Der Name Richard Wagner erklingt weltweit bis 2013 gerade 200 Jahre. Es wäre deshalb sinnvoll, jetzt einen Rückblick auf die letzten Jahre zu halten, darauf, was wir über Wagner wissen und besonders durch schulischen Musikunterricht über ihn lernen. Dafür hat das Schulbuch die pädagogische Funktion und gilt als wesentliches Unterrichtsmittel des Faches Musik.
Die vorliegende Arbeit behandelt speziell den Bezug auf Richard Wagner in Schulbüchern in der Oberstufe seit 1950 und fokussiert sich auf die Schulbücher, die im Musikunterricht an allgemein bildenden Schulen verwendet werden und für Schüler zur Verfügung stehen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die pädagogische Behandlung der auf Wagner bezogenen Lerninhalte und die Entwicklung in den Schulbüchern
2.1 Wie wird die Oper „Die Meistersinger von Nürnberg“ von den Schulbüchern vermittelt?
2.2 Wie wird die Oper „Tristan und Isolde“ von den Schulbüchern vermittelt?
3. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie der Komponist Richard Wagner und seine Werke in 23 ausgewählten Schulbüchern für den Musikunterricht der Sekundarstufe II zwischen 1950 und 2011 didaktisch aufbereitet und vermittelt wurden.
- Analyse der Auswahl und Vermittlung von Wagner-bezogenen Inhalten und Musikwerken.
- Untersuchung der didaktischen Aufarbeitung von Richard Wagner in verschiedenen Schulbuch-Generationen.
- Erfassung der Entwicklung musikpädagogischer Konzepte durch konkrete Lernaufgaben.
- Vergleich von Schulbüchern aus der BRD und der DDR hinsichtlich ihrer Wagner-Rezeption.
- Bewertung der medialen Gestaltung (Layout, Notenbeispiele, Texte) zur Unterstützung der Wissensvermittlung.
Auszug aus dem Buch
Die pädagogische Behandlung der auf Wagner bezogenen Lerninhalte und die Entwicklung in den Schulbüchern
Die pädagogische Behandlung der auf Wagner bezogenen Lerninhalte und die Entwicklung in den Schulbüchern lassen sich durch zwei Musikstücke „Die Meistersinger von Nürnberg“ und „Tristan und Isolde“ als Beispiele zeigen.
Wie wird die Oper „Die Meistersinger von Nürnberg“ von den Schulbüchern vermittelt?
Die Autoren des Schulbuchs „Musik in der Schule“ (Kraus u. Oberborbeck, 1951), das erste Schulbuch dieser Forschung, lassen zwei Ausschnitte des Librettos (mit fünfeinhalb Seiten) das Kapitel „Vom musikalischen Schaffensprozess“ einleiten. Die beiden Ausschnitte sind aus dem 1. Aufzug und handeln von „Walther“ (eine Figur dieser Oper, der Ritter und Bewerber). In diesem Zusammenhang sollen Schülern die Wege zum Meistersinger und die Regel des Meistergesangs erklärt werden: „Der Dichter, der aus eig’nem Fleiße zu Wort und Reimen, die er erfand, aus Tönen auch fügt eine neue Weise: der wird als Meistersinger erkannt“ (S. 59). Das von Richard Wagner selbst verfasste Libretto kann Schüler die Schreibweise Wagners (z. B. die deklamierte und gesungene Erzählung) und die komische Stimmung dieser Oper nachvollziehen lassen. Jedoch gibt es in diesem Schulbuch weder Hörbeispiele noch Lernaufgaben.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung erläutert die Relevanz des Themas im 200. Jubiläumsjahr Wagners und führt in die methodische Herangehensweise sowie die Auswahl der 23 untersuchten Schulbücher ein.
2. Die pädagogische Behandlung der auf Wagner bezogenen Lerninhalte und die Entwicklung in den Schulbüchern: Dieses Kapitel analysiert anhand konkreter Beispiele aus der Opernliteratur, wie sich die didaktische Vermittlung von Wagners Werken über die Jahrzehnte hinweg verändert hat.
3. Fazit: Das Fazit stellt die Entwicklung des Schulbuchs vom reinen Unterrichtsstoff zum modernen Lernwerkzeug fest und resümiert die Verschiebung der inhaltlichen Schwerpunkte in der Wagner-Rezeption des Musikunterrichts.
Schlüsselwörter
Richard Wagner, Musikunterricht, Schulbuchanalyse, Sekundarstufe II, Musikpädagogik, Meistersinger von Nürnberg, Tristan und Isolde, Musikdrama, Leitmotiv, Didaktik, Gesamtkunstwerk, Musikgeschichte, Medienverbund, Lernaufgaben, Werkerschließung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die didaktische Vermittlung von Richard Wagner in deutschen Schulbüchern des Musikunterrichts der Sekundarstufe II im Zeitraum von 1950 bis 2011.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Fokus stehen die Auswahl der Wagner-Werke, die pädagogische Aufbereitung von Texten und Musikbeispielen sowie der Einfluss musikpädagogischer Konzepte auf die Darstellung des Komponisten.
Was ist das primäre Forschungsziel?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich die Inhalte und Methoden zur Vermittlung von Richard Wagner im Laufe der Jahrzehnte parallel zur Entwicklung der Musikpädagogik gewandelt haben.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit nutzt eine inhaltsanalytische Untersuchung von 23 ausgewählten Schulbüchern, wobei die Lerninhalte in Kategorien unterteilt und ihre Häufigkeit sowie ihre pädagogische Darstellungsform ausgewertet werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich detailliert der pädagogischen Behandlung der Opern „Die Meistersinger von Nürnberg“ und „Tristan und Isolde“ und vergleicht diese exemplarisch in verschiedenen Lehrwerken.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind neben Richard Wagner vor allem Musikpädagogik, Schulbuchanalyse, Didaktik, Musikdrama, Leitmotiv und die historische Entwicklung des Musikunterrichts.
Wie unterscheiden sich die Schulbücher aus der DDR von denen der BRD?
Die Schulbücher aus der DDR legten laut der Untersuchung stärkeres Gewicht auf die nationalen Traditionen und die Formanalyse der Musikwerke anstelle der in der BRD stärker betonten Kompositionstechniken wie dem „Gesamtkunstwerk“.
Wie hat sich die Rolle des Schulbuchs über die Jahrzehnte verändert?
Die Studie stellt fest, dass das Schulbuch sich von einem reinen Informationsmedium („Unterrichtsstoff“) hin zu einem modernen Werkzeug entwickelt hat, das die Schüler zur selbstständigen Arbeit und individuellen Werkerschließung befähigt.
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- Shengying Luo (Autor), 2012, Richard Wagner in Schulbüchern des Musikunterrichts in der Sekundarstufe II seit 1950, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/286980