Was ist Literalität? Und inwiefern steht sie mit dem Erwerb einer Zweitsprache in Verbindung? Diese und andere Fragen lassen sich bei der Betrachtung des Begriffs Literalität stellen. Im Seminar „Individuelle und unterrichtliche Bedingungen und Modelle von Zweisprachigkeit“, das der Lehrveranstaltungsreihe „Interkulturelle Differenz und Geschlechter-Differenz in der Schule“ angehört, habe ich mich mit der Studie „Jetzt male ich dir einen Brief.“ Literalitätserfahrungen von (türkischen) Migrantenkindern im Vorschulalter“ von Reyhan Kuyumcu auseinandergesetzt, ein Referat ausgearbeitet und dieses vorgetragen.
Im Folgenden findet sich zunächst die Begriffsdefinition von Literalität, um eine Grundlage für das Thema zu bieten. Dann folgt ein Überblick über die oben genannte Studie, worauf die in der Studie angesprochene Problematik von Migrantenkindern, sowie verschiedene Fördermöglichkeiten thematisiert werden. Auch ein Auszug aus einem Elternratgeber ist dieser Ausarbeitung im Anhang beigefügt, u.a. um aufzuzeigen, wie präsent diese Thematik wirklich ist, aber auch, um darzustellen, wie einfach eine gezielte Förderung, auch im Elternhaus, sein kann.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Zum Begriff „Literalität“
3. Die Studie
4. Literalität in Migrantenfamilien
5. Förderung von Migrantenkindern
6. Schlussbemerkung
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Ausarbeitung setzt sich mit der Bedeutung von Literalität bei Kindern mit Migrationshintergrund im Vorschulalter auseinander und untersucht auf Basis der Studie von Reyhan Kuyumcu, wie elterliche Unterstützung und institutionelle Angebote den Schriftspracherwerb positiv beeinflussen können.
- Grundlagen des Begriffs Literalität und deren Vorläuferfähigkeiten
- Analyse der literalitätsbezogenen Ausgangslage in türkischen Migrantenfamilien
- Bedeutung der Erstsprache für den Erfolg beim Erwerb der Zweitsprache
- Praktische Fördermöglichkeiten für Eltern und pädagogische Fachkräfte
Auszug aus dem Buch
3. Die Studie
Die Studie „„Jetzt male ich dir einen Brief.“ Literalitätserfahrungen von (türkischen) Migrantenkindern im Vorschulalter“ von Reyhan Kuyumcu, veröffentlich im Jahr 2007, beruht auf dem Problem, das junge Migranten oft in der Schule haben, nämlich, dass ihnen die Fertigkeiten in der formellen Schulsprache fehlen, sie somit nicht mit gleichaltrigen Kindern mithalten können. Kinder müssen eine positive Einstellung zur Schriftlichkeit entwickeln, um im Schulalltag bestehen zu können. Das Forschungsprojekt suchte Antwort auf die Fragen:
• Welche Voraussetzungen bringen Migrantenkinder für den „Umgang mit Schrift“ mit?
• Welche Unterschiede zur Majoritätsgesellschaft lassen sich dabei feststellen?
• Wie kann der Erwerb dieser Fertigkeiten gefördert werden?
• Wie können Eltern, Erzieherinnen und Lehrkräfte sensibilisert und fortgebildet werden, damit sie diesen Entwicklungsprozess angemessen unterstützen können?
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung definiert den Fokus auf die Literalität bei Migrantenkindern und stellt den inhaltlichen Rahmen durch die Bezugnahme auf die Studie von Reyhan Kuyumcu vor.
2. Zum Begriff „Literalität“: Dieses Kapitel erläutert, dass Literalität weit über den bloßen Leseprozess hinausgeht und bereits durch frühe Erfahrungen im Elternhaus grundgelegt wird.
3. Die Studie: Hier werden das Forschungsdesign und die Ergebnisse der Untersuchung von Reyhan Kuyumcu zur Lebenswirklichkeit von 15 türkischen Familien in Kiel dargestellt.
4. Literalität in Migrantenfamilien: Das Kapitel beleuchtet die Problematik bildungsferner Elternhäuser und deren Einfluss auf die sprachliche Entwicklung und den späteren Schulerfolg der Kinder.
5. Förderung von Migrantenkindern: Es werden konkrete Maßnahmen für Elternhäuser und Kindergärten aufgezeigt, um den Erwerb von Literalität in Erst- und Zweitsprache gezielt anzuregen.
6. Schlussbemerkung: Die Arbeit schließt mit einem Appell an die Zusammenarbeit von Eltern und Institutionen, um Migrantenkinder frühzeitig und nachhaltig zu fördern.
Schlüsselwörter
Literalität, Migration, Spracherwerb, Vorschulalter, Elternhaus, Schriftkultur, Sprachförderung, Zweitsprache, Erstsprache, Bildungsnähe, Schriftspracherwerb, Lesekompetenz, Vorlesen, Mehrsprachigkeit, Integration.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie Kinder mit Migrationshintergrund frühzeitig an Schriftlichkeit herangeführt werden können, um ihre Chancen beim späteren Schuleintritt zu verbessern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf dem Begriff der Literalität, der familiären Situation von Migrantenkindern und der praktischen Förderung der Sprachkompetenz.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch eine gezielte Förderung im Elternhaus und im Kindergarten eine Brücke zwischen der oral geprägten Herkunftskultur und der geforderten Schulsprache geschlagen werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin stützt sich auf eine Analyse der qualitativen Studie von Reyhan Kuyumcu (2007), die auf Beobachtungen, Gesprächen und Interviews mit 15 türkischen Familien basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Ergebnisse der Studie bezüglich Erzählverhalten, Lesegewohnheiten und Mediennutzung in Migrantenfamilien und leitet daraus Förderstrategien ab.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Literalität, Spracherwerb, Migrantenfamilien, Zweitsprache und frühkindliche Förderung.
Warum ist das Erlernen der Erstsprache für die Zweitsprache so wichtig?
Die Studie verdeutlicht, dass Kompetenzen in der Erstsprache eine notwendige Basis bilden, auf die beim Erlernen der Zweitsprache aufgebaut und übertragen werden kann.
Welche Rolle spielt das Fernsehen laut der Studie?
Fernsehen wird in den untersuchten Familien zwar intensiv genutzt, dient jedoch primär der Unterhaltung und nicht der reflektierten Sprachförderung oder Informationsgewinnung.
Warum fällt der Schuleinstieg vielen Migrantenkindern schwer?
Aufgrund fehlender früher Berührungspunkte mit Schriftlichkeit müssen sich diese Kinder beim Schuleintritt völlig neu orientieren, was oft zu Überforderung führt.
- Citar trabajo
- Lena Thies (Autor), 2010, Zweisprachigkeit und frühe Literalität. Ausarbeitung der Studie von Reyhan Kuyumcu, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/285795