In der heutigen Zeit ist das Erlangen von Zusatzqualifikationen für den Arbeitsmarkt eine wichtige und unumgängliche Maßnahme. Es spielt keine Rolle, ob es sich dabei um einen handwerklichen oder kaufmännischen Beruf handelt. Je besser die Arbeiter qualifiziert sind, umso größer ist Ihre Chance auf dem Arbeitsmarkt die entsprechende Anstellung zu erhalten.
Das duale System der Berufsausbildung steht aktuell stark in der Kritik, da es unter anderem nicht genug Spezialisierungen bzw Qualifikationen innerhalb dieser Ausbildung gibt. Seit langer Zeit gibt es jedoch schon die Möglichkeit der Qualifikationserwerbung, für kaufmännische Berufe, mit Hilfe sogenannter Übungsfirmen. Die Entwicklung der Übungsfirma lässt sich bis ins 17 Jahrhundert zurückverfolgen. Sie ist eine handlungsorientierte Methode, die in der beruflichen Ausbildung eingesetzt wird. Darüber hinaus wird die Übungsfirma aber auch in anderen Bildungsgängen genutzt um neue Fähigkeiten und Kenntnisse zu erlangen. Diese Arbeit soll darstellen dass das Übungsfirmenkonzept nicht nur als eine Qualifikationsmaßnahme in der Ausbildung von staatlich anerkannten kaufmännischen Ausbildungsberufen zur Hilfe genommen wird, sondern viel weitreichendere Einsatzgebiete hat. Dazu soll zum einen der Begriff Übungsfirma geklärt und zum anderen das Konzept dieser Maßnahme präsentiert werden. Ein weiterer wichtiger Punkt dieser Arbeit sind die Einsatzgebiete der Übungsfirma. Aber auch die Zielgruppen der Übungsfirma sollen beleuchtet werden. Zum Schluss werden noch die Vor- und Nachteile der Übungsfirma für die Zielgruppen sowie die Vorzüge für die realen Unternehmen dargestellt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Definition des Begriffs Übungsfirma
3 Konzept der Übungsfirma
4 Zielgruppen der Übungsfirma
5 Wesentliche Vor- und Nachteile der Übungsfirma
5.1 Vorteile für die Zielgruppen
5.2 Vorteile für die realen Unternehmen
5.3 Nachteile der Übungsfirma
6 Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Konzept der Übungsfirma als handlungsorientierte Methode in der beruflichen Ausbildung und darüber hinaus. Ziel ist es aufzuzeigen, dass Übungsfirmen weit mehr als eine reine Qualifikationsmaßnahme für staatlich anerkannte Berufe sind, indem ihre vielfältigen Einsatzgebiete, die beteiligten Zielgruppen sowie die Vor- und Nachteile für Lernende und Unternehmen analysiert werden.
- Grundlagen und Definition des Übungsfirmenkonzepts
- Struktur des Übungsfirmenmarktes und der Zentralstellen
- Analyse der verschiedenen Tätigkeitsfelder in der Übungsfirma
- Identifikation relevanter Zielgruppen
- Bewertung der ökonomischen und pädagogischen Vor- und Nachteile
Auszug aus dem Buch
3 Konzept der Übungsfirma
Das Konzept der Übungsfirma besteht aus mehreren Organen. Diese sind die Übungsfirma, der Übungsfirmenmarkt, der Übungsfirmenring und deren Zentralstelle.
In der Übungsfirma bekommen die Teilnehmer die gleichen Aufgaben wie ein kaufmännischer Angestellter in einem realen Unternehmen, d.h. alle Mitarbeiter werden in sechs verschiedene Tätigkeitsfelder einer Übungsfirma eingeteilt und durchlaufen während ihrer Teilnahme an der Qualifikationsmaßnahme alle Abteilungen, so dass man den maximal individuell möglichen Qualifikationsstand erreichen kann. Zu diesen sechs Tätigkeitsfeldern zählen die Materialwirtschaft, Fertigungswirtschaft, Absatzwirtschaft, Personalwirtschaft, das Rechnungswesen und die Binnen- und Außenwirtschaft. In der Abteilung der Materialwirtschaft lernen die Teilnehmer den Einkauf von Roh- und Betriebsstoffen und von Handelswaren, sowie die Lagerhaltung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und der Fertigerzeugnisse kennen. Die Fertigungswirtschaft soll den Mitarbeitern der Übungsfirme die Kenntnisse in der Betriebsmittel- und Auftragsplanung und in der Fertigungssteuerung als auch im Qualitätswesen übermitteln. Das dritte Aufgabenfeld ist die Absatzwirtschaft, bei der, der Verkauf von Fertigerzeugnissen und Handelswaren erlernt und Marktforschung und Werbung betrieben wird. In der Personalwirtschaft wird fiktiv dargestellt, welche Aufgaben in der Personalverwaltung anfallen, wie die Lohn- und Gehaltsbuchhaltung bearbeitet wird und wie sich das Personal innerhalb eines Unternehmens entwickelt, das heißt es wird gezeigt, in welchen Bereichen eines Unternehmens es sinnvoll ist Personal einzusparen oder einzustellen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz von Zusatzqualifikationen ein und stellt die Übungsfirma als handlungsorientierte Methode sowie den Aufbau der Arbeit vor.
