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Die Verschriftung der Namasprache durch Missionare der Rheinischen Missionsgesellschaft

Eine europäisch-afrikanische Gemeinschaftsleistung

Título: Die Verschriftung der Namasprache durch Missionare der Rheinischen Missionsgesellschaft

Trabajo Escrito , 2014 , 31 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Dr. med Jürgen Dick (Autor)

Historia - África
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Mit Beginn des 19. Jahrhunderts begannen protestantische Missionsgesellschaften mit der Verbreitung des Christentums auf dem Gebiet des heutigen Namibia. Im Jahre 1842 übernahm die Rheinische Missionsgesellschaft aus Barmen die Leitung der Namibiamission. Die ersten beiden Missionsgenerationen konnten sich noch nicht auf den Rückhalt einer kolonialen Macht abstützen. Sie waren mit den schwierigen Bedingungen eines mutiethnischen Gebietes konfrontiert, deren Bewohner sich in ständigen kriegerischen Auseinandersetzungen um die knappen natürlichen Ressourcen des kargen Landes befanden. Dies musste Auswirkungen auf die Evangelisationsstrategie haben. Eine besondere Bedeutung hatte von vornherein die Beherrschung der indigenen Sprache, die sich nicht auf die Oralität beschränken sollte. Die darüber hinaus angestrebte Verschriftung stand ganz im Dienste des Missionsauftrages und war Teil des Transformationsprozesses, dessen Ziel darin bestand, die bisherigen Religionsvorstellungen zu verdrängen und das Christentum als neuen Religion zu etablieren.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Nama – Eine kurze ethnologische und linguistische Übersicht

3. Eine Region im gesellschaftlichen Umbruch – die politische Lage in Groß- und Kleinnamaland in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts

4. Die Rheinische Missionsgesellschaft und die Bedeutung der Sprache im Rahmen der Evangelisationsstrategie

5. „Den Nama ein Nama sein“ – Johann Heinrich Schmelen, Missionspionier und Wegbereiter

6. Die zweite Generation – Fortsetzung von missionarischer Erschließung und Sprachforschung durch Missionare der RMG

7. Von Tsoe‘ kwab zu Elob – Die Verschriftung einer Sprache als Kulturtransfer

8. Die Sprachenpolitik im Spannungsfeld zwischen Europäisierung und Erhalt der indigenen Sprache – Verschriftung als Sprachenretter?

9. Fazit und Diskussion

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Prozess der Verschriftung der Namasprache durch Missionare der Rheinischen Missionsgesellschaft (RMG) im vorkolonialen Namibia (1805–1884), wobei der Fokus auf dem Zusammenspiel von Evangelisationsstrategie, Inkulturation und dem Beitrag afrikanischer Akteure liegt.

  • Die Rolle der Namasprache im Rahmen der christlichen Evangelisationsstrategie.
  • Die Bedeutung interkultureller „Grenzgänger“ und afrikanischer Gehilfen bei der Sprachfixierung.
  • Das Spannungsfeld zwischen der Erhaltung der indigenen Sprache und dem Druck zur Europäisierung.
  • Die linguistischen Herausforderungen der Verschriftung, insbesondere der Klicklaute.

Auszug aus dem Buch

5. „Den Nama ein Nama sein“ – Johannes Heinrich Schmelen, Missionspionier und Wegbereiter

Schmelen hat zwar keine bewusste Verbindung von alter und neuer Religion angestrebt, dennoch hat er sich den Herausforderungen einer tiefen Integration in die indigene Gesellschaft gestellt. Von der Missionsstation „Steinkopf“ in Klein-Namaland aus unternimmt er 1814 eine Erkundungsreise ins heutige Namibia und gründet noch im selben Jahr in Klipfontein, ca. 150 km nördlich des Oranje eine Station, die er „Bethanien“ nannte. Von dort aus bereiste er mehrfach Groß-Namaland bis hoch zur Walfishbay, um in mühevoller Arbeit auch den weit zerstreut nomadisierenden Nama das Evangelium zu verkünden. In einem Brief an die RMG, mit der er Anfang der 30er Jahre Kontakt aufnahm, berichtet er von seinen Reisen bis Ende der 20er Jahre:

„…da ich wegen einer Pferdekrankheit kein Pferd bekommen konnte, so nahm ich einen Reitochsen und mit einer Bibel und einem Schafsfell, was mir als Sattel gemacht und nachts als Bett diente, durchwanderte ich die heißen Steppen des Landes, das Evangelium zu verkünden…“. Er war, wie es Walter Moritz in Anlehnung an den 1. Brief des Paulus an die Korinther ausgedrückt hat, „den Nama ein Nama geworden“. Dennoch war er noch sehr lange bei der Verkündung des Evangeliums auf die Übersetzung durch einheimische Missionsgehilfen angewiesen, die z.T., dem o.g. pietistischen Grundsatz des allgemeinen Priestertums aller Gläubigen folgend, selbst predigten und unterrichteten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung stellt das historische Setting der europäischen Expansion in Südwestafrika dar und definiert die Forschungsfrage bezüglich der Sprachenpolitik der RMG.

