Mediendidaktik. Die Rolle der Medien im Bildungsprozess


Hausarbeit (Hauptseminar), 2009

18 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was sind Medien?
2.1. Auswirkungen der Medien für den Mensch als Konsument
2.2. Auswirkungen der Medien auf unsere Wirklichkeit
2.3. Auswirkungen der Medien auf den Bildungsprozess

3. Mediendidaktik – Eine Antwort auf die Neuen Medien?
3.1. Historisch-systematische Entwicklung der Mediendidaktik
3.2. Mediendidaktik als Teildisziplin der Medienpädagogik
3.3. Medienkompetenz
3.4. Medienkompetentes Handlungskonzept – Aktive Medienarbeit im Unterricht
3.5. Die Stellung der Medien im Unterricht

4. Schlussbetrachtung

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die Funktion und Bedeutung der Medien in Lern- und Lehrprozessen soll zentrales Thema dieser Hausarbeit werden. Diese Fragen versucht die Mediendidaktik als Teilgebiet der Medienpädagogik zu beantworten. Wenn man einen Lehrer oder einen Schüler fragt, wie und warum man Medien im Unterricht einsetzt, bekommt man meist die Antwort zur Verdeutlichung oder zu Veranschaulichung. Aber kann es das schon gewesen sein? Ein Film oder eine Folie auf dem Overheadprojektor sind zweifelsohne hilfreich, wenn nicht sogar notwendig, aber es muss doch auch weitere plausible Gründe geben, warum Medien im lebenslangen Bildungsprozess unverzichtbar sind.

Medien vermitteln uns die Wirklichkeit. Selbst Sprache ist ein Medium der Weltwahrnehmung und der Gemeinschaftsbildung. Im Folgenden werde ich mich unter anderem auch mit diesem Aspekt auseinandersetzen. Um die Frage klären zu können, inwiefern und inwieweit Medien im Bildungsprozess eine Rolle spielen, müssen vorab Fragen geklärt werden, ohne deren Beantwortung die Lösung der Ausgangsfragestellung nicht möglich ist. Zunächst liegt es auf der Hand zu fragen, was überhaupt Medien sind und inwiefern sie Einfluss auf unsere Wirklichkeit haben.

Im Rahmen dieser Hausarbeit habe ich mich ebenfalls mit den Einflüssen der Medien auf verschiedene Lebensbereiche des Menschen, vor allen mit dem auf den Bildungsprozess, auseinandergesetzt. In einen nächsten Schritt möchte ich versuchen, die Mediendidaktik zunächst zu bestimmen, um dann ihre Relevanz für den Bildungsprozess herauszuarbeiten.

2. Was sind Medien?

Ein Medium ist im Allgemeinen ein Übermittler bzw. ein Vermittler. Für unsere Zwecke beschränken wir uns auf die medienwissenschaftliche Bedeutung, dass ein Medium ein Kommunikationsmittel zur Informationsübertragung ist. Dabei erweisen sich Sprache, Schrift, Buchdruck, moderne Medien und elektronische Medien als unverzichtbare Medien für die menschliche Kultur. Primär besteht ihre Funktion darin, zwischen verschiedenen Subjekten zu vermitteln, dass heißt ihre Kommunikation aufrechtzuerhalten. Kommunikation fassen wir als ein soziales Phänomen auf, also ist es demnach mehr als nur ein privates Ereignis zwischen zwei oder mehr Subjekten. So sind Medien auch mehr als nur technische Verstärker jener Kommunikation, denn sie erzeugen eine Öffentlichkeit.[1]

