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Die Freiheit des Menschen in Pico della Mirandolas "Oratio de hominis dignitate"

Título: Die Freiheit des Menschen in Pico della Mirandolas "Oratio de hominis dignitate"

Trabajo , 2014 , 23 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Andreas B. Arnold (Autor)

Filosofía - Filosofía moderna (entre 1350-1600)
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In Pico della Mirandolas „Oratio de hominis dignitate“, einem herausragenden, humanistischen Werk der Neuzeit, wird der Begriff der Würde des Menschen neu definiert. Zu Picos Würdebegriff gehört, dass der Mensch sich selbst entscheiden darf, was und wie er sein will. Jeder Einzelne wird vor die Wahl gestellt, wie er diese ihm von Gott geschenkte Freiheit nutzt. Ob er wollüstig, einem vernunftlosen Tier gleich, am Boden kriecht, oder ob er Verstand zeigt und seine Möglichkeiten und sich damit selbst erkennt. Gott bestimmt nicht mehr über das menschliche Leben - wie dies noch in der Scholastik vorherrschende Denkweise war - sondern der Mensch tut dies nun für sich alleine.

Diese besondere Stellung im Kosmos verpflichtet. Um der ihm verliehenen Würde gerecht zu werden, hat der Mensch von Geburt an einen Auftrag, nämlich den, sich seiner Freiheit bewusst zu werden und diese im positiven Sinne zu benutzen, um Gott näher treten zu können.

Weil aber der Mensch Zwietracht in sich trägt, ist die Überwindung der Leiblichkeit und dadurch Gottähnlichkeit bereits im irdischen Dasein kein leichtes Unterfangen. Um dieses Ziel zu erreichen, braucht es das Philosophieren. Hierzu läutert sich der Mensch und setzt sich in die Lage, innere Kämpfe gegen den „Löwen“ und dem „vielgestaltigen Tier“ in sich zu bestehen und schließlich ein Friedensbündnis zwischen Fleisch und Geist einzugehen.

Am Beispiel einer Himmelsleiter zeigt Pico, wie an die „hochheilige Theologie“, mit gereinigten Händen und Füßen heran getreten werden soll. Denn die Grenzen der verstandesmäßig begreifbaren Natur- und Moralphilosophie sind erreicht, wenn über das Erkennen hinaus eine persönliche Begegnung mit Gott ermöglicht werden soll. Hierzu braucht es die höhere und heiligere Form der Magie und die Vermittlung durch die Erzengel, Cherubim, Seraphim und Throne.

Der Mensch ist von Geburt an also gänzlich frei. Er ist ausgestattet mit einem freien Willen und hat Entscheidungsfreiheit in allen Belangen. Darum trägt er für sein Leben die volle Verantwortung und darum soll nach Pico die geschenkte Freiheit auch dazu benutzt werden, Leiblichkeit zu überwinden und zu Gott zu streben. Pico selbst hat dies vorgelebt, indem er in seinen wenigen Lebensjahren sämtliche zugänglichen Philosophie-Schulen studierte und Erkenntnisse aus diesen, der Kabbala und anderen Glaubensbüchern, zusammenführte zu einem Ganzen, das in wesentlichen Fragen Gemeinsamkeiten aufweist und zu dem einen großen Ziel der Freiheit führt.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was macht den Menschen aus?

3. Welche besondere Stellung nimmt der Mensch in der Welt ein?

4. Was ist die Würde des Menschen?

5. Was ist Freiheit?

6. Welche Freiheiten hat der Mensch?

7. Wozu soll der Mensch seine Freiheit nutzen?

8. Die Rolle der Philosophie und der Magie für den Menschen

8.1 Die Philosophie

8.2 Die Magie

9. Die Bedeutung der Theologie, der Engel und Gott für den Menschen

9.1 Die Theologie

9.2 Gott

9.3 Seele

9.4 Engel

10. Wonach strebt der Mensch?

11. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Freiheitsverständnis des Renaissance-Philosophen Giovanni Pico della Mirandola, insbesondere im Hinblick auf seine berühmte „Oratio de hominis dignitate“. Das primäre Ziel ist es, Picos spezifische anthropologische Konzeption zu beleuchten, in der die Freiheit das konstitutive Element der Menschenwürde darstellt und den Menschen als ein zwischen Schöpfung und Selbstbestimmung stehendes Wesen definiert.

