Bis in die 80er Jahre gab es für Unternehmen keine Alternative zur Nutzung von Großrechneranlagen, Betriebs- und Softwaresysteme mit einer zentral organisierten Systembetreuung. Bedingt durch diese Strukturen war das Budget innerhalb der Informationsverarbeitung gekennzeichnet durch Investitionen für zentrale Hardwaresysteme und ebenfalls kostenintensive Entwicklungen von Individualsoftware.
Im Laufe der 80er Jahre fand innerhalb der Informationsverarbeitung eine gedankliche Neuorientierung statt. Diese Neuorientierung führte dazu, dass eingesetzte Großrechner überwiegend durch Client-Server-Architekturen abgelöst wurden, somit konnten bisher eingesetzte Verrechnungskonzepte zur korrekten Kostenverrechnung nicht mehr verwendet werden, da eine Anpassung an neue Kostenbestandteile und Verrechnungsgrundsätze erforderlich war.
Inhaltsverzeichnis
1. Hinführung zum Thema
2. Grundlagen zum TCO-Modell
2.1 TCO-Modell der Gartner-Group
2.2 Kostenkategorien des TCO-Modells
2.3 Größenverhältnisse der TCO-Kategorien untereinander
2.4 Praxisbeispiel innerhalb der Beschaffung
2.5 Vor- und Nachteile des TCO-Modells
2.6 weitere Kostenmodelle in der IT
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Total Cost of Ownership-Modell als zentrales Instrument für eine ganzheitliche Kostenbetrachtung von IT-Systemen über deren gesamten Lebenszyklus hinweg, um die Transparenz bei Investitionsentscheidungen zu erhöhen.
- Historische Entwicklung von IT-Kostenstrukturen
- Methodik des Gartner-Group TCO-Modells
- Kategorisierung und Analyse von direkten und indirekten IT-Kosten
- Praktische Anwendung des Modells im Beschaffungsprozess
- Kritische Würdigung der Vor- und Nachteile der TCO-Analyse
Auszug aus dem Buch
Hintergründe und Schwerpunkte des Total Cost of Ownership-Modells
Bis in die 80er Jahre gab es für Unternehmen keine Alternative zur Nutzung von Großrechneranlagen, Betriebs- und Softwaresysteme mit einer zentral organisierten Systembetreuung. Bedingt durch diese Strukturen war das Budget innerhalb der Informationsverarbeitung gekennzeichnet durch Investitionen für zentrale Hardwaresysteme und ebenfalls kostenintensive Entwicklungen von Individualsoftware.
Im Laufe der 80er Jahre fand innerhalb der Informationsverarbeitung eine gedankliche Neuorientierung statt. Diese Neuorientierung führte dazu, dass eingesetzte Großrechner überwiegend durch Client-Server-Architekturen abgelöst wurden, somit konnten bisher eingesetzte Verrechnungskonzepte zur korrekten Kostenverrechnung nicht mehr verwendet werden, da eine Anpassung an neue Kostenbestandteile und Verrechnungsgrundsätze erforderlich war. Damals vorherrschende rechentechnisch nicht mehr einnehmbare Fixkostenblöcke gehörten der Vergangenheit an, bei Verwendung der neuen dezentralisierten Client-Server-Architekturen sind diese Kosten direkt zurechenbar geworden. Das Budget solcher verteilten Informationsverarbeitenden Systeme setzt sich zum größten Teil aus Aufwendungen für Anwenderschulungen, die Installation und Administration der Applikationen sowie das Datenmanagement durch den Benutzer zusammen, währenddessen der Hardware-Anteil innerhalb des Budgets einen immer kleiner werdenden Anteil einnimmt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Hinführung zum Thema: Dieses Kapitel skizziert den historischen Wandel in der IT-Landschaft weg von zentralen Großrechnern hin zu verteilten Systemen, wodurch neue Kostenstrukturen entstanden.
2. Grundlagen zum TCO-Modell: Hier werden das Konzept der Gesamtkosten der Besitzerschaft erläutert und die spezifische Methodik der Gartner-Group detailliert vorgestellt.
2.1 TCO-Modell der Gartner-Group: Dieses Unterkapitel beschreibt den 1987 eingeführten Ansatz zur Analyse der Kosten von Client-Server-Architekturen über den gesamten Lebenszyklus.
