoretische Auseinandersetzung mit Armutsbegriffen, insbesondere dem Ressourcenansatz und Amartya Sens Capability Approach.

3. Mikrokredite: Darstellung der theoretischen Notwendigkeit von Mikrokrediten zur Überwindung von Marktversagen sowie deren historische Entstehung.

4. Die heutigen Akteure im Mikrokreditwesen: Analyse der Kreditnehmer-Strukturen und der verschiedenen Typen von Kreditgebern (NPOs vs. kommerzielle Banken).

5. Empirische Evidenz: Detaillierte methodische Analyse von Wirksamkeitsstudien mittels RCTs am Beispiel zweier prominenter Forschungsarbeiten.

6. Fazit und Ausblick: Kritische Zusammenfassung der Ergebnisse und Einschätzung der Zukunftsperspektiven für das Mikrokreditwesen.

Schlüsselwörter

Mikrokredite, Armutsreduktion, Capability Approach, Empirische Evidenz, Randomized Controlled Trial, Informationasymmetrie, Moral Hazard, Kreditmarkt, Spandana, EKI, Finanzielle Inklusion, Entwicklungsökonomie, Mikrokredit-Institute, Gruppenkredite, Armutsdefinition.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Wirksamkeit von Mikrokrediten als entwicklungspolitisches Instrument zur Armutsbekämpfung vor dem Hintergrund aktueller wissenschaftlicher Studien.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind die theoretische Armutsmessung, die Marktmechanismen von Mikrokrediten sowie deren tatsächliche Auswirkungen auf ökonomische und soziale Faktoren bei Kreditnehmern.

Welches Ziel verfolgt die Forschungsfrage?

Ziel ist es, eine differenzierte Antwort auf die Frage zu geben, ob Mikrokredite tatsächlich die Armut der Menschen reduzieren, wie es oft versprochen wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Untersuchung verwendet?

Die Arbeit stützt sich primär auf die Auswertung und den Vergleich von randomisierten Feldstudien (Randomized Controlled Trials, RCTs), die den Goldstandard in der modernen Entwicklungsökonomie darstellen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, eine Akteursanalyse (Kreditgeber und -nehmer) sowie eine umfassende empirische Evaluation anhand zweier spezifischer Studien aus Indien und Bosnien.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Mikrokredit, Armutsfalle, Capability Approach, Informationsasymmetrien, Empowerment und externe Validität.

Welche Rolle spielt der Capability Approach von Amartya Sen?

Dieser Ansatz dient als theoretisches Fundament, um Armut nicht nur als reinen Mangel an Einkommen, sondern als Mangel an Verwirklichungschancen zu begreifen.

Wie bewerten Banerjee et al. in ihrer Studie die Wirkung von Mikrokrediten?

Die Studie kommt zu dem ernüchternden Ergebnis, dass Mikrokredite zwar das Konsumverhalten beeinflussen, jedoch keinen signifikanten sozialen Fortschritt oder breiten wirtschaftlichen Erfolg für die Masse der Kreditnehmer bewirken.

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Résumé des informations

Titre
Wirken Mikrokredite armutsreduzierend?
Sous-titre
Ein Literaturüberblick
Université
University of Freiburg  (Institute for Economic Research Department of International Economic Policy)
Note
1.3
Auteur
Lars Westemeier (Auteur)
Année de publication
2014
Pages
62
N° de catalogue
V285778
ISBN (ebook)
9783656858645
ISBN (Livre)
9783656858652
Langue
allemand
mots-clé
Mikrokredite Capability Approach Mikrofinanz Armut
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Lars Westemeier (Auteur), 2014, Wirken Mikrokredite armutsreduzierend?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/285778
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Extrait de  62  pages
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