Die Themen Verrechnungspreise und immaterielle Wirtschaftsgüter haben in der Wissenschaft und in der Praxis immer wieder Anlass zu Diskussionen gegeben, verursacht durch die jeweils aktuellen Wirtschaftsentwicklungen. Die herausragendste dieser bedeutsamen Entwicklungen ist die Tatsache, dass die immateriellen Wirtschaftsgüter eine immer wichtigere Rolle in der Wirtschaft spielen und zu den spannendsten Gebieten im Rahmen der Unternehmensführung, des Controllings und der Rechnungslegung gehören. Diese tragen momentan viel mehr als die materiellen Wirtschaftsgüter zur nachhaltigen Wertsteigerung des Unternehmens bei. Die Problematik der Erfassung und der Bewertung der immateriellen Wirtschaftsgüter ist in der Theorie und Praxis bereits umfassend diskutiert, die Fragen der Steuerung sowie der Gestaltung von Verrechnungspreisen sind dagegen trotz ihrer Bedeutung in der Vergangenheit viel weniger beachtet worden.
Die Arbeit stellt zunächst die Ausgangssituation dar, anschließend werden Problemstellung und Zielsetzung formuliert. Daraus wird ersichtlich, dass für eine Analyse der Gestaltung von Verrechnungspreisen für immaterielle Wirtschaftsgüter die Veranschaulichung von grundlegenden Bausteinen erforderlich ist. In diesem Zusammenhang werden in Kap.2 die immateriellen Wirtschaftsgüter, die Verrechnungspreise und die Verknüpfung zwischen den beiden Themen beleuchtet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Ausgangssituation, Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit
1.2 Aufbau der Arbeit
2. Generelle Überlegungen zum Einsatz von Verrechnungspreisen für immaterielle Wirtschaftsgüter
2.1 Immaterielle Wirtschaftsgüter
2.1.1 Definition und Bedeutung der immateriellen Wirtschaftsgüter
2.1.2 Klassifizierung der immateriellen Wirtschaftsgüter
2.1.2.1. In der wissenschaftlichen Literatur
2.1.2.2. Im deutschen Immaterialgüterrecht
2.1.2.3. Im Handels- und Steuerrecht
2.1.3 Entstehungsmöglichkeiten sowie Eigennutzung, Einzelabrechnung und Umlagevertrag als Verwertungsalternativen von immateriellen Wirtschaftsgütern
2.2 Verrechnungspreise als betriebswirtschaftliches Steuerungsinstrument
2.2.1 Definition, Funktionen und Klassifizierungsmöglichkeiten von Verrechnungspreisen
2.2.2 Divisional organisierte und verbundene Unternehmen als Einsatzfelder der Verrechnungspreise
2.2.2.1. Divisional organisierte Unternehmen
2.2.2.1. Verbundene Unternehmen
2.2.3 Überblick über die Verrechnungspreismethoden
2.2.3.1. Betriebswirtschaftliche Verrechnungspreismethoden
2.2.3.2. Steuerliche Verrechnungspreismethoden
2.2.3.3. Geltungsbereich der Vorschriften
2.2.3.4. Korrekturvorschriften
2.2.3.5. Richtlinien
3. Resümee und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, einen umfassenden Überblick über die theoretischen Grundprinzipien und praktischen Umsetzungsmöglichkeiten der Verrechnungspreisgestaltung für immaterielle Wirtschaftsgüter zu liefern. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die steuerliche und betriebswirtschaftliche Problematik im Kontext der Verwertung dieser Güter in divisional organisierten Unternehmen sowie in Unternehmensverbünden.
- Bedeutung immaterieller Wirtschaftsgüter als Erfolgsfaktoren.
- Verrechnungspreise als Instrument der Unternehmenssteuerung.
- Einsatzmöglichkeiten in divisionalen Strukturen und Unternehmensverbünden.
- Analyse betriebswirtschaftlicher und steuerlicher Verrechnungspreismethoden.
- Rechtlicher Rahmen und Korrekturvorschriften bei grenzüberschreitenden Leistungen.
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Definition und Bedeutung der immateriellen Wirtschaftsgüter
Den immateriellen Wirtschaftsgütern wird ein steigender Anteil am Unternehmenserfolg und am Marktwert des Unternehmens beigemessen. Vor allem ist diese Entwicklung bei den wissensintensiven Unternehmen sichtbar, bei denen, wie aus der Abbildung 1 erkennbar ist, der Marktwert weit über dem Buchwert liegt.
