Wenn man sich einmal die Schüler und Schülerinnen an den Schulen in Deutschland anschaut, kann man erkennen, dass es kaum noch Klassen gibt, in denen nur Kinder mit Deutsch als Muttersprache sitzen. „Es gehört zur Normalität im Schulalltag, dass Kinder verschiedener Muttersprachen in unseren Schulen nebeneinander sitzen.“ (Abraham, U. et al, 2009: 111) Die Kinder mit Deutsch als Zweitsprache sind vor allem an den Schulformen der Sonder-, Haupt- und Realschulen zu finden. Nur sehr wenige nichtdeutsche SuS gehen auf ein Gymnasium. (vgl. ebd. S.111)
Hier wird deutlich, dass etwas getan werden muss, um auch diesen Kindern die Chance auf eine positive und erfolgreiche Zukunft zu geben.
Das Seminar „Förderung von jugendlichen Migranten/innen“ beschäftigte sich mit den Problemen, aber auch mit den Chancen der Zielgruppe beim Lernen von Deutsch als Zweitsprache.
Am Ende des o.g. Seminars steht nun die Aufgabe, innerhalb einer Hausarbeit zwei exemplarische Klausuren von Migranten/innen mit Deutsch als Zweitsprache hinsichtlich ihrer Stärken und Defizite zu analysieren. Außerdem sind Förderschwerpunkte festzustellen und methodisch didaktische Maßnahmen für einen geeigneten Förderunterricht auszuarbeiten. Auch eine Darstellung einer Förderstunde ist in die Aufgabenstellung integriert.
Im ersten Teil der Hausarbeit gehe ich also zunächst auf die Stärken und Defizite der beiden Schüler ein. Hier beziehe ich mich auf die vorliegenden Klassenarbeiten bzw. Klausuren, anhand derer ich die einzelnen Punkte ermittelt habe.
Im folgenden Teil differenziere ich die einzelnen Defizite noch einmal genauer und führe an, welche besonders gefördert werden sollten, um dem Schüler gezielt zu helfen, seine schriftlichen Fähigkeiten in der deutschen Sprache zu verbessern.
Daraufhin gehe ich ganz allgemein auf die methodisch didaktischen Maßnahmen für den Förderunterricht in Bezug auf die Defizite ein.
Am Schluss der Hausarbeit ist eine kurze Darstellung einer Förderstunde für einen der Schüler zu finden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Analyse im Hinblick auf Stärken und Defizite
3. Förderschwerpunkte
4. Methodisch-didaktische Maßnahmen für den Förderunterricht
5. Darstellung einer Förderstunde
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, durch eine didaktische Analyse zweier exemplarischer Klausuren von Migranten mit Deutsch als Zweitsprache deren individuelle Stärken und Defizite zu identifizieren, um daraus gezielte methodisch-didaktische Maßnahmen für einen effektiven Förderunterricht abzuleiten und diesen praxisnah darzustellen.
- Analyse sprachlicher Leistungen (Texterfassung, -wiedergabe und -produktion)
- Festlegung individueller Förderschwerpunkte für DaZ-Lernende
- Darstellung didaktischer Konzepte zur Förderung von Lese- und Schreibkompetenz
- Einsatz authentischer Materialien im Förderunterricht
- Bedeutung von Lernstrategien und Motivationsaufbau
Auszug aus dem Buch
Text 1: Schüler Deutsch GK 12 mit Migrationshintergrund
Der genannte Schüler befindet sich in der gymnasialen Oberstufe, man kann also davon ausgehen, dass er grundsätzlich insgesamt gute schulische Leistungen aufweist. Beim Lesen dieser Klausur fiel mir besonders auf, dass der Schüler kaum Rechtschreibfehler macht. Seine orthographischen Fähigkeiten sind sehr gut. Auch die Strukturierung seiner Klausur fällt sofort ins Auge. Er hat zu Beginn eine gute Einleitung verfasst und Absätze sind zu erkennen. In fast jedem Absatz ist ein einleitender Begriff erkennbar, wie „ferner, des Weiteren, darüber hinaus“ etc. Dies lässt auf einen großen Wortschatz des Schülers schließen und darauf, dass ihm die Textproduktion im Unterricht nicht fremd ist. Diese Grundsätze werden bereits in der Mittelstufe vermittelt und immer wieder gefestigt. Sie gehören zu den Stärken des Schülers.
