Der Name Verga steht unzertrennlich in Verbindung zum Verismus. Giovanni Verga war einer der Hauptvertreter sowie Hauptautoren dieser Strömung, er hatte hier „seinen wahren Stil gefunden“. Neben größeren Werken verfasste Verga die kleine Novellensammlung Vita dei campi, die 1880 veröffentlicht und mit dem Titel Sizilianische Novellen in das Deutsche übersetzt wurde. La Lupa und Rosso Malpelo sind zwei Novellen aus dieser Sammlung und sind „aufgrund der virtuosen Verwendung der erlebten Rede und der Ausdruckskraft der Darstellung […] Meisterwerke der italienischen Literatur“.
Gegenstand dieser Hausarbeit wird es sein, diese zwei Novellen La Lupa und Rosso Malpelo des herausragenden Schriftsteller Verga in der Hinsicht des Menschenbildes miteinander zu vergleichen und rauszuarbeiten, wie der Autor seine Hauptperson in der jeweiligen Novelle darstellt. Wie beschreibt und zeigt er diesen Menschen? Wie sehen die Leser auf dem Papier beschriebene Figur? Wie stellen sie sich diese Person vor?
Bei den Punkten „Name“ und „äußerliches Erscheinungsbild und Charakter“ wird auf die Protagonisten eingegangen. Bei dem letzten Punkt wird das Verhältnis des jeweiligen Protagonisten mit den anderen Figuren in der Novelle untersucht. Außerdem sollen die beiden Novellen und somit beide Protagonisten unter jedem Gesichtspunkt miteinander verglichen werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung: Intention der Hausarbeit
2. Das Menschenbild in Vergas La Lupa und Rosso Malpelo
2.1 Die Namen der Protagonisten
2.1.1 La Lupa
2.1.2 Rosso Malpelo
2.1.3 Vergleich der Namen
2.2. Das äußerliche Erscheinungsbild und der Charakter der Protagonisten
2.2.1 La Lupa
2.2.2 Rosso Malpelo
2.2.3 Vergleich des äußerlichen Erscheinungsbildes und des Charakters
2.3 Das Verhältnis der Protagonisten zu den anderen Personen in der Novelle
2.3.1 La Lupa
2.3.2 Rosso Malpelo
2.3.3 Vergleich des Verhältnisses zu den anderen Personen
3. Schluss: Fazit
4. Bibliographie und Quellen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, das Menschenbild in Giovanni Vergas Novellen „La Lupa“ und „Rosso Malpelo“ anhand einer vergleichenden Analyse zu untersuchen und herauszuarbeiten, wie der Autor seine Protagonisten charakterisiert und in ihrem sozialen Umfeld darstellt.
- Analyse der Namensgebung und ihrer Bedeutung für die Charakterisierung
- Untersuchung des äußerlichen Erscheinungsbildes und der psychologischen Verfasstheit
- Vergleich der sozialen Beziehungen der Hauptfiguren zur Dorfgemeinschaft
- Herausarbeitung der Rolle von Schicksal, Zufall und sozialer Ausgrenzung
Auszug aus dem Buch
2.1.1 La Lupa
Die Protagonistin heißt eigentlich „gnà Pina“. Das „gnà“ steht für signora und „viene riservato alle popolane (le signore di rango più elevato hanno il titolo di “donne”)“. „Pina“ ist eine Abkürzung des Namen „Giuseppina“, was interessant ist, denn dieser Name stammt vom Hebräischen „Josef“ und heißt übersetzt „Möge Gott noch einen Sohn hinzufügen“. Was in der Herkunftsgeschichte fromm anmutet und auf Religion verweist, erweist sich in der Novelle Vergas als das Gegenteil, denn „la Lupa non veniva mai in chiesa, né a Pasqua, né a Natale, né per ascoltar messa, né per confessarsi“, was zu der Zeit auf dem Land sehr unüblich war. Nur Nanni nennt sie zunächst „gnà Pina“, sonst wird sie als Lupa bezeichnet.
Als Erklärung steht gleich am Anfang der Novelle: „Al villaggio la chiamavano la Lupa perché non era sazia giammai – di nulla.“ Weiterhin wird beschrieben, wie sie sich diesem Namen entsprechend verhält, so streift sie umher „con quell'andare randagio e sospettoso della lupa affamata“. Der Name La Lupa steht also für die Gier und den „Hunger“ nach Männern sowie hierbei für die Furcht der Frauen, die „si facevano la croce quando la vedevano passare“ und Angst hatten um ihre Männer und Söhne, denn „ella si spolpava i loro figliuoli e i loro mariti in un batter d'occhio […] e se li tirava dietro alla gonnella solamente a guardargli con quegli occhi da satanasso […]“. Auch steht es für die „Gewalt“ und die Bestimmtheit, mit der sie vorgeht, in dem sie den Willen der Männer bricht und Familien auseinanderbringt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Intention der Hausarbeit: Einführung in den Verismus von Giovanni Verga und die Zielsetzung des Vergleichs von La Lupa und Rosso Malpelo.
2. Das Menschenbild in Vergas La Lupa und Rosso Malpelo: Zentrale Analyse des Menschenbildes, unterteilt in Namensgebung, Charakterisierung und soziale Beziehungen.
3. Schluss: Fazit: Zusammenfassung der Ergebnisse und Ausblick auf die Bedeutung der Werke in Film und Theater.
4. Bibliographie und Quellen: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur sowie Internetquellen.
Schlüsselwörter
Giovanni Verga, Verismus, La Lupa, Rosso Malpelo, Menschenbild, Literaturanalyse, Sizilien, Gesellschaftskritik, Protagonist, Charakterstudie, soziale Ausgrenzung, erzählerische Methode, Novelle, italienische Literatur, Schicksal
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Menschenbild in zwei berühmten Novellen von Giovanni Verga: „La Lupa“ und „Rosso Malpelo“.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf der Bedeutung der Namen, der äußerlichen und charakterlichen Beschreibung sowie dem sozialen Verhältnis der Protagonisten zu anderen Figuren.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist ein detaillierter Vergleich der beiden Protagonisten, um aufzuzeigen, wie Verga seine Hauptfiguren in der jeweiligen Novelle konzipiert und darstellt.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Text auf Motive, Symbolik und die Erzählweise hin untersucht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Protagonisten La Lupa und Rosso Malpelo in drei Stufen: Namen, Äußeres/Charakter und ihre soziale Interaktion.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Verga, Verismus, Menschenbild, La Lupa, Rosso Malpelo, soziale Ausgrenzung und erzählerische Methode.
Welche Rolle spielt die „vox populi“ bei der Charakterisierung von Rosso Malpelo?
Der Erzähler spiegelt die Stimme des Volkes wider, die Malpelo aufgrund seiner roten Haare als böse und teuflisch abstempelt, was den Leser dazu verleitet, das Urteil ungeprüft zu übernehmen.
Wie unterscheidet sich die Motivation der beiden Protagonisten?
Während La Lupa eine aktive, fast raubtierhafte Gier nach Begehren und Unabhängigkeit zeigt, ist Rosso Malpelo ein Opfer der sozialen Umstände, dessen „Bösartigkeit“ eine Folge von Ablehnung und Ausgrenzung ist.
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- Margarita Mayzlina (Author), 2014, Das Menschenbild in Vergas "La Lupa" und "Rosso Malpelo". Analyse und Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/286436