Treffender als Heike Hölling kann man es nicht formulieren: „In jungen Jahren werden Weichen für die gesundheitliche Lage im Erwachsenenalter gestellt.“ Ein adäquater Gemüse- und Obstverzehr entfaltet zusammen mit dem Synergismus vieler biologisch aktiver Substanzen ein Ernährungsmuster, das nachhaltig positive Wirkungen auf die Gesundheit hat. In diesem Bezug nehmen viele Lebensbereiche (sogenannte Settings) wie Familie, Kindertagesstätte und Schule bei der Umsetzung von Verzehrempfehlungen wichtige Schlüsselstellen ein.
Der Status quo des Gemüse- und Obstverzehrs von Kindern und Jugendlichen wurde in der Vergangenheit durch die Kohortenstudien VELS (2002 - 2003) und im EsKiMo der KiGGS-Basiserhebung (2003 - 2006) sowie KIGGS1 (2009 – 2012) erfasst. Sie brachten deutliche Defizite im Gemüseverzehr zu Tage: die meisten Kinder verzehren weniger als 50 % der empfohlenen Gemüsemenge (RKI, 2007) (Mensink, Heseker, et al., 2007). Auch aktuelle Erhebungen wie in KIGGS1 bestätigen diesen Trend: nur rund ein Zehntel der Kinder zwischen 3 und 17 Jahren erreichen die von der DGE e.V. und 5-am-Tag e.V. empfohlene Menge von drei Gemüse- und zwei Obstportionen am Tag (Hölling et al., 2014) (DGE e.V., 2011). Welche Rolle hierbei das Ernährungsangebot in Erziehungseinrichtungen spielt, kann eine aktuelle repräsentative Studie der Bertelsmann-Stiftung nur andeuten: 54% der untersuchten Kindertagesstätten bieten täglich Gemüse zum Mittagessen an. Nur 19% boten mindestens acht Mal in zwanzig Tagen Gemüse als Salat oder Rohkost an. Welche Möglichkeiten und Ansätze gibt es, um diesem Missstand zu entgegnen und den Gemüsekonsum bei Kindern und Jugendlichen nachhaltig zu steigern?
Die vorliegende Arbeit hat zum Ziel den Gesundheitswert von Gemüse auf Grundlage der aktuellen wissenschaftlichen Meinung herauszustellen und wissenschafts- und projektbezogene Strategieansätze zur Steigerung des Gemüseverzehrs bei Kindern und Jugendlichen abzubilden, kritisch zu diskutieren und in Form von möglichen Handlungsempfehlungen zusammenzufassen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung und Ziel der Arbeit
2. Hintergründe
2.1. Nutritive Effekte
2.2. Antinutritive & synergistische Effekte: Prävention
2.3. Pädagogische & ökologische Aspekte
2.4. Verzehrempfehlungen und Verzehrerhebungen
3. Methodik der Strategiesuche
4. Ergebnisse der Strategiesuche
5. Diskussion
6. Schlussfolgerung
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, den Gesundheitswert von Gemüse auf Basis aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse darzustellen und Strategieansätze zur nachhaltigen Steigerung des Gemüseverzehrs bei Kindern und Jugendlichen kritisch zu diskutieren sowie Handlungsempfehlungen abzuleiten.
- Bedeutung von Gemüse für die nutritive Prävention und Gesundheit.
- Einflussfaktoren auf das Ernährungsverhalten von Kindern und Jugendlichen.
- Status quo des Gemüse- und Obstverzehrs basierend auf nationalen Studien.
- Analyse forschungs- und projektbezogener Strategien in unterschiedlichen Settings (Familie, Kita, Schule).
- Bedarf an gesamtgesellschaftlichen Aktionen und Ernährungskompetenzbildung.
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung und Ziel der Arbeit
Treffender als Heike Hölling kann man es nicht formulieren: „In jungen Jahren werden Weichen für die gesundheitliche Lage im Erwachsenenalter gestellt.“ (2014)
Ein adäquater Gemüse- und Obstverzehr entfaltet zusammen mit dem Synergismus vieler biologisch aktiver Substanzen ein Ernährungsmuster, das nachhaltig positive Wirkungen auf die Gesundheit hat (DGE e.V., 2012). In diesem Bezug nehmen viele Lebensbereiche (sog. Settings) wie Familie, Kindertagesstätte und Schule bei der Umsetzung von Verzehrempfehlungen wichtige Schlüsselstellen ein.