2.2 Kostenkategorien des TCO-Modells: Hier erfolgt die Einteilung der anfallenden IT-Kosten in direkte (budgetierte) und indirekte (nicht budgetierte) Kostenfaktoren.
2.3 Größenverhältnisse der TCO-Kategorien untereinander: Dieses Kapitel verdeutlicht grafisch die Gewichtung der Kostenelemente, wobei Endbenutzeraktivitäten den größten Anteil einnehmen.
2.4 Praxisbeispiel innerhalb der Beschaffung: Anhand eines konkreten Rechenbeispiels wird der Vorteil des TCO-Modells beim Vergleich von zwei verschiedenen IT-Beschaffungsalternativen demonstriert.
2.5 Vor- und Nachteile des TCO-Modells: Eine kritische Gegenüberstellung, die sowohl den strategischen Nutzen als auch die Komplexität und den Implementierungsaufwand aufzeigt.
2.6 weitere Kostenmodelle in der IT: Abschließend werden alternative Ansätze wie das Life Cycle Costing oder das Target Costing zur Kostenanalyse vorgestellt.
Schlüsselwörter
Total Cost of Ownership, TCO-Modell, IT-Kosten, Client-Server-Architektur, Lebenszykluskosten, direkte Kosten, indirekte Kosten, Gartner-Group, Investitionsentscheidung, Beschaffungscontrolling, Kostentreiber, Gesamtkostenbetrachtung, IT-Management, Kostenoptimierung, Betriebskosten.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die systematische Erfassung und Analyse der Gesamtkosten von IT-Systemen unter Anwendung des Total Cost of Ownership (TCO)-Modells.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Themen sind der Wandel von zentralen zu dezentralen IT-Strukturen, die Kategorisierung von IT-Kosten sowie die strategische Bewertung von Investitionen über deren Lebenszyklus.
Was ist das primäre Ziel dieser Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das TCO-Modell Unternehmen dabei unterstützt, durch Transparenz bei direkten und indirekten Kosten fundiertere Entscheidungen bei IT-Beschaffungen zu treffen.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender Kostenrechnungskonzepte sowie die Darstellung von betriebswirtschaftlichen Modellen zur Investitionsbewertung und Prozesskostenrechnung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Entstehung des TCO-Gedankens bei der Gartner-Group, unterteilt IT-Kosten in Kategorien und illustriert deren Anwendung durch ein konkretes Praxisbeispiel.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Zu den prägenden Begriffen gehören Total Cost of Ownership, IT-Kostenmanagement, Lebenszykluskosten, Kostenkategorien und Beschaffungsentscheidungen.
Warum sind gerade die indirekten Kosten im TCO-Modell so bedeutsam?
Indirekte Kosten sind oft nicht budgetiert und werden oft unterschätzt; sie umfassen jedoch einen signifikanten Anteil, etwa durch Endbenutzeraktivitäten oder Produktivitätsverluste, und beeinflussen die Gesamtwirtschaftlichkeit maßgeblich.
Welche Rolle spielen Endbenutzeraktivitäten im TCO-Modell?
Diese stellen laut Gartner-Group das größte Kostenelement dar, da sie Aktivitäten wie die Einarbeitung, Konfiguration und Support umfassen, die weit über die reinen Hardwareanschaffungskosten hinausgehen.
In welchem Szenario ist das TCO-Modell laut Autorin eher unwirtschaftlich?
Das Modell sollte bei Investitionsgütern mit sehr geringem Wert vermieden werden, da der hohe zeitliche und komplexe Aufwand der Datenerhebung in einem ungünstigen Verhältnis zum Informationsgewinn steht.
Was ist der wesentliche Unterschied zur herkömmlichen Kostenbetrachtung?
Im Gegensatz zu klassischen Methoden, die oft nur Anschaffungskosten betrachten, bezieht das TCO-Modell die gesamte Wertschöpfungskette und alle vor- und nachgelagerten Kosten über den gesamten Lebenszyklus mit ein.
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- Sabine Schöttler (Author), 2014, Kosten von IT-Systemen. Das Modell "Total Cost of Ownership", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/285807