  • Die ontologische Sonderstellung des Menschen als unbestimmtes Wesen
  • Das Verhältnis von Freiheit, Würde und Selbstgestaltung bei Pico
  • Die notwendige Einbettung der menschlichen Freiheit in eine theologische Ordnung
  • Die Rolle der Philosophie und der (natürlichen) Magie als Werkzeuge zur geistigen Entfaltung

Auszug aus dem Buch

2. WAS MACHT DEN MENSCHEN AUS?

In der Oratio beschreibt Pico einen an die Bibel angelehnten Schöpfungsmythos. Nachdem Gott alle Wesen nach seinem Plan mit einer klaren Bestimmung und je eigenen und einzigartigen Eigenschaften geschaffen hatte, schuf er am Ende den Menschen. Da alle vorhandenen Eigenarten aber bereits vergeben waren, entschied sich der allmächtige Gott, Ursprung alles Seienden, der stets das Einzigartige vollbringt, dafür, den Menschen ohne besondere Eigenart zu schaffen, damit dieser den Naturgesetzen nicht unterliegt, sondern von ihnen emanzipiert ist. „So traf der beste Bildner schließlich die Entscheidung, daß der, dem gar nichts Eigenes gegeben werden konnte, zugleich an allem Anteil habe, was jedem einzelnen Geschöpf nur für sich selbst zuteil geworden war“ (Pico, 2009, S. 7), was bedeutet: „Der Mensch faßt in sich die Natur von sämtlichen Seienden [...] er stellt einen Mikrokosmos des Seienden dar, sofern in ihm das vegetative Leben der Pflanzen, das sensitive der Tiere und das der „Vernunft“, in der das Bild Gottes enthalten ist, aufzuweisen sind. “ (Grassi, 1986, S. 155). Damit ist der Mensch „Partizip“ aller anderen Wesen und zugleich einzigartiges Wesen.

Anders als in der Bibel, erhält er bei Pico eine individuelle Ansprache von Gott „... habe ich dir verliehen, Adam“ (Pico, 2009, S. 9) und wird so in die Welt entlassen: „Du wirst von allen Einschränkungen frei [...] dir selbst deine Natur bestimmen“ (Pico, 2009, S. 9). Damit stehen dem Menschen prinzipiell alle Möglichkeiten offen und Gott zeigt auch auf, was das bedeutet: „Du kannst nach unten hin ins Tierische entarten, du kannst aus eigenem Willen wiedergeboren werden nach oben in das Göttliche.“ (Pico, 2009, S. 9).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Werk des Pico della Mirandola und die historische Verortung der Oratio de hominis dignitate im Renaissance-Kontext.

2. Was macht den Menschen aus?: Analyse des Schöpfungsmythos bei Pico, der den Menschen als unbestimmtes Wesen und „Mikrokosmos“ definiert.

3. Welche besondere Stellung nimmt der Mensch in der Welt ein?: Erläuterung der „ontologischen Ortlosigkeit“ des Menschen, die ihn ins Zentrum der Welt rückt.

4. Was ist die Würde des Menschen?: Untersuchung, wie bei Pico die Menschenwürde untrennbar durch die Freiheit des Willens vermittelt wird.

5. Was ist Freiheit?: Kurzer Abriss der philosophischen Freiheitsbegriffe von der Antike bis zur Scholastik als Grundlage für Picos Verständnis.

6. Welche Freiheiten hat der Mensch?: Differenzierung zwischen göttlicher Schöpfungsmacht und menschlicher Willensfreiheit sowie der Rolle des Menschen als Künstler seiner eigenen Gestalt.

7. Wozu soll der Mensch seine Freiheit nutzen?: Darstellung der ethischen Verantwortung, die Freiheit zur geistigen Vervollkommnung und Gottnähe einzusetzen.