Der Status quo des Gemüse- und Obstverzehrs von Kindern und Jugendlichen wurde in der Vergangenheit durch die Kohortenstudien VELS (2002 - 2003) und im EsKiMo der KiGGS-Basiserhebung (2003 - 2006) sowie KIGGS1 (2009 – 2012) erfasst. Sie brachten deutliche Defizite im Gemüseverzehr zu Tage: die meisten Kinder verzehren weniger als 50 % der empfohlenen Gemüsemenge (RKI, 2007) (Mensink, Heseker, et al., 2007). Auch aktuelle Erhebungen wie in KIGGS1 bestätigen diesen Trend: nur rund ein Zehntel der Kinder zwischen 3 und 17 Jahren erreichen die von der DGE e.V. und 5-am-Tag e.V. empfohlene Menge von drei Gemüse- und zwei Obstportionen am Tag (Hölling et al., 2014) (DGE e.V., 2011).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung und Ziel der Arbeit: Einführung in die Relevanz der kindlichen Ernährung und Darstellung des Zieles, Strategien zur Verzehrssteigerung zu evaluieren.
2. Hintergründe: Erläuterung der gesundheitlichen Bedeutung von Gemüse, ernährungsphysiologischer Aspekte sowie psychologischer Einflussfaktoren auf das Essverhalten.
3. Methodik der Strategiesuche: Beschreibung der systematischen Literatur- und Projektrecherche in wissenschaftlichen Datenbanken und Internetportalen.
4. Ergebnisse der Strategiesuche: Tabellarische Übersicht und Klassifizierung von Interventionsansätzen in verschiedenen Settings wie Familie, Kindertagesstätte und Schule.
5. Diskussion: Kritische Auseinandersetzung mit der Evidenz der Ansätze, der Bedeutung von Vorbildern und dem Bedarf an gesamtgesellschaftlichen Strategien.
6. Schlussfolgerung: Fazit zur Notwendigkeit einer frühzeitigen Ernährungserziehung und der qualitativen Verbesserung von Gemeinschaftsverpflegung.
Schlüsselwörter
Gemüseverzehr, Kinder und Jugendliche, Ernährungserziehung, Prävention, Ernährungsbildung, Lebensmittelneophobie, Ernährungsstudien, Verhältnisprävention, Verhaltensprävention, KiGGS, Optimierte Mischkost, Ernährungsbiographie, Gemeinschaftsverpflegung, Gesundheitsförderung, Ernährungsverhalten.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie der Gemüseverzehr bei Kindern und Jugendlichen durch gezielte, wissenschaftlich fundierte Strategien nachhaltig gesteigert werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit behandelt die gesundheitlichen Hintergründe von Gemüse, die Determinanten des kindlichen Essverhaltens sowie die Wirksamkeit verschiedener pädagogischer und projektbezogener Interventionen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Gesundheitswert von Gemüse darzustellen, aktuelle wissenschaftliche Meinungen zu erfassen und Strategieansätze für die Praxis aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Autorin führte eine systematische Literatur- und Projektrecherche in einschlägigen wissenschaftlichen Datenbanken (z.B. PubMed, ScienceDirect) und Internetportalen durch.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen des Gemüseverzehrs, eine systematische Zusammenstellung von Strategien nach Lebensbereichen (Settings) sowie eine kritische Diskussion der Ergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den Kernbegriffen gehören Gemüseverzehr, Ernährungserziehung, Prävention, Ernährungsbiographie und Lebensmittelneophobie.
Welche Rolle spielen Eltern bei der Steigerung des Gemüseverzehrs?
Eltern fungieren als entscheidende Vorbilder und gestalten die frühkindliche Ernährungsumgebung, was prägend für die langfristigen Geschmacksvorlieben der Kinder ist.
Warum ist das Setting "Kindertagesstätte" so bedeutend?
Kitas bieten aufgrund der Homogenität der Gruppe und bestehender täglicher Abläufe beim Essen ein hervorragendes Umfeld, um Ernährungskompetenz zu fördern und das Gemüseangebot zu verbessern.
Wie kann der Gastronomiebereich motivierend auf Kinder wirken?
Durch phantasievolle Menü-Namen und die kindgerechte Aufbereitung von Gemüsegerichten können Anreize geschaffen werden, die den Gemüsekonsum auch außerhalb der Familie fördern.
- Citation du texte
- Nicolas A. Ting (Auteur), 2014, Der Gemüseverzehr von Kindern und Jugendlichen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/286369