Wir können also festhalten, dass es Medien bereits mit der Sprache gibt. Sprache als Vermittler zwischen zwei oder mehr Individuen, ist demnach ein Medium. Das Medium Schrift sollte als Objektivierung des Wissens dienen, jedoch muss die Schrift genauer sein als die verbale Kommunikation, da die Gestik und die Mimik wegfallen. So verändert sich durch die Schrift auch die Wahrnehmungsfähigkeit der Menschen. Im Zuge der Industrialisierung entwickelt sich die Technik mit rasanter Geschwindigkeit, was natürlich auch Konsequenzen für die Medien und somit auch für die Kommunikation und die Kultur der Menschen mit sich bringt. Mit Erfindung des Buchdrucks wird es in kürzester Zeit möglich vielen Menschen Bildung und Wissen zu vermitteln. Informationen können nun Zeit und Raum überdauern. Die nächsten Schritte der technischen Entwicklung sind jeden bekannt, die Erfindung der Fotographie, des Radios, des Fernsehens, des Telefons und letztlich des Internets. All diese technischen Errungenschaften beinhalten viele Vorteile und Erleichterung für den Menschen, aber hinter den positiven Aspekten sollte man sich den Gefahren und auch den Nachteilen bewusst sein.

Medien sind allgegenwärtig. Es gibt quasi keinen Lebensbereich der nicht durch Medien abgedeckt wird. Nun stellt sich die Frage, was das für Konsequenzen für die Menschen im Allgemeinen hat.

2.1. Auswirkungen der Medien für den Mensch als Konsument

Wie bereits im vorherigen Abschnitt erwähnt, bringen Medien vielerlei Vorteile mit sich. Da sie uns helfen die Welt zu erschließen, erweitern sie auch unseren Horizont. Wie könnten wir sonst über die Geschehnisse in der Welt Bescheid wissen.

Bereits die Schriftsprache veränderte die kognitive Wirkung, „erst der Gebrauch von Schrift als Kommunikationsmedium ermöglicht eine bestimmte Denkweise. […] Medien sind also keine neutralen Vermittler, sondern haben Auswirkungen auf Denken und Weltbild.“[2] Das Denken wird auch durch das Internet zum Teil verändert. Nach meiner Ansicht ersetzt Wissen das Denken. Jeder kann beliebig auf Wissen via Internet zugreifen. Fast jedes Problem, was im Alltag auftaucht, kann mit Hilfe des Internets gelöst werden. Der Nutzer sieht keine Veranlassung, sich selber mit einer Problemlösung auseinander zu setzen, zumal die Antwort in wenigen Minuten der Computer liefert.

Ein weiterer Punkt der kritisch zu beleuchten wäre, ist dass Medien dazu führen, dass Menschen ausnahmslos manipuliert werden. Eine „öffentliche Meinung entsteht nicht einfach, sie wird gemacht“[3]. „Der Mediengebrauch ist in allen Facetten des gegenwärtigen Mainstreams immer noch fremdbestimmt und vollkommen der Ökonomie von Quoten unterworfen.“[4] Mit anderen Worten wird nicht im Fernsehen gezeigt, was bildet und schult, sondern was die höchsten Einschaltquoten bringt. Der Zuschauer, letztlich als „passiver Konsument“, so zumindest das Argument von Horkheimer und Adorno von der Frankfurter Schule, wird mit standardisierten Programmen und einer vorgezeichneten Reaktion entmündigt. Man sollte dabei aber auch nicht vergessen, dass der Mediennutzer sich durchaus bewusst sein kann, dass sein Medienkonsum lediglich zur Unterhaltung dient. Konsumenten entwickeln eigene Formen des Medienumgangs. Es kann nicht nur zur Unterhaltung beitragen, sondern ebenso zur Bildung, zur Informationsbeschaffung, zur Entspannung oder es dient sogar als Ritual. Mittels Medien können auch die eigenen Interessen verfolgt werden, wie zum Beispiel Sport- oder Musiksendungen. Zusammengefasst kann man sagen, dass die stetige Weiterentwicklung der Medien zweifelsohne zu einem erhöhten Konsum geführt hat. Dennoch sollte eine bewusste Mediennutzung vorherrschen. Marshall McLuhan mit seinem berühmten Slogan „The medium is the message.“ äußert so seine Gedanken, dass bereits das Medium selbst die Botschaft sei. Mit Hilfe eines Mediums werden zwar noch Botschaften weitergegeben, aber entscheidend ist die bloße Verwendung des Mediums. Medien erzeugen Bedürfnisse, wo vorher noch kein Mangel da war. Jetzt telefoniert man ständig, wo es zu Zeiten ohne Telefon, einfach nicht das Bedürfnis gab, sich über weite Entfernungen zu kontaktieren. Mit der Erfindung des Mobiltelefons wird dieser Trend noch verstärkt. Man kann jetzt nicht nur zu Hause oder auf Arbeit telefonieren, man ist nun rund um die Uhr an nahezu jeden Ort erreichbar. Die permanente Erreichbarkeit ist durchaus sinnvoll für zum Beispiel einen Geschäftsmann. Es taucht doch die Frage auf, wozu Kinder ein Mobiltelefon benötigen. An diesem Beispiel sollte deutlich werden, dass Medien ihrer eigenen Logik folgen, sie werden quasi zu einem Selbstläufer. Mit Fortschreiten der Technik entstehen beim Endnutzer neue Bedürfnisse, obwohl zuvor kein Mangel bestand. Nun statten auch Eltern ihre Kinder mit Handys aus, damit sie jederzeit ihr Kind erreichen können. Vor zehn Jahren war es beispielsweise auch nicht denkbar bzw. bestand dahingehend auch kein Mangel, mit dem Handy zu fotografieren. Heute möchte viele Menschen ihr Mobiltelefon mit einer guten Kamera ausgestattet sehen, obgleich sie jene selten benutzen.