Die Unterschiede sind vor allem durch das Aktivierungsverbot für selbst erstellte immaterielle Wirtschaftsgüter begründet.
Das gestiegene Interesse aus Wissenschaft und Praxis an dem Bereich der immateriellen Wirtschaftsgüter zog die unterschiedlichsten Terminologien nach sich: Intangibles, Intangible Assets, Intellectual Capital, immaterielles Vermögen, immaterielle Werte u. a. Eine Verständigung auf eine einheitliche Verwendung der Begriffe ist weder in der Literatur noch in den Gesetzen erkennbar. Die dazugehörigen Definitionen variieren ebenso stark.
Das deutsche Handelsrecht verwendet den Begriff immaterieller Vermögensgegenstand. Der Begriff wird im Handelsgesetzbuch (HGB) nicht definiert, sondern nur in zwei Paragraphen erwähnt. § 248 HGB enthält das Aktivierungsverbot „für immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens, die nicht entgeltlich erworben wurden.“ § 266 HGB ist reine Gliederungsvorschrift, die ebenso keine Definition enthält. Laut diesem Paragraphen können die immateriellen Wirtschaftsgüter in Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten, Geschäfts- oder Firmenwert und geleistete Anzahlungen aufgeteilt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Darstellung der Ausgangssituation und Relevanz immaterieller Wirtschaftsgüter in der heutigen Unternehmensführung sowie Definition der Zielsetzung dieser Arbeit.
2. Generelle Überlegungen zum Einsatz von Verrechnungspreisen für immaterielle Wirtschaftsgüter: Detaillierte Analyse der Begriffsbestimmung, Klassifizierung und Entstehung von immateriellen Werten sowie Einführung in das Konzept der Verrechnungspreise als Steuerungsinstrument.
3. Resümee und Ausblick: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und kritische Würdigung der aktuellen Forschungslage zu Verrechnungspreisen bei immateriellen Wirtschaftsgütern.
Schlüsselwörter
Verrechnungspreise, Immaterielle Wirtschaftsgüter, Unternehmenssteuerung, Divisionalisierung, Steuerrecht, OECD-Verrechnungspreisgrundsätze, Fremdvergleichsgrundsatz, Verdeckte Gewinnausschüttung, Kostenaufschlagsmethode, Preisvergleichsmethode, Wissensintensive Unternehmen, Immaterielle Vermögensgegenstände.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die theoretischen Grundlagen und praktischen Herausforderungen bei der Gestaltung von Verrechnungspreisen für immaterielle Wirtschaftsgüter.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Definition und Klassifizierung immaterieller Güter, die Funktionen von Verrechnungspreisen sowie deren steuerliche und betriebswirtschaftliche Anwendung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, einen umfassenden Überblick über die Gestaltungsmöglichkeiten von Verrechnungspreisen für immaterielle Wirtschaftsgüter in sowohl divisional organisierten Unternehmen als auch Unternehmensverbünden zu geben.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es erfolgt eine fundierte Literaturanalyse, eine Auswertung gesetzlicher Rahmenbedingungen (wie HGB, EStG, AStG) und eine Auseinandersetzung mit den OECD-Verrechnungspreisgrundsätzen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Definition und Klassifizierung immaterieller Werte, der Rolle von Verrechnungspreisen als Steuerungsinstrument sowie einem detaillierten Überblick über betriebswirtschaftliche und steuerliche Verrechnungspreismethoden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Verrechnungspreise, immaterielle Wirtschaftsgüter, Fremdvergleichsgrundsatz und Steuerungsinstrumente.
Warum sind immaterielle Wirtschaftsgüter für Verrechnungspreise so komplex?
Ihre Einzigartigkeit und die Schwierigkeit ihrer isolierten Bewertung erschweren den Fremdvergleich, da oft keine direkten Marktpreise existieren.
Wie unterscheidet sich die steuerliche von der betriebswirtschaftlichen Perspektive?
Während die betriebswirtschaftliche Sicht vor allem die Koordinations- und Motivationsfunktion betont, liegt der steuerliche Fokus auf der gewinnverlagerungsneutralen Ermittlung und der Dokumentationspflicht.
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- Anna Yaropolov (Author), 2007, Grundlagen zu Verrechnungspreisen für immaterielle Wirtschaftsgüter, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/286299