8. Die Rolle der Philosophie und der Magie für den Menschen: Untersuchung der Mittel der Selbsterkenntnis und der natürlichen Magie als Wege zur Befreiung.

9. Die Bedeutung der Theologie, der Engel und Gott für den Menschen: Analyse der theologischen Einbettung des Menschen und der Vorbildfunktion der Engelshierarchien.

10. Wonach strebt der Mensch?: Diskussion über das Endziel des menschlichen Strebens, das in einem Friedensbündnis zwischen Fleisch und Geist liegt.

11. Schluss: Zusammenführende Betrachtung der Freiheit als zentrales, ambivalentes Merkmal menschlicher Existenz bei Pico.

Schlüsselwörter

Giovanni Pico della Mirandola, Oratio de hominis dignitate, Freiheit, Menschenwürde, Renaissance, Anthropologie, freier Wille, Mikrokosmos, Philosophie, Theologie, natürliche Magie, Selbstgestaltung, Gottnähe, Humanismus, ontologische Ortlosigkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit im Kern?

Die Arbeit analysiert das Freiheitsverständnis des Philosophen Giovanni Pico della Mirandola anhand seiner bekannten Schrift „Oratio de hominis dignitate“ und untersucht, wie dieses Konzept seine Sicht auf die Menschenwürde prägt.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der anthropologischen Sonderstellung des Menschen, der Verknüpfung von Freiheit und Würde, sowie der Bedeutung von Philosophie, Theologie und Magie für die menschliche Entwicklung.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die zentrale Frage ist, wie Pico das Wesen des Menschen definiert, welche Freiheiten er ihm zuschreibt und wie diese Freiheit als Basis für die menschliche Würde und das Streben nach dem Göttlichen fungiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine geisteswissenschaftliche Textanalyse, die Picos Hauptwerk mit verschiedenen philosophiegeschichtlichen Quellen und modernen Interpretationen vergleicht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Untersuchung der „Oratio“, von der Schöpfungslehre und der ontologischen Stellung des Menschen bis hin zur Bedeutung des freien Willens und der ethischen Ausrichtung des menschlichen Daseins.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit beschreiben?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Freiheit, Würde, Renaissance, Anthropologie, Selbstgestaltung und dem Spannungsfeld zwischen Mensch und Göttlichem charakterisieren.

Warum spielt der Begriff „Chamäleon“ eine Rolle für das Verständnis des Menschen?

Der Mensch wird als „Chamäleon“ bezeichnet, weil er über keine festgelegte Natur verfügt, sondern die Freiheit besitzt, sich sowohl in Richtung des Tierischen als auch in Richtung des Göttlichen zu entwickeln.

Wie unterscheidet Pico zwischen natürlicher Magie und Aberglauben?

Pico befürwortet eine „natürliche Magie“, die den klugen Einsatz der in der Natur liegenden Kräfte beschreibt, während er schädliche, auf böse Geister gestützte Magie und Astrologie als Aberglauben strikt ablehnt.

Steht die menschliche Freiheit bei Pico im Widerspruch zur Gottesnähe?

Nein, im Gegenteil: Die Freiheit ist bei Pico das Werkzeug, mit dem der Mensch aus eigenem Willen nach Gott streben und eine „Gottebenbildlichkeit“ erreichen soll.

Final del extracto de 23 páginas  - subir

Detalles

Título
Die Freiheit des Menschen in Pico della Mirandolas "Oratio de hominis dignitate"
Universidad
University of Hagen
Calificación
1,3
Autor
Andreas B. Arnold (Autor)
Año de publicación
2014
Páginas
23
No. de catálogo
V287002
ISBN (Ebook)
9783656873303
ISBN (Libro)
9783656873310
Idioma
Alemán
Etiqueta
Rennaissance Mirandola; Neuzeit Humanismus Freiheit Mensch Pico italienische Philosophie Würde Menschenwürde
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Andreas B. Arnold (Autor), 2014, Die Freiheit des Menschen in Pico della Mirandolas "Oratio de hominis dignitate", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/287002
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