2 Definition des Begriffs Übungsfirma: Dieses Kapitel definiert die Übungsfirma als simuliertes Unternehmen, das reale Geschäftsprozesse abbildet und durch Kontakte zu Patenfirmen an Praxisnähe gewinnt.
3 Konzept der Übungsfirma: Das Konzept wird durch die verschiedenen Organe wie den Übungsfirmenmarkt und die Zentralstelle erklärt, wobei die internen Tätigkeitsfelder detailliert beschrieben werden.
4 Zielgruppen der Übungsfirma: Hier werden die vielfältigen Nutzergruppen, von Schülern über Arbeitslose bis hin zu Wiedereinsteigern, aufgezeigt, für die die Übungsfirma ein Sprungbrett in das Berufsleben bietet.
5 Wesentliche Vor- und Nachteile der Übungsfirma: Dieses Kapitel differenziert die Vorteile für Teilnehmer und Unternehmen von den Herausforderungen, wie etwa den hohen Kosten oder der Komplexität internationaler Handelsprozesse.
6 Schlussbetrachtung: Das Fazit bestätigt den Mehrwert der Übungsfirma als vielseitige Bildungseinrichtung, die trotz bestehender Nachteile maßgeblich zur Qualifizierung von Arbeitskräften beiträgt.
Schlüsselwörter
Übungsfirma, Zusatzqualifikation, Berufsausbildung, Unternehmenssimulation, Übungsfirmenmarkt, Handlungsorientierung, Praxisrelevanz, kaufmännische Bildung, Fachkräfteentwicklung, berufliche Handlungskompetenz, Zielgruppen, Wissensstand, Patenfirmen, Weiterbildung, Qualifikationsmaßnahme
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung und dem Konzept der Übungsfirma als Qualifikationsmaßnahme und analysiert deren Nutzen für verschiedene Zielgruppen sowie für reale Unternehmen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition des Begriffs, der Darstellung des Übungsfirmenkonzepts, der Struktur des Marktes, den Zielgruppen und einer kritischen Abwägung der Vor- und Nachteile.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass die Übungsfirma weit mehr als eine reine Ausbildungsmethode ist und für eine breite Palette an Personengruppen einen substanziellen Beitrag zur beruflichen Entwicklung leistet.
Welche wissenschaftliche Methode liegt zugrunde?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Auseinandersetzung und Literaturanalyse zum Thema Übungsfirmen und deren didaktischem sowie ökonomischem Umfeld.
Was wird im Hauptteil der Arbeit vermittelt?
Der Hauptteil erläutert die Strukturen von Übungsfirmen, die Unterteilung in Tätigkeitsfelder wie Material- oder Personalwirtschaft sowie die Rolle der Zentralstelle und die Vorzüge für beteiligte Firmen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Dokument?
Wesentliche Begriffe sind unter anderem Übungsfirma, kaufmännische Bildung, Handlungsorientierung, Praxisrelevanz und berufliche Qualifikation.
Warum ist die internationale Vernetzung der Übungsfirmen ein besonderer Vorteil?
Die internationale Anbindung ermöglicht es den Teilnehmern, nicht nur Fremdsprachen zu vertiefen, sondern auch praktische Erfahrungen im Export- und Importgeschäft sowie im Umgang mit internationalen Rechts- und Handelsvorschriften zu sammeln.
Welche Rolle spielen reale Partnerunternehmen bei diesem Konzept?
Partnerfirmen fungieren als Mentoren, stellen Produkte für Messen zur Verfügung und bieten Beratung, wodurch der Realitätsgehalt der Simulation signifikant gesteigert wird.
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- Konrad Steinwachs (Author), 2011, Übungsfirma. Mehr als nur eine Qualifikationsmaßnahme für die Ausbildung?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/286421