Zu den Defiziten des Schülers ist zu sagen, dass im Text vermehrt vorkommt, dass er vom Inhalt des vorgegebenen Textes von Büchner abweicht. Hier wird deutlich, dass er Probleme bei der Texterschließung hat. Weiterhin sind viele Zusammenhänge unklar, ich kann die Gedanken des Schülers nicht immer ganz nachvollziehen in Bezug auf den Zusammenhang mit der Aufgabe. Diese Defizite sind im gesamten Aufsatz zu erkennen und eine deutliche Schwäche des Schülers.
Ein Schlussteil fehlt hier gänzlich, was ich hier auf mangelnde Zeiteinteilung zurückführen würde.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung begründet die Notwendigkeit der Förderung von Schülern mit Deutsch als Zweitsprache und skizziert das Vorgehen der Analyse und Unterrichtsplanung.
2. Analyse im Hinblick auf Stärken und Defizite: In diesem Kapitel werden zwei Klausuren hinsichtlich orthographischer Fähigkeiten, Textverständnis und Produktionskompetenz detailliert ausgewertet.
3. Förderschwerpunkte: Basierend auf der Analyse werden spezifische Bedarfe der Schüler definiert, wobei der Fokus auf Texterschließung, Grammatik und Ausdruck liegt.
4. Methodisch-didaktische Maßnahmen für den Förderunterricht: Dieses Kapitel erläutert allgemeine didaktische Strategien zur Kompetenzförderung, insbesondere im Hinblick auf Lesen, Schreiben und den Einsatz von Lernstrategien.
5. Darstellung einer Förderstunde: Es wird ein konkretes Unterrichtskonzept vorgestellt, das authentisches Material nutzt, um den Schüler in den Bereichen Texterschließung und -wiedergabe zu unterstützen.
Schlüsselwörter
Deutsch als Zweitsprache, DaZ-Förderung, Migrationshintergrund, Texterschließung, Textproduktion, Lesekompetenz, Schreibkompetenz, Lernstrategien, Förderunterricht, didaktische Analyse, Sprachkompetenz, Sprachhandlungsorientierung, Fehlerreduzierung, Unterrichtsmaterial.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der didaktischen Analyse und Planung von Fördermaßnahmen für Schüler mit Deutsch als Zweitsprache (DaZ) in der gymnasialen Oberstufe und am Abendgymnasium.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Fehleranalyse in Klausuren, der Festlegung von Förderschwerpunkten sowie der Vermittlung von Lese-, Schreib- und Lernstrategien.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den Schülern durch eine gezielte Förderung ihrer Stärken und Defizite zu helfen, ihre schriftlichen Fähigkeiten zu verbessern und erfolgreich am regulären Unterricht teilzunehmen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine qualitative Analyse von Klausurtexten sowie die Anwendung fachdidaktischer Konzepte zur DaZ-Förderung praktiziert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Schülertexte, die Ableitung der Schwerpunkte, die didaktische Begründung von Maßnahmen und die Konzeption einer Förderstunde.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Deutsch als Zweitsprache, Texterschließung, Lernstrategien, Sprachhandlungsorientierung und Förderunterricht.
Warum wird im Förderunterricht auf authentisches Material gesetzt?
Authentisches Material, wie beispielsweise ein Zeitungsartikel, soll motivieren und den Bezug zum Alltag herstellen, statt den reinen Schulunterricht zu wiederholen.
Welche Rolle spielt die Grammatik im Förderunterricht laut der Autorin?
Grammatik soll nicht zum Selbstzweck werden, sondern einen klaren Praxisbezug aufweisen, um den Schülern den Nutzen für ihre Sprachverwendung zu verdeutlichen.
- Arbeit zitieren
- Lena Thies (Autor:in), 2010, Förderunterricht für junge Migranten/-innen mit Deutsch als Zweitsprache, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/285796