2. Die Nama – Eine kurze ethnologische und linguistische Übersicht: Dieses Kapitel bietet einen Überblick über die Herkunft, Sozialstruktur und die linguistischen Besonderheiten der Namasprache, insbesondere der Klicklaute.

3. Eine Region im gesellschaftlichen Umbruch – die politische Lage in Groß- und Kleinnamaland in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts: Hier wird der Transformationsprozess der Region unter dem Einfluss von Handelskontakten und den Wanderungsbewegungen der Orlam beschrieben.

4. Die Rheinische Missionsgesellschaft und die Bedeutung der Sprache im Rahmen der Evangelisationsstrategie: Das Kapitel erläutert die pietistischen Ursprünge der RMG und die Notwendigkeit, das Evangelium in der Sprache der zu Missionierenden zu verkünden.

5. „Den Nama ein Nama sein“ – Johann Heinrich Schmelen, Missionspionier und Wegbereiter: Der Fokus liegt auf der Rolle von J. H. Schmelen als Pionier, der durch Integration in die indigene Gesellschaft die Grundlage für die spätere Bibelübersetzung schuf.

6. Die zweite Generation – Fortsetzung von missionarischer Erschließung und Sprachforschung durch Missionare der RMG: Dieses Kapitel behandelt die Fortführung der Missionsarbeit durch nachfolgende Missionare und die Bedeutung von afrikanischen Sprachmittlern wie Zara Schmelen und Daniel Cloete.

7. Von Tsoe‘ kwab zu Elob – Die Verschriftung einer Sprache als Kulturtransfer: Die linguistische Problematik der Kodifizierung der Klicklaute und die Etablierung christlicher Terminologie stehen hier im Mittelpunkt.

8. Die Sprachenpolitik im Spannungsfeld zwischen Europäisierung und Erhalt der indigenen Sprache – Verschriftung als Sprachenretter?: Die Untersuchung widmet sich den Konflikten zwischen dem Wunsch der Eliten nach Vermittlung des Holländischen und dem Festhalten der Missionare an der Muttersprache.

9. Fazit und Diskussion: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Verschriftung der Namasprache als eine europäisch-afrikanische Gemeinschaftsleistung, die zum Überleben der Sprache beigetragen hat.

Schlüsselwörter

Nama, Rheinische Missionsgesellschaft, Namibia, Sprachpolitik, Verschriftung, Missionierung, Interkultureller Transfer, Klicklaute, Zara Schmelen, Johann Heinrich Schmelen, Inkulturation, Khoekhoe, Bibelübersetzung, Sprachenretter, Vorkoloniales Namibia.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die sprachwissenschaftlichen Aktivitäten und die Sprachenpolitik der Rheinischen Missionsgesellschaft im vorkolonialen Namibia des 19. Jahrhunderts.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten gehören das Zusammenwirken von Missionierung und Linguistik, die Rolle afrikanischer Akteure als "Kulturvermittler" sowie der Konflikt zwischen indigener Sprache und europäischer Verkehrssprache.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Stellenwert der linguistischen Arbeit bei der Evangelisation zu untersuchen und aufzuzeigen, wie diese Prozesse die Namasprache langfristig beeinflusst und eventuell vor dem Aussterben bewahrt haben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf einer umfassenden Auswertung von Missionsberichten, Tagebüchern, Protokollen sowie relevanter Sekundärliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die historische politische Lage im Namaland, die Bedeutung von Pionieren wie Schmelen, die Rolle der einheimischen "Grenzgänger" bei der Übersetzung und die technische Entwicklung der Schriftsprache.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Nama-Sprachverschriftung, Rheinische Missionsgesellschaft, Inkulturation und interkultureller Wissenstransfer charakterisieren.

Welche Bedeutung hatte Zara Schmelen für das Übersetzungsprojekt?

Zara Schmelen war als Ehefrau von J. H. Schmelen und Muttersprachlerin die entscheidende Übersetzerin der biblischen Texte; ohne ihre linguistische Zuarbeit wäre die Pionierarbeit nicht erfolgreich gewesen.

Wie wurde das Problem der Klicklaute in der Schriftsprache gelöst?

Die Darstellung der Klicklaute stellte eine immense Herausforderung dar. Erst durch die schrittweise Einführung spezieller Zeichen, etwa durch das Lepsius-System, konnte eine lesbare und standardisierte Orthographie erreicht werden.

Final del extracto de 31 páginas  - subir

Detalles

Título
Die Verschriftung der Namasprache durch Missionare der Rheinischen Missionsgesellschaft
Subtítulo
Eine europäisch-afrikanische Gemeinschaftsleistung
Universidad
University of Hagen  (Historisches Institut)
Calificación
1,0
Autor
Dr. med Jürgen Dick (Autor)
Año de publicación
2014
Páginas
31
No. de catálogo
V286876
ISBN (Ebook)
9783656872511
ISBN (Libro)
9783656872528
Idioma
Alemán
Etiqueta
verschriftung namasprache missionare rheinischen missionsgesellschaft eine gemeinschaftsleistung
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Dr. med Jürgen Dick (Autor), 2014, Die Verschriftung der Namasprache durch Missionare der Rheinischen Missionsgesellschaft, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/286876
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