Die Auswirkungen der Medien für die Menschheit bestehen nach meiner Ansicht darin, dass unser alltägliches Leben erleichtert und bereichert wird. Die absolute Präsenz der Medien führt dazu, dass wir als Nutzer gezwungen sind, uns damit auseinander zu setzen und einen verantwortungsbewussten Medienumgang zu pflegen. Es kann sich in der Zivilisation niemand den Medien entziehen, darum sollten wir, gerade mit dem Blick auf die nachfolgenden Generationen, uns der Tatsache bewusst sein, dass wir die Medien uns zu nütze machen und einen kritischen Umgang mit ihnen pflegen sollten. Entscheidend dabei ist, dass wir dazu befähigt werden, das heißt dass wir Medienkompetenz entwickeln, um nicht zu einem „passiven Konsument“ verdammt zu werden.

2.2. Auswirkungen der Medien auf unsere Wirklichkeit

Wie bereits erwähnt dienen Medien zur Vermittlung der Wirklichkeit bzw. helfen uns die Wirklichkeit wahrzunehmen. Medien schaffen uns einen Zugang zu den Gegebenheiten in der Welt. Sie sind sozusagen ein Mittler zwischen der real existierenden Welt und unserer Wahrnehmung. Ohne Medien würden wir die Welt nicht in unseren Wirklichkeitshorizont aufnehmen bzw. wir könnten die Welt, so wie sie ist, nicht einmal erfahren. Unser unmittelbarer Erfahrungshorizont ist auf unsere Umgebung beschränkt. Medien schaffen nun aber einen Zugang zur Welt, der unser Wirklichkeitsbild und unseren Erfahrungshorizont erweitert. Ein einfaches Beispiel dafür liefern die Nachrichten. Wir wissen nun dank der der Medien, das heißt dem Fernsehen, dem Radio oder Ähnlichem, über Geschehnisse in der Welt bescheid. Dank Büchern wissen wir, wo welche Länder liegen, wir kennen unsere Geschichte und die, der andern Länder.

[...]


[1] Vgl.: Hartmann, Frank: Medien und Kommunikation. Wien: Facultas 2008. S. 24.

[2] Hartmann: a.a.O., S. 13.

[3] Ebd., S. 27.

[4] Ebd., S. 37.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Mediendidaktik. Die Rolle der Medien im Bildungsprozess
Hochschule
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg  (Philpsophie)
Note
2
Autor
Jahr
2009
Seiten
18
Katalognummer
V286571
ISBN (eBook)
9783656867937
ISBN (Buch)
9783656867944
Dateigröße
499 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
mediendidaktik, rolle, medien, bildungsprozess
Arbeit zitieren
Melanie Illert (Autor), 2009, Mediendidaktik. Die Rolle der Medien im Bildungsprozess, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/286571

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