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Filmanalyse und Wertewandel. Essay über die Methodik eines umfangreichen Forschungsvorhabens

Title: Filmanalyse und Wertewandel. Essay über die Methodik eines umfangreichen Forschungsvorhabens

Essay , 2014 , 10 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Carsten Saremba (Author)

Sociology - Miscellaneous
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Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelte sich der Film langsam zu einer eigenständigen Kunst. Über die bloße Machbarkeit des Aufzeichnens von Bildern zu bewegten Geschichten, schaffte es vor allem die beständige Weiterentwicklung des Films in Hollywood zu einem eigenständigen neuen Ausdrucksmittel von Autoren, Regisseuren und Darstellern. Eine neue Kunst war geschaffen, die sich nicht mehr an den antiken Idealen orientierte, wie es im Theater oder der Literatur bis dahin üblich war (vgl. Balász 1972). Eine neue Massenkultur war am entstehen und hat sich bis heute als eine solche gefestigt. Durch die industrielle Massenproduktion ist der Film fast jedem Menschen zugänglich gemacht worden. In der reflexiven Weltgesellschaft, ist er aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Kinos findet man heute in fast jeder Stadt. Sie erreichen täglich tausende von Menschen mit einem großen Angebot verschiedenster Gattungen und Genres des Films.
Massenfähige Filme werden heute immer ein Stück nach den Bedürfnissen des potentiellen Publikums zugeschnitten und beherbergen mit ihren Inhalten verschiedenste Facetten vom sogenannten „Zahn der Zeit“. Sie können auch als eine Art objektivierte Form subjektiven Wertempfindens der Drehbuchautoren, Regisseure und Darsteller verstanden werden. In ihnen kann man die Werte einer Gesellschaft zum Zeitpunkt T wiederfinden, wenn man nur genau hinschaut. Da die Filmproduktion innerhalb der letzten Jahrzehnte geradezu explodiert ist und man als Sozialwissenschaftler keinen Einfluss auf den fertigen Film nimmt, kann man anhand verschiedenster Filme aus den letzten Jahrzehnten und im internationalen Vergleich sehr gut einen Wandel der Werte anhand verschiedensten Filmmaterials untersuchen. Dieses Essay soll diesen Analysestandpunkt näher beleuchten und die Filmanalyse als eine höchst objektive Methode darstellen, um den Wertewandel der Weltgesellschaft zu untersuchen.

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Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Filme und Werte im historischen Vergleich

2.1 Aufbau einer Theorie des Wandels

2.2 Entwicklung von Forschungshypothesen

2.3 Methodisches Vorgehen

2.4 Zum Einsatz der vergleichenden Sequenzanalyse

3 Fazit und Ausblick

Zielsetzung und Forschungsgegenstand

Dieses Essay untersucht die Eignung der Filmanalyse als wissenschaftliche Methode zur Erfassung gesellschaftlicher Wertewandel. Dabei wird analysiert, wie Filme als Spiegelbild zeitgenössischer Werte dienen können und wie durch eine systematische vergleichende Sequenzanalyse objektive Daten über den sozialen Wandel gewonnen werden können.

  • Theoretische Fundierung des Wertewandels nach Maslow und Inglehart.
  • Entwicklung und Operationalisierung von Forschungshypothesen zur gesellschaftlichen Entwicklung.
  • Methodologische Begründung der Filmanalyse als dokumentenbasierte Forschungsmethode.
  • Einsatz der vergleichenden Sequenzanalyse zur detaillierten Datenauswertung.

Auszug aus dem Buch

2.3 Methodisches Vorgehen

Befragungen eignen sich an dieser Stelle überhaupt nicht gut, denn Personen die in den 1950er-Jahren gelebt haben und noch heute leben, sind nicht unbeeinflusst von veränderten gesellschaftlichen Werten der vergangenen 64 Jahre, die gesellschaftlich strukturierend auf den Einzelnen wirken. Retrospektiv zu fragen lässt außerdem über einen so langen Zeitraum hinweg sehr viel Raum für Verzerrung und Verfälschung der Ergebnisse, da Erinnerungen in der Regel nie fehlerfrei sind. Aus diesem Grund bleiben nur Dokumente aus der Zeit der 1950er-Jahre und der heutigen Zeit, um einen Wandel der Werte möglichst sauber zu erfassen. Diese Dokumente können dann im Detail unter den vorher festgelegten theoretischen Gesichtspunkten systematisch analysiert werden. Doch welche Dokumente bieten sich hier an? Zum einen könnte man Literatur oder Zeitungsartikel vergleichen. Zum anderen ist der Film auch als äußerst geeignet zu betrachten, da bei diesem in komplexer Weise Bild, Ton und Text kombiniert werden. Der Film bietet dabei viel mehr Informationspotential über soziales Handeln und Wertvorstellungen als Literatur oder Zeitungsartikel. Denn neben den Texten der Geschichten, die geschrieben wurden, sind auch die aufgezeichneten Handlungen der Darsteller zu erkennen, sowie Kleidung und Kulissen, die dem Geschmack der jeweiligen Zeit entspringen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Entwicklung des Films als eigenständige Kunstform ein und skizziert die Hypothese, dass Filme als objektivierte Formen subjektiven Wertempfindens dienen, um gesellschaftliche Veränderungen messbar zu machen.

2 Filme und Werte im historischen Vergleich: Hier werden die theoretischen Grundlagen des gesellschaftlichen Wandels unter Rückgriff auf Maslow und Inglehart erläutert und die Notwendigkeit einer methodisch sauberen Untersuchung dargelegt.

2.1 Aufbau einer Theorie des Wandels: Es wird erörtert, wie wissenschaftliche Hypothesen über gesellschaftliche Phänomene konstruiert werden müssen, um sie durch Beobachtung falsifizierbar zu machen.

2.2 Entwicklung von Forschungshypothesen: In diesem Abschnitt werden konkrete Hypothesen zur Veränderung von Zufriedenheit, Arbeitsauffassung und Sexualität zwischen den 1950er-Jahren und der heutigen Zeit aufgestellt.

2.3 Methodisches Vorgehen: Das Kapitel begründet, warum die Filmanalyse gegenüber Befragungen zu bevorzugen ist und wie eine systematische Auswahl von Filmmaterial zur Vermeidung von Verzerrungen erfolgen sollte.

2.4 Zum Einsatz der vergleichenden Sequenzanalyse: Hier wird der Prozess der Erstellung einer Partitur zur detaillierten Transkription von Bild, Ton und Text beschrieben, um soziale Handlungen vergleichbar zu machen.

3 Fazit und Ausblick: Das Fazit bestätigt die Eignung der Filmanalyse als Methode zur Untersuchung von Wertewandel und betont das große, bislang selten genutzte Informationspotential von Filmmaterial.

Schlüsselwörter

Filmanalyse, Wertewandel, Sequenzanalyse, Sozialwissenschaft, Gesellschaftsanalyse, Maslow, Inglehart, Forschungsmethode, Medienanalyse, Dokumentenanalyse, Wertvorstellungen, Falsifikationismus, Postmaterialismus, Sozialisation, Empirische Sozialforschung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, inwieweit die Analyse von Spielfilmen als objektive wissenschaftliche Methode genutzt werden kann, um den gesellschaftlichen Wertewandel über mehrere Jahrzehnte hinweg zu erforschen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Theorie des Wertewandels, die filmsoziologische Methodik, die Möglichkeiten der Dokumentenanalyse sowie der Vergleich von Gesellschaftsbildern aus den 1950er-Jahren und der Gegenwart.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Filmanalyse als valides Instrumentarium zu etablieren, mit dem sich Hypothesen zur gesellschaftlichen Entwicklung (angelehnt an Inglehart und Maslow) systematisch und methodisch fundiert überprüfen lassen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit schlägt die vergleichende Sequenzanalyse von Filmmaterial vor, bei der Filme als komplexe Datenquellen unter Einbeziehung von Bild, Ton und Text mittels Tabellen (Partituren) ausgewertet werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der theoretischen Einbettung, der Hypothesenbildung (etwa zu Arbeit, Zufriedenheit und Sexualität) sowie der detaillierten Beschreibung des methodischen Vorgehens bei der Filmauswahl und Sequenzierung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Filmanalyse, Wertewandel, Sequenzanalyse, Sozialwissenschaft und Medienanalyse charakterisiert.

Warum sind klassische Befragungen für das Vorhaben ungeeignet?

Der Autor argumentiert, dass Zeitzeugen durch den langfristigen Wertewandel bereits unbewusst beeinflusst sind und die menschliche Erinnerung über Jahrzehnte hinweg zu viele Fehlerquellen für eine präzise wissenschaftliche Analyse bietet.

Welche Rolle spielt die Genre-Wahl bei der Untersuchung?

Um Verzerrungen zu vermeiden, ist eine strikte Auswahl vergleichbarer Genres (z. B. Dramen) notwendig, da Unterschiede in der Filmgattung (z. B. Science-Fiction vs. Drama) die Ergebnisse verfälschen und nicht zwingend auf einen gesellschaftlichen Wertewandel zurückzuführen wären.

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Details

Title
Filmanalyse und Wertewandel. Essay über die Methodik eines umfangreichen Forschungsvorhabens
College
University of Koblenz-Landau  (Institut für Sozialwissenschaften)
Course
Ausgewählte Themen der soziologischen Kultur- und Medienanalyse
Grade
1,7
Author
Carsten Saremba (Author)
Publication Year
2014
Pages
10
Catalog Number
V286287
ISBN (eBook)
9783656865308
ISBN (Book)
9783656865315
Language
German
Tags
Soziologie Sequenzanalyse Filmanalyse Wertewandel Kultursoziologie Medienanalyse
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Carsten Saremba (Author), 2014, Filmanalyse und Wertewandel. Essay über die Methodik eines umfangreichen Forschungsvorhabens